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Der «Charlie Hebdo»-Prozess beginnt



Vor gut fünfeinhalb Jahren erschütterte der islamistische Terroranschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» ganz Frankreich und löste weltweite Schockwellen aus. Heute Mittwoch beginnt um 10 Uhr in Paris der Strafprozess gegen mutmassliche Helfer.

Vor einem Schwurgericht wird eine mehrtägige Anschlagsserie aufgerollt, bei der im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Die drei Täter wurden von Sicherheitskräften erschossen.

epa08109530 (FILE) - People hold placards reading 'Je suis Charlie' (I am Charlie) during a silent gathering after the attack by masked gunmen on the satirical magazine 'Charlie Hebdo' headquarters in Paris earlier the same day, in Nice, southern France, late 07 January 2015 (reissued 07 January 2020). 07 January 2020 sees the fifth anniversary of a row of terrorist attacks in Paris, with the storming of armed Islamist extremists of the satirical newspaper Charlie Hebdo on 07 January 2015 starting three days of terror in the French capital. A total of 17 people lost their lives in attacks that began with the gunmen invading the French satirical magazine Charlie Hebdo and continued with the shooting of a policewoman and the siege of a Jewish supermarket. The slogan 'Je suis Charlie' (I am Charlie) that was seen on spontaneous demonstrations all over the world became the universal synonym for the solidarity with France, the tribute to the victims and the support to fight for the freedom of expression and against terror.  EPA/SEBASTIEN NOGIER *** Local Caption *** 55733457

«Je suis Charlie»: Eine Welle der Solidarität ging nach dem Anschlag durch Europa. Bild: EPA

Die Anschläge erregten damals enormes Aufsehen. Eine Welle der Solidarität unter dem Schlagwort «Je suis Charlie» («Ich bin Charlie») prägte die Zeit danach.

Angeklagt sind 14 Menschen, vor allem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie halfen bei der Vorbereitung der Angriffe, besorgten beispielsweise Waffen oder stellten eine Unterkunft zur Verfügung, wie der Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard dem Radionachrichtensender Franceinfo sagte. Nach drei der Angeklagten wird immer noch gefahndet – ob sie noch leben, ist unklar.

Verschärfte Sicherheitsmassnahmen

Es ist der erste grosse Prozess um die verheerenden islamistischen Terroranschläge, die Frankreich 2015 und 2016 tief erschütterten. «Das wird schwierig, das wird mühsam», kündigte Chefermittler Ricard an. Innenminister Gérald Darmanin nannte das Gerichtsverfahren, das bis Mitte November dauern soll, historisch. Der Prozess soll wegen seiner Bedeutung gefilmt werden.

Bei islamistisch motivierten Terrorakten kamen im Land bisher mehr als 250 Menschen ums Leben. Zu den Anschlägen auf die Konzerthalle «Bataclan» und Restaurants im Pariser Osten vom Herbst 2015 – dabei starben 130 Menschen – wird es einen weiteren Prozess geben.

Der Prozess um «Charlie Hebdo» sollte bereits am im Mai beginnen, wurde dann aber wegen der Corona-Epidemie verschoben. Im Gerichtsgebäude wurden laut Medien die Sicherheitsmassnahmen verschärft. Es gibt rund 200 Nebenkläger, über 140 Zeugen sollen aufgerufen werden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

«Charlie Hebdo» will Karikaturen erneut veröffentlichen.

«Charlie Hebdo» kündigte an, bereits früher veröffentlichte Mohammed-Karikaturen auf das Titelblatt der neuen Ausgabe zu heben. Diese wird am Mittwoch zum Prozessauftakt an den Kiosk kommen. Mohammed-Karikaturen galten als Hintergrund der Attacke auf die Redaktion. Bei dem Anschlag waren zwölf Menschen gestorben, unter ihnen bekannte Zeichner wie Stéphane Charbonnier (Charb) oder Jean Cabut (Cabu). Die Täter, die Brüder Chérif und Said Kouachi, wurden nach Tagen auf der Flucht erschossen.

epa08109527 (L-R) A file picture combo shows French caricaturist Bernard Verlhac aka Tignous, Publishing director of the the French satirical newspaper 'Charlie Hebdo', Charb, French cartoonist Georges Wolinski and French caricaturist Cabu (reissued 07 January 2020). 07 January 2020 sees the fifth anniversary of a row of terrorist attacks in Paris, with the storming of armed Islamist extremists of the satirical newspaper Charlie Hebdo on 07 January 2015 starting three days of terror in the French capital. A total of 17 people lost their lives in attacks that began with the gunmen invading the French satirical magazine Charlie Hebdo and continued with the shooting of a policewoman and the siege of a Jewish supermarket. The slogan 'Je suis Charlie' (I am Charlie) that was seen on spontaneous demonstrations all over the world became the universal synonym for the solidarity with France, the tribute to the victims and the support to fight for the freedom of expression and against terror.  EPA/TIM SOMERSET/YOAN VALAT/GUILLAUM FRANCE & BELGIUM OUT *** Local Caption *** 51725891

Vier der Opfer des Anschlags: Tignous, Charb, Georges Wolinski und Cabu. Bild: EPA

Der Islamist Amedy Coulibaly erschoss am Tag nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» eine Polizistin im Süden von Paris und tötete am Tag darauf vier Geiseln in einem koscheren Supermarkt im Osten der Hauptstadt, bevor er selbst bei der Erstürmung des Gebäudes erschossen wurde.

Nach den Attacken gingen Millionen Menschen überall in Frankreich auf die Strassen. In Paris gab es einem Marsch mit Staats- und Regierungschefs, angeführt von damaligen Staatspräsidenten François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel. (sda/dpa)

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Terror-Anschläge: Mit diesen Covers reagierte Charlie Hebdo

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