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epa08523634 A passenger walks through the main domestic terminal ahead of the Fourth of July holiday travel weekend at Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport in Atlanta, Georgia, USA, 02 July 2020. The airport has implemented a number of health guidelines as the numbers of air passengers slowly continues to increase. Georgia, like many states in the Southern US, continues to see an upward spike in coronavirus COVID-19 cases and hospitalizations.  EPA/ERIK S. LESSER

Zum Feiertagswochenende hat der Flughafen Atlanta zusätzliche Gesundheitsrichtlinien erlassen. Wie in allen Südstaaten sind auch hier die Corona-Fallzahlen deutlich angestiegen. Bild: keystone

Zum «4th of July»: 5 Punkte zur schwierigen Gesundheitssituation in den USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika feiern einen aussergewöhnlichen Nationalfeiertag in diesem Jahr. Eine Verlagerung der Brandherde und angeblich manipulierte Zahlen sorgen weit über die Landesgrenzen aus für Schlagzeilen.



Ungewöhnliche Kurve

Der erste Corona-Fall verzeichnete die USA bereits am 21. Januar 2020. Obwohl die offiziellen Zahlen dann einige Wochen gegen Null gingen, vermuteten Experten bereits eine hohe Dunkelziffer. So wurde beispielsweise bei einer Autopsie von zwei im Februar verstorbenen Personen im Nachhinein eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Gestern Freitag meldeten die USA einen neuen Höchststand: In nur 24 Stunden wurden 52'300 Personen positiv auf das Virus getestet. Zum Vergleich: Die chinesische Stadt Wuhan, wo das Virus erstmals nachgewiesen wurde, zählt inzwischen rund 50'000 Fälle insgesamt.

Täglich positiv Getestete in den USA

Fallzahlen USA

Bild: watston/ecdc

Nicht «die zweite Welle»

Die obige Grafik zeigt: Mitte April erreichte die Pandemie ihren vorläufig ersten Peak in den USA. Doch bevor die «erste Welle» richtig abgeflacht ist, beginnen die landesweiten Fallzahlen nun wieder zu steigen.

Man kann also nicht wirklich von einer zweiten Welle sprechen, vielmehr haben sich die Infektionen geographisch verlagert. Anfangs gab es sehr viele Fälle auf kleinem Raum, so beispielsweise in New York. Jetzt verteilen sich die Brandherde über's ganze Land, besonders betroffen sind die Südstaaten.

Diese Animation macht die Ausbreitung sichtbar: Sie zeigt die Fälle pro 1000 Einwohner in einem Gebiet.

Situation in den Südstaaten

Die Zahlen in den Südstaaten steigen rasant an, so auch in Florida, wo Donald Trump seinen Wohnsitz hat. Die Eindämmungsmassnahmen zu verschärfen, steht aber nicht zur Diskussion. «Wir kehren nicht um, werden nichts schliessen», gab Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis an einer Pressekonferenz über Küstenschutz bekannt, als er von Journalisten zu Corona befragt wird. Als eine Reporterin skeptisch nachfragt, wird ihr Mikrofon ausgeschaltet.

epa08521818 People enjoy a warm day at the beach in Miami Beach, Florida, USA, 01 July 2020. Florida now has a total of 158,997 confirmed cases and 3,550 deaths. Nine of the new deaths were in Miami-Dade County, bringing the county's death toll to 1,000.  EPA/CRISTOBAL HERRERA

Bild: keystone

Für Aufsehen sorgte auch der Fall Rebekah Jones, eine ehemalige Angestellte des Gesundheitsdepartements. Laut ihren eigenen Aussagen, musste sie die offiziellen Zahlen des Staates Florida manipulieren, um die Lockerungen trotz steigenden Zahlen zu rechtfertigen. Nachdem sie sich geweigert hat, sei sie entlassen worden.

Betroffene Wählergruppen

Ein reddit-User hat eine Grafik veröffentlicht, auf der die bestätigten Coronafälle nach Ergebnis der Wahlen 2016 aufgeschlüsselt sind. Es handelt sich dabei um die täglichen Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner, jeweils im 7-Tage-Schnitt.

Dabei zeigt sich, dass sich das Coronavirus im April und Mai hauptsächlich in Staaten ausgebreitet hat, die vor vier Jahren die Demokratin Hillary Clinton gewählt haben – der allergrösste Teil dieser Kurve trägt übrigens der Staat New York bei.

Diese Staaten scheinen das Virus aber nun unter Kontrolle zu haben. Inzwischen sind dafür vorwiegend Staaten betroffen, die Donald Trump gewählt haben – unter anderem das eben erwähnte Florida.

Die weitere Entwicklung dieser Kurven dürfte auch einen Einfluss auf den Wahlkampf haben. Dieser gipfelt mit der Wahl in vier Monaten.

Tägliche Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner nach Wahlergebnis 2016

Coronafälle in den USA nach Wahlresultaten 2016

Bild: watson / u/tildenpark auf reddit

Betroffene Altersgruppen

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC meldete letzte Woche, dass seit anfangs März insgesamt von 1000 Einwohnern eine Person wegen Covid-19 zu einem gewissen Zeitpunkt hospitalisiert werden musste. Das entspricht einer kumulierten Hospitalisationsrate von 102,5 Personen pro 100'000 Einwohner. In der Schweiz liegt sie aktuell bei 46 Personen pro 100'000 Einwohner.

Am wenigsten Hospitalisierte gibt es in der Altersklasse 5 bis 17 Jahre. Am meisten erwartungsgemäss bei der ältesten Gruppe über 65 Jahren. Über 300 Personen pro 100'000 Einwohner mussten seit Ausbruch der Pandemie hospitalisiert werden.

Hospitalisierte nach Altersgruppen über Zeit (kumuliert)

Altersschnitt Hospitalisierte

Bild: watson/cdc

Trump und die Maskenfrage

Schützende Gesichtsmasken sind umstritten in den USA. An einigen Orten – so beispielsweise in Pennsylvania – gibt es eine Tragepflicht, an vielen Orten wird sie aber «nur» empfohlen.

Trump selbst sieht man selten mit Maske, denn er hält wenig von einer Maskenpflicht. Zumindest eine kleine Kehrtwende gab's am Mittwoch: Er sei «absolut für Masken», sagte Trump in einem Fernsehinterview. Gesundheitsexperten kritisieren jedoch, dass Präsident Trump keine Maske trage und somit keine Vorbildfunktion ausübe.

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