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Serbien und Kosovo wollen sich mit dem Zug und einer Autobahn verbinden



Die ehemaligen Kriegsgegner Serbien und Kosovo wollen näher zusammenrücken. Vertreter beider Balkanstaaten unterzeichneten am Freitag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung, wonach Zug- und Autobahnverbindung zwischen beiden Ländern geschaffen werden sollen.

Dies solle vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern. Details wurden zunächst nicht genannt.

Pristina

Ohne Zugverbindung nach Serbien: Pristina. Bild: shutterstock.com

Eisenbahnverbindungen zwischen Serbien und seiner damaligen Südprovinz Kosovo hatten vor 1990 bestanden, als Serbien Teil des sozialistischen Jugoslawiens war. Eine Autobahn von Serbien ins Kosovo müsste neu gebaut werden. Am geeignetsten erscheint der Ausbau der etwa 120 Kilometer langen Strasse, die vom südserbischen Niš in die Kosovo-Hauptstadt Pristina führt.

Bei der Zeremonie in München waren sowohl die Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Aleksandar Vucic und Hashim Thaci, als auch der amerikanische Top-Diplomat in Deutschland, Richard Grenell, anwesend, der auch der US-Gesandte für die serbisch-kosovarischen Verhandlungen ist.

Auf wirtschaftliche Aspekte konzentrieren

Grenell betonte, man habe die Gespräche zwischen Belgrad und Pristina vorantreiben wollen, indem man sich nicht auf die politischen Aspekte des Konflikts konzentriere, sondern auf die wirtschaftliche Entwicklung. Es gehe darum, eine Wirtschaftszone zu schaffen, von der beide Seiten profitierten. Das Abkommen sei auch eine Nachricht an Unternehmen in den USA und Europa, dass sie in die Region kommen sollten.

Im Januar hatten beide Staaten bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, der zufolge nach mehr als 20 Jahren die Wiederaufnahme einer Flugverbindung zwischen beiden Hauptstädten vorbereitet wird. Serbien macht allerdings die Umsetzung dieser Vereinbarungen davon abhängig, dass Pristina die Ende 2018 verfügten hohen Strafzölle gegen Waren aus Serbien aufhebt.

Einseitige Trennung

Bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte das Kosovo den Status einer autonomen Provinz Serbiens. Die Aufhebung der Autonomie durch Serbien führte Ende der 90er Jahre zum Kosovo-Krieg, in den im März 1999 die Nato mit Bombardierungen gegen Serbien eingriff.

Belgrad zog schliesslich seine Verwaltung und Sicherheitskräfte aus dem Kosovo ab, 2008 erklärte sich das heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Land für unabhängig. Serbien hat sich mit dem Verlust seiner einstigen Südprovinz aber bis heute nicht abgefunden. (sda/dpa)

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