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Hätte Trump ohne sie die Wahl verloren?

Bei der Datenfirma Cambridge Analytica arbeitete Brittany Kaiser am Jahrhundertcoup mit: Donald Trump zum US-Präsidenten zu machen. Dann stieg sie aus. Im Interview warnt sie: «Wir sind heute noch weniger geschützt als damals.»

Fabian Hock und Deborah Gonzalez / ch media



Es war einer der grössten Datenskandale überhaupt: Der Fall Cambridge Analytica. Das Unternehmen hatte vor der US-Wahl 2016 private Daten von 87 Millionen Facebook-Profilen abgesaugt. Sie sollen benutzt worden sein, um ausgewählten Wählergruppen personalisierte Botschaften zu senden. Das Ziel: Donald Trump sollte Präsident werden.

This undated image released by HarperCollins shows Brittany Kaiser, the former Cambridge Analytica employee who spoke out on alleged ties between the data firm and the Brexit campaign for Britain to leave the European Union. HarperCollins announced Tuesday, May 7, 2019, that Kaiser will share the story of her time at Cambridge Analytica in her upcoming book, “Targeted: My Inside Story of Cambridge Analytica and how Trump and Facebook Broke Democracy” coming out Oct. 22. (juliantse.com/HarperCollins via AP)

Brittany Kaiser verhalf als Cambridge-Analytica-Mitarbeiterin Donald Trump zum Wahlsieg. Bild: AP/HarperCollins

Bekanntlich ging das Rennen so aus, wie die Cambridge-Leute gehofft hatten. Die Firma selbst meldete nach Bekanntwerden des Skandals im Mai 2018 Insolvenz an. Welchen Anteil sie an Trumps Wahlsieg tatsächlich hatte, ist nicht bewiesen. Brittany Kaiser jedoch warnt: Für sie sind Datenfirmen wie Cambridge Analytica eine Bedrohung der Demokratie. Sie hat selbst dreieinhalb Jahre für die Firma in hochrangiger Position gearbeitet. Nachdem sie gekündigt hatte, ging sie als Whistleblowerin an die Öffentlichkeit.

In der Netflix-Dokumentation «The Great Hack», die Chancen auf einen Oscar hat, tritt sie als Hauptfigur auf. Ihre Aussagen trugen dazu bei, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress erklären musste, warum private Daten auf seiner Plattform nicht sicher sind. Und Kaiser ist längst nicht fertig: Via Twitter hat sie nun begonnen, neue Dokumente zu veröffentlichen. Sie sollen Verstrickungen ihres Ex-Arbeitgebers in 68 Ländern belegen, darunter Brasilien und Iran.

Nächste Woche kommt Kaiser in die Schweiz. Sie tritt am Worldwebforum in Zürich auf. Vorab hat sie mit der «Schweiz am Wochenende» über Wählerbeeinflussung, über die Macht von Facebook und ihre Zeit bei Cambridge Analytica gesprochen.

This image released by Netflix shows Brittany Kaiser, former Director of Business Development for Cambridge Analytica, in a scene from

Kaiser in einer Szene der Netflix-Dokumentation «The Great Hack». Bild: AP

Wäre Donald Trump ohne Ihre Hilfe Präsident geworden?
Brittany Kaiser: Ein Wahlkampf besteht aus vielen Puzzleteilen. Besonders bei einer Wahl, die mit sehr geringem Vorsprung gewonnen wird. Wenn Sie Teile des Puzzles entfernen, ist es möglich, dass die Wahl anders ausgeht. Als das Wahlkampfteam von Donald Trump mir präsentiert hat, was sie genau gemacht hatten, konnte ich sehen, wie effektiv ihre Strategie war. Das lässt mich vermuten, dass, wenn Cambridge Analytica nicht Teil der Wahlkampagne gewesen wäre, Donald Trump sehr wahrscheinlich nicht gewonnen hätte.

Es ist schwer vorstellbar, dass Sie Menschen wirklich so stark beeinflussen können.
Menschen glauben nicht gerne, dass sie beeinflussbar sind. Manche sind leichter zu beeinflussen als andere. Genau das verstehen Datensammler wie Cambridge Analytica: herauszufinden, wer die Personen sind, die anfällig für Beeinflussung sind.

Wie funktioniert das?
Menschen werden in kleine Gruppen eingeteilt, je nachdem, wie wahrscheinlich sie zur Wahl gehen, welchen Kandidaten sie wahrscheinlich unterstützen, welche Themen für sie am wichtigsten sind. Sind sie aufgeschlossen oder anfällig für angstbasierte Botschaften? Sind sie eingeteilt, erhalten sie auf sie zugeschnittene Botschaften.

«Es ist nicht Facebooks Aufgabe, zu moderieren, was es selbst für ethisch oder unethisch hält.»

Einige Gruppen sollen Botschaften erhalten haben, die sie überzeugen sollten, gar nicht zur Wahl zu gehen.
Ja. Das ist der besorgniserregendste Teil. Die Trump-Kampagne hat eine Gruppe identifiziert, die von der Wahl ferngehalten werden sollte. Das waren Leute, die nie für Donald Trump gestimmt hätten, sondern wenn überhaupt für Hillary Clinton. Sie hätten niemals davon überzeugt werden können, Trump zu wählen, aber sie konnten überzeugt werden, gar nicht zu wählen. Es wurde viel Zeit und Geld investiert, um diesen Leuten Nachrichten zu schicken. In den meisten Ländern ist das verboten, auch in den USA. Trotzdem sind die Leute davor nicht geschützt.

Warum nicht, wenn es doch gegen das Gesetz verstösst?
Weil Technologie und Gesetze noch nicht gut zusammenpassen. Plattformen wie Facebook haben keinen Weg gefunden, wenigstens die Gesetze, die wir längst haben, umzusetzen. Es ist Besorgnis erregend, wenn Facebook nun sagt, dass auch künftig bei politischer Werbung die Fakten nicht überprüft werden sollen.

Es würde noch mehr Sorgen bereiten, wenn ein Konzern wie Facebook entscheidet, was wir im Internet sehen dürfen und was nicht.
Nein, das ist ein krasses Missverständnis. Meine freie Meinungsäusserung ist moderiert. Mein Recht auf freie Meinungsäusserung endet dort, wo Ihre Menschenrechte beginnen. Ich darf mein Recht auf freie Meinungsäusserung nicht gebrauchen, um Menschen rassistisch oder sexistisch zu diskriminieren. Oder um Sie vom Wählen abzuhalten. Diese Dinge, die ich persönlich nicht tun darf, sollte ich auch im Internet nicht tun dürfen. Tech-Konzerne müssen unsere Gesetze auch online geltend machen. Weiter sollten sie allerdings nicht gehen. Es ist nicht Facebooks Aufgabe, zu moderieren, was es selbst für ethisch oder unethisch hält.

«Ich habe bei Cambridge gekündigt, weil ich deren unethisches Verhalten nicht mehr ertragen konnte.»

Sie haben dreieinhalb Jahre für Cambridge Analytica gearbeitet. Warum sind Sie so lange geblieben?
Ich habe meine gesamte Karriere als Campaignerin gearbeitet. Es ist schwer zu beurteilen, ob man effektiv war, wenn man an Kampagnen für Menschenrechte oder Umweltschutz arbeitet. Ich dachte, wenn ich lerne, mit den Werkzeugen von Cambridge Analytica zu arbeiten, kann ich mich wirkungsvoller für soziale Themen einsetzen.

Sie wussten aber, für wen Sie zu der Zeit arbeiteten.
Cambridge Analytica hat Klienten auf der ganzen Welt, darunter demokratische Parteien, grüne Parteien, Regierungen und Unternehmen. Donald Trump war einer von hundert Klienten. Unglücklicherweise sind das die prominentesten Klienten. Wir hatten aber auch eine Menge Projekte, die wirklich gut und aufregend waren. Ich blieb, weil ich dachte, ich könnte die Methoden für etwas Gutes einsetzen. Das war aber letztlich nicht der Fall.

Schliesslich haben Sie das Unternehmen aber verlassen.
Ich habe bei Cambridge gekündigt, weil ich deren unethisches Verhalten nicht mehr ertragen konnte. Zwei Monate nachdem ich ging, kamen die ersten Medienberichte heraus, dass Cambridge ihre Facebook-Datensätze nicht gelöscht hat. Ich dachte, wenn alle so aufgebracht wegen dieser spezifischen Sache sind, dann verstehen sie nicht, wie gross das Problem tatsächlich ist. Es geht nicht um Cambridge Analytica und um Facebook-Daten. Es geht um die gesamte Datenindustrie und darum, dass die Menschen keine Transparenz darüber haben, welche Daten über sie gesammelt werden und was damit gemacht wird. Ich dachte, es sei meine Pflicht, den Menschen zu sagen, was damals wirklich passiert ist.

Fürchteten Sie um Ihre Sicherheit?
Ja. Das war definitiv die beängstigendste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Ich wusste nicht, was passieren würde oder ob mir etwas zustossen könnte. Es gibt viele Whistleblower, die keinen Frieden mehr finden. Die keinen Job mehr bekommen und bedroht werden – genau wie ihre Familien.

FILE - In this May 1, 2018, file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg delivers the keynote speech at F8, Facebook's developer conference, in San Jose, Calif. Zuckerberg is again appearing before Congress to face questions about his company's massive market power, privacy lapses and tolerance of speech deemed false or hateful. Zuckerberg will testify at a hearing Wednesday before the House Financial Services Committee about Facebook's plan to create a global digital currency, which has stirred opposition from lawmakers and regulators in the U.S. and Europe. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez, File)
Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg ist der Ansicht, dass gewisse Standards nicht für Politiker gelten – eine Bedrohung für die Demokratie. Bild: AP

Im Mittelpunkt des damaligen Skandals stand Facebook. Ist die Plattform eine Bedrohung für die Demokratie?
Absolut. Facebook ist die wichtigste Kommunikationsplattform der Welt. Mark Zuckerberg sagt, dass gewisse Standards nur für uns Normalbürger gelten, nicht aber für Politiker. Auch Werbung wird nicht nach Fakten gecheckt. Das ist eine grosse Bedrohung für die Demokratie.

Wie sollten wir mit Facebook umgehen? Sollten wir unsere Accounts löschen?
Selbst wenn Sie Ihren Account löschen, hat Facebook noch immer Ihre Informationen. Löschen bringt da nicht viel.

Wie können wir uns und unsere Daten denn schützen?
Wir müssen verstehen, was Fake News sind, und diese identifizieren. Uns fragen: Wie können wir kritischer sein? Was sind unsere Daten wert? Ein Beispiel: Die meisten Leute, die sich eine App runterladen, lesen die allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht. Dabei ist das sehr wichtig, denn man gibt so vieles frei. Facebook bekommt über die App Zugriff auf die Handykamera, auf das Mikrofon, auf die Kontaktliste. Gerade deswegen hatte ich jahrelang kein Facebook auf meinem Handy. Ich will all diese Informationen nicht freigeben. Der nächsten Generation müssen wir eines mitgeben: Sie muss besser aufpassen.

«Ich habe grosse Angst davor, was dieses Jahr in den USA passiert. Ich denke, dass es schlimmer wird als vor der Wahl 2016, es sei denn wir unternehmen etwas sehr Drastisches.»

Zurück zur Politik. Sie haben für Trump und für die Brexit-Kampagne gearbeitet. Haben Sie auch mit der Alternative für Deutschland (AfD) gesprochen?
Steve Bannon hat versucht, uns dazu zu bringen, mit Leuten der Alternative für Deutschland zu sprechen. Einige meiner Kollegen und ich haben uns entschieden, dass wir mit ihnen nichts zu tun haben wollen.

Warum nicht?
Wegen ihrer rassistischen Ansichten. Ich weigere mich, mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten. Stattdessen hatten wir ein Treffen mit der CDU. Bannon wollte unbedingt, dass wir uns mit einer politischen Partei treffen, um die Möglichkeit auszuloten, an der deutschen Wahl zu arbeiten.

Was ist in dem Meeting passiert?
Die CDU hat gesagt, dass die Nutzung von persönlichen Daten nicht zur politischen Kultur Deutschlands passe, dass sie da nicht mitmache und nicht mit uns arbeiten könne.

Hatten Sie Kontakt zu politischen Kampagnen in der Schweiz?
Ich glaube, dass es Gespräche gegeben hat. Ich bin nicht sicher, mit wem oder ob es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit gekommen ist, denn die Schweiz hat solch strikte Datenschutzgesetze, dass eine Menge Strategien unmöglich gewesen wären.

Cambridge Analytica existiert nicht mehr, die Methoden schon. Was haben wir vom kommenden US-Wahlkampf zu erwarten?
Wir müssen uns bewusst sein, dass wir noch weniger geschützt sind als vor vier Jahren. Die Technologien sind heute besser entwickelt, ausserdem existieren viel mehr Daten über uns. Mark Zuckerberg hat entschieden, dass Politiker auf seiner Plattform nicht moderiert werden. Ich habe grosse Angst davor, was dieses Jahr in den USA passiert. Ich denke, dass es schlimmer wird als vor der Wahl 2016, es sei denn wir unternehmen etwas sehr Drastisches.

Das heisst, andere werden die Lücke füllen, die Cambridge Analytica hinterlassen hat?
Es gibt heute sicher viel mehr Cambridge Analyticas als vor vier Jahren.

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • yey 12.01.2020 13:55
    Highlight Highlight „Faktenchecks“ für politische Werbung gibt es übrigens auch in der „offline“ Variante keine.

    Auf Abstimmungsplakaten und in zugesandten Broschuren kann praktisch alles stehen. Auch bei krassen Verstössen liess man in der Vergangenheit verlauten, es sei „leider schon zu spät“ die Plakate wieder abzuhängen bzw. die Kampagne abzuändern.
    • FoxSinBan 12.01.2020 17:16
      Highlight Highlight Stimmt nicht. Die Wahlbroschüren werden geprüft und angepasst. Wenn es ein krassen Verstoss gibt. Z. B Zahl der Betroffene bei der Heiratsstrafe wird die Abstimmung für ungültig erklärt.

      Hier nochmal zum nachlesen/schauen

      https://www.srf.ch/news/schweiz/historischer-entscheid-abstimmung-ueber-heiratsstrafe-ist-ungueltig
    • cheeky Badger 12.01.2020 18:20
      Highlight Highlight Die Wahlbroschüren sind auch keine Werbung.

      Sehr zweifelhafte „Zeitungen“ wie das Extrablatt aber schon. Und was da drin steht ist teilweise haarsträubend.
    • yey 12.01.2020 18:59
      Highlight Highlight @FoxSinBan
      Die vom Bund offiziell mit dem Wahlzettel verschickten Unterlagen würde ich jetzt nicht als „Werbung“ bezeichnen.
      Aber selbst da bezeichnet man es als „historisch“ wenn falsche Fakten Konsequenzen haben.

      Wirklich hilfreich ist einzig ein breiter öffentlicher Dialog - und das dieser von den Wählenden aktiv verfolgt wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dong 12.01.2020 12:46
    Highlight Highlight Mir nicht bekannt, dass Cambridge Analytica irgendwelche Tricks hatte, die die Konkurrenz nicht hatte. Hudskommunes Profiling imo. Ich empfehle daher, deren Rolle nicht überzubewerten.
    • Rumo 12.01.2020 15:46
      Highlight Highlight Mit Cambridge Analytica wurden Persönliche Profile erstellt, um gezielt Politische Werbung in der Facebook Timeline zu Posten. Die Posts waren auf Grund des Profiling Personalisiert und nur von der ausgewählten Person zu sehen. Die Posts waren nur ein bestimmten Zeitraum aufgeschaltet und verschwanden wieder. Konnten somit später nicht mehr aufgefunden werden. Haben aber bereits beeinflusst. Das ist für den Nutzer nicht zu erkennen.
  • Resistance 12.01.2020 11:42
    Highlight Highlight Viele leute die sich manipulieren lassen, wären auch vor dem internet manipuliert worden, einfach über andere kanäle!
  • Gonzolino_2017 12.01.2020 11:17
    Highlight Highlight Watson Analytica ... huhhhh ... sehr gefährlich, die Beeinflussung ist auch nicht mehr messbar! Ob Watson einen Einfluss auch die Nichtwahl von Trump haben wird, werden wir sehen!? Bei der Bundesratswahl hat es mit der Grünen Rytz schon mal nicht geklappt, sie wurde trotz Watson Analytica nicht gewählt! Was lief falsch? Diese 5 Punkte beantworten die Frage ... LOL ( und jetzt könnt ihr wieder blitzen, bis zur Abwahl 😂)
    • Ich hol jetzt das Schwein 13.01.2020 13:34
      Highlight Highlight Schon fast pythonesque...
  • Butzdi 12.01.2020 11:14
    Highlight Highlight Wie immer gilt der Grundsatz: wenn etwas gratis ist, dann bist du das Produkt.
    Facebook, Google & co gehören streng reglementiert und sollten auch massiv besteuert werden
  • Factory Reset 12.01.2020 11:08
    Highlight Highlight Die Netflix-Doku ist wirklich sehenswert und erschreckend.

    Viele der Daten wurden mittels unseriösen und null aussagekräftigen Persönlichkeitstests von drittfirmen gesammelt, denen die User bereitwillig den Zugang zum kompletten FB Profil inklusive der ganzen Freundesliste gegeben haben.

    Wahlen sind in alle möglichen Richtungen beeinflussbar, wenn man die richtige Zielgruppe anvisiert. Besonders interessant fand ich In der Dokumentarion das Beispiel Trinidad und Tobago, bei dem die Kampagne von Cambridge Analytica eine bestimmte Bevölkerungsgruppe dazu animiert hat, NICHT wählen zu gehen.
  • yoh 12.01.2020 10:49
    Highlight Highlight Donald Trump hat ca. 3 Millionen Stimmen weniger geholt als Hillary Clinton und konnte nur gewinnen, weil diese die einzige! Politische Figur war, die in etwa gleich unbeliebt war wie Trump...

    Ich möchte hier nicht die Rolle von Big-Data kleinreden aber die Demokraten haben Sich einfach selbst ins Bein geschossen.

    Nur als Beispiel: Hillary konnte sich bis zum Schluss Ihrer Kampagne nicht einmal für einen Mindestlohn von 15$ aussprechen...
    • RicoH 12.01.2020 12:24
      Highlight Highlight Das ist eine merkwürdige Logik.

      Trotz kleinerem Stimmenanteil wurde Trump gewählt. Das hat wohl kaum mit der Person Hillary, sondern vielmehr mit dem Wahlsystem der USA zu tun.
    • Bruuslii 12.01.2020 12:49
      Highlight Highlight meine these: in den usa wählt man am schluss nicht den kandidaten, den man möchte, sondern GEGEN den, den man NICHT will.

      das kommt mmn daher, dass für einen grossteil der wähler der eigentliche wunschkandidate bereits in den vorwahlen herausfällt.

      beispiel:
      kandidaten je ca. 25%:
      rep A
      rep B
      dem X
      dem Y

      A schlägt B
      X schlägt Y

      A vs X stehen zur wahl

      B-wähler finden A doof aber hassen X und wissen, dass dem-wähler sowieso gegen A wählen.
      also "müssen" B-wähler nun widerwillig A wählen.

      das bestätigt sinngemäss das von obamacare abhängige paar, das trump wählte, bei ca. min 5:30
      Play Icon
  • Froggr 12.01.2020 10:31
    Highlight Highlight Was klar ist: ohne Clinton hätte Trump wahrscheinlich verloren. Die Dems sollten aufhören rumzuflennen und einen guten Kandidaten aufstellen. Der ganze Impeachmenquatsch ist Zeitverschwendung. Ich will sie dann nicht wieder hören von wegen dies und jenes sei unfair gewesen.
    • RicoH 13.01.2020 08:47
      Highlight Highlight Das Impeachment ist kein Quatsch, sondern ein Akt der Verfassung und Rechtsstaatlichkeit.

      Ein Quatsch wird's nur das Verhalten der Rep's, die sich in diesem Fall komplett um die Verfassung scheren.
  • Nolė 12.01.2020 10:24
    Highlight Highlight Dem Interview nach zu Urteilen hatte Steve Bannon eine wichtige und führende Rolle bei den Aufträgen/Auftraggebern welche Cambridge Analytica hatte. Ich frage mich weshalb ein Mann wie Er auch in Europa und unseren direkten Nachbarn mit seinem manipulativem Mindset arbeiten kann und „Aufträge“ vergeben. Das finde ich ziemlich beängstigend.
  • Gawayn 12.01.2020 10:08
    Highlight Highlight Es gab da mehrere Punkte die den orangen Deppen an die Macht brachten.
    Keins davon war seine Wahlstrategie.

    1. Die eher tiefe Wahlbeteiligung
    2. Gegner Hillary Clinton. Gegen ein dressiertes Äffchen wäre es knapper aus gegangen.
    3. Die Internet Beeinflussung.
    Sei es mit Analytica oder den Russen...

    4. Seine primitive Ausdrucksweise.
    Selbst der ungebildetste Handlanger konnte seine Lügen verstehen...
  • famu 12.01.2020 10:02
    Highlight Highlight Die Schweiz hat im Gegensatz zur EU einen laschen Datenschutz. Die Schweiz ist als gebildetes und direktdemokratisches Volk einfach schwieriger zu manipulieren. Deshalb gab es wohl keine Zusammenarbeit mit Cambridge Analytica.
    • Roman h 12.01.2020 21:49
      Highlight Highlight Leider werden sie mit ihrem Kommentar nicht viel Zustimmung bekommen.
      Alle fühlen sich immer als Verlierer (heisst linke sagen rechts ist zu stark und rechts sagt links ist zu stark)
      Der Grund wieso man nicht so wählt wie ich, alle anderen sind dumm.
      Somit haben also sehr viele das Gefühl das Schweizer Volk ist ungebildet.
      Liest man auch bei Watson in den Kommentaren sehr oft.
      Die wenigsten können eine andere Meinung akzeptieren.
      Wieso wurde Trump gewählt
      Nicht zwingen weil die Amis dumm sind wie hier viele sagen, sondern eher weil Clinton am schnellsten einen Krieg beginnt
  • troop5444 12.01.2020 10:01
    Highlight Highlight Anstatt jetzt staatliche Kontrolle zu fordern, sollte man lieber auf die Erkenntnis kommen, dass eine Demokratie nur so gut ist wie deren Wählerschaft.

    Um politisch wirklich reif zu sein sollte man sich schon ab und zu einen Artikel gönnen, der 20min oder SRF Tagesschau Niveau übersteigt.
    Das die meisten sich aber nicht dafür interessieren und so zur knetbaren Masse werden mag schade und gefährlich sein.

    Wenn der Staat aber anfängt, Medien zu kontrollieren geht das in Richtung Diktatur.
    Medien, auch Facebook, müssen frei sein.
    • Devilduck 12.01.2020 15:06
      Highlight Highlight Einverstanden, Pressefreiheit ist eines der höchsten Güter. Aber Facebook ist kein Medium, sondern ein Dreckschleuder Verstärker.
    • MartinZH 12.01.2020 17:06
      Highlight Highlight Gleichsetzung von 20min und SRF Tagesschau... 😂

      In Staatskunde gefehlt, das Prinzip "Demokratie" (und Leistung dafür von Seiten der Medien) nicht begriffen und dafür plädieren, dass FB weiter "frei" sein soll.

      Manchmal kann man sich schon fragen, wie es um die "Medien-Kompetenz" von so manchen Zeitgenossen bestellt ist..! 😔
    • troop5444 12.01.2020 18:47
      Highlight Highlight @Martin
      Wenn du einen Tagesschaubeitrag lesen würdest, wäre da nicht mehr am Knochen als bei 20min. Die Tagesschau behandelt die Tagesthemen ja auch nur in 20min. Fernsehen taugt schlecht zur Meinungsbildung.

      Und dein Verständnis von Demokratie ist wohl, das staatliche Meinungspolizisten definieren, was gut ist, um den unmündigen Bürger vor dummen Meinungen zu schützen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tobias W. 12.01.2020 09:07
    Highlight Highlight Mich zu beeinflussen dürfte schwierig sein. Aber selbst wenn - es ist mir ziemlich egal, solange wir unsere Freiheit und die guten Strukturen verteidigen, und jede/r Chancen auf ein gutes Leben hat.

    Dazu brauchen wir ein starkes Europa. Dies bedingt meines Erachtens auch starke USA, und ein gutes Verhältnis zu denen. Ein besseres Verhältnis zu Russland würde auch nicht schaden. Und zu anderen, wer immer will.

    Hauptsache kein China hier, und kein Islam! (Ist nicht im geringsten gegen „unsere“ hier lebenden Muslime gemeint! Die sind nämlich auch grösstenteils deshalb hier, wegen der Freiheit.)
  • Zeit_Genosse 12.01.2020 09:03
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt, dass meine Daten - was auch immer es heisst „meine Daten“ - Akteuren die Geld, Zeit und Technologie dafür einsetzen, in zahlreicher Form zugänglich sind. Dementsprechend bin ich manipulativ beeinflussbar durch mir gezielt zugestellte Daten und Informationen. Ich nutze Facebook nicht, doch Twitter und Instagramm. Also bleibt mir nur meine Intelligenz, die versucht, Informationen evidenzbasiert auszuwerten. Dass mache ich speziell bei politischen und wissenschaftlichen Informationen. Es ist aufwendig. Mache mir aber keine Illusionen darüber, dass das reicht und SIE mich haben
  • LaPalomaOhe 12.01.2020 09:00
    Highlight Highlight Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah...
    Die übelste Propaganda kommt aus der Quatschkiste in eurem eigenen Wohnzimmer.
    • Herr Noergler 12.01.2020 09:44
      Highlight Highlight Langsam sollte man die NoBillag-Klatsche verarbeitet haben.
  • Phrosch 12.01.2020 08:42
    Highlight Highlight Spannend, danke.
    1981 lasen wir in der Schule Orwells „1984“ und fanden es beklemmend, aber nicht unrealistisch. Kürzlich sah ich das Buch in der Buchhandlung neu aufgelegt und prominent ausgestellt. Heute ist das Szenario viel realistischer, und wir tragen selbst einen viel grösseren Beitrag mit all den Informationen, die wir selbst freiwillig preisgeben. 🤔
    • MeinAluhutBrennt 12.01.2020 09:06
      Highlight Highlight und das schönste am ganzen: die herde macht das noch freiwillig mit.
    • Butschina 12.01.2020 09:16
      Highlight Highlight Ich lese es gerade. Es lohnt sich.
    • MartinZH 12.01.2020 10:30
      Highlight Highlight Ich denke, der Vergleich mit "1984" mag für Länder wie China, Nordkorea, etc. zutreffen: Ein repressives Überwachungs-System.

      In der westlichen Welt, in freien Gesellschaften mit Demokratie, etc. erscheint mir das Szenario von "Schöne neue Welt" (Aldous Huxley) viel passender, da ja zum Beispiel die "Preisgabe der persönlichen Lebenswelt" (eigener Wille, Daten, Privatheit, etc.) "freiwillig" passiert. Auch ist es nicht "der Staat", der als Akteur figuriert, sondern private Unternehmen.

      Für die Analyse – sowie für das Finden einer Analogie – ist dieser Unterschied von zentraler Bedeutung. 😉
  • MartinZH 12.01.2020 07:48
    Highlight Highlight Ich finde es interessant, wenn Brittany Kaiser, eine ehemalige US-amerikanische Direktorin für Geschäftsentwicklung bei Cambridge Analytica, meint, dass die Schweiz solch' strikte Datenschutzgesetze hat, dass eine Menge Strategien unmöglich gewesen wären.

    Ich frage mich aber, wie ist das konkret im Jahr 2020? Klar, das Datenschutzgesetz ist noch immer dasselbe. Aber lässt sich dieses in der Praxis auch wirklich durchsetzen?

    Zwar gibt es auf Stufe Bund (EDÖB) und in den Kantonen allerorts Datenschutzbeauftragte. Aber haben diese überhaupt die Mittel, um "Datenkraken" im Zaum zu halten? 🤔
    • Tabula23 12.01.2020 09:32
      Highlight Highlight Glaube nicht alles was in den Medien steht oder eine Brittany Kaiser sagt - hinterfrage. Das rate ich auch allen die sich Gedanken machen ob sie heute stark manipuliert werden.

      PS: Das Datenschutzgesetzt der Schweiz ist deutlich schwächer wie das der EU. Aber ich erwarte auch nicht das Frau Kaiser sich damit sehr gut auskennt.
    • Las Palmas 12.01.2020 10:48
      Highlight Highlight Nein die kantonalen Datenschutzbeauftragten haben keine Ahnung. Aktuell laufen grosse Projekte alle Daten in die Microsoft Cloud zu schieben. CloudAct? Noch nie gehört bzw. nicht verstanden.. und Microsoft baut ja eine SwissCloud - dann ist ja alles gut!
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 12.01.2020 07:29
    Highlight Highlight Was nützt das beste Datenschutz, wenn es wirkungslos ist?

    "Die Fluggastdatenspeicherungs-Richtlinie sorgen schon heute für eine flächendeckende Überwachung von Flugreisenden. Airlines, Reisebüros und andere Reiseanbieter müssen vor jedem internationalen Flug „Passenger Name Records“ (PNR) an die Fluggastdatenzentralstelle übermitteln. Dort werden sie gespeichert und analysiert. Zu den routinemäßig ausgewerteten Informationen zählen 60 Einzeldaten, unter anderem Name, Anschrift, Flugverbindung, Sitzplatz, Essenswünsche oder IP-Adressen."

    Das ist kein Zukunftsszenario, sondern Gegenwart.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 12.01.2020 09:29
      Highlight Highlight *das beste Datenschutzgesetz 😉
  • Varanasi 12.01.2020 07:06
    Highlight Highlight Die AfD ist ihnen zu extrem, aber Steve Bannon nicht?
    • Rabbi Jussuf 12.01.2020 12:00
      Highlight Highlight Da hats noch eine andere Ungereimtheit drin: Der Datenschutz in DE ist eigentlich weit besser als in der Schweiz. Sie aber sieht das umgekehrt?
      Ich habe den Verdacht, sie weiss nicht immer genau wovon sie redet.
    • MAOAM 12.01.2020 15:37
      Highlight Highlight Halt typisch Amerikaner. Mehr Output wie Input.
    • Äuwä 13.01.2020 09:09
      Highlight Highlight Sie mussten sich mit Steve Bannon auseinandersetzen, da er Verwaltungsrat war und er in dieser Rolle seine politische Agenda fördern wollte.
  • Nume no eis, bitteee! 12.01.2020 07:06
    Highlight Highlight Sehr interessante Doku, welche etwas aufmerksamer im Umgang mit Daten macht. Sei es die Offenlegung der eigenen oder das Bewusstsein, dass ich datenbasiert angegangen werden. Ich dachte einer Generation anzugehören, welche, weil sie das Vorher noch kannte, quasi unterscheiden kann, sensibel ist und daher grundsätzlich kritisch ist aber es gab den Moment in der Doku, als ich anfing zu zweifeln, warum gerade ich schnallen sollte, was echt mit mir passiert, wenn ich datenbasiert tendenziös auf allen Kanälen mit Informationen zugeballert werde. - Warum sollte gerade ich nicht „drauf reinfallen“?🤔
  • DemonCore 12.01.2020 06:57
    Highlight Highlight Erst die Demokratie sabotieren und sich dann mit Hilfe der Buddies bei Netflix, einem anderen Datensauger, rein waschen lassen. 👍
    • AskLee 12.01.2020 10:21
      Highlight Highlight Hab ich mir auch gedacht beim anschauen der Doku auf Netflix. Wirkt so als man sie in einem guten Licht darstellen will.

      Jetzt auf soziale Themen berufen, aber vorher (bevor Camebridge Analytica aufflog) bei jeder Kampagne mitmachen.

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