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Interview

«Warlords haben die Macht untereinander aufgeteilt» – was im Libanon alles schiefläuft

Die Explosion in Beirut war nur ein weiteres Kapitel in einer langen Reihe von Krisen, die der Libanon in den letzten Jahren erlebte. Die Schweizer Journalistin Marguerite Meyer erzählt im Interview, wie das Land scheiterte.



Sie haben letztes Jahr mehrere Monate in Beirut als Journalistin gearbeitet. Im Vorgespräch haben Sie erzählt, dass Sie die Explosion persönlich getroffen hat. Wie haben Sie die letzten 48 Stunden erlebt?
Marguerite Meyer:
Vorab möchte ich sagen: Ich war seit Dezember nicht mehr vor Ort. Die Lage im Land hat sich seither sehr stark verändert und ich stand immer wieder im Kontakt mit Bekannten im Libanon. Am Dienstagabend schickte mir ein Freund die Zeile «Bomb in Beirut» per Whatsapp – und es wurde mir schnell klar, dass etwas Grösseres passiert ist. Ich habe meinen Freundinnen und Freunden geschrieben und erhielt ein kurzes «OK», dass sie am Leben sind. Seither verfolge ich fast ununterbrochen die Lage. Es geht mir nahe, weil auch das Quartier, in dem ich gewohnt, und das Büro, in dem ich gearbeitet habe, völlig verwüstet wurden.

marguerite meyer
Natascha Unkart

Marguerite Meyer ist eine Schweizer Journalistin und arbeitet derzeit für «Bajour». Vergangenes Jahr schrieb sie für die libanesische Zeitung «The Daily Star». Bild: Natascha Unkart

Libanon bezeichnete man schon vor der Explosion als «Failed State» – als gescheiterten Staat. Wie kam es dazu?
Es hat auch mit dem politischen System zu tun. Seit dem Bürgerkrieg ist das Land aufgeteilt zwischen den politischen Parteien, die wiederum mehrheitlich auf einer Religionszugehörigkeit aufbauen. Die ältere Generation im Land erlebte das als «austariertes System», in dem die verschiedenen Konfessionen an der Macht beteiligt wurden, um einen erneuten Bürgerkrieg zu verhindern. Zumindest war das das Narrativ, das lange einigermassen gegriffen hat. In Wirklichkeit haben sich die ehemaligen Warlords (Anmerkung: militärischen Anführer) die politische und wirtschaftliche Macht untereinander aufgeteilt, das ist ein Klientelismus-System. Das führte zu Korruption und Misswirtschaft von öffentlichen Geldern oder Infrastrukturprojekten.

In diesem Büro arbeitete die Schweizer Journalistin:

Das führte in den letzten Jahren mehrfach zu Krisen.
Genau. Die letzte grosse Krise betraf den Müll. 2015 versank Beirut komplett darin. Das führte damals schon zu grösseren Protesten, es entstanden auch zivilgesellschaftliche Organisationen – das wirkliche Problem wurde aber bis heute nicht gelöst. Das ist nur ein Beispiel. Die marode Infrastruktur und fehlende Verlässlichkeit führte unter anderem dazu, dass sich die Menschen selbst Hilfe suchen und dem Staat mehr und mehr misstrauen. Beim Strom dasselbe: Private Anbieter springen in die Bresche für Leistungen, die eigentlich zur staatlichen Grundversorgung gehören müssten. Haushalte, die sich einen Stromgenerator leisten können, holten sich einen. Es entstand ein Graumarkt – von dem dann zum Teil auch Leute profitieren, von denen nachgesagt wird, dass sie mit Politikern verbandelt sind.

Im Oktober 2019 erlebte das Land eine grosse Revolution. Bilder von hunderttausenden auf den Strassen dominierten auch hierzulande die Schlagzeilen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt in Beirut. Was löste die grossen Proteste aus?
Die Stimmung kippte nicht von einem auf den anderen Tag. Das Fass zum Überlaufen brachten damals aber zwei Momente: Im Libanon brannten tagelang die berühmten Zedern-Wälder – der Baum gilt als Stolz des Landes und ist auf der Fahne abgebildet. Die Feuerwehr konnte aber mit ihren Löschhelikoptern nicht abheben, weil diese nicht gewartet wurden. Die Empörung wurde noch grösser, als die Regierung die Nutzung von Kommunikationsdiensten wie WhatsApp besteuern wollte – gefühlt ein Symbol dafür, dass der Staat die eigenen Leute nur noch schröpft und nichts dafür liefert.

Video: extern / rest/Marguerite Meyer

Und dann kam es zum geforderten Regierungswechsel.
In der Wahrnehmung eines grossen Teils der Bevölkerung nicht wirklich. Für viele junge Libanesinnen und Libanesen sind es immer noch dieselben Personen, die das Land regieren – oder eben nicht regieren. Die Staatsführung fühlt sich nicht verantwortlich oder reagiert zögerlich. Das war gut zu beobachten, als der französische Präsident Emmanuel Macron Stunden nach der Explosion Unterstützung zugesagt hatte – und Libanons 85-jähriger Präsident Michel Aoun erst am Morgen danach mit einer halbgaren Rede auftrat.

«Die Staatsführung fühlt sich nicht verantwortlich oder reagiert zögerlich.»

Es kamen Berichte auf, dass die staatlichen Behörden von der Gefahr des Ammoniumnitrat-Lagers im Hafen von Beirut wussten.
Ja, ein Al Jazeera-Journalist hat recherchiert, dass die Hafenbehörde in mehreren Briefen an den Staat auf das grosse Risiko hingewiesen hat. Die Chemikalien lagen offenbar mehrere Jahre da.

Was macht das eigentlich psychisch mit einer Gesellschaft, wenn man jahrelang zuschauen muss, wie die Regierung einen Bock nach dem anderen liefert? Läuft das Fass nicht irgendwann komplett über?
Diese Explosion ist ein Super-GAU für das Land. Auch ein funktionierendes Land wie die Schweiz hätte Mühe, nach einem solchen Ereignis zu funktionieren. Nur ist im Libanon schon seit Jahren das Vertrauen in den Staat völlig verschwunden. Im Herbst, als die Revolution ausbrach, machte sich zwar Hoffnung breit und die Bevölkerung wagte sich wieder an Visionen für eine bessere Zukunft. In den vergangenen Monaten passierte aber zu viel: Der Mittelstand brach während der Corona-Krise völlig weg und die eigene Währung wurde wegen der Inflation praktisch wertlos, die Preise schossen in die Höhe, Lebensmittel wurden knapp, die Stromversorgung wurde praktisch inexistent. Und der Hafen von Beirut war immens wichtig, das Land ist auf Importe angewiesen. Ich weiss nach dieser Katastrophe zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht, wie man das als Mensch vor Ort psychisch aushalten kann. Alle, die ich kenne, stehen unter Schock oder funktionieren einfach.

Bild

Die marode Strominfrastruktur zwang Hausbesitzerinnen und -besitzer zu improvisierten Lösungen. Bild: ZVG

Dabei gab es aus dem Libanon doch auch immer wieder gute Meldungen. Für mich war Beirut schon immer eine Wunschferien-Destination, auch in der Migrationskrise nahm das Land über eine Million syrischer Flüchtlinge auf.
Das hat sicher mit der Romantisierung des Libanons zu tun, die nicht nur im Westen, sondern auch vor Ort gemacht wird. Klar, das Land ist wunderschön. Die Kulturszene ist sehr divers, die Küche ist weit herum bekannt. Doch neben den genannten politischen Problemen wurden etwa die Geflüchteten aus Syrien nie wirklich Teil der lokalen Bevölkerung – das liegt aber auch an der Erinnerung an die syrische Besatzung während 30 Jahren. Jene aus palästinensischen Gebieten sind in dritter Generation noch staatenlos. Und das Kafala-System mit Haushaltshilfen vor allem aus Afrika und Asien kann schon fast als moderne Sklaverei bezeichnet werden.

Wie eine Austauschstudentin die Explosion in Beirut erlebte

Video: watson/lea bloch

Und jetzt kam noch die Explosion hinzu.
Ja. Beirut hat als Stadt viel ertragen müssen die letzten Jahrzehnte – das romantisierende Narrativ des Phönix aus der Asche war lange vielleicht eine Bewältigungsstrategie, um mit diesen unschönen Seiten umgehen zu können. Und dieses Betonen der Widerstandskraft spielt auch in die Bürgerkriegs-Fetischisierung von westlichen Medienschaffenden rein. Viele Leute im Libanon sind sehr geschäftig und ideenreich. Aber viele Menschen sind einfach sehr, sehr müde, und das Geschehen jetzt ist wirklich ein unfassbarer Schlag obendrauf.

Wie kann man der Bevölkerung nun helfen?
Wenn man helfen will, sollte man sich genau anschauen, wem man Geld oder Hilfsgüter überweist. Die Appelle, die derzeit kursieren, empfehlen zu Recht, Hilfe direkt an das Rote Kreuz oder lokale Organisationen zu schicken. Das Vertrauen in den Staat ist völlig zerstört und niemand glaubt daran, dass die Regierung irgendetwas noch leisten kann. Es braucht jetzt gerade vor allem Medizin, Essen und Unterkünfte.

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Schwere Explosion am Hafen von Beirut

Videos zeigen das Ausmass der Katastrophe in Beirut

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    Alle Leser-Kommentare
  • Booker 07.08.2020 20:12
    Highlight Highlight Für mich assoziiere ich Beirut/Libanon immer mit Terror und Krieg. Als ich klein war kamen täglich Berichte in der Tagesschau - Autobombe, Selbstmordattentäter etc. Es gibt nun mal Regionen gerade da im nahen Osten da scheint es nie wirklich Frieden zu geben.
  • Do not lie to mE 07.08.2020 09:13
    Highlight Highlight zeit.de: "Der Hafen der Hisbollah. Der Hafen war lukrativ, der heimliche Herrscher an den Kais soll die Hisbollah-Miliz sein". welt.de Hisbollah soll hunderte Kilo Ammoniumnitrat in Süddeutschland lagern. Der Anführer von Hisbollah (Partei Gottes) Hassan Nasrallah zitierte einen israelischen Experten der davor warnte, dass bei einem Raketenangriff auf die Ammoniak-Tanks in Haifa die vergleichbare Wirkung einer Atombombe haben würde. Nasrallah weiter "Dies bedeute, dass der Libanon über eine Atombombe verfüge und das sei keine Übertreibung"
    zeit.de: www.shorturl.at/lqKX6
    • Adam Gretener 07.08.2020 10:57
      Highlight Highlight Teilweise richtig. Aber die zentrale Frage ist es doch, welche Faktoren dazu geführt haben, dass die Hisbollah so einflussreich werden könnte. Ja, der Iran und die Mullahs spielen eine Rolle. Aber genau so Europa und Amerika mit deren Nahost-Politik. Verlogen und auf billiges Öl aus. Alles verlogen. Wir haben diese Leute komplett im Stich gelassen einzig und alleine wegen des Öl-Preises.
  • Hans der Dampfer 07.08.2020 09:04
    Highlight Highlight Ich weigere mich das hier zu lesen. Vor der Explosion hat es niemanden interessiert was dort abgeht, jetzt müssen schnell mal ein paar Geschichten her die man den Leuten erzählen kann und übermorgen ist dann wieder gut. Was für ein Monkey Business.
  • rodolofo 07.08.2020 08:44
    Highlight Highlight Die wütenden Protestdemonstrationen der leidgeprüften Bevölkerung mit "Die Eliten sind schuld!" kennen wir (in abgemilderter Form) auch bei uns.
    Solche moralisierende und selbstmitleidige Psychohygiene ist gesund, ändert aber allein nicht viel.
    Was wir sehen und erleben, sind "Teufelskreise" und "Kumulative Effekte", wie bei der weltweit heranschleichenden Klimakatastrophe.
    Wenn beispielsweise eine Wiese bereits mit gleichgültig weggeworfenem Müll übersät ist, erscheint sie mir mehr wie eine Müllkippe, was meine Hemmschwelle senkt, ebenfalls meinen Abfall auf diese Wiese zu werfen...
  • [CH-Bürger] 07.08.2020 06:08
    Highlight Highlight kurzer Sarkasmus-Einschub:
    "Was macht das eigentlich psychisch mit einer Gesellschaft, wenn man jahrelang zuschauen muss, wie die Regierung einen Bock nach dem anderen liefert? Läuft das Fass nicht irgendwann komplett über?"

    Kann man diese Frage bitte auch mal den Amis stellen?
    ist dort natürlich bei weiten nicht so schlimm wie im Libanon - aber auf bestem Weg dazu!
    • Levi Vodica 07.08.2020 12:06
      Highlight Highlight Kann man die Frage auch den Bewohnern von etwa der Hälfte aller Länder stellen, die ähnliche Probleme haben. Aber hauptsache irgendwie die USA und damit auch Trump thematisiert.
    • Fandall 07.08.2020 12:48
      Highlight Highlight BAG in der Schweiz? 😁🤦‍♂️
      Sorry, der musste aus aktuellem Anlass sein.
    • [CH-Bürger] 07.08.2020 15:19
      Highlight Highlight @Fandall:
      😬
    Weitere Antworten anzeigen
  • hgehjvkoohgfdthj 06.08.2020 21:44
    Highlight Highlight Ich hoffe die Hilfs- und Spendengelder kommen auch dort an, wo sie tatsächlich gebraucht werden. In korrupten Ländern ist das leider nicht unbedingt selbstverständlich.
  • Nicky11 06.08.2020 17:14
    Highlight Highlight Es wird Zeit, dass man sich die Frage stellt, wie die Völker der Welt fair und gleichberechtigt zusammen leben können. Es kann nicht sein, dass ein Land mit einer Schiffsladung explosiver Chemikalien einfach alleine gelassen wird. Der Libanon hatte diese Chemikalien ja nicht bestellt - sondern einfach die Gesetze eingehalten indem es ein marodes Schiff angehalten hat. Der Dünger war wohl für den Westen gedacht, zumindest hätte er die damit gedüngten Produkte konsumiert. Es sollte uns interessieren, was die wahren Kosten sind der Waren, die wir konsumieren!
    • Queen C 06.08.2020 22:24
      Highlight Highlight Nicky, die Ware hätte nach Moçambique geschifft werden sollen. Soviel zu deinem reflexartigen Verantwortlichmachen des Westens.
      Deine Weltsicht finde ich im übrigen etwas speziell. Wer genau hätte denn hier wie und wen kontrollieren sollen? Die Libanesen sind ja keine unmündigen Kindergärtner.
    • thelastpanda 07.08.2020 01:18
      Highlight Highlight Ich muss dir in vielem zustimmen. Aber der Westen trägt auch keine Schuld daran, wenn der Libanon die beschlagnahmten Güter unsachgemäss lagert. Und wenn man als Land selber keine Möglichkeit hat, diese Güter sicher zu lagern (sprich, nicht mitten im Siedlungsgebiet neben einer Feuerwerksfabrik oder einem solchen Lager), dann müsste man dafür sorgen, dass die Waren vom Käufer abtransportiert werden. Oder halt von der Transportfirma selber. Aber es ist halt einfacher, wenn man es einfach stehen lässt.
    • rodolofo 07.08.2020 08:55
      Highlight Highlight Ein maroder Staat im ehrenwerten Kampf gegen eine marode Schifffahrtsgesellschaft also...
      Konfiszierter Kunstdünger, der zugleich hoch explosiv sein kann...
      Die faschistoide Hisbollah-Miliz und andere Terror-Milizen vor Ort...
      Da muss ich die vorhandenen Puzzle-Teile nur detektivisch zusammensetzen und komme auf eine kostengünstig zusammengestohlene Material-Sammlung für ambitionierte Bomben-Bastler.
      Und jetzt ging "der Schuss" anscheinend gründlich nach hinten los.
  • Bio Zitronensaft 06.08.2020 16:59
    Highlight Highlight Ich war 2019 in Beirut. Ein grossartige Stadt mit unfassbar viel Kultur, offenen Menschen und natürlich sehr sehr tollem Essen.

    Dies, die Nähe zu Europa und das angenehme Klima sind eigentlich die besten Voraussetzungen um aus Beirut ein Touristenziel der Extraklasse zu machen. Einfach schade.
    • Adam Gretener 06.08.2020 23:20
      Highlight Highlight Mein Vater war in den 60ern als Friedenssoldat zwischen Ägypten und Israel stationiert. Und immer im Urlaub nach Libanon oder Syrien ausgeflogen. Er erzählte mir vom Paradies. Gebildete herzliche Menschen. Er war Ski fahren und im Mittelmeer baden. Am selben Tag. Wirklich schade und traurig.
  • Denk nach 06.08.2020 16:54
    Highlight Highlight "Die Appelle, die derzeit kursieren, empfehlen zu Recht, Hilfe direkt an das Rote Kreuz oder lokalen Organisationen zu schicken. Das Vertrauen in den Staat ist völlig zerstört und niemand glaubt daran, dass die Regierung irgendetwas noch leisten kann."

    Das Fazit ist richtig übel...
    • Kruk 06.08.2020 17:08
      Highlight Highlight Auch der Wirtschaftsminister sowie der zurückgetretene Aussenminister sehen den Libanon auf dem Weg zu einem failed State.


    • nopasarán 06.08.2020 18:48
      Highlight Highlight @Kruk Ich finde den Begriff "Failed state" so frustrierend und traurig, aber ja.
    • rodolofo 07.08.2020 08:47
      Highlight Highlight Ich denke, in "Gescheiterten Staaten", in denen man den staatlichen Behörden nichts mehr zutraut, ist auch das Vertrauen unter den Menschen an einem kleinen Ort.
      Der verwesende Fisch stinkt dann sozusagen vom Kopf her, aber er stinkt auch bis zum Schwanz...
  • Des Heiland's Sack 06.08.2020 16:38
    Highlight Highlight Ich sitze hier in meinem Garten, die Vögel zwitschern, der Fluss rauscht, mein Hund springt den Wespen hinterher und drinnen wird zusammen gelacht.
    Es gehört sicherlich zu den abstraktesten Dingen, die die Globalisierung in unsere Wohlstandsländer gebracht hat - dieses latente, immerwährende Wissen, dass es Orte gibt, an denen das Elend unsäglich ist, die Umstände zutiefst menschenverachtend und brutal. Dazu kommt diese Ohnmacht, der innere Kampf zwischen Mitgefühl und Selbstschutz. Es sind immer zu viele Orte auf der Welt.
    Doch wenn man ein wenig zulässt... Es ist so traurig 😢
    • Garp 06.08.2020 17:31
      Highlight Highlight Es ist gut erfahren wir von diesem Elend, denn alle tragen in vielen Teilen der Welt etwas dazu bei.
    • Des Heiland's Sack 06.08.2020 19:56
      Highlight Highlight Bestimmt!
      Machtlos sind wir auch nicht, es gibt vieles, was wir tun können. Es sind nur diese Momente, wenn ich nach Monaten Schlafmangel und nichts als Arbeit im Kopf den ersten Tag in den Garten sitzen und entspannen kann und dann solche Dinge lese - dann merk ich, dass es neben meinem kleinen Universum noch so viel gibt, Dinge, die tausendmal wichtiger wären als mein nächstes Projekt und es unsere Verantwortung wäre, aktiv zu werden. Es ist eine wahre Gratwanderung, diese Dinge bewusst an einen zu lassen, oder eben den Moment zu treffen, wo man auch mal bewusst die Welt beiseite lässt.
    • mon tuno 07.08.2020 08:44
      Highlight Highlight Danke für diesen wunderbaren Kommentar! ❤️

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