DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Halbnackt vorm Reaktor – Influencer machen geschmacklose Instagram-Posts in Tschernobyl

12.06.2019, 12:11

Der Erfolg der HBO-Miniserie «Chernobyl» ist überwältigend. Das macht sich nun sogar in der Gegend um das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine bemerkbar. Eine ukrainische Agentur erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Touren in und um Tschernobyl im Mai um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Mai angestiegen seien.

Und wo der Hype ist, da sind Influencer nicht weit. In letzter Zeit fahren immer mehr Instagram-Stars oder solche, die es vorgeben zu sein, dorthin und posen vor dem Reaktor oder den Ruinen der nahegelegenen Geisterstadt Pripjat. Und das teils in sehr geschmacklosen Posen.

So postet das Instagram-Model Vysokaya Planka etwa in einem Labor-Overall und Unterwäsche:

Die Reaktionen unter dem Post sind teils vernichtend:

«Also, das ist ziemlich respektlos. Du würdest deinen Hintern auch nicht im Konzentrationslager zeigen, oder?»
«Wow, was für eine himmelschreiende Ignoranz.»

Doch Planka ist nicht die Einzige, die mit den Unglücksstätten Aufmerksamkeit erhaschen wollte. Hier sind einige geschmacklose Aufnahmen:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Do you wanna explore Chernobyl?😏 @chernobylwelcome

Ein Beitrag geteilt von Nataly (@natashatereshchenko) am

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

School number 2 in Pripyat 🤗 Ready to study?📝📗

Ein Beitrag geteilt von Nataly (@natashatereshchenko) am

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

#chernobyl

Ein Beitrag geteilt von Jakub (@kenji_vaio_) am

Diese Bilder sind auch schon den Locals in der Ukraine sauer aufgestossen.

«Es ist widerlich und demütigend für diejenigen, die noch immer in Tschernobyl arbeiten oder ihre verlassenen Häuser besuchen», sagt Sergej Ivanchuk, Chef der ukrainischen Touristen-Agentur «Soloeast Travel», gegenüber der «Washington Post». «Das 20. Jahrhundert ist voll von 'dunklen' Ereignissen und Leiden, und genau wie Auschwitz oder Hiroshima ist Tschernobyl eines davon.»

(tl)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Influencer-Fails zeigen, dass auf Insta nicht alles echt ist

1 / 12
Influencer-Fails zeigen, dass auf Insta nicht alles echt ist
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Valentinstag – oder wie man sich ins Jenseits mariniert

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

33 Beweise, dass das Stehen alleine eine unterhaltsame Kunst sein kann

Niemand will Stillstand. Das ist schade. Denn Stillstand kann an und für sich spektakulär, ja, atemberaubend sein. Eine Kunst wohl bemerkt, die nur das geschulte Auge verstehen kann.

Völlig egal, ob in der Wirtschaft, dem Alltag, dem Sportplatz – einfach still stehen ist nicht erstrebenswert. Immer soll es vorwärtsgehen und selbst wenn nicht, so soll man heroisch scheitern und dieses Scheitern dann rückblickend philosophisch einordnen und zur Stärke machen (LinkedIn lässt grüssen).

Dabei hat Stillstand einen ungerechtfertigt schlechten Ruf. Das findet (womöglich) auch der Instagram-Account @peoplestanding, der sich – es war zu vermuten – stehenden Menschen widmet. Und …

Artikel lesen
Link zum Artikel