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FILE - In this Oct. 3, 2017 file photo, Zimbabwean President Robert Mugabe during a meeting with South African President Jacob Zuma at the Presidential Guesthouse in Pretoria, South Africa. On Friday, Sept. 6, 2019, Zimbabwe President Emmerson Mnangagwa said his predecessor Robert Mugabe, age 95, has died. . (AP Photo/Themba Hadebe, FILE)
Robert Mugabe

Robert Mugabe ist gestorben. Er war das älteste Staatsoberhaupt der Welt, als er 2017 abgesetzt wurde. Bild: AP

Mugabe ist tot – doch diese 20 Diktatoren sind immer noch an der Macht



Robert Mugabe ist tot. Der 2017 entmachtete Präsident von Simbabwe war einer der zähesten Diktatoren des afrikanischen Kontinents – wo Autokraten alles andere als Mangelware sind. Der einst als Befreiungskämpfer gefeierte Mugabe entwickelte sich nach seiner Wahl zum Präsidenten immer mehr zum Despoten.

Auch nach seinem Tod gibt es weltweit noch viel zu viele Machthaber, die sich um die demokratischen Rechte ihres Volkes foutieren und die Menschenrechte mit Füssen treten.

Hier eine Auswahl von Diktatoren, die gegenwärtig an der Macht sind:

Die Liste – die Reihenfolge richtet sich nach der Amtsdauer –ist längst nicht vollständig: Autoritär regierte Staaten wie Russland oder die Türkei sind hier nicht vertreten, weil Putin und Erdogan nicht lupenreine Diktatoren sind, sondern an der Spitze einer «gelenkten Demokratie» stehen. Absolute Monarchien, etwa Saudi-Arabien oder Swasiland, sind ebenfalls nicht berücksichtigt worden.

Teodoro Obiang

Equatorial Guinea President Teodoro Obiang Nguema Mbasogo addresses the United Nations General Assembly Thursday, Sept. 21, 2017, at the United Nations headquarters. (AP Photo/Frank Franklin II)

Bild: AP/AP

Die meisten Einwohner Äquatorialguineas haben nie einen anderen Präsidenten ihres Landes gesehen: Obiang regiert seit 1979 mit harter Hand. Sein Vorgänger, den er absetzte und danach töten liess, war sein Onkel Francisco Macías Nguema. Obiang leidet an Krebs, doch in den Startlöchern für die Amtsübernahme steht bereits sein Sohn, Teodoro Obiang Nguema Mangue.

Denis Sassou-Nguesso

Congo President Denis Sassou-Nguesso, left, reacts as he attends a signing ceremony with Chinese President Xi Jinping at the Great Hall of the People in Beijing on Thursday,  June 12, 2014. (AP Photo/Wang Zhao, Pool)

Bild: AP/Pool AFP

Sassou-Nguesso gelangte 1979 an die Macht im damaligen Einparteienstaat Kongo und regierte das Land – ein Nachbarstaat der ungleich grösseren Demokratischen Republik Kongo – bis 1992. Er wurde abgewählt, nachdem er eine allmähliche Demokratisierung verfolgt hatte. Nach einem mehrjährigen Exil wurde er 1997 wieder zum Präsidenten gewählt und konnte den Machtkampf gegen seinen Vorgänger Pascal Lissouba gewinnen. 2015 liess er eine Volksabstimmung durchführen, die ihm eine erneute Kandidatur als Präsident erlaubte.

Daniel Ortega

Nicaragua’s President Daniel Ortega speaks to supporters in Managua, Nicaragua, Wednesday, Aug. 29, 2018. A United Nations report released Wednesday calls on Ortega's government to immediately halt the persecution of protesters and disarm the masked civilians who have been responsible for much of the killings and arbitrary detentions. Ortega's government dismissed the report as baseless. It denied accusations of excessive use of force against protesters. (AP Photo/Alfredo Zuniga)

Bild: AP/AP

Ortegas Karriere erinnert an jene Mugabes: vom Freiheitshelden zum Despoten. Ortega stürzte 1979 das Regime des Diktators Anastasio Somoza Debayle und wurde als progressiver Führer der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) zu einer Ikone der Linken weltweit. 1990 wurde er jedoch abgewählt und benötigte drei Anläufe, bis er 2006 erneut Präsident wurde. Seither hält er sich zunehmend repressiv im Amt. Seine Frau Rosario Murillo liess er 2016 zur Vizepräsidentin wählen. Die andauernden Proteste gegen seine Herrschaft lässt Ortega mit brutaler Gewalt niederschlagen.

Paul Biya

FILE -  In this Jan 30, 2013 file photo Cameroon's President Paul Biya addresses reporters following his meeting with French President Francois Hollande at the Elyse Palace in Paris. Biya, in power since 1982, was barred by a two-term limit from running again in 2011 but got legislators to remove all term limits in 2008 despite violent protests. (AP Photo/Remy de la Mauviniere, File)

Bild: AP/AP

Biya wurde bereits 1975 Premierminister, doch an die Schalthebel der Macht gelangte er erst 1982, als Präsident Ahmadou Ahidjo aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat und er dessen Nachfolge antreten konnte. Seine Herrschaft konsolidierte er danach mit einem fingierten Staatsstreich, der ihm als Vorwand diente, seine Rivalen auszuschalten. Biya führt seine Amtsgeschäfte gern von einem Luxushotel in Genf aus.

Yoweri Museveni

epa07817057 Yoweri Kaguta Museveni, President of Uganda speaks during a plenary session of the World Economic Forum on Africa (WEF) titled Working towards Peace at the Cape Town International Convention Centre, South Africa, 04 September 2019. The World Economic Forum on Africa  runs 04-06 September 2019.  EPA/NIC BOTHMA

Bild: EPA

Nachdem er 1986 an der Spitze der National Resistance Army (NRA) den ugandischen Präsidenten Tito Okello gestürzt hatte, übernahm Museveni die Macht im ostafrikanischen Land. Die Opposition hält er mit einer repressiven Politik in Schach; kritische Journalisten werden verfolgt. 2005 liess er die Verfassung ändern, damit er auf Lebenszeit im Amt bleiben kann. Museveni unterzeichnete 2009 ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex, das jedoch aus formalen Gründen vom ugandischen Verfassungsgericht annulliert wurde.

Idriss Déby

epa07401614 A handout photo made available by the Turkish President Press office shows Turkish President Recep Tayyip Erdogan (R) shaking hands with Chadian President Idriss Deby (L) at the Presidential Palace in Ankara, Turkey, 27 February 2019.  EPA/TURKISH PRESIDENT OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/TURKISH PRESIDENT OFFICE

Déby, ein ehemaliger Kampfpilot, stand zunächst auf der Seite des Diktators Hissène Habré, stürzte ihn aber 1990 und trieb seinen Vorgänger ins Exil. 2006 drangen Rebellentruppen in die Hauptstadt ein, doch der von Frankreich unterstützte Déby wehrte den Angriff erfolgreich ab. 2004 liess er die in der Verfassung festgeschriebene Amtszeitbeschränkung aufheben. Sein Regime in dem trotz reicher Bodenschätze völlig verarmten Land unterdrückt Presse und Opposition.

Isayas Afewerki

Eritrean President Isaias Afewerki, right, walks with Algerian President and current Chairman of the Organization of the African Unity (OAU) Abdelazziz Bouteflika, at  Asmara airport Thursday, May 25, 2000. Bouteflika arrived from Addis Ababa, Ethiopia. Eritrea announced Thursday that it is withdrawing its troops from all land seized from Ethiopia at the outset of its two-year-old war. (AP Photo/Jean-Marc Bouju)

Bild: AP

Seit der Unabhängigkeit von Äthiopien 1993 hat Eritrea nur einen einzigen Präsidenten gehabt: Isayas Afewerki. Politische Gegner müssen im faktischen Einparteienstaat Eritrea mit gnadenloser Verfolgung und Folter rechnen. Zwar wurde 1997 eine Verfassung beschlossen, aber bis heute nicht in Kraft gesetzt. Der Wehrdienst ist Pflicht und kann willkürlich auf Lebenszeit ausgedehnt werden.

Aljaksandr Lukaschenka

epa02552635 (FILE) A file photograph showing Belarus's President Alexander Lukashenko speaking after taking the oath during his inauguration ceremony in Minsk, Bealrus 21 January 2011. Media reports on 27 January 2011 that The EU is to announce a visa ban and an asset freeze on Belarus President Alexander Lukashenko, diplomats say. The measures, to be adopted by EU foreign ministers on 31 January 2011, will also affect almost 160 of his officials.  EPA/VASILY FEDOSENKO / POOL

Bild: EPA

Obwohl Lukaschenka nach eigenen Aussagen 1991 als einziger Abgeordneter im weissrussischen Obersten Sowjet gegen die Loslösung des Landes von der Sowjetunion gestimmt hatte, wurde er 1994 zum ersten weissrussischen Präsidenten gewählt. Von Anfang an knebelte er die Presse und stoppte die Privatisierung der Staatsbetriebe. Der «letzte Diktator Europas», wie er bisweilen genannt wird, lässt Oppositionelle einschüchtern und verfolgen. Mehrere Regimekritiker, die verschwunden sind, sollen von Todesschwadronen mit engsten Kontakten zur Staatsführung ermordet worden sein.

Emomalij Rahmon

Tajik President Emomali Rahmon speaks to Russian President Vladimir Putin during their meeting in Dushanbe, Tajikistan, Friday, June 14, 2019. (Alexei Druzhinin, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)

Bild: AP/Pool Sputnik Kremlin

Rahmon wurde 1994 zum Präsidenten der ehemaligen Sowjetrepublik gewählt. Der «Held Tadschikistans» versucht offenbar, eine Familiendynastie zu errichten: Zwei seiner Töchter bekleiden hohe Staatsämter, sein Sohn Rustam Emomali wurde 2017 von seinem Vater zum Bürgermeister der Hauptstadt Duschanbe ernannt. Zudem liess er 2016 per Referendum eine Verfassungsänderung vornehmen, mit der die nominelle Amtszeitbegrenzung für den Staatspräsidenten abgeschafft und das Mindestalter auf 30 Jahre gesenkt wurde. Damit könnte sein Sohn 2020 legal zur Wahl antreten.

Baschar al-Assad

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich mit ranghohen Vertretern seines engsten Kriegsverbündeten Russland in Damaskus getroffen. Bei den Gesprächen ging es um eine Zusammenarbeit beider Länder vor allem bei Energie, Industrie und Handel. (Archivbild)

Bild: EPA SANA

Assad übernahm die Macht in Syrien nach dem Tod seines Vaters Hafiz al-Assad, der das Land seit 1970 mit eiserner Hand regiert hatte. Nach anfänglichen Reformen – die als «Damaszener Frühling» bezeichnet wurden – zog Assad junior, dessen Familie zur alawitischen Minderheit gehört, die Zügel bald wieder straff an. Im Gefolge des Arabischen Frühlings kam es in Syrien zu Demonstrationen, die Assad brutal niederschlagen liess. Dies mündete in den nach wie vor andauernden Syrischen Bürgerkrieg, dem Hunderttausende zum Opfer fielen. Mittlerweile sind Millionen von Syrern im In- und Ausland auf der Flucht. Assad behielt im Bürgerkrieg dank iranischer und russischer Hilfe die Oberhand.

Paul Kagame

epa07655689 President of Rwanda Paul Kagame arrives for a visit at the European Commission, in Brussels, Belgium, 18 June 2019.  EPA/OLIVIER HOSLET

Bild: EPA/EPA

Kagame wurde nach dem Genozid in Ruanda 1994 Vizepräsident sowie Verteidigungsminister. Sechs Jahre später wurde er zum Präsidenten gewählt. Es gelang ihm, das traumatisierte Land zu stabilisieren, die Kindersterblichkeit massiv zu reduzieren und die Armut merklich zurückzudrängen. Daher geniesst Kagame bei vielen Afrikanern grossen Respekt. Allerdings führt er den Staat repressiv und missachtet Demokratie und Menschenrechte. Ihm wird auch zur Last gelegt, dass Ruanda gewaltsam im benachbarten Kongo intervenierte und Massaker angerichtet hat. Ruanda beutet dort zudem auf Kosten der kongolesischen Bevölkerung Rohstoffe aus.

Ilham Alijew

FILE- In this Friday, Nov. 24, 2017 file photo, Azerbaijan's President Ilham Aliyev waves as he arrives for an Eastern Partnership Summit in Brussels. Voters in the oil-rich Caspian Sea nation of Azerbaijan are set to cast their ballots in a snap presidential election on Wednesday, April 11, 2018 that is all but certain to extend the rule of President Ilham Aliyev by another seven years. (AP Photo/Olivier Matthys, File)

Bild: AP/AP

Alijew erbte die Macht in Aserbaidschan von seinem Vater Haidar, der nach dem Zerfall der Sowjetunion zum ersten Präsidenten des nunmehr unabhängigen Staates gewählt wurde und von 1993 bis 2003 im Amt blieb. Als seine Gesundheit sich verschlechterte, ernannte Haidar seinen Sohn Ilham zum Ministerpräsidenten, um so die Machtübergabe zu erleichtern. Ilham liess die Amtszeitbeschränkung für Präsidenten 2009 aufheben und 2017 in einem Referendum die Amtsdauer von fünf auf sieben Jahre verlängern. Zugleich ernannte er seine Frau zur Vizepräsidentin. Die Familie Alijew hält in fast allen Wirtschaftsbereichen des Landes Beteiligungen.

Pierre Nkurunziza

President Pierre Nkurunziza arrives riding a bicycle, accompanied by First Lady Denise Bucumi Nkurunziza, right, to cast his vote for the presidential election, in Ngozi, Burundi Tuesday, July 21, 2015. Burundi began voting in its disputed presidential election Tuesday with low turnouts in the capital following a night of explosions and gunfire in opposition strongholds where residents oppose President Pierre Nkurunziza's bid for a third term. (AP Photo/Berthier Mugiraneza)

Bild: AP/AP

Nkurunziza gelangte 2005 an die Macht und wurde seither mehrmals wiedergewählt, wobei er in den letzten beiden Wahlen keinen Gegenkandidaten zuliess. Die Amtszeitbeschränkung in der Verfassung wurde auf sein Betreiben hin abgeschafft. Er bezeichnet sich selbst als «von Gott gewählt» und liess sich 2018 offiziell den Titel «ewiger Führer» verleihen. Im gleichen Jahr nahm das Volk eine Verfassungsänderung an, die ihm den Verbleib im Amt bis 2034 ermöglicht. Protestkundgebungen lässt Nkurunziza blutig niederschlagen. Burundi hat eine der höchsten Mangelernährungsraten weltweit bei Kindern unter fünf Jahren.

Gurbanguly Berdimuhamedow

FILE - In this file photo taken on Sunday, Feb. 12, 2017, Turkmenistan President Gurbanguly Berdimuhamedov speaks to journalists after casting his ballot at a polling station in Ashgabat, Turkmenistan. The longtime leader of Turkmenistan has been sworn in for a new term after winning nearly 98 percent of the vote against rivals who had all declared their support for his government. (AP Photo/Alexander Vershinin, file)

Bild: AP/AP

Berdimuhamedow war Leibzahnarzt seines Vorgängers Saparmyrat Nijasow, der sich «Turkmenbaschi» («Führer der Turkmenen») nennen liess und die ehemalige Sowjetrepublik als Diktator regierte. Nach dessen Tod 2006 wurde Berdimuhamedow, der bereits seit 2001 stellvertretender Ministerpräsident war, zum interimistischen Nachfolger ernannt. Im folgenden Jahr gewann er die Wahlen und wurde als Präsident vereidigt. Den aberwitzigen Personenkult seines Vorgängers fuhr er etwas zurück. Die Wahlen 2012 und 2017 gewann er mit jeweils über 97 Prozent der Stimmen; Oppositionsparteien waren nicht zugelassen. 2015 verhängte er ein Importverbot für schwarze Autos, da er angeblich eine besondere Vorliebe für weisse Farbe hegt. 2018 wurden schwarze Autos in Turkmenistan verboten.

Ali-Ben Bongo Ondimba

FILE-In this file photo taken on Tuesday, Nov. 10, 2015, Gabon's President Ali Bongo Ondimba, leaves the Elysee Palace after a meeting with French President Francois Hollande as part of preparation of the upcoming COP21 Climate Conference in Paris, France. President   Ondimba on Wednesday Sept. 7, 2016  tried to deflect European Union observers' findings of a voting anomaly in his stronghold province that pushed him over the edge to win re-election, accusing his lead opponent of ballot fraud and a plot to seize power. (AP Photo/Francois Mori, File)

Bild: AP/AP

Bongo beerbte 2009 seinen Vater als Präsidenten und wurde 2016 nach einer umstrittenen Wahl im Amt bestätigt. 2018 erlitt er während einer Reise nach Saudi-Arabien – 1973 war er zum Islam konvertiert – vermutlich einen Schlaganfall. Als er deswegen im Januar 2019 in einer Klinik in Marokko weilte, nutzte dies eine Gruppe von Offizieren in Gabun für einen Putschversuch, der jedoch scheiterte. Bongo kaufte 2010 in Paris für rund 100 Millionen Euro ein Stadtpalais; sein Präsidial-Etat verschlang 2009 fast neun Prozent des gesamten Staatshaushalts. Vier Fünftel der Bevölkerung des zentralafrikanischen Staats lebt in Armut.

Kim Jong-un

epa04460863 An undated photograph made available by the Rodong Sinmun newspaper of the North Korean ruling Workers' Party on 22 October 2014 shows North Korean leader Kim Jong-un, with a cane at his right side, holds binoculars during his observation of an actual drill of combined military units at an unidentified location on 24 October 2014.  EPA/RODONG SINMUN

Bild: EPA/YONHAP / RODONG SINMUN

Auch Kim erbte sein Amt 2011 von seinem Vater – er regiert Nordkorea bereits in der dritten Generation. Sein Grossvater Kim Il-sung, der die einzige kommunistische Dynastie 1948 gründete und bis zu seinem Tod 1994 an der Macht blieb, gilt heute noch als «Ewiger Präsident». Kim Jong-un, der in seiner Jugend womöglich eine Weile in der Schweiz zur Schule ging, regiert das verarmte Land mit brutalster Gewalt: Oppositionelle verschwinden mitsamt ihrer Familie und selbst den Kindern in Lagern; Parteikader und hohe Militärs werden exekutiert, wenn der Verdacht der Illoyalität aufkommt.

Xi Jinping

epa07644842  China's President Xi Jinping during a press conference with Kyrgyz President Sooronbay Jeenbekov (not seen) following a meeting in Bishkek, Kyrgyzstan, 13 June 2019. Xi Jinping is on an official visit to Kyrgyzstan.  EPA/IGOR KOVALENKO

Bild: EPA/EPA

Xi Jinping machte in der Kommunistischen Partei Chinas Karriere und wurde 2012 deren Generalsekretär. Im folgenden Jahr ernannte ihn der Nationale Volkskongress zum neuen Staatspräsidenten. 2018 entschied dasselbe Gremium, die seit den 80er-Jahren geltende Amtszeitbegrenzung des Präsidenten aufzuheben. Unmittelbar nach dem Beschluss wies die Partei Internetportale an, die Verfassungsänderung positiv zu kommentieren. In den Sozialen Medien blockierte die Zensur Formulierungen wie «Ich bin dagegen», «den Thron besteigen» oder «lebenslange Herrschaft». US-Präsident Trump soll Xi im persönlichen Gespräch deswegen «König» nennen, was diesem gefalle. Xis Familie verfügt nach Angaben von US-Medien über ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar.

Emmerson Mnangagwa

Zimbabwean President Emmerson Mnangagwa, wearing scarf, arrives at the World Economic Forum on Africa in Cape Town South Africa, Wednesday, Sept 4, 2019. Mnangagwa is attending the three-day summit that will tackle the issues faced by the continent by focusing on how to scale up the transformation of regional architecture related to smart institutions, investment, integration, industry and innovation. (AP Photo)

Bild: AP

Mnangagwa kämpfte wie sein Vorgänger Mugabe gegen die Regierung Smith, die die Vorherrschaft der Weissen in Rhodesien – wie Simbabwe damals hiess – beibehalten wollte. Unter Mugabe war er von 1980 bis 2013 Minister in verschiedenen Bereichen, danach war er bis 2017 Vizepräsident. Nachdem Mnangagwa, der auch unter dem Spitznamen «Krokodil» bekannt ist, sich mit Mugabes Gattin Grace überworfen hatte, wurde er wegen Landesverrats entlassen und musste aus dem Land fliehen. Kurz darauf putschte jedoch die Armee, die ihn als Nachfolger favorisierte, gegen Mugabe. Mnangagwa, der einer der reichsten Simbabwer sein soll, überlebte 2018 einen Anschlag und gewann im selben Jahr die Präsidentschaftswahl.

Miguel Díaz-Canel

Cuba's President of the Council of Ministers Miguel Díaz-Canel Bermudez addresses the 73rd session of the United Nations General Assembly, at U.N. headquarters, Wednesday, Sept. 26, 2018. (AP Photo/Richard Drew)

Bild: AP/AP

Díaz-Canel ist erst seit April 2018 im Amt. Zuvor war er aber bereits seit 2013 Stellvertreter seines Vorgängers Raúl Castro. Dieser wiederum hatte seinen Bruder Fídel abgelöst, der 1959 den damaligen Diktator Fulgencio Batista gestürzt hatte. Díaz-Canel wurde mit 99,83 % der Stimmen des kubanischen Parlaments gewählt. Bei seinem Amtsantritt gelobte er, er wolle den sozialistischen Weg verteidigen und perfektionieren.

Qassym-Schomart Toqajew

Kazakhstan's acting President Kassym-Jomart Tokayev speaks to the media at a polling station during the presidential elections in Nur-Sultan, the capital city of Kazakhstan, Sunday, June 9, 2019. Voters in Kazakhstan are choosing a successor to the president who had led the Central Asian country since independence from the Soviet Union, with a longtime loyalist expected to win easily. (Kazakhstan's Presidential Press Office via AP)

Bild: AP/Kazakhstan's Presidential Press Office

Toqajew war von 1999 bis 2002 Premierminister des zentralasiatischen Staates und bekleidete weitere wichtige Ämter. Im März 2019 wurde er Staatspräsident, nachdem sein Vorgänger Nursultan Nasarbajew zurückgetreten war. Nasarbajew hatte die ehemalige Sowjetrepublik seit 1990 beinahe 30 Jahre lang diktatorisch regiert; der «Führer der Nation» blieb nach seinem Rücktritt Leiter des Sicherheitsrates und behielt sich weiterhin ein Vetorecht in allen wichtigen Fragen vor. Mit der Machtübergabe an einen loyalen Politiker versucht Nasarbajew, die Stabilität des Landes zu gewährleisten – und seinen korrupten Clan vor strafrechtlicher Verfolgung zu schützen.

(dhr)

Vom Freiheitskämpfer zum Despoten: Robert Mugabe

Video: srf

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Robert Mugabes seltsamste Zitate

Diktator wird gefeiert

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68 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Dong
07.09.2019 20:34registriert October 2016
Man könnte aber auch bspw. Jordanien, Ägypten oder Saudi-Arabien nennen, um noch ein paar pro-westliche Diktaturen in der Liste zu haben (wenn man denn wollen würde) ...
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Fumia Canero
07.09.2019 21:27registriert June 2017
Unglaublich, wie frauenfeindlich unsere Welt immer noch ist: es gibt eine einzige Diktatorin! 😒
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68

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

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