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Neulich in einem australischen Supermarkt. bild: twitter

Ein Psychologe erklärt, warum das Coronavirus zu WC-Papier-Hamsterkäufen führt



Masken, Büchsen-Food, Desinfektionsmittel: Das Coronavirus führt rund um den Globus zu Hamsterkäufen.

Neuerdings reissen sich verängstige Kunden sogar um WC-Papier. Du hast richtig gehört, WC-Papier!

In Grossbritannien und Deutschland ist Toilettenpapier vielerorts ausverkauft. In den USA und Kanada haben Grossverteiler den Kauf von WC-Papier limitiert. In Australien patrouillieren Sicherheitsleute in Supermärkten, um die Leute von Hamsterkäufen abzuhalten.

Eine australische Zeitung hat sogar zusätzliche Seiten gedruckt, damit die Leser diese als «Notfall-WC-Papier» benutzen können.

Auf Twitter kursieren schon erste Hashtags: #toiletpapergate oder #toiletpapercrisis sind Ausdruck der grossen WC-Papier-Frage.

WC-Papier hilft weder gegen das Virus noch gehört es zum absolut notwendigen Notvorrat.

Wieso kaufen jetzt Menschen dennoch übermässig WC-Papier? Ein Indiz könnte sein: Der Mensch ist ein Herdentier. Befeuert durch den Anblick der leergeräumten WC-Papier-Regale im Supermarkt und die Medienberichte werden Leute dazu angestachelt, es den anderen nachzutun – ganz egal, ob das Sinn ergibt oder nicht.

Ein Psychologe erklärt gegenüber CNN: Das Horten von Toilettenpapier sei ein Umkehrschluss von Angst und Machtlosigkeit in Aktionismus, um sich auf irgendeine Weise handlungsfähig zu fühlen. Aber seien wir mal ehrlich: mit Toilettenpapier? Bei dem 4-lagigen Produkt handelt es sich um ein klassisches Luxusgut – ein Ausdruck des Wohlstands.

Ebenso fehlt es in vielen Ländern an klaren Vorgaben für den Notvorrat. Ganz im Gegensatz zur Schweiz.

In vielen anderen Kulturen, insbesondere in Asien, gilt Toilettenpapier als absolut unhygienisch. Egal ob Coronavirus oder nicht. Um sich hier nach dem WC-Besuch zu reinigen, greift man zu einem altbewährten Mittel: warmem Wasser.

(amü)

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