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FILE - In this Feb. 19, 2019 file photo, President Donald Trump speaks during a signing ceremony for

Donald Trump: Ein neues Buch gibt Einblick, wie der Präsident mit seinem Team umspringt. Bild: AP

«Ihr seid ein Haufen Trottel und Babys!» Als Trump vor US-Generälen ausrastete



Donald Trump bezeichnet sich gerne als «sehr stabiles Genie». Genau diesen Titel trägt nun ein Buch, das am 21. Januar in die Läden kommen wird: «A Very Stable Genius: Donald J. Trump's Testing of America». Geschrieben wurde es von den Pulitzer-Preis-Trägern Carol Leonnig und Philip Rucker von der «Washington Post».

In ebendieser Zeitung haben die beiden Autoren Auszüge aus ihrem Buch veröffentlicht. Detailliert beschreiben sie ein Treffen, welches sich im Juli 2017 im Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums, im Pentagon, ereignet hat.

An einem brütend heissen Sommertag traf Trump mit seinem Autokorso demnach im Herzen der US-Armee ein. Eingeladen hatten der damalige Verteidigungsminister (James Mattis), der damalige Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates (Gary Cohn) und der damalige Aussenminister (Rex Tillerson). Ebenfalls im Raum: Der Vorsitzende der vereinten US-Generäle, Joseph F. Dunford.

Alarmiert durch Trumps Wissenslücken wollten sie dem Präsidenten eine Nachhilfe in US-Aussenpolitik geben. Sie hatten Angst, dass die USA ihren Status als Supermacht verlieren würden.

«Wir sollten sie für unsere Soldaten bezahlen lassen.»

Donald Trump

Minutiös hatten sie ihre Präsentationen vorbereitet, im Wissen um die kurze Aufmerksamkeitsspanne des Präsidenten. Trump, offensichtlich verärgert, weil er sich wie in einer Schulstunde fühlte, unterbrach die Referierenden aber immer wieder. Der Oberbefehlshaber beschwerte sich etwa darüber, weshalb Länder wie Südkorea nicht für die stationierten US-Soldaten bezahlen würden. «Wir sollten sie für unsere Soldaten bezahlen lassen. Wir sollten mit allem Geld verdienen», schimpfte er.

Als die Mattis und Co. auf die Nato zu sprechen kamen, wurde Trump zornig. Die USA verliere Millionen von Dollar, weil die Partner sich nicht wie abgemacht an den Kosten beteiligen würden. «Wir haben Schulden, die ihr nicht eingetrieben habt», warf er den Anwesenden vor. «Ihr würdet wahrscheinlich total bankrott gehen, wenn ihr euer eigenes Geschäft führen müsstet.»

FILE - In this Thursday, May 11, 2017, file photo, U.S. Secretary of Defense James Mattis listens during a National Security session at the 2017 Somalia Conference in London. Mattis suggests the Trump administration's defense policy toward Asia will look a lot like that of its predecessors. He outlined policy goals in remarks to reporters traveling with him from Hawaii to Singapore on Friday. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth, File)

Fand bei Trump kein Gehör: General James Mattis. Bild: AP/AP

Mattis versuchte in der Folge, Trump zu erklären, dass die Nato nicht nur dazu diene, Europa zu schützen, sondern auch die USA. Cohn erklärte dem Präsidenten, dass er auch den Wert der Handelsverträge einkalkulieren müsse.

Doch Trump war da bereits in Aufruhr und kam auf den Iran-Deal zu sprechen. «Es ist das schlimmste Abkommen der Geschichte», sagte er. Tillerson wollte dem widersprechen, wurde aber vom Präsidenten abgeklemmt. «Ich will es gar nicht hören. Ich will austreten.»

«Ihr seid alles Verlierer. Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt.»

Donald Trump

Auch zu Afghanistan war Trumps Meinung vorgefasst. Die USA führe dort einen «Verlierer-Krieg», meint er und griff dann die Generäle direkt an. «Ihr seid alles Verlierer. Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt.» Trump dachte laut darüber nach, General John Nicholson zu feuern, der damals für Afghanistan zuständig war. «Ich glaube nicht, dass er weiss, wie man gewinnt», sagte Trump.

Der anwesende Dunford eilte zu Nicholsons Verteidigung und versuchte Trump zu erklären, dass der Befehl anders laute. Man versuche nicht zu gewinnen, sondern die Militärpräsenz zu verringern.

Trump entgegnete: «Ich will gewinnen. Wir gewinnen keine Kriege mehr. Wir geben sieben Billionen aus. Alle anderen bekommen das Öl und wir gewinnen nicht mehr.»

Der Präsident war zu diesem Zeitpunkt definitiv in Rage und wurde persönlich. «Ich würde nicht mit euch in den Krieg ziehen», meinte er zu den Anwesenden. «Ihr seid ein Haufen Trottel und Babies», beschimpfte der Oberbefehlshaber, der selber nie für die Armee gedient hatte, die wichtigsten Leute des US-Militärs.

Tillerson war der einzige, der dem Präsidenten dann noch widersprechen wollte. Er sagte, dass die Soldaten sich nicht in Uniform werfen würden, um ein Vermögen zu verdienen, sondern um die Freiheit zu verteidigen. «Herr Präsident, Sie liegen da total falsch», sagte der damalige Aussenminister.

Die Sitzung war damit mehr oder weniger gelaufen. Trump nannte Tillerson einen «verdammten Narren». Auf Englisch: «He’s a f---ing moron».

FILE - In this Aug. 11, 2017, file photo, Secretary of State Rex Tillerson, left, speaks following a meeting with President Donald Trump at Trump National Golf Club in Bedminster, N.J. The strained relationship between President Donald Trump and Secretary of State Rex Tillerson came under renewed focus Sunday, Oct. 15, during an interview with Jake Tapper on CNN, as Tillerson insisted that Trump has not undermined him even as he again refused to deny calling the president “a moron.”(AP Photo/Pablo Martinez Monsivais, File)

Hatten am Ende ein zerrüttetes Verhältnis: Rex Tillerson und Donald Trump. Bild: AP/AP

Heute gehören Tillerson, Cohn und Mattis nicht mehr zum Team des Präsidenten. Sie alle wurden in den Monaten nach der Sitzung im Pentagon entlassen oder gingen von selbst.

Trump selber setzt seine Vision fürs US-Militär derweil immer mehr um, so wie es ihm vorschwebt. Erst kürzlich prahlte er im Interview mit Fox News, dass Saudi-Arabien für die Stationierung von US-Soldaten eine Milliarde Dollar bezahlt habe. (cma)

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quelle: epa/epa / tannen maury
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Möge die Macht in den Impeachment-Dokumenten sein

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