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President Donald Trump, left, poses for a photo with Chinese President Xi Jinping during a meeting on the sidelines of the G-20 summit in Osaka, Japan, Saturday, June 29, 2019. (AP Photo/Susan Walsh)
Donald Trump,Xi Jinping

Bild: AP

Propaganda-Schlacht zwischen USA und China geht weiter – Journalisten ausgewiesen

Derzeit findet ein Schlagabtausch zwischen China und den USA statt. Jüngste Episode: China weist Journalisten aus.



Inmitten verschärfter Spannungen zwischen China und den USA wegen der Coronavirus-Pandemie weist Peking eine Reihe von US-Journalisten aus. Dies erklärte das chinesische Aussenministerium am Dienstag.

Demnach müssen Journalisten der renommierten Zeitungen «New York Time», «Washington Post» und «Wall Street Journal» ihre Presseausweise abgeben. Derweil heizte US-Präsident Donald Trump die Spannungen weiter an, indem er das Coronavirus als «chinesisches Virus» bezeichnete.

Der Tweet des Anstosses:

Das chinesische Aussenministerium begründete die Arbeitsverbote für die US-Journalisten damit, dass die USA die Zahl chinesischer Staatsbürger eingeschränkt hatte, die für Staatsmedien in den Vereinigten Staaten arbeiten dürfen. Dieser Anfang März erfolgte Schritt sei skandalös und erfordere Gegenmassnahmen. Das Aussenministerium in Peking sprach von einer Unterdrückung chinesischer Medien in den USA.

Keine Arbeitsgenehmigungen

Im Gegenzug müssen nun Journalisten von «New York Time», «Washington Post» und «Wall Street Journal», deren Presseausweise in diesem Jahr ablaufen, diese in den kommenden Tagen zurückgeben. Die US-Journalisten dürften nicht mehr in der Volksrepublik sowie in den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau arbeiten, erklärte das Aussenministerium in Peking weiter.

Ausserdem müssen die drei Zeitungen sowie weitere US-Medien schriftliche Angaben zu ihren Mitarbeitern, ihren Finanzen, ihrer Arbeit und zu möglichen Immobilien machen, über die sie in China verfügen. Diese Regeln wurden kürzlich auch in den USA für chinesische Staatsmedien verhängt.

US-Aussenminister Mike Pompeo kritisierte die chinesischen Massnahmen umgehend. Chinesische Staatsmedien könnten nicht mit unabhängigen US-Medien verglichen werden. Die Entscheidung der chinesischen Regierung schränke die Pressefreiheit ein. Diese sei gerade in diesen «unglaublich herausfordernden Zeiten weltweit» wichtig, wo «mehr Informationen und mehr Transparenz Leben retten werden» - ein Verweis auf die Coronavirus-Pandemie.

Zorn Pekings

Die Arbeitsverbote wurden just zu einem Zeitpunkt verhängt, in denen die Spannungen zwischen Peking und Washington wegen des Coronavirus wachsen. Mit seiner Bezeichnung des Erregers als «chinesisches Virus» zog sich Trump den Zorn der chinesischen Regierung zu. Die Verknüpfung des Virus mit China sei empörend und eine «Art Stigmatisierung», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking.

Trump beharrte später aber auf dieser Bezeichnung für das Virus, das erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan aufgetaucht war. «Es kam aus China. Deswegen halte ich den Begriff für sehr exakt», sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Eine Stigmatisierung Chinas bedeute das nicht. Vielmehr habe Peking die USA mit der falschen Behauptung stigmatisiert, das Virus sei von der US-Armee nach China gebracht worden.

Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums hatte kürzlich die Verschwörungstheorie verbreitet, das Virus könnte vom «US-Militär nach Wuhan gebracht» worden sein. «China hat Informationen verbreitet, die falsch waren», sagte Trump dazu. «Ich habe es nicht geschätzt, dass China sagte, dass unsere Streitkräfte es (das Virus) ihnen gegeben hat.»

China hatte bereits im Februar drei Journalisten des «Wall Street Journal» ausgewiesen. Grund war ein Gastkommentar mit dem Titel «China ist der wahre kranke Mann Asiens», in dem die erste Reaktion der chinesischen Behörden auf den Ausbruch des neuartigen Coronavirus kritisiert worden war. (sda/afp)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Butzdi 18.03.2020 09:29
    Highlight Highlight Trump und Konsorten bezeichnen die genau gleichen Journalisten als ‘enemy of the people’ - wenn nun aber Peking diese ausweist, ist China der Böse. Nicht sehr konsistent und absolut scheinheilig und verlogen.
  • moedesty 18.03.2020 09:17
    Highlight Highlight Ich dachte dass Kindergarten geschlossen wurden?
  • Stef96 18.03.2020 08:49
    Highlight Highlight "Chinesische Staatsmedien könnten nicht mit unabhängigen US-Medien verglichen werden".. Unabhängig? Diese Aussage ist doch als Scherz zu verstehen oder?
  • benn 18.03.2020 08:19
    Highlight Highlight Einer dümmer als der andere, da haben sich zwei gefunden!
  • rodolofo 18.03.2020 07:42
    Highlight Highlight Die Herkunft des Virus erklärt für den Rechtsnationalisten Trump wieder mal alles...
    Und gleichzeitig hat er auch gleich noch einen Sündenbock gefunden, auf den sein Wutbürger-Mob einprügeln kann.
    Aber was macht er, wenn er herausfindet, dass Steinfrüchte, wie Pflaumen und Zwetschgen, AUCH aus China stammen?
    Dann müsste er sich plötzlich darüber bewusst werden, dass auch GUTES aus China (und Mexiko) kommt!
    Nun, Trump's Vorfahren sind aus Europa nach Amerika eingewandert. Das bestätigt allerdings mehr die rechtsnationale Verschwörungstheorie, dass alles SCHLECHTE aus dem Ausland komme...
  • Tobias W. 18.03.2020 07:34
    Highlight Highlight Gehts euch auch so, dass ihr sowohl die USA als auch China blöd findet? Also mir geht es so... Beide Länder zeigen, wie wir NIEMALS sein dürfen.

    Wir sind zwar Schweizer, und unabhängig. Aber wir haben europäische Werte. Wenn wir unsere Werte schützen wollen, müssen wir uns für ein starkes Europa einsetzen.

    Nur meine Meinung. Aber ich teile gerne mit anderen ;-)
  • Dory..hä? 18.03.2020 07:32
    Highlight Highlight 🤦🏽‍♂️Wie alt sit dir eigentlech dir zwe?! 🤦🏽‍♂️
  • AdvocatusDiaboli 18.03.2020 03:28
    Highlight Highlight Trump kann sich das ruhig ersparen, alle wissen bereits wo das Virus herkam. Dass China nun versucht die Schuld anderswo hin zu schieben ist jedoch auch nur primitiv.

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Nicht etwa die Trump-Regierung habe versagt. Es sei der Elite-Sumpf in Washington, der die Amerikaner im Stich gelassen, ja gar den Chinesen ausgeliefert habe, so Thiessen, und gibt dann noch einen drauf:

Zumindest …

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