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President Donald Trump speaks during a coronavirus task force briefing at the White House, Saturday, April 4, 2020, in Washington. (AP Photo/Patrick Semansky)
Donald Trump

Den USA stehen harte Zeiten bevor: Präsident Donald Trump. Bild: AP

«Viele Tote» wegen Corona – Trump schwört USA auf harte Zeiten ein: 6 Antworten



US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen «viele Tote geben, leider», sagte Trump im Weissen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. Der oberste Gesunheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Gespräch mit Fox News hinzu: «Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens.» Nun müssten sich alle Amerikaner einen Monat lang an die Schutzmassnahmen halten und auch in der Öffentlichkeit Masken tragen, forderte er.

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den USA überschritt am Wochenende die Marke von 300 000 - das waren deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt. Der Universität Johns Hopkins zufolge kamen infolge der Lungenerkrankung Covid-19 bis Sonntagmorgen (Ortszeit) bereits mehr als 8500 Menschen ums Leben.

Wie schlimm soll es denn noch werden?

Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies erneut auf eine Modellrechnung, wonach diese bis Mitte April auf rund 2600 Tote pro Tag ansteigen könnten. Vizeadmiral Adams warnte: «Das wird die härteste und traurigste Woche im Leben der meisten Amerikaner.» Dem Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle zufolge würde die Opferzahl von derzeit 8300 bis Ende April noch auf rund 70 000 ansteigen und sich ab Juni in den USA bei etwa 90 000 Toten stabilisieren. Bislang gibt es weltweit - inklusive stark betroffener Länder wie Italien und Spanien - rund 66 000 Tote.

Wieso steigt die Opferzahl weiter an?

Schwerkranke Patienten sterben typischerweise zwei bis drei Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die jüngsten Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmassnahmen griffen. In besonders betroffenen Bundesstaaten wie New York, Michigan und Louisiana sei in der nächsten Woche mit deutlich mehr Toten zu rechnen, erklärte Birx am Samstag. Inzwischen haben fast alle Staaten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Entscheidend sei es daher, dass die Zahl der Neuansteckungen bald zurückgehe, sagte Birx. Sobald dies der Fall sei, gebe es Licht am Ende des Tunnels.

Wie ist die Lage im Hotspot New York?

Der Ostküstenstaat New York und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Dort gab es bislang rund 113 000 bekannte Infektionen und rund 3600 Tote. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, es werde händeringend daran gearbeitet, sich auf den bevorstehenden Höhepunkt der Epidemie vorzubereiten. «Je mehr Zeit wir haben, die Kapazität des Systems zu verbessern, desto besser», sagte er vor Journalisten. Er hoffe, dass New York die Epidemie dank der ergriffenen Schutzmassnahmen bald überstehen könne. «Ich will, dass das alles vorbei ist», sagte er.

Das US-Militär hat in New York bereits Feldlazarette für rund 2500 Patienten errichtet und ein Krankenhaus-Schiff mit rund 1000 Betten in Einsatz genommen. Am Sonntag sagte Verteidigungsminister Mark Esper im Gespräch mit CNN, die Streitkräfte würden zudem rund 1100 weitere Ärzte, Krankenschwestern und weiteres medizinisches Personal als Verstärkung nach New York schicken.

Was bedeutet das alles für die Wirtschaft?

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Epidemie hat drastische wirtschaftliche Folgen. Allein in der zweiten Märzhälfte haben in den USA rund 10 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt, die Konjunktur ist im freien Fall. Trump macht daher Druck, die Schutzmassnahmen so bald wie möglich wieder zu lockern. «Wir müssen das Land wieder geöffnet kriegen», sagte er.

Werden Masken im Kampf gegen das Virus helfen?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht dazu geraten, Masken zu tragen. Seit dem Wochenende heisst es nun aber, in der Öffentlichkeit sollten Stoffmasken getragen werden, die Mund und Nase abdeckten. Dies gelte vor allem in Supermärkten oder in Apotheken, wo es schwierig sei, stets genügend Distanz zu anderen Menschen zu halten. Die Empfehlung gilt demnach besonders für Gebiete, in denen es bereits viele Infektionen gibt. Die Schutzwirkung der nun empfohlenen improvisierten Stoffmasken ist indes umstritten. Im Internet und den US-Medien gab es umgehend viele Anleitungen zum Basteln von Masken.

epa08326199 Commuters wearing masks ride in a subway in Tokyo, Japan, 27 March 2020. Tokyo Governor Koike asked for people to stay home on the 28-29 March weekend amid a sharp increase in the number of coronavirus Covid-19 infections in Tokyo. So far, some 300 people have been tested positive to the coronavirus Covid-19 in the Japanese capital.  EPA/FRANCK ROBICHON

Bild: EPA

Wird Trump demnächst mit Maske auftreten?

Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte. Präsident Trump betonte daher, die Empfehlung beziehe sich auf Stoffmasken, die man etwa selbst zu Hause herstellen könne. Er selbst hat bereits klargestellt, dass er sich nicht an die Empfehlung seiner Regierung halten will. «Das ist freiwillig», sagte er am Freitagabend (Ortszeit). «Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun.» (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Steven Zuber 06.04.2020 15:40
    Highlight Highlight Trump hat anfangs die Pandemie verleugnet oder zumindest verharmlost. Wichtig ist für die Mächtigen ist die Stützung der Wirtschaft und den Vermögenserhalt der Reichen. Die Arbeitnehmer und die Gesundheit der Bevölkerung stehen an zweiter Stelle. Dies sieht man an der Manipulation der Börsen und der Kommunikationspolitik des Präsidenten.
    https://www.gmx.ch/magazine/politik/wahlen/us-wahl/gerrymandering-legale-manipulation-us-wahlsystems-34529688
    und
    https://www.anwalt-zuerich.attorney/arbeitsrecht/
    Play Icon
  • Bougainvillea 06.04.2020 14:16
    Highlight Highlight Schlimme Zahlen, ja. Nicht nur in den Staaten sondern auf der ganzen Welt.

    Doch dieser Präsident kann die Worte "Stay at Home" immer noch nicht über die Lippen bringen. Stattdessen will er Sonnenscheinpräsident sein und die US-Bürger mit seiner Lieblingspille Hydroxychloroquin heilen.

    Ein Medikament für Malaria und Lupus, das noch nicht ausreichend getestet ist, schädigende Nebenwirkungen hat und noch nicht bekannt ist ob es wirklich auch wirkt.

    Aber Trump sagt: Er würde es nehmen!
  • Adumdum 06.04.2020 05:36
    Highlight Highlight Das Problem von Masken für ungeübte Menschen: man fasst sich damit noch öfter ins Gesicht, um die Masken zurecht zu rücken, oder um sich drunter zu kratzen.

    Damit macht man dann, was viel gefährlicher ist als keine Masken zu tragen: die Übertragung von Gegenständen, auf die Hand, in die Atemwege zu ermöglichen.

    Eine ganz ganz dumme wie gefährliche Empfehlung, aber leider kein Wunder, D. Trump.
  • imposselbee 05.04.2020 23:52
    Highlight Highlight Harte Zeiten? Harte Jahre, wenn sich in den Entwicklungsländer die Leichen stapeln und sich die Pest ausbreitet.
  • Lunaral 05.04.2020 23:34
    Highlight Highlight Info von Präsident Trump an die Bevölkerung, wie man mit Empfehlungen umgehen soll.

    "Er (Trump) selbst hat bereits klargestellt, dass er sich nicht an die Empfehlung seiner Regierung halten will." 🤦‍♀️

    Wenigstend gibt Trump für einmal öffentlich dazu, dass er als Vorbild absolut nicht taugt.
    Oder vielleicht muss man bloss die Fragestellung ändern?
    Nach dem Motto: was würde Trump tun? Und dann das Gegenteil machen. Sollte so in ca. 80-90% der Fälle ganz gut funktionieren.
  • imposselbee 05.04.2020 22:02
    Highlight Highlight Trump und sein Stab wiederholt sich jeden Tag. Die haben auch kein Plan, wie wir.
    • imposselbee 06.04.2020 15:36
      Highlight Highlight Ich sehe keinen Plan darin, in Panik alles benötigte Material auf dem Markt aufzukaufen und die Länder mit weniger finanziellen Mitteln der Pandemie auszuliefern. Man hat z.B. noch keinen Plan entwickelt, wie die vielen Leichen entsorgt werden können. Für die Pest brauchen wir keine Beatmungsgeräte. Jeder glaubt noch, dass diese Pandemie dezentralisiert gelöst werden kann, dabei geht vergessen, dass das Vertrauen in unser Gesundheitssystem verloren geht. Wir sind im Krieg um Ressourcen und merken es nicht mal und die kritischste ist das Pflegepersonal, welches pro Standort ausgebrannt wird.
  • Alteresel 05.04.2020 21:44
    Highlight Highlight Er wird sich bald mit oder ohne Maske um Kopf und Kragen reden müssen.
  • PERSILflage 05.04.2020 21:42
    Highlight Highlight Seit gefühlt Jahren, der erste objektive und rein sachlich gehaltene Beitrag über eine Situation in USA.
    Vielen Dank an den/die Autorin.
    Einfach nur Fakten, interessant und flüssig zu lesen anstatt in jedem zweiten Satz Trump persönlich anzugehen.
    Glaub es weiss der hinterletzte dass der Donald bitz e "gschmuslige" ist.

  • Fischra 05.04.2020 21:36
    Highlight Highlight Tragisch. Und die Zahlen sind auch noch falsch. Die Pandemie wird Amerika lähmen und Blondi fliegt hoffentlich aus dem weissen Haus. Die todeszahlen verdoppeln sich alle 4 Tage. Wir können selber rechnen was noch passiert. Eine Tragödie
    • Adumdum 06.04.2020 05:38
      Highlight Highlight Yup, 200'000 Tote wenn es "gut" läuft, 1- 2 Mio wenn nicht - zum Glück sind die einzelnen Staaten etwas schlauer als ihr Präsident...
  • imposselbee 05.04.2020 21:18
    Highlight Highlight Die USA ist komplett am ‚Toilettenpapier‚ sie kaufen und beschlagnahmen Güter für das med. Personal, verstehen aber noch nicht, dass der Engpass das Personal ist. Personal beliebig und schnell zu verschieben ist der Schlüssel und nicht Tonnen an Material.
    • Kastigator 06.04.2020 06:51
      Highlight Highlight Alles Personal nützt nichts, wenn es sich nicht schützen kann. Und genau das ist der Fall zurzeit.
  • Lokutus 05.04.2020 21:16
    Highlight Highlight Es könnte aber auch sein, dass sie sterben, weil sie das grossartige Genie und seine Lügen nicht mehr ertragen.
  • Sman Stith 05.04.2020 21:15
    Highlight Highlight Heute 8300, rund 70 000 (eine Zunahme von über 60 000 in 3.5 Wochen), im Juni etwa 90 000 Tote...

    Somit im Mai "nur" 20 000 Tote?

    Wie rechnen die das? Wieso sinkt die Zahl im Mai so schnell?
    • Ich hol jetzt das Schwein 06.04.2020 01:08
      Highlight Highlight 1. Weil Trump es so will.
      2. Thoughts and Prayers.
  • BigDaddy 05.04.2020 21:13
    Highlight Highlight "Die jüngsten Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmassnahmen griffen."
    Kann man nicht sagen, dass Trump einfach nicht reagiert hat, obwohl alles offensichtlich war? Er lässt das Volk krepieren, um seine Wirtschaft zu schützen. Nicht die Wirtschaft des Landes... Seine. Ich bin so froh, dass ich hier lebe und nicht in diesem mittlerweile 3. Welt Land.
    • südfüessler 06.04.2020 13:05
      Highlight Highlight Seh ich auch so das ihm die leute wurst sind.auch das mit dem geld wird ihn nicht sehr erfreuen aber verkraftbar.doch das er zuhause bleiben muss und nicht golf spielen kann geht ihm ungeheuer auf den sack.da verrostet noch sein 9er eisen!

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