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Vatikan stellt Leitfaden zum Umgang mit Gendertheorie vor



Der Vatikan hat in einem offiziellen Dokument eine «Gender-Ideologie» kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. In Schulen mache sich zudem beim Thema Sexualität ein «Bildungsnotstand» breit.

So heisst es in einem am Montag vorgestellten Dokument der Bildungskongregation für die katholische Lehre. Die Gender-Theorie sei eine «Ideologie, die den Unterschied (...) in der Natur eines Mannes und einer Frau leugnet und eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede vorsieht und somit die anthropologische Grundlage der Familie eliminiert».

Das Dokument namens «Als Mann und Frau schuf er sie» wendet sich gegen eine Tendenz, «die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als blosse historisch-kulturelle Konditionierung versteht». Die katholische Kirche und auch Papst Franziskus sprechen sich immer wieder offen gegen die Gender-Theorie aus, weil dies der traditionellen Vorstellung von Mann und Frau als Eheleuten und Eltern widerspreche.

Der Verband New Ways Ministry, der für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in der katholischen Kirche einsteht, kritisierte das Papier umgehend als «schädliches Werkzeug». Die «Fehlinformation in dem Dokument wird dazu führen, dass Familien ihre Kinder ablehnen» und Homosexuelle sowie Transgender weiter diskriminiert würden. Das Geschlecht werde «nicht nur durch sichtbare Genitalien bestimmt», heisst es in einer Mitteilung, «sondern auch durch Genetik, Hormone und Chemie – Dinge, die bei der Geburt nicht sichtbar sind». «Der Vatikan bleibt im Mittelalter, fördert die falsche Lehre und stützt sich auf Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten.» (sda/dpa/afp)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Chriguchris
11.06.2019 09:45registriert November 2018
Zitat, "In Schulen mache sich zudem beim Thema Sexualität ein «Bildungsnotstand» breit."
Wie definiert der Vatikan dies? Welche Schulen? Welche Länder? Welches Alter?
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Ohmann94
11.06.2019 08:17registriert November 2015
Ganz ehrlich, ich bin mit Vielem, das aus dem Vatikan kommt nicht einverstanden. Aber hier haben sie größtenteils einfach recht. Ich studiere selbst gerade Geschichte und stelle fest, dass es einfach sehr fragwürdige Ansätze und Ideen hinter den „Genderstudies“-Lehren gibt. Es verkommt mittlerweile zu einer solch abstrus extremen Ideeologie, dass jeder, der noch an das von der Biologie/Genetik aufgebaute System glaubt, als sexistisches Arschloch und Nazi bezeichnet wird. Das ist einfach gefährlich und falsch. Der Umgang mit Andersdenkenden ist schlicht untragbar und die Forderungen kindisch.
2212
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