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epa08656982 A child walks among debris in the Moria refugees camp on the island of Lesbos, Greece, 09 September 2020. According to reports, a fire broke out at Moria Camp early on 09 September, after approximately 35 refugees, who had tested positive for COVID-19, refused to move into isolation with their families.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU

Das Flüchtlingslager in Moria wurde nach einem Grossbrand komplett zerstört. Bild: keystone

300 Migranten ziehen in neues Zeltlager auf Lesbos



Nach dem Grossbrand im Flüchtlingslager Moria sind auf der griechischen Insel Lesbos etwa 300 Migranten in ein neues Zeltlager eingezogen. Bei den meisten handelt es sich um Familien, wie der staatliche griechische Rundfunk ERT am Sonntag berichtete. Vor ihrer Aufnahme ins neue Lager mussten alle einen Coronavirus-Schnelltest machen. Dabei sei bei sieben Flüchtlingen das Virus entdeckt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Alle sieben seien zur Isolation in einen abgelegenen Teil des Zeltlagers von Kara Tepe gebracht worden.

Die Lage auf der Insel war auch am Sonntag höchst angespannt. Mehrere Tausende Migranten harren auf den Strassen aus. Es könnte Wochen dauern, bis nach dem Brand am vergangenen Mittwoch alle Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen. Die Behörden suchen nach weiteren Orten, wo Zeltlager eingerichtet werden können. Zahlreiche Migranten forderten, nach Westeuropa weiterziehen zu dürfen.

Im Laufe des Samstags war es immer wieder zu spontanen Demonstrationen und in der Folge auch zu Zusammenstössen zwischen Flüchtlingen und Polizei gekommen. Migranten warfen mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Das Flüchtlingslager Moria war nach Unruhen und Brandstiftungen fast völlig abgebrannt. Über Nacht wurden dadurch etwa 12'000 Menschen obdachlos. (sda/dpa)

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Brand auf Moria

300 Menschen fordern in Bern Evakuierung von Flüchtlingslagern

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Küng 13.09.2020 09:40
    Highlight Highlight Wieso haben die tausenden Flüchtlinge nicht in ihrem eigenen Land Aufstände und Proteste gemacht? Vielleicht hätten diese dort auch etwas erreicht. Europa lässt sich sehr einfach unter Druck bringen.
    • geissenpetrov 13.09.2020 11:44
      Highlight Highlight Arabischer Frühling kennst du?
    • Periodic system 13.09.2020 12:44
      Highlight Highlight Vielleicht, weil Sie aus einem Kriegsgebiet geflohen sind und dementsprechend das Ihrem Todesurteil gleich gekommen wäre???
      Sorry, aber bitte ein wenig Empathie. Wenn man Jahrelang in einem Lager, das für 10‘000 Leite weniger konzipiert worden ist, ein menschenunwürdiges Leben führen muss, kann man wohl verstehen, dass einem irgendwann der Kragen platzt, aber natürlich liegt das zu weit über dem Tellerrand für gewisse priviliegierte Schweizer*innen
    • Roger Küng 13.09.2020 13:11
      Highlight Highlight @geissenpetrov, ja kenne ich. Bin seit 2001 jedes Jahr in Ägypten und habe einige gute Kontakte mit Kairo und umliegenden Bereichen.
      @ Periodic system, wenn ganau diesen dann in den Länder welche sie aufnehmen etwas nicht passt, gehen diese auch dort auf die Strasse. Dass Europa überflutet wird, wird zu spät erkannt. Bei vielen andersgläubigen sind wir Christen eh alles Sünder und an unsere Gesetze muss man sich nicht halten. Ich bin nicht priviligiert, arbeite seit über 40 Jahren um über die Runden zu kommen.
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