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epa04307447 An Iraqi man prays at the Al-Noori Al-Kabeer mosque, next to flag used by the Islamic State (IS), in Mosul city, northern Iraq, 09 July 2014. Abu Bakr al-Baghdadi, the leader of the Sunni extremist group Islamic State appeared for the first time on 04 July at Al-Noori Al-Kabeer mosque in Mosul city, as he was purportedly delivering the noon prayer's sermon. Fighters of IS, an al-Qaeda splinter group, have in recent weeks seized large parts of northern and western Iraq, including Mosul, and made a swift advance to capture a string of towns stretching south towards Baghdad.  EPA/STR

3500 Menschen soll der «Islamische Staat» bisher hingerichtet haben.
Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Laut Aktivisten gab es im «IS»-Kalifat bisher mehr als 3500 Exekutionen 



Die Dschihadistenmiliz «Islamischer Staat» («IS») hat nach Angaben von Aktivisten seit der Ausrufung ihres Kalifats vor fast anderthalb Jahren mehr als 3500 Menschen in Syrien exekutiert. Die meisten Opfer waren Zivilisten.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Sonntag mit, sie habe seit Ende Juni 2014 insgesamt 3591 Hinrichtungen in Syrien dokumentiert. Unter den Todesopfern waren demnach 1945 Zivilisten, darunter 103 Frauen und 77 Kinder.

Todesstrafen weltweit

Im Jahr 2014 sind laut Amnesty International weltweit 607 Menschen von offiziell anerkannten Staaten hingerichtet worden, 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende Jahr gab es weltweit mindestens 19'094 zum Tod verurteilte Personen. Die Todesstrafen werden vor allem in China, im Iran (mindestens 289), in Saudi-Arabien (mindestens 90), im Irak (mindestens 61) und in den USA (35) vollzogen.

amnesty.ch

Die Dschihadisten warfen den von ihnen ermordeten Zivilisten den Angaben zufolge Hexerei, Homosexualität oder Zusammenarbeit mit der US-geführten Koalition vor, die seit September 2014 Luftangriffe gegen den «IS» in Syrien fliegt.

Der Beobachtungsstelle zufolge handelte es sich bei fast der Hälfte der hingerichteten Zivilisten um Mitglieder des sunnitischen Schaitat-Stammes. Der «IS» hatte im Jahr 2014 mehr als 900 Stammesangehörige in der Provinz Deir Essor getötet, nachdem diese sich gegen die ebenfalls sunnitischen Extremisten aufgelehnt hatten.

Neben den Zivilisten wurden den Angaben zufolge 975 Regierungssoldaten und fast 250 Kämpfer anderer Rebellengruppen hingerichtet, aber auch mehr als 400 Kämpfer aus den eigenen Reihen, die desertieren wollten.

Tote nach Luftangriffen

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens wurden am Sonntag nach Angaben von Aktivisten mindestens 18 Zivilisten getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt. Es habe sich «wahrscheinlich» um Angriffe der russischen Luftwaffe gehandelt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Angegriffen wurde demnach die Stadt Ariha in der Provinz Idlib, die von der «Eroberungsarmee» verschiedener islamistischer Rebellengruppen kontrolliert werde, darunter die mit Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP.

JAHRESRUECKBLICK 2015 - OKTOBER - In this image made from video provided by Hadi Al-Abdallah, which has been verified and is consistent with other AP reporting, smoke rises after airstrikes in Kafr Nabel of the Idlib province, western Syria, Thursday, Oct. 1, 2015. Russian jets carried out a second day of airstrikes in Syria Thursday, but there were conflicting claims about whether they were targeting Islamic State and al-Qaeda militants or trying to shore up the defenses of President Bashar Assad. (KEYSTONE/AP/Hadi Al-Abdallah)

Luftschlag in Syrien.
Bild: AP Hadi Al-Abdallah

Russland fliegt seit Ende September Angriffe in Syrien. Dabei werden nach Angaben der Beobachtungsstelle auch immer wieder Zivilisten getötet. Der Westen wirft Moskau vor, mit den Luftangriffen insbesondere Syriens Machthaber Baschar al-Assad an der Macht halten zu wollen. Neben dem «IS» wurden auch immer wieder Rebellen Ziel russischer Luftangriffe, darunter auch gemässigte Aufständische.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat ihren Sitz in Grossbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten und Ärzten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland kaum überprüfbar. (lhr/sda/afp)

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