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epa08296717 A woman stands in a shop within the Shenzhen Electronics Market in Shenzhen, Guangdong province, China, 13 March 2020 (issued 16 March 2020). China's value-added industrial output, an important economic indicator, fell 13.5 percent year-on-year in the first two months of 2020 as the coronavirus outbreak hurt activities, according to a report issued by the National Bureau of Statistics on 16 March 2020.  EPA/ALEX PLAVEVSKI

Shenzhen öffnet seine Shops – doch Normalität ist noch nicht eingekehrt. Bild: EPA

Interview

«Die Chinesen sind sich alle bewusst, dass das keine Schlacht ist, sondern ein Krieg»

Die Walliserin Fabienne Theler lebt und arbeitet seit anderthalb Jahren in der chinesischen Grossstadt Shenzhen. Die Stadt war zwei Monate im beinahe-Lockdown, jetzt sucht sie den Weg zurück in den Alltag. Wie geht das? Und was haben die zwei Monate mit den Menschen gemacht? Ein Gespräch.



Fabienne Theler, wann hast du das letzte Mal eine Hand geschüttelt?
Das ist eine sehr gute Frage (überlegt lange). Ah doch! Moment. Ich habe mir gestern die Nägel machen lassen. Diese Person musste natürlich meine Hände halten. Aber davor habe ich rund zwei Monate keine Hand mehr gehalten.

In Shenzhen kehrt das öffentliche Leben langsam zurück. Wie funktioniert sowas? Wie fährt man eine Stadt wieder hoch, die wochenlang in ihren Häusern ausharrte?
Das funktioniert hier gestaffelt. Zunächst haben sie ja alles geschlossen, ausser die Lebensmittelläden. Also alle Restaurants, Bars und sonstigen Läden. Dann machten sie die Restaurants wieder auf, aber man durfte nur vor der Türe draussen auf das Essen warten. In einem weiteren Schritt wurden dann wieder Leute ins Restaurant gelassen, aber es wurde Fieber gemessen und man musste Angaben über seinen Gesundheitszustand machen und die Telefonnummer hinterlassen, damit man sie ausfindig machen könnte. Mittlerweile wird eine beschränkte Anzahl Leute ins Restaurant gelassen.

Fabienne Theler

Fabienne Theler. Bild: Screenshot Skype

Zur Person

Die 34-jährige Fabienne Theler ist leitende Physiotheurapeutin in einer Privatklinik in Shenzhen. Die Walliserin lebt seit 2018 in der chinesischen Metropole im Süden des Landes.

Und gehen die Leute auch wieder ins Restaurant?
Ja, aber es ist kein Vergleich zu früher.

Weshalb?
Die Leute haben immer noch grossen Respekt. Es sind sich hier einfach alle bewusst, dass das keine Schlacht ist, sondern ein Krieg. China hat jetzt vielleicht die erste Schlacht gewonnen. Aber man ist sich bewusst, dass das Virus wieder zurückkommen kann.

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Also keine Riesenparty rund um die Uhr und volle Bars?
Nein, überhaupt nicht. Die Chinesen sind sicher auch etwas zurückhaltender als andere Völker. Und die Angst ist einfach immer noch sehr präsent, das spüre ich momentan täglich.

Wie?
Ein Beispiel: Ich musste heute etwas in einer anderen Wohnung abholen. Eigentlich darf man ja jetzt wieder andere Leute besuchen, das war vorher nicht der Fall. Ich komme da also ans Tor der Siedlung, aber der alte Security hat sofort abgewunken, als er mich gesehen hatte. Er wollte mich nicht reinlassen, weil er dachte, ich sei Amerikanerin. Ich musste schliesslich den Chef rufen. Noch ein Beispiel ...

Ja, bitte.
Wenn ich heute in den Lift gehe, will keine andere Person mitfahren. Das ist aber erst der Fall, seit in Europa und den USA die Zahlen dermassen gestiegen sind. Die Leute haben Angst, dass sie sich anstecken könnten. Und alle, die nicht chinesisch aussehen, sind eine potenzielle Gefahr.

Wie war denn die Zeit während dem fast «Shutdown»?
Das war so krass! Bei uns gab es ja nicht den totalen Shutdown wie in Wuhan. Man durfte eigentlich auch weiter raus, ähnlich wie in der Schweiz. Aber ich habe in den acht Wochen selten ein Kinderlachen gehört. Sehr selten. Und ich wohne in einem grossen Appartementblock mit vielen Familien. Die Stadt war leer. Es hatte keine Leute auf der Strasse, auch Verkehr gab es eigentlich keinen mehr. Ich ging einmal an der Strandpromenade spazieren und habe zum ersten Mal die Wellen an die Boote klatschen hören. Sogar Vögel habe ich pfeifen gehört! Unglaublich. Die meisten Leute haben sich die Esswaren auch nach Hause liefern lassen.

Video: watson/marius egger, nico franzoni

Shenzhen bekämpft mit modernsten Mitteln das Virus. Es gibt sogar eine Anti-Virus-App, bei der man sich registrieren muss.
Genau. Wenn man etwa einkaufen geht, muss man über diese App erst einige Fragen beantworten, ob man Fieber hat oder wie man sich fühlt. Danach kriegt man einen QR-Code, mit dem man sich vor dem Eintritt in den Supermarkt anmelden muss. Dasselbe gilt übrigens auch für den Zug, auch dort kann man sich über einen QR-Code registrieren. Im Zug ist es aber freiwillig – trotzdem machen es alle.

Die Chinesen können so die Corona-Fälle zurückverfolgen, fordern aber auch viele Daten. In unseren Breitengraden würde das zumindest eine grössere Diskussion auslösen. Nicht so in China.
Nein, für die Chinesen ist klar, dass die Datennutzung sinnvoll ist. Man will die Leute ausfindig machen, die potenziell gefährlich sein können. Und die Regierung informiert die Leute auch sehr gezielt. Wenn eine Frau in einem Bus infiziert war, bekommt man sehr genaue Angaben, welche Leute in welchem Umkreis um die Frau ebenfalls infiziert waren. Die Regierung stützt so ihre Datensammlung mit Fakten, das trägt wohl auch dazu bei, dass das Verständnis der Leute für die Datensammlung tolerierter ist. Mir kommt grad noch was in den Sinn, das zeigt, was Datensammlung nützen kann.

Erzähl.
Ich weiss von einem Fall hier, da hat es abends um acht Uhr an der Tür geklopft und vor der Türe standen fünf vollvermummte Leute. Sie gingen in die Wohnung, haben alles desinfiziert und die Bewohner aufgeklärt, dass es in ihrem Umfeld einen positiven Fall gebe und sie jetzt 14 Tage in Quarantäne bleiben müssten.

Für die Experten ist klar, dass es zu einer zweiten Welle kommen wird, wenn die Leute wieder draussen sind. Spürst du diese Angst auch?
Ja. Ich bin ja nicht Risikogruppe, aber ich habe Angst wegen der Wirtschaft. Bis vor kurzem durften Lieferanten ihre Ware oder das Essen nur vor das Gebäude liefern. Gestern war plötzlich wieder einer vor meiner Tür. Das war so komisch! Ich habe die Tasche ganz vorsichtig entgegen genommen und die Türe sofort zugezogen. Das nächste, was ich gemacht habe: Ich habe mir sofort die Hände gewaschen und desinfiziert. Denn es ist klar: Wenn das noch länger geht oder nochmal eine Welle kommt, dann überleben das viele Firmen nicht. Ich weiss auch nicht, ob die Privatklinik, in der ich arbeite, weiter machen könnte.

Sind die wirtschaftlichen Folgen schon jetzt spürbar?
Kollegen von mir haben ihren Job verloren. Andere arbeiten für 300 Franken Mindestlohn, damit ihre Firma überleben kann. In Shenzhen hat es ja viele Start-Ups, die brauchen Investoren. Aber welcher Investor pumpt da jetzt noch Geld rein?

Was hat diese Pandemie mit den Chinesen gemacht? Wie hat sich die Gesellschaft verändert?
Ich weiss nicht, wie lange das hält, aber vor allem die Hygiene-Standards haben sich verbessert. Auf öffentlichen WCs gab es früher keine Seife. Heute desinfizieren sich auch die Securitys die Hände, das sah man früher ebenfalls nicht. Der Hygiene-Standard ist also offensichtlich besser. Aber dass sich viel verändert hat, glaube ich eher nicht.

Ist denn schon wieder so etwas wie ein Alltag spürbar?
Die Strassen sind noch immer nicht so voll. Der Verkehr ist aber wieder zurück, eigentlich wie früher. Und es hat auch wieder Kinder auf den Strassen. Rückblickend wird es einem noch viel bewusster, wie abgekapselt und einsam man war.

Inwiefern bewusster?
Ich war fünf bis sechs Wochen eigentlich völlig alleine, nur mit meinem Hund. Nach draussen hat sich kaum jemand getraut. Als das Restaurant unten in dem Gebäudekomplex, in dem ich wohne, wieder öffnete und ich dort essen ging, war das schon ein emotionaler Moment, endlich wieder jemandem Hallo zu sagen. Und es waren die besten Dumplings, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe.

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Swen Goldpreis 28.03.2020 12:11
    Highlight Highlight Ich habe selber lange in China gelebt und habe bis heute sehr engen Kontakt mit vielen Leuten.

    Dass Chinesen sich noch immer fürchten, das hängt zu einem sehr grossen Teil damit zusammen, dass sie die offiziellen Zahlen nicht glauben. Was wiederum zusammenhängt, dass sie nicht stimmen. Ich kenne Leute, die mir erzählten, dass in ihrem Haus in Wuhan neue Fälle bekannt wurden während tagelange die offizielle Statistik null lokale Infektionen meldete. Solche Gerüchte verbreiten sich in einem Land, dessen Medien wenig Glaubwürdigkeit besitzen, sehr schnell.
  • Sarkasmusdetektor 27.03.2020 12:22
    Highlight Highlight Allein leben hat in solchen Zeiten wohl einige Nachteile. Bei uns sind auch bei noch so viel Shutdown immer noch 6 Leute im Haus, mit denen man reden und Hände schütteln kann. Da ist das alles deutlich einfacher zu ertragen.
  • Vintage 27.03.2020 08:35
    Highlight Highlight Unsere Grosseltern wurden in den Krieg gezwungen, uns zwingt man auf einem Sofa rumzuhocken. Krieg ist das ganz bestimmt nicht.
  • So en Ueli 27.03.2020 07:17
    Highlight Highlight Sorry Leute, habt ihr die Bilder aus Italien und Spanien gesehen? Wenn das nicht Krieg ist, was dort das Gesundheitspersonal erlebt, dann weiss ich auch nicht. Aber wir sind im Kampf gegen das Virus. Es ist Krieg, entweder das Virus oder wir. Dieser Krieg wird jedoch nicht mit den üblichen Waffen geführt.
    • Swen Goldpreis 28.03.2020 12:07
      Highlight Highlight Unsinn! Ein Krieg setzt einen bewussten Gegner voraus, der eine Strategie gegen uns führt. Gegen eine Epidemie einen Krieg zu führen ist etwa ähnlich absurd, wie einen Krieg gegen ein Erdbeben oder einen Vulkanausbruch zu führen.
  • landre 26.03.2020 20:48
    Highlight Highlight Nein, es ist keine Schlacht und ebenso wenig ein Krieg. In China oder sonstwo ist soweit sachlich eine Pandemie. Ein Krieg ist uni- oder multilateral künstlich bedingt, eine Pandemie ist natürlich bestimmt.
    Subzonic…D’Titelgschicht die ändert sich vo Tag zu Tag, sEinzig wo in Erinnerig bliibt, sind Gschichte wo swinzig Miestvieh SARS-CoV-2 schriibt
  • freeLCT 26.03.2020 20:18
    Highlight Highlight Dieses Interview ist äusserst erkenntnisgewinnend.

    Das lasse ich jetzt mal mit grossem Interpretationsspielraum stehen.
  • champedissle 26.03.2020 19:15
    Highlight Highlight "Keine Riesenparties und keine vollen Bars..."? Was soll das, das sind Asiaten, die veranstalten weder Riesenparties noch gehen sie oft in irgendwelche Bars. Da werden wieder völlig unsinnige Vergleiche zwischen Asien und Europa gezogen. Die Asiaten werden auch im Jahr 2 nach Corona noch mit Masken herumrennen, wie sie dies 3 Jahre vor Corona schon getan haben.
    • HugoBalls 26.03.2020 20:51
      Highlight Highlight Auch Chinesen feiern, vor allem die jüngere Generation. Da gibt es sehr wohl Partys.
    • Kruk 26.03.2020 21:00
      Highlight Highlight Auch völlig unsinnig finde ich es aber von Asiaten zu sprechen.
    • luegeLose 26.03.2020 21:17
      Highlight Highlight Asiaten, meinen sie Iraner, Pakistaner oder Inder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 26.03.2020 19:07
    Highlight Highlight Es ist weder eine Schlacht, noch ein Krieg, es ist ein Prozess.
  • glointhegreat 26.03.2020 18:26
    Highlight Highlight Die Fabienne erinnert mich äusserlich ein bisschen an die Sina..... Was für hübsche und coole leute die wallisserinnen doch sind..... Cool sind die wallisser übrigens auch 👍
    Immer wieder faszinierend zu lesen wie es leute aus diesem schönen kanton in die welt hinauszieht. Grosses lob euch wallissern.
  • Barthummel 26.03.2020 18:02
    Highlight Highlight "Nein, Krieg ist anders!"

    Das waren die ruhigen und mit ernstem Blick gesagten Worte einer Kassierin mit Migrationshintergrund, als eine Kundin an der Kasse lächelnd diesen Vergleich brachte.

    Also hört bitte auf mit diesem reisserischen Titeln, auch wenn es im Kontext des Interviews so gesagt wurde.
  • TheDoctor 26.03.2020 17:30
    Highlight Highlight Im Podcast Sicherheitshalber zur Coronapandemie wurde unter anderem kritisch diskutiert, ob Kriegsrethorik angebracht ist. Der Konsens der Politologen und Sicherheitsexperten sehen das sehr problematisch. Ich auch. Es ist kein Krieg, sondern eine Pandemie.
    • Patrik Hodel (1) 26.03.2020 18:32
      Highlight Highlight Und die Pandemie muss bekämpft werden.
      Sorry.
    • TheDoctor 26.03.2020 20:05
      Highlight Highlight @Patrik Genau. Aber dazu braucht es weder Gewehre noch Kriegsrethorik. Man kann einer Pandemie nicht den Krieg erklären. Die Assoziation weckt falsche Erwartungen und führt zu teils nutzlosen bis kontraproduktiven Massnahmen, Militarisierungen, wo keine sein sollten (nein, ich meine nicht die Sanitätstruppen, selbstverständlich nicht! Ist die Armee auch 'mal zu 'was nutz). Lazarettschiffe vor New York - die bieten nicht die benötigten Kapazitäten, sondern werden höchstens Brutstätten des Virus. Ängste, die es nicht braucht (evolutionsbiologisch) und ein verzerrtes Bild der Lage.
    • TheDoctor 26.03.2020 20:08
      Highlight Highlight Angela Merkel bringt es anders als Macron und Trump hin die ausgesprochen ernste Situation klar und deutlich darzustellen ohne falsche Assoziationen zu schaffen. Markus Söder (und dass ich den einmal lobe hätte ich nie gedacht) schafft das noch ein Level höher und Conte mobilisiert die italienische Armee ohne auch nur ein Wort aus der Kriegsrethorikkiste zu verwenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • darkz0ne 26.03.2020 17:17
    Highlight Highlight Danke @watson das ist seit langem ein sehr lesenswerter Artikel! Sehr informativ und auch beruhigend das sich bald alles normalisiert.
    • Antigone 26.03.2020 17:40
      Highlight Highlight Wird wohl doch noch ein Weilchen dauern, bis alles wirklich wieder beim Alten ist...
    • Magnum 26.03.2020 17:53
      Highlight Highlight Dass sich bald alles normalisiert, ist wohl die intendierte Propaganda-Botschaft von Peking.

      Schaut, wie heldenhaft CCP und PLA diesen Volkskrieg gegen das amerikanische/japanische/italienische Virus gewonnen haben!

      Schaut, wie schnell die Normalität wieder einkehrt!

      Schaut, wie China weltweit anderen Ländern beisteht mit Gesichtsmasken und Ärzten.

      Diese Propaganda-Strategie ist angesichts der Herkunft von Sars-nCov-2 nicht nur komplett daneben und geschmacklos. Es ist auch eine Hochrisiko-Wette, die brutal in Hose gehen könnte.

      PS: Beim Alten ist da noch sehr wenig, eingeschränkt viel.
    • darkz0ne 26.03.2020 19:56
      Highlight Highlight wie gesagt die anti datensammler sind dagegen! Daumen runter für den comment.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 26.03.2020 17:04
    Highlight Highlight Danke für das Interview! 😃👍

    Bei allem Respekt, aber ich kann es nicht nachvollziehen, dass etwas gut daran sein soll, wenn einfach auf einmal Männer bei mir auftauchen können, meine Wohnung desinfizierten und mir dann 2 Wochen Quarantäne verordnen würden - und das nur, weil ich zufällig im gleichen Bus gesessen bin wie eine infizierte Person. 😳

    Da ziehe ich unser System der Selbstverantwortung und Disziplin ehrlich gesagt vor.
    • Patrik Hodel (1) 26.03.2020 18:34
      Highlight Highlight Ich hätte nichts dagegen.
      Mein Arbeitgeber wohl schon. 😀
    • Pumba 26.03.2020 18:34
      Highlight Highlight Manchmal zweifle ich daran, ob unser System der Selbstverantwortung funktioniert. Gerade in so Zeiten erstaunt es mich doch sehr wie egoistisch gewisse Personen agieren und denken..
    • Glenn Quagmire 26.03.2020 19:10
      Highlight Highlight Maskierte Männer...
      Play Icon
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 26.03.2020 16:24
    Highlight Highlight Diese martialische Sprache stört mich gewaltig.
    Viren führen ja keine Kriege!
    Nur Menschen sind so blöde, Kriege zu führen und einander gegenseitig abzuschlachten!
    Aber es ist klar, dass sich der Chinesische Militär- und Polizeistaat dadurch zu vertiefen versucht, dass er die Kriegs-Metapher und die Kriegsrhetorik so oft wiederholt, bis auch "die Waliserin in China" die Parteipropaganda nachbetet.
    Im Moment sieht es so aus, als ob die VR China mustergültig reagiert hätte!
    Aber die Möglichkeit einer natürlichen Immunisierung wurde gleichzeitig verpasst, so dass jetzt weitere "Wellen" drohen...
  • sapnu puas 26.03.2020 16:19
    Highlight Highlight mmmmh Jiaozi 🤤
    • sapnu puas 26.03.2020 19:47
      Highlight Highlight cháng bízi Blitzer 😂
  • Perkon20 26.03.2020 16:14
    Highlight Highlight „Die Leute haben Angst, dass sie sich anstecken könnten. Und alle, die nicht chinesisch aussehen, sind eine potenzielle Gefahr.“ Das erinnert mich an die genau umgekehrte Situation in Europa und Amerika vor einem Monat.
    • rodolofo 26.03.2020 18:18
      Highlight Highlight Das "Chinesische Virus", wie es Trump nennt, hat sich jetzt weltweit verbreitet und wird von überall her immer wieder ausbrechen!
      Wenn sich die Chinesen also hinter der Chinesischen Mauer verschanzen wollen, dann wird das auf die Länge nicht funktionieren.
      Vor allem müssten sie mit dieser Abschottung ihr ambitioniertes "Neue Seidenstrasse"-Projekt aufgeben, bevor es richtig angelaufen ist.
      Bis der chinesische Überwachungsstaat auch in Europa und Afrika etabliert wäre, würde es noch sehr, sehr lange dauern.
      Keine einfache Situation für die KP China und ihren "Genossen Oberkommandierenden"...
    • derWolf 26.03.2020 19:39
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