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Frankreich öffnet künstliche Befruchtung für Singles und Lesben



Zwei Frauen demonstrieren und lachen waehrend der Lesbendemo fuer den

Bild: KEYSTONE

In Frankreich soll die künstliche Befruchtung künftig auch allein lebenden Frauen und Lesben offenstehen: Die Pariser Nationalversammlung stimmte am Freitag mit grosser Mehrheit für eine Gesetzesvorlage der Regierung, nach der alle Frauen eine In-Vitro-Befruchtung in Anspruch nehmen können.

Damit dürfte die Nachfrage nach anonymen Samenspenden deutlich zunehmen. Die Nationalversammlung billigte die Vorlage in erster Lesung mit 55 gegen 17 Stimmen bei drei Enthaltungen. Die Vorlage bedarf noch der Zustimmung des Senats.

In der dreitägigen emotionalen Debatte hatten Kritiker im rechten Lager davor gewarnt, dass in Zukunft zahlreiche «Kinder ohne Vater» aufwachsen könnten. Auch die französische Bischofskonferenz ist gegen die Novelle.

Die Neuregelung ist der Kernbestandteil eines Bioethik-Gesetzes, das Gesundheitsministerin Agnès Buzyn als «Chance» für die Gesellschaft verteidigte. Es bilde die moderne Familie ab, in der es Kinder mit nur einem Elternteil oder mit homosexuellen Eltern gebe. Nach ihrer Vorstellung sollen die Kosten für künstliche Befruchtung für alle Frauen von der Sozialversicherung getragen werden.

Keine künstliche Befruchtung «post-mortem»

Mit knapper Mehrheit wies die Nationalversammlung dagegen einen Änderungsantrag zurück, der Witwen für eine künstliche Befruchtung Zugang zum Sperma ihres toten Mannes geben wollte. In Belgien, Spanien und Grossbritannien ist die künstliche Befruchtung «post-mortem» erlaubt.

Die Gegner des Vorstosses in Paris argumentierten, ein so gezeugtes Kind trage dann ein «besonders schweres Schicksal». Zahlreiche Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche (Die Republik in Bewegung, LREM) von Präsident Emmanuel Macron und Abgeordnete der Opposition hatten sich dagegen für die künstliche Befruchtung mit dem Sperma des verstorbenen Partners ausgesprochen. Sie betonten, einer Witwe werde eine «doppelte Trauer» auferlegt, wenn durch den Tod ihres Mannes auch noch ihr Kinderwunsch unerfüllt bliebe.

Die Initiatoren des nun gescheiterten Änderungsantrags halten es für ungerecht, dass sich eine Witwe künftig zwar mit dem Sperma eines Unbekannten befruchten lassen kann, aber nicht mit dem ihres eigenen Partners. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • devotedtodreams 28.09.2019 18:40
    Highlight Highlight Was?! Besonders bei Single-Frauen bzw. wenn kein Doppeleinkommen vorhanden ist, müsste bewiesen werden, dass sie die Kosten für das Kind und der Erziehung tragen kann - oder muss dann die Sozialhilfe jeder zahlungsunfähigen Frau unter die Arme greifen, die sich ohne Gedanken ums Geld ein Kind wünscht? 🤨
    ...Wobei der Beweis finanzieller Tragbarkeit auch bei Doppeleinkommen keine schlechte Idee ist... 🤔
  • ThePower 28.09.2019 17:48
    Highlight Highlight Kinder, die mit einem toten Vater auf die Welt kommen? Irgendwie finde ich das gruselig😬
  • Wasmeinschdenndu? 28.09.2019 15:56
    Highlight Highlight Es soll jeder so leben und lieben wie er/sie will aber diese Entwicklung geht zu weit. Wieso will man ein Kind wenn man lesbisch oder schwul ist? Macht doch absolut keinen Sinn!?! Das hat auch absolut nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern ist ein unnatürlicher Prozess...
    • frereau 29.09.2019 13:03
      Highlight Highlight @Weil wir alle Menschen sind und dieselben Gefühle teilen. Der Instinkt und das Bedürfnis Kinder gross zu zeihen beschränkt sich nicht bloss auf das biologische Geschlecht und die betroffenen heterosexuellen Akteure*innen.
      Gleichgeschlechtliche Elternteile oder deren alleinstehende überlegen sich zudem in den allermeisten Fällen sehr genau, was ein Kind in deren Leben bedeutet. Im Gegensatz zu heterosexuellen Paaren... liegt in der Natur der Sache ♥️ 🌈
  • frereau 27.09.2019 21:44
    Highlight Highlight Den Kindern ist es egal ob sie Mamas oder Papas haben.
    Was für Kinder zählt ist Sicherheit, Geborgenheit in vor allem gaaanz viel Liebe. Da ist es wirklich nicht was für ein Geschlecht oder eine sexuelle Orientierung die Eltern haben. ♥️ 🌈
    • echter Züricher 28.09.2019 16:31
      Highlight Highlight Quelle für diese Behauptung?
    • Calvin Whatison 28.09.2019 17:44
      Highlight Highlight Upppps....Tschuldigung für den Blitzer. Sollte ein Herzchen geben. ❤️❤️
    • frereau 29.09.2019 12:54
      Highlight Highlight @ Karl Marx
      Ja klar - also es gibt deren viele, aber diese hier ist eigentlich ganz verständlich geschrieben und braucht keinen erweiterten Horizont um verstanden zu werden.
      https://www.sciencedaily.com/releases/2010/01/100121135904.htm
      Aber mal ganz ehrlich: Selbst wenn hier die wissenschaftliche Evidenz fehlen würde sagt uns zum Glück der gesunde Menschenverstand, dass der Erfolg von Kindererziehung nicht vom biologischen Geschlecht abhängen kann.
  • paper 27.09.2019 18:31
    Highlight Highlight Hier wird "normal" mit "gesund" verwechselt. Es ist dieselbe Gesellschaft, in der es normal ist, nur ein Elternteil zu haben, die auch einen erschreckend hohen Anteil an Entwicklungsstörungen, psychischen Krankheiten bis zu Suizidgedanken bei Kindern aufweist.
  • paper 27.09.2019 18:27
    Highlight Highlight Und Leihmutterschaft wurde auch legalisiert, oder hört da die Gleichberechtigung schon wieder auf?

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