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Alexander Lukaschenko, Pr

Bild: sda

Lukaschenko macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht – Hunderte Gläubige stecken fest

Mitten in der Krise hat Staatschef Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen.



Mitten im Machtkampf in Belarus (Weissrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen. Das sagte er am Donnerstagabend der Staatsagentur Belta zufolge in Minsk. Zudem sei der Grenzschutz in Richtung Ukraine verstärkt worden. «Wir sind gezwungen, Truppen von den Strassen abzuziehen», meinte der 66-Jährige.

An der südlichen Staatsgrenze hängen derzeit Hunderte ultraorthodoxe jüdische Pilger fest, die wegen eines in Kiew verhängten Einreisestopps nicht in die Ukraine einreisen dürfen. Sie wollten am jüdischen Neujahrsfest zum Grab des Rabbi Nachman pilgern.

epaselect epa08672971 Hasidim pilgrims wait because they get no permissions to cross the border from Ukrainian officials, in a neutral zone between Noviye Yarylovichi and Novaya Guta checkpoints on the Ukrainian - Belarusian border, Belarus, 16 September 2020. Hundreds of Hasidic pilgrims are stuck at the border as they are trying to cross in from Belarus to Ukraine on the different directions since 14 September evening despite the entry ban to foreigners the Ukrainian government has imposed earlier due to the coronavirus COVID-19 pandemic. Every year, thousands of Orthodox Bratslav Hasidic Jews from different countries are heading to Uman to mark Rosh Hashanah, Jewish New Year, near the tomb of Rabbi Nachman, a great-grandson of the founder of Hasidism.  EPA/STR

Chassidische Juden warten an der ukrainisch-weissrussischen Grenze auf Einlass. Bild: keystone

«Stoppt eure Politiker»

Zu den Menschen in den drei Nachbarländern sagte der belarussische Präsident bei einem Frauenforum: «Stoppt Eure verstandslosen Politiker, lasst sie keinen Krieg entfesseln.» In Litauen und der Ukraine werden derzeit Militärmanöver mit Nato-Truppen abgehalten. Parallel dazu trainiert die belarussische Armee mit russischen Streitkräften im Westen von Belarus an der EU-Grenze.

Dieses Manöver wird Lukaschenko zufolge nun verlängert. Angesichts der aktuellen Situation werde es eine zweite Phase geben, sagte er. Ursprünglich sollte die Übung Freitag nächster Woche beendet sein.

Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten. Lukaschenko liess sich 80.1 Prozent der Stimmen zusprechen und will nun eine sechste Amtszeit antreten. Die Sicherheitskräfte gehen hart gegen Demonstranten vor. Lukaschenko meinte vor den Frauen in Minsk: «Wissen Sie, ich bin kein Angreifer, ich bin ein sehr friedlicher Mensch. Ich bin im Dorf aufgewachsen, wo jeder den anderen verteidigte.» (sda/dpa)

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