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Oft würden Frauen in Lagern wie Moria missbraucht, weil die Schutzzonen überlastet oder inexistent seien. bild: keystone

Interview

«96 Prozent der Frauen in unseren Zentren auf Lesbos sind Opfer sexueller Gewalt»

Raquel Herzog ist Gründerin einer NGO, die auf Lesbos und in Athen ein Tageszentrum für Frauen auf der Flucht betreibt. Im Interview erklärt sie, wieso Frauen, die im Lager Moria lebten, besonders auf Unterstützung angewiesen sind und wie es um die aktuelle Lage auf Lesbos steht.



Frau Herzog, vor ein paar Wochen erreichten uns Bilder vom brennenden Camp Moria. Wie ist die Situation auf Lesbos jetzt?
Raquel Herzog:
Im neu aufgebauten Lager sind bereits 9000 Menschen untergebracht. Währenddessen ist die schweizerische humanitäre Hilfe vor Ort. Sie sorgt sich um die Trinkwasserversorgung.

Wie sind die Bedingungen in den neuen Lagern?
Es gibt 37 Toiletten. Ich bezweifle, dass es im neuen Lager ein Abfallkonzept gibt. Zudem heisst es, dass man die Menschen nicht von der Insel evakuieren möchte, weil man nicht will, dass Geflüchtete auf anderen Inseln denken, dass mit einem abgebrannten Camp alles besser würde. Immerhin heisst es, dass nun die Asylanträge möglichst schnell bearbeitet werden.

Athens, Greece 2018
Raquel Herzog, founder of the SAO Association, poses inside the Amina safe house in Athens.

Raquel Herzog, Gründerin der SAO Association in Athen. Bild: zvg

Zur Person

Raquel Herzog ist die Gründerin von SAO Association, einer Nichtregierungsorganisation, die sich um Frauen auf der Flucht kümmert. Seit 2017 setzt sie sich dafür ein, dass besonders verletzliche Frauen auf Lesbos und in Athen Zugang zu geschützten Zentren haben.

Stehen Sie in Kontakt mit den Frauen aus Ihrem Zentrum auf Lesbos?
Nach dem Feuer hatte die Polizei alle Leute aus Moria eingekesselt. Für uns war es schwierig, in diesen «Kessel» zu gelangen und dementsprechend konnten wir die Frauen kaum finden. Unsere Einrichtung befindet sich im Zentrum von Mitilini, doch viele Frauen fürchten sich davor, in die Stadt zu kommen, aus Angst vor dem Vorwurf, aus Moria abgehauen zu sein.

Bedeutet das, dass Ihr Team keinen Zutritt zum neuen Lager hat?
Genau. Vor ein paar Tagen liessen sie einzelne Medienschaffende rein. Wir dürfen die Frauen am Eingang des Lagers treffen. Wir wissen, dass die Menschen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden, tagsüber das Lager verlassen dürfen.

«Klar ist, dass an einem sozialen Brennpunkt mehr Übergriffe als an anderen Orten passieren.»

Raquel Herzog

Sie kümmern sich mit Ihrer Organisation um Frauen auf der Flucht. Warum?
Grundsätzlich sind Frauen auf der Flucht entweder vor, während oder nach der Flucht, sexueller Gewalt ausgesetzt. Man könnte also sagen, dass es entweder der Grund zur Flucht ist, oder sie werden auf der Route missbraucht, da sie alleine unterwegs sind. Oft werden sie auch in Lagern wie Moria missbraucht, weil die Schutzzonen teilweise überlastet oder inexistent sind. Frauenspezifische Bedürfnisse werden nicht berücksichtigt. Klar ist, dass an einem sozialen Brennpunkt mehr Übergriffe, als an anderen Orten passieren. Ebenso sind Frauen häufig auch aus wirtschaftlichen Gründen sexueller Gewalt ausgesetzt.

Inwiefern?
In manchen Fällen muss der Schlepper mit dem Körper bezahlt werden. Afrikanische Frauen beispielsweise werden von den griechischen Bewohnern oftmals für Prostituierte gehalten. Andere prostituieren sich aus finanzieller Verzweiflung.

Und wo setzen Sie mit Ihrer Arbeit an?
96 Prozent der Frauen, die in unsere Zentren kommen, sind Opfer sexueller Gewalt. Viele der flüchtenden Frauen werden verfolgt, oder sind Opfer von Trafficking. Gewisse flüchten auch aus patriarchalen Kulturen. In unseren beiden Zentren bieten wir den Frauen verschiedene Aktivitäten an, aber auch eine Möglichkeit, sich in Ruhe zurückziehen und beispielsweise duschen zu können. Die Zentren sind aber vor allem auf Trauma-orientierte psychosoziale Unterstützung spezialisiert.

«Das System sollte niemanden priorisieren, sollte aber gewissen Menschen speziellen Schutz gewähren.»

Welche Massnahmen müssten, nebst Ihren Zentren, getroffen werden, um die Situation der geflüchteten Frauen zu verbessern?
Was wir bisher noch nicht gesehen haben, sind Schutzzonen im neu aufgebauten Lager auf Lesbos. Von diesen fehlenden Schutzzonen im Lager sind Frauen, Inter-, Transpersonen und non-binäre Menschen besonders betroffen. Dazu kommt, dass die Lager nicht auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet sind. Dies beginnt bereits bei Banalitäten: Weil aus den Duschen kaum Wasser fliesst, können Frauen mit vollem Haar nicht einmal ihr Shampoo auswaschen.

Kinder und Familien werden häufig erwähnt, wenn es um die Aufnahme von Geflüchteten geht. Von allein flüchtenden Männern ist jedoch kaum die Rede. Wer muss nun Vorrang haben?
Es gab Regelungen, in denen besonders Kinder, Familien und Frauen priorisiert und Männer in einer absolut desolaten, katastrophalen Situation zurückgelassen wurden. Das System sollte niemanden priorisieren, doch gewissen Gruppen sollte besonderer Schutz zukommen. Grundsätzlich fordern wir aber, dass die Bedingungen aller Menschen auf Lesbos verbessert werden. Und vor allem müssen die Asylanträge schneller bearbeitet werden.

Wie ein Geflüchteter die Situation in Lesbos erlebt

Video: watson/lea bloch

«Das Perverse ist ja, wie prekär die Situation werden muss, dass darüber gesprochen wird.»

Nach dem Ausbruch des Feuers waren die Medien auf einmal wieder voll mit Berichterstattungen über die Situation auf Lesbos – kommt diese Aufmerksamkeit zu spät?
Das Perverse ist ja, wie prekär die Situation werden muss, dass darüber gesprochen wird. Dieses Feuer ist für uns, die bereits seit vier Jahren auf dieser Insel sind, nicht der Grund, wieso man jetzt dorthin schauen sollte. Das hätte schon viel früher geschehen müssen. Es erstaunt mich aber trotzdem, wie wenig die Menschen in der Schweiz darüber erschrecken, dass zwei Flugstunden von uns entfernt, in Europa, die Menschenrechte massiv verletzt werden.

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52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hoci 26.09.2020 18:45
    Highlight Highlight Die Kommentare hier von Mönnern finde ich absolut erschreckend und bezeichnend für unsere Rape Gesellschaft.
  • Demetria 25.09.2020 16:06
    Highlight Highlight Also in meinem Deutschkurs hat nur einmal eine Frau ein Problem gemacht und die war nicht mal ein Flüchtling, sondern hat einen Schweizer geheiratet. Frauen haben auch oft die besseren Gründe für eine Flucht: nicht zuletzt Zwangsheirat. Frauen schickt man auch nicht nach Europa weil nur ein Sohn den Hof übernehmen kann. Sie kommen kaum als Wirtschaftsflüchtlinge und sie nehmen oft die Pille, rechnen beim Aufbruch sogar oft damit, dass man sie unterwegs vergewaltigt. Das heisst nicht, dass es keine bedürftigen Männer gibt. Aber bei Frauen kann man sich recht sicher sein dass sie Grund haben.
  • Hoci 25.09.2020 11:48
    Highlight Highlight Die Kommentare hier von Mönnern finde ich absolut erschreckend und bezeichnend für unsere Rape Gesellschaft.
    96% der Frauen sind Opfer meist mehrfacher Sexueller Gewalt und alles was einfällt ist
    1)es ist Sexismus und keine Gleichberechtigung Frauen priorisiert aufzunehmen und
    2) Die Mönner dort sind Sextäter und sollten nicht aufgenommen werden...

    Kein was macht man um die Opfer zu schützen.
    Leider gibt es auch genug männliche europäische Helfer die die Situation ausnutzen nur so nebenbei.
    Und ja die Mönner kommen aus Kulturen, wo Frauen eher rechtlose Tiere/ Sklaven sind..
    • bromberus 25.09.2020 12:08
      Highlight Highlight "unsere Rape Gesellschaft." ??? Bitte Erläutern Sie...
    • Enemy№1 25.09.2020 12:30
      Highlight Highlight Zu 1: Natürlich ist wäre es das. Aufgrund des Geschlechts würden Männer anderst behandelt.

      Zu 2: Natürlich nicht alle. Aber die kulturellen Konditionierungen können mit unserer frontal zusammenprallen. Das KANN Probleme geben. Und zwar auch hier.

      Opferschutz ist ja klar. Finde die Idee darum nicht mal so dumm. Nur: Politisch korrekt ist sie natürlich nicht.
    • Enemy№1 25.09.2020 12:30
      Highlight Highlight ahja btw: Gerne würde ich auch die Antwort auf bromberus Frage lesen... Bin gespannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Enemy№1 25.09.2020 11:21
    Highlight Highlight Da geht gerade das Tor zur Hölle auf, welches gewisse Kreise auf biegen und brechen probieren verschlossen zu halten.
    Da kommen dann solche geschwurbelten Aussagen raus:
    «Das System sollte niemanden priorisieren, sollte aber gewissen Menschen speziellen Schutz gewähren.» Ääääh, was? Nicht das ich dagegen bin. Die Ideologie der erwähnten Kreise wird halt einfach mal kurzerhand so gedreht, wie es einem gerade passt (Sexismus *hust*). Weil es unschön ist, probiert man es noch rhetorisch irgendwie schlau zu verpacken. Kann man machen. Wirkt halt einfach sofort lächerlich.
  • bromberus 25.09.2020 10:46
    Highlight Highlight Diese Hilfsorganisation führt ja Statistik über die Frauen welche ihr Tageszentrum aufsuchen.
    Von grosser gesellschaftlicher Bedeutung wäre folgende Statistik: wie viele der 96% wurden während dem Lageraufenthalt Opfer von sexueller Gewalt?
    @Watson könntet ihr diese Zahl recherchieren?
  • Kanuli 25.09.2020 09:50
    Highlight Highlight Was ist der Unterschied zwischen Priorisierung und besonderem Schutz?
  • Bruno Wüthrich 25.09.2020 09:04
    Highlight Highlight Die Zustände im hoffnungslos überfüllten Moria, das seine Insassen mit meterhohen Zäunen von der Welt abriegelt, sind schrecklich. Es fehlt an allem. Doch ich frage mich, wie unter diesen Umständen eine Prozentzahl an missbrauchten Frauen ermittelt werden soll, wenn es noch nicht einmal gelingt, absolute Zahlen zu präsentieren.
    Ich zweifle nicht daran, dass es eine hohe Prozentzahl ist. Aber ich hätte wirklich gerne absolute Zahlen, und ich würde gerne wissen, wie viele Frauen vorher im Krieg, und wie viele jetzt auf Moria Opfer sexueller Gewalt wurden. Beides wurde im Artikel vermischt.
  • Roger Küng 24.09.2020 22:28
    Highlight Highlight Wer denkt, dass diese in einem anderen Land welche sie aufnehmen, sich anders verhalten, der träumt. Zuerst wird versucht sich einzuheiraten, um sich freier zu bewegen.
  • felixJongleur 24.09.2020 22:18
    Highlight Highlight Das heisst... das da sehr viele Sexualstraftäter in diesen Lagern wohnen (?).
    • Friction 24.09.2020 22:25
      Highlight Highlight @ felixjongleur: wohl auch mit dem Text jongliert... Versuchen Sie es nochmals, wenn Sie den Text fertig gelesen haben...
    • felixJongleur 25.09.2020 00:16
      Highlight Highlight Das wir uns richtig verstehen, es ist nur beelendend das zu lesen. Es ging mir darum, etwas überspitzt darauf hinzuweisen, das diese Seite ebenso Thema sein sollte.
    • Demetria 25.09.2020 16:26
      Highlight Highlight Ein Täter kann locker ein paar hundert Frauen anfallen, wenn keine Sicherheitsvorkehrungen bestehen. Zwei Prozent der Bevölkerung sind klinische Psychopathen, 6% Narzissten und hier reden wir von Klinisch. Histrioniker, Machiavellisten und Borderliner noch nicht mitgerechnet. Die Anforderungen für klinisch sind enorm hoch. Subklinisch rechnet man 10-20% der Bevölkerung die gefährlich sind und zwar über sämtliche Kulturen hinweg. Merken tut man das aber vorallem in (Bürger-)Kriegssituationen. Ein Gund warum Sozialabbau so wie bei den Amis keine gute Idee ist. PS: Ist das Jin-Roh? Geiler Film.
  • Meinung 24.09.2020 21:58
    Highlight Highlight In jedem Krieg und in vielen Konflikten, werden die Frauen und Mädchen benutzt und Misshandelt.

    Im 3ten Reich in Vietnam in Bosnien in Belarus usw.

    Tragisch das Männer im Krieg und in Krisen, zu Monstern werden können.
    • Kanuli 25.09.2020 09:54
      Highlight Highlight Leider stimmt das so nicht. Es sind noch immer Menschen...und es waren vorher Menschen, und auch nach den Taten sind sie Menschen. Der Mensch hat das Potenzial solche Gräueltaten zu begehen. Menschen mit Träumen, Wünschen, einer Vergangenheit. Indem wir diese Menschen als "Monster" einordnen, versuchen wir uns von der menschlichen Natur zu distanzieren, aber gleichzeitig verlieren wir auch den Bezug zu diesen Menschen, wodurch es schwieriger wird diese zu verstehen, und ihre Taten. Aber genau das braucht es, um diese Taten zu verhindern und künftig Menschen davor zu bewahren.
    • IZO 25.09.2020 12:46
      Highlight Highlight Kanuli wenn ersteinmal eine Gewöhnung am Schmerzen bereiten besteht, haben wir schon verloren. Gebe dir recht das Menschen solche Taten begehen aber das Tier Mensch ist ein Monsterparasiet! Und Menschen ohne Empathie sind die niederste Form unserer Spezies und somit in meinen Augen nicht schützenswert. Und wie willst du den potenzielle Opfer schützen?
  • Queen C 24.09.2020 21:18
    Highlight Highlight Und diese Sexualstraftäter sind dann die, die wir nach dem Willen nicht weniger in diesem Forum subito und ‚unbesehen‘ bei uns aufnehmen sollen.
    • Demetria 25.09.2020 16:54
      Highlight Highlight Ich bin links und explizit für die hart aber fair Methode. Ich bin auch nicht blauäugig. Ich habe Deutsch unterrichtet und sowohl sehr positive als auch sehr negative Erfahrungen gemacht. Ich hatte auch kein Problem Migranten aus dem Kurs zu schmeissen, wenn sie Ärger machen. Ich bin aber auch dafür, dass Leute die Iniatitive zeigen mehr gefördert werden sollen. Ich vertrete, dass wir im Asylbereich beides werden müssen: härter mit den Delinquenten und weicher mit Leuten die unsere Hilfe verdienen. Was genau ist daran falsch? Oder warum soll ich Sexualstraftäter aufnehmen wollen?
  • Seguin91 24.09.2020 20:45
    Highlight Highlight 94% ist eine verdammt krasse Quote und zeigt halt eben leider klar auf, wieso wir aufhören sollten diese Männer - welche aus Gesellschaften stammen in welchen Frauen nichts wert sind - zu importieren. Denn so importieren wir genau diese Probleme, welche in den Statistiken übrigens klar aufgezeigt werden. Wir sollten sofort den in den Lagern alleine lebenden Frauen helfen und Asyl gewähren.
  • Sprachrohr 24.09.2020 19:51
    Highlight Highlight "96 Prozent der Frauen, die in unsere Zentren kommen, sind Opfer sexueller Gewalt"

    Diese Prozentzahl ist nicht sonderlich beeindruckend, wenn die NGO diese Zentren ja vor allem auch zu diesem Zweck betreibt und damit gerade diese Zielgruppe anspricht.

    Opferhilfestellen werden nun einmal typischerweise von Opfern (oder solche, die zumindest behaupten, Opfer zu sein) aufgesucht.

    Jedenfalls lassen sich aus den im Artikel erwähnten "96%" keine Rückschlüsse auf die Quote sexualisierter Gewalt für die Flüchtlinge in Lesbos insgesamt ziehen.

    Womit ich das Problem aber nicht leugne.
    • Weiss 24.09.2020 21:39
      Highlight Highlight Dein Kommentar ist absolut irrelevant.

      Die Quote ist nämlich völlig egal. Tatsache ist, es gibt sexuelle Gewalt. Und die muss mit aller Kraft bekämpft werden.
    • maude 24.09.2020 22:52
      Highlight Highlight das 'aber' ist bits knapp bemessen..m.M
      was bringt es in einem Camp zu behaupten man sei Opfer geworfen wenn dem nicht so ist?(nichts?)
      bits viel Augenschliesserei..aber m.M. Verurteil ich nicht, mach ich glaub auch..das Augen krampfhaft zusammendrücken. Wir sollten sie dennoch glaub mal öffnen..m.M.
    • Sprachrohr 25.09.2020 08:22
      Highlight Highlight @Weiss

      Wenn die zitierte Quote völlig irrelevant ist: Weshalb steht sie dann in der Headline?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 24.09.2020 19:36
    Highlight Highlight Es ist ja gerade das Problem auf Lesbos: Weil die Menschen auf dieser Insel sind, verschwinden sie aus den Berichterstattungen, sofern nicht gerade Feuer ausbrechen, Corona einkehrt oder sonst eine Katastrophe geschieht (wie wenn die Verhältnisse dort nicht schon katastrophal genug wären).

    Ich vermute, dass viel mehr Männer in diesen Lagern sind als Frauen. Falls meine Annahme stimmt (leider müssen wir mit einer Prozentzahl begnügen), ist der Druck auf die Frauen sehr gross und wohl der Hauptgrund dafür, dass der Anteil an Frauen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, so hoch ist.
    • IZO 25.09.2020 12:50
      Highlight Highlight Wow jetzt ist das viel einfacher zu ertragen. Danke für deine Aufklärung

      Ironie off

      Druck auf die Frauen und sowieso schlimm genug. Blöde Frage; sind Männer willenlose Sexmonster?
    • Bruno Wüthrich 25.09.2020 13:11
      Highlight Highlight Ach IZO

      Wenn in Moria gleich viele Frauen wie Männer sind, und jede dieser 96% der Frauen, die angeblich sexuell belästigt wurden, dies nur auf Moria geschehen ist, dann wäre davon auszugehen, dass die meisten dort sich aufhaltenden Männer Sexmonster sind.

      Deshalb wäre es wichtig zu erfahren, wie denn das Verhältnis von Männern und Frauen in diesem Camp tatsächlich ist, und ob all die Frauen, die angeben, sexuell missbrauch worden zu sein, dies tatsächlich auf Moria, oder bereits zuvor im Krieg durchleben mussten.
    • Eyla 25.09.2020 14:39
      Highlight Highlight @Bruno - ich habe schon mehrere Kommentare betr. sexuellen Übergriffen, Vergewaltigungen von dir gelesen und immer wieder äusserst du dich einzig mit anzweifeln der Angaben. Weshalb tust du das? Fakt ist:

      ‚Laut Angaben der UNODC werden jedes Jahr mehr als eine Million Vergewaltigungen verübt. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass viele Vergewaltigungsopfer sich nicht melden und die Straftat nicht registriert ist‘.

      Ob es 96%, 80% oder ? ... ist doch Nebensache, Tatsache ist, dass sexuelle Gewalt an Frauen allgegenwärtig ist und deine daran zweifelnden Kommentare sprechen nicht für dich ...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Serge Künzli 24.09.2020 19:27
    Highlight Highlight Aha sehr interessant. Und diese Männer, die brandstiften und Frauen belästigen müssen wir dann bei uns aufnehmen? Ach ja, – das sind ja Kinder!!!!
  • Grohenloh 24.09.2020 19:16
    Highlight Highlight Es ist ziemlich klar, dass wir möglichst wenige Männer aus patriarchalen Kulturen hereinlassen (nein, das ist nicht akzeptabel weil es halt deren Kultur ist) dürfen und auch möglichst wenige der Männer dieser Lager, wo die Frauen dermassen missbraucht werden.

    Ich bin dafür, vor allem Frauen und Kinder aufzunehmen, die dann hier endlich in Freiheit und ohne Kleiderzwang sich entfalten können.

    Männer aus patriarchalen Kulturen sind das Schlimmste.
  • Anti-Bot 24.09.2020 19:10
    Highlight Highlight Ich finde es schon diskussionswürdig, Frauen (wie bereits Kinder) prioritär aufzunehmen. Sie sind nicht nur besonders verletzlich, sondern führen auch in den Aufnahmestaaten zu deutlich weniger Problemen als allein immigrierende Männer. Ebenfalls ist die allgemeine Integrationsbereitschaft bei Frauen gemäss meiner (subjektiven) Erfahrung deutlich stärker ausgeprägt.
    • chrissy_dieb 24.09.2020 19:22
      Highlight Highlight @multiperspektivisch

      Ein interessanter und kontroverser Gedanke. Zugeben, ich habe auch schon darüber nachgedacht.

      Ich glaube Ihre Argumentation trifft voll ins Schwarze. Aber dennoch: Exponieren wir uns dann nicht Sexisten der übelsten Sorte zu sein?
    • Garp 24.09.2020 19:36
      Highlight Highlight Die besonders Vulneraben zuerst aufzunehmen, ist nicht sexistisch. Sexistisch ist, dass die Frauen soviel Gewalt erleben müssen.
    • Anti-Bot 24.09.2020 19:42
      Highlight Highlight Schon möglich, dass das nach zeitgeistigem Verständnis politisch inkorrekt wäre. Meines Erachtens sollte aber pragmatische Hilfe höher gewichtet werden als ein ideologisches Ziel. Zu der aufgeführten, grundsätzlichen Argumentation kommt noch ein weiterer - nur situativ relevanter - Punkt: Es wäre ein Schlag ins Gesicht dieser Opfer, wenn wir ihre Peiniger ebenfalls aufnehmen. In DE gab es bspw. Fälle, in denen Syrer im Asylzentrum auf die IS-Schlächter trafen, vor denen sie geflüchtet sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pipikaka Man 24.09.2020 19:04
    Highlight Highlight Das wundert mich leider nicht. Diese Flüchtlinge kommen aus Kulturen und Religionen in denen Frauen wenige Rechte haben, und Männer extrem aggressiv und gewaltätig sind.
  • RicoH 24.09.2020 19:03
    Highlight Highlight Die Schicksale der Flüchtlinge hält uns den Spiegel vor und zeigt auf, was in der Welt schief läuft.
    Je besser wir situiert sind, umso weniger kümmern uns diejenigen, die weniger oder nichts haben.
    Eigentlich sollte es umgekehrt sein...
    • larryfisher 24.09.2020 21:11
      Highlight Highlight Definitiv der falsche Ansatz. Wann begreift man endlich das es besser ist vor Ort zu helfen zu investieren.
      Dann heisst es vielleicht schon bald nicht mehr (mir wänd au)
    • Ueli der Knecht 24.09.2020 21:13
      Highlight Highlight "Je besser wir situiert sind, umso weniger kümmern uns diejenigen, die weniger oder nichts haben.
      Eigentlich sollte es umgekehrt sein..."

      Genau so würde es auch in der Bundesverfassung stehen:

      "Die Stärke des Volkes misst sich am Wohle der Schwachen."

      Daran gemessen sind wir ein sehr schwaches Volk, das sich aber ziemlich überschätzt, und glaubt, wir seien was Mehrbesseres.
    • maude 24.09.2020 22:54
      Highlight Highlight mag mir wer die Blitze erklären? also ganz ehrlich, als ehrliche Frage?
    Weitere Antworten anzeigen
  • larryfisher 24.09.2020 19:01
    Highlight Highlight gut leben nur refugees dort. sind sie so immer noch welcome? scheinen sich ja gut ab die gepflogenheiten der westlichen welt anpassen zu wollen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.09.2020 18:56
    Highlight Highlight "Das System sollte niemanden priorisieren, doch gewissen Gruppen sollte besonderer Schutz zukommen."

    Solche argumentative Verrenkungen lass wir mal so stehen.
    De facto wurde, politisch gewollt eine Situatin geschaffen, in welcher triagiert wird/werden muss.

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