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Der Gouverneur von Wisconsin freut sich nicht über den Besuch von Präsident Trump. Bild: watson/keystone

Trump will nach Protesten nach Kenosha reisen – der Gouverneur ist wenig begeistert



Nachdem US-Präsident Donald Trump Gewalt am Rande von Protesten zum Wahlkampfthema gemacht hat, versuchen die Demokraten um Joe Biden, die Initiative zurückzugewinnen. Biden forderte Trump auf, Gewalt aus jeglicher politischer Richtung zu verurteilen. «Wir dürfen nicht zu einem Land werden, das im Krieg mit sich selbst ist», erklärte Biden am Sonntag. Trump warnt bisher meist vor «extremen Linken», die in von Demokraten regierten Städten freie Hand hätten.

Der vom Präsidenten zuletzt besonders häufig attackierte Bürgermeister von Portland, Ted Wheeler, ging zum Gegenangriff über. «Sie sind es, der Hass und Spaltung geschaffen hat», sagte er bei einer Pressekonferenz an Trumps Adresse. «Was Amerika braucht, ist, dass Sie gestoppt werden.» Trump antwortete binnen weniger Minuten und nannte Wheeler in einer Serie von Tweets unter anderem «verrückt» und einen «Dummkopf». «Stärke ist der einzige Weg, die Gewalt in den von Demokraten geführten Städten mit hoher Kriminalität zu stoppen.»

In Portland gibt es seit Monaten jeden Tag Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Am Samstag fuhr ein Autokorso von Trump-Anhängern durch die Stadt, es kam zu Auseinandersetzungen. In der Nacht zum Sonntag wurde dann ein Mann in der Innenstadt erschossen. Polizeichef Chuck Lovell warnte vor voreiligen Schlüssen über die Hintergründe der Tat. Zuvor hatte es in Medienberichten geheissen, der erschossene Mann habe eine Baseball-Kappe der rechten Gruppe «Patriot Prayer» getragen.

Neben Portland wurde in den vergangenen Tagen auch die Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin zum Zentrum von Protesten, nachdem dort ein Polizist einem Schwarzen siebenmal in den Rücken schoss. Trump kündigte am Wochenende an, er werde am Dienstag nach Kenosha reisen. Doch es gibt Widerstand dagegen. Wisconsins Gouverneur Tony Evers rief Trump auf, den Besuch abzusagen. «Ich bin besorgt, dass ihre Anwesenheit unsere Heilung nur behindern wird», schrieb Evers in einem Brief. Er befürchte auch, dass für einen Besuch Trumps Ressourcen umgeleitet werden müssten, die gebraucht würden, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen.

Wisconsin Governor Tony Evers speaks during a news conference Thursday, Aug. 27, 2020, in Kenosha, Wis. The city has suffered from unrest in the wake of the police shooting of Jacob Blake. Lt. Gov. Mandela Barnes is at rear. (AP Photo/Morry Gash)

Tony Evers. Bild: keystone

In Kenosha brachen nach dem Polizeieinsatz gegen den 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake Proteste aus, bei denen es zwei Nächte in Folge auch Gewalt mit brennenden Gebäuden und Autos gab. In der dritten Nacht erschoss ein 17-Jähriger, der als bewaffneter Zivilist die Strassen patrouillieren wollte, zwei Menschen und verletzte einen weiteren. Die Schüsse wurden von Augenzeugen auf Video festgehalten. Der 17-Jährige wurde wegen zweifachen Mordes angeklagt, sein Anwalt spricht von Selbstverteidigung.

Trump hatte in den vergangenen Tagen vor allem betont, dass in der Stadt schnell wieder Ordnung wiederhergestellt werden müsse. Zu seinen Reisepläne teilte das Weisse Haus mit, er wolle sich mit Sicherheitsbehörden treffen und sich ein Bild von den Schäden nach den gewalttätigen Protesten machen. Ein Anwalt des schwer verletzten Blake sagte im Sender CBS, dessen Familie habe bisher kein Gesprächsangebot Trumps bekommen.

Biden erklärte: «Schüsse in den Strassen einer grossen amerikanischen Stadt sind inakzeptabel. Ich verurteile diese Gewalt unmissverständlich.» Er lehne jegliche Art von Gewalt ab, egal, ob sie von Links oder von Rechts komme – «und ich fordere Donald Trump auf, dasselbe zu tun.» Zuvor hatte Biden Trump bereits vorgeworfen, Spannungen im Land anzuheizen, um mit der Botschaft von «Recht und Ordnung» die Wähler zu mobilisieren. Am Montagnachmittag (Ortszeit) will Biden bei einem Auftritt in Pittsburgh die Frage aufwerfen, ob sich Amerikaner in Trumps Amerika sicher fühlen. Trump und die Republikaner behaupten seit Tagen, in Bidens Amerika werde niemand sicher sein. Pittsburgh liegt in Pennsylvania, einem der Bundesstaaten, die den Wahlausgang am 3. November entscheiden können. (cki/sda/dpa)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andre Buchheim 31.08.2020 14:52
    Highlight Highlight Die Ähnlichkeit der Diktatoren kann man gut beobachten, wenn man Trumps und Lukaschenkos verhalten vergleicht. Null Selbstkritik, Schuld sind andere, harte Gewalt soll "die Ordnung" sichern. Ich reg mich schon wieder auf...🤬
  • rodolofo 31.08.2020 10:27
    Highlight Highlight
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  • Lafayet johnson 31.08.2020 08:48
    Highlight Highlight Der alte spaltpilz, mit einer grossen kanne Öl ist er wieder unterwegs und tut das was er am besten kann.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 31.08.2020 12:34
      Highlight Highlight Da kann er eben sein "very fine people" begrüßen.
      Würde er in die Katastrophengebiete reisen, würde das bedeuten dass er anständig arbeiten müsste.
  • zombie woof 31.08.2020 08:31
    Highlight Highlight Chaos stiften und die Gegenseite verantwortlich machen, fuer den Mafiosi Trump wird die Rechnung aufgehen.
  • Keller Baron 31.08.2020 08:19
    Highlight Highlight Ja weil er ganz genau weiss das dieser Orange Pinsel die ganze Sache noch schlimmer machen wird!

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