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Meghan, Duchess of Sussex, arrives for her baby shower at the Mark Hotel on Tuesday, Feb. 19, 2019, in New York. (AP Photo/Kevin Hagen).

Ständig umgeben von Kameras: Meghan Markle vergangenes Jahr in New York. Bild: AP/FR170574 AP

Rechtsstreit mit Boulevardblatt: Schiesst Meghan ein Eigentor?

Christoph Meyer / dpa



Unehrlichkeit, böse Absicht, unredliches Vorgehen: Herzogin Meghan (38) hat bei ihrer Klage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung «Mail on Sunday» schwere Vorwürfe erhoben. Doch geht es nach dem Anwalt des Zeitungsverlags Associated Newspapers, soll ein Teil der Anschuldigungen gar nicht erst zur Hauptverhandlung zugelassen werden.

Bei einer Voranhörung am Freitag in London versuchte er die Vorwürfe als unzulässig zu entkräften. Sie seien beispielsweise zu allgemein, nur schwer nachzuweisen oder nicht ordnungsgemäss vorgebracht worden, legte er dar. Mit einer Entscheidung darüber wurde am Freitag noch nicht gerechnet.

Anlass für die Klage war die Teilveröffentlichung eines handgeschriebenen Briefs, den Meghan an ihren Vater, Thomas Markle, geschickt hatte. Mit ihm liegt sie seit ihrer Hochzeit mit Prinz Harry (35) vor zwei Jahren im Clinch. Der 75-Jährige hatte den Brief an die «Mail on Sunday» weitergegeben. Meghan sieht sich durch die Veröffentlichung in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt.

Ausserdem findet sie, dass sie durch die Auswahl der Textpassagen absichtlich in einem schlechten Licht dargestellt wurde. Sie wirft den Journalisten auch vor, den Streit mit ihrem Vater erst angefacht zu haben, um darüber berichten zu können. Thomas Markle sei belästigt, ausgenutzt, manipuliert und erniedrigt worden, heisst es in einer Stellungnahme von Meghans Anwalt.

Zeugen wurden bei der Online-Anhörung keine gehört, doch Meghan und Harry hatten sich als Zuhörer zugeschaltet, wie ein Sprecher bestätigte. Das Paar hat sich vor kurzem aus dem engeren Kreis der Königsfamilie verabschiedet und lebt laut Berichten inzwischen in der US-Metropole Los Angeles.

Keine Antworten mehr an Boulevardpresse

Sie hoffen, sich so künftig besser vor Berichterstattung über ihr Privatleben schützen zu können. Doch ob sie dieses Ziel mit dem Prozess erreichen werden, ist fraglich. Schon jetzt sind viele private Informationen – beispielsweise Textnachrichten – durch Gerichtsdokumente an die Öffentlichkeit gelangt. Meghans Vater hat angekündigt, wenn nötig zugunsten der Zeitung auszusagen.

Erst Anfang der Woche hatten Harry und Meghan angekündigt, keinerlei Anfragen von britischen Boulevardzeitungen mehr zu beantworten. Ein entsprechendes Schreiben ging an die Chefredakteure der «Sun», der «Daily Mail», des «Mirror» und des «Express». Anfragen von Journalisten dieser Zeitungen werden demnach künftig von dem Paar und dessen Presse-Team ignoriert, heisst es in dem Brief, den die BBC auf ihrer Webseite in voller Länge wiedergab.

epa08348531 (FILE) - Britain's Prince Harry (L), The Duke of Sussex and his wife Meghan, Duchess of Sussex, holding their son Archie during a visit to the Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation in Cape Town, South Africa, 25 September 2019 (reissued 07 April 2020). Media reports on 06 April said that Prince Harry and his wife Meghan have plans for an non-profit initiative that reportedly will be named 'Archewell' and has been a project promised by the couple for quite a time already. The name of the organization reportedly comes from the same word - Arche - which inspired them to name their son Archie. They were not expected to announce or launch the non-profit organization during the current coronavirus crisis, but responded to the newspaper's request to comment on it.  EPA/TOBY MELVILLE / POOL

Harry, Meghan und ihr Sohn Archie in Cape Town im September 2019. Bild: EPA

Den Schritt begründeten die beiden mit «verzerrter, falscher und grundlos in die Privatsphäre eindringender» Berichterstattung. Es gehe ausdrücklich nicht darum, Debatten zu unterdrücken oder akkurate Berichte zu zensieren, so das Schreiben. Anfragen anderer Medien würden weiterhin beantwortet, besonders wenn es sich um kleine und neu gegründete Organisationen handle.

Harrys Angst vor der Wiederholung

Wie sehr ihm die Berichterstattung der Boulevardpresse zusetzt, hatte Harry im vergangenen Herbst in einem öffentlichen Brief offenbart, als er die Klage gegen Associated Newspapers ankündigte. Darin warf er den Medien vor, seine Frau während und kurz nach ihrer Schwangerschaft mit dem gemeinsamen Sohn Archie (11 Monate) dämonisiert zu haben.

«Ich war zu lang stummer Zeuge ihres Leidens. Die Hände in den Schoss zu legen und nichts zu tun, würde allem widersprechen, woran wir glauben», schrieb der Prinz und fügte eine düstere Befürchtung hinzu: «Es ist meine grösste Angst, dass sich die Geschichte wiederholt.» Er habe seine Mutter verloren und sehe nun, wie seine Frau zum Opfer «derselben mächtigen Kräfte» werde.

Harrys Mutter, Prinzessin Diana, starb 1997 bei einem Autounfall in Paris, als sie mit ihrem Lebensgefährten Dodi Al Fayed auf der Flucht vor Paparazzi war.

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Simply «Jöh!»: Händchenhalten mit Meghan und Harry

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roman Meier 26.04.2020 09:50
    Highlight Highlight Die Klage gegen ein englisches Blatt, das einen privaten Brief veröffentlicht hat ist mehr als gerechtfertigt!! Der Verstoss liegt auf die überaus «aufdringliche» Veröffentlichung des Briefes. Das Urheberrechte und das Datenschutzgesetz ist klar verletzt.
    Private Informationen dürfen wurden missbraucht! Das Urheberrechtsgesetz (URG) schützt Werke: Das sind geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die individuellen Charakter haben. Der Urheberrechtsschutz entsteht automatisch.
    https://www.ige.ch/de.html
    und
    https://www.schweizer-marke.attorney
    https://www.anwalt-schweiz.attorney
    Play Icon
  • Name_nicht_relevant 25.04.2020 09:48
    Highlight Highlight Es ist traurig zu lesen das der eigene Vater ihr in den Rücken fällt, wiederum zeigt es wie die Famillienverhältnisse sind. Megan hat Probleme in der Familie und kaum hat Sie Harry geheiratet bekam er Probleme mit der Familie, es ist als außenstehende klar zu sehen das Sie Harrys Trauma mit den Medien ausnutzt und ihren Willen zu erhalten. Megan soll aufhören sich mit Diana zu vergleichen, denn Sie wird niemals eine Prizessin werden und da Sie nun keine Royals mehr sind wird dank ihr auch Harry niemals ein Prinz. Sie sorgt nur für Ärger und hoffe bald wird dies Harry ebenfalls klar.
    • Dani B. 25.04.2020 19:32
      Highlight Highlight Habe ein neues Corona-Hobby. Ich versuche zu erraten, ob Kommentare von Frauen oder Männern kommen. --- Gefehlt hat noch: "Man sollte ihr das Kind wegnehmen,,,"
    • DesasterDog 25.04.2020 20:36
      Highlight Highlight @dani B. Ich finde man sollte ihr das Kind wegnehmen, den Mann ins gefängnis packen und sie als Queen von Amerika krönen.
  • -thomi- 25.04.2020 07:48
    Highlight Highlight Leider verschwindet der Boulevard halt nicht, nur weil man Privatier-Herzogin wird. Aber ganz ehrlich: Wenn man einen Prinzen heiratet, sollte man sich nicht wundern, wenn die Privatsphäre an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Das einzige, was helfen kann ist, dass die beiden ihr jetziges Leben so langweilig wie irgend möglich darstellen. Dann dauert es nich lange, und die Stories ebben ab. Schwierig mit solchen Aktionen. Am Besten, Papa kurz anrufen, ernstes Gespräch führen und das Ganze still klären.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 25.04.2020 11:12
      Highlight Highlight Wenn du einen Papa hast der vermutlich seine Telefonate aufzeichnet und verkauft wie seine Briefe, dann solltest du nur über einen Anwalt mit ihm sprechen .
    • -thomi- 25.04.2020 12:15
      Highlight Highlight Dann zeichnet er halt den Anwalt auf. Und sein Anwalt sorgt dann dafür, dass das rechtlich auch irgendwie zulässig ist. Aber vielleicht könnte man sich ja auch irgendwie mal irgendwo treffen. Weiss doch auch nicht. Sie hat halt nicht nur den Harry geheiratet, sondern alles, was da so dazugehört. Tough luck. Und mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen.
  • MartinZH 24.04.2020 23:55
    Highlight Highlight Wenn ich diese "Meghan und Harry"-Headlines lese, frage ich mich immer: Wen interessiert das eigentlich? 🤔
    • Coffeetime ☕ 25.04.2020 00:40
      Highlight Highlight Leider gibt es genügend Leute ohne Lebensinhalt die halt ihr Leben mit Promis füllen. Aber die englische Boulevardpresse ist auch sehr schlimm... 🤷🏻‍♀️
    • Nachteule 25.04.2020 07:44
      Highlight Highlight Es ist eine Form von moderner Heldenverehrung. Dasselbe wie mit den überbezahlten Sportlern oder Schauspielern. Auch wenn Adlige heute eigentlich nichts mehr leisten. Sehr viele Menschen brauchen Idole.
    • BVB 25.04.2020 10:19
      Highlight Highlight @Imnon
      Beim Sport ist es nicht nur Heldenverehrung. Als Fussballfan vermisse ich derzeit vorallem die Emotionen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Adumdum 24.04.2020 23:29
    Highlight Highlight Krass was diesen Boulevardblättern alles durchgehen gelassen wird - wieviel krasse Gerüchte da ständig über alle möglichen Leute verbreitet werden, ohne jegliche Grundlage.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 24.04.2020 21:57
    Highlight Highlight Ich meine, die beiden machen das genau richtig.

    Das ist die ständige Drohung des Boulevard: Wer nicht mitmacht, über den wird auch dann berichtet, ohne den eigenen Standpunkt vorbringen zu können.

    Viel Glück den beiden.
    • Lilasommer 24.04.2020 22:30
      Highlight Highlight Und trotzdem ziehen sie nach L.A., in die Hochburg der Paparazzi?!

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