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Täglich kommen wieder Hunderte von Bootsmigranten übers Mittelmeer



An den Küsten Süditaliens kommen wieder Hunderte Migranten in kleinen Booten an. In Malta nahmen Sicherheitskräfte am Montag 95 Menschen auf, die in Seenot geraten waren. Offizielle Stellen in Valletta bestätigten die Ankunft einer Gruppe. Auf der italienischen Insel Sizilien sind die Lager nach Angaben örtlicher Behörden überbelegt. Von Lampedusa wurden Menschen nach Protesten in andere Orte verlegt, doch der Zustrom dauerte an. Im Juli kamen bisher fast 5280 Migranten in Italien an – viel mehr als in den beiden Vorjahren jeweils im Juli.

In und um die Unterkünfte, in denen die Menschen teils eine zweiwöchige Corona-Quarantäne verbringen, kam es zu Zwischenfällen. In einer Unterkunft des Zivilschutzes am Hafen der Stadt Porto Empedocle auf Sizilien mit 520 Insassen gab es am Montag eine Massenflucht, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Am Abend hiess es, die meisten von ihnen seien wieder in Gewahrsam, ohne genaue Zahlen zu nennen. Bürgermeisterin Ida Carmina habe zuvor über unerträgliche Hitze und Enge dort geklagt.

FILE - In this Sunday, May 6, 2018 file photo, refugees and migrants wait to be rescued by members of the Spanish NGO Proactiva Open Arms, after leaving Libya trying to reach European soil aboard an overcrowded rubber boat, north of Libyan coast. The United Nations is urging governments, businesses and others to â??reboot

Ein Flüchtlingsboot im Jahr 2018. Bild: AP

Am Wochenende hatten sich den Angaben nach 184 Migranten aus einem Camp in der sizilianischen Stadt Caltanissetta unerlaubt abgesetzt. Sicherheitskräfte hätten rund 120 von ihnen bis Montag aufgespürt. Sie seien in die Quarantäne zurückgebracht worden. Bürgermeister Roberto Gambino kündigte an, er wolle an das Innenministerium schreiben: «Ich fordere, dass niemand mehr nach Caltanissetta kommt.» Das Lager sei ungeeignet.

Auf Lampedusa kamen nach Berichten in der Nacht zum Montag mehr als 100 Menschen an, darunter viele Tunesier. Politiker der rechten Lega um Matteo Salvini und von anderen Rechtsaussen-Parteien machten in sozialen Medien Front: Rom gefährde durch die Aufnahme von Bootsmigranten angesichts der Corona-Risiken die Gesundheit der Bürger, erklärten sie. Innenministerin Luciana Lamorgese flog zu Gesprächen nach Tunesien. Dort und in Libyen fahren viele Boote los. (sda/dpa)

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40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vecchia 28.07.2020 10:50
    Highlight Highlight Ich empfehle die Arte-Dok über Tunesien und die Flüchtlinge.

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    Die Situation ist sehr komplex. Während Europäer billige Strandferien machen, bergen Tunesier in Djerba Leichen von Flüchtlingen. Und junge Tunesier nehmen selbst den Tod in Kauf, um aus ihrer Perspektivelosigkeit in das "Traumland ihrer Gäste" zu reisen.

    Was aber Europas Flüchtlingspolitik bietet, ist eine schier unerträgliche, menschenverachtende Schande.
  • Hans12 28.07.2020 10:00
    Highlight Highlight Diese Menschen kommen weil wir sie "rufen".
    • geissenpetrov 28.07.2020 10:32
      Highlight Highlight Rufen tut sie der billiglohnsektor der Wirtschaft und jene ökonomische Haltung, die ihr ewiges Wachstum aufgrund der demografischen Entwicklung in Europa zurecht als gefährdet sieht.
      Es ist mir unverständlich, warum Xenophe ausgerechnet den wirtschaftlichen Aspekt in ihrer Kritik ausblenden, wo er doch sowohl bei den Pull-, wie auch bei den Pushfaktoren nachweislich der Hauptgrund darstellt.
    • Hans12 28.07.2020 13:03
      Highlight Highlight @ geissenpetrov: Immer schön den Xenophobie Knüppel auspacken. Die Migration aus Afrika nach Europa hat mit billiglohnsektor gar nichts zu tun. Erstens hat die mobile Billiglohnproduktion Westeuropa schon lange verlassen. Zweitens dürfen diese Menschen in Europa gar nicht arbeiten. Sie kommen weil Gutmenschen ihnen glaubhaft machen, es sei eine Option auf ein besseres Leben (würde ich wohl auch). Damit schadet man diesen Menschen, ihren Familien, den Herkunftsstaaten und wenn das Fuder überladen wird, irgendwann auch uns. Man darf auch links wählen und Migration kritisch hinterfragen, im Fall.
    • geissenpetrov 28.07.2020 18:32
      Highlight Highlight @Hans
      Xenophobie ist nun mal der passende Begriff, um die Angst vor dem Fremden zu beschreiben. Das aus Angst eine Ablehnung/Feindseligkeit resultiert ist genauso bekannt. Tut mir leid, wenn Du Dich davon provoziert fühlst.

      "Sie kommen weil Gutmenschen ihnen glaubhaft machen, es sei eine Option auf ein besseres Leben"
      Wer soll das sein und wie soll diese Info in die Herkunftsländer übermittelt werden, wer übersetzt es in die jeweiligen Landessprache? Bitte mit Quelle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amarillo 28.07.2020 09:58
    Highlight Highlight Was hier nicht erwähnt wird ist, dass der grösste Teil der Bootsinsassen aus Tunesien, Algerien, Marokko etc. stammt, und somit kaum Chancen auf Asyl hat. Wenn man aber unter dem Deckmantel des Asylrechts die allgemeine Migration abwickelt, werden letztlich diejenigen benachteiligt, welche tatsächlich Asylgründe hätten. Es gäbe sicher Lösungen, im Zusammenhang mit einer Ausbildung bzw. in ein Gesamtkonzept eingebettet, ein gewisses Mass an Migration aus Nordafrika zu bewältigen. Ansonsten werden diese Leute aber einfach das Heer der frustrierten jungen Männer aus ihrem Kulturkreis vergrössern.
    • geissenpetrov 28.07.2020 10:44
      Highlight Highlight "Ansonsten werden diese Leute aber einfach das Heer der frustrierten jungen Männer aus ihrem Kulturkreis vergrössern."
      Die sind mindestens genauso frustriert, wenn sie ohne Perspektive in den Bidonvilles ihrer Heimatländer vergammeln.
    • Ian Cognito 28.07.2020 11:16
      Highlight Highlight Danke hierfür!
      Genau das ist eines der Hauptprobleme. Das Asylrecht wird für etwas herangezogen, wofür es nie gedacht war. Aber eine richtige Alternative gibts auch nicht. Was daraus folgt ist eine schlechte Situation für alle Seiten!
    • Do not lie to mE 28.07.2020 11:55
      Highlight Highlight "Aber eine richtige Alternative gibt’s auch nicht" Gäbe es schon:
      1. Aus und Weiterbildung von afrikanischen, Frauen löst das Armut und Überbevölkerung Problem.
      2. Günstiger Strom
      3. Organisationen wie z.B. "GiveDirectly" Die ohne die übliche Korruption, Geld über das Mobiltelefone direkt an arme Menschen schickt. (80% besitzen ein Mobiltelefon)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yunnan 28.07.2020 09:34
    Highlight Highlight Ich werde mich damit jetzt unbeliebt machen, aber das Problem kann nur gelöst werden, wenn Europa klar kommuniziert, dass kein legaler Status, keine Sozialleistungen auf diesem Weg erlangt werden können. Die Asylgesuche müssen auf afrikanischem Boden geprüft werden können. Dagegen sollten auch grosszügige Hilfsgelder an die Fluchtstaaten ausgerichtet werden, dass sie die nicht als Flüchtlinge anerkannten Migranten wieder zurücknehmen.
    • geissenpetrov 28.07.2020 10:05
      Highlight Highlight Keine Bange, du machst dich nicht unbeliebt. Eine xenophobe Haltung kommt immer gut an in der Anonymität der "sozialen" Medien.

      Ich gebe noch zu bedenken, dass Deine Vorschläge
      a) nicht vereinbar sind mit dem Völkerrecht und
      b) ohnehin wirkungslos sind, da die Pushfaktoren erfahrungsgemäss kaum einen Einfluss auf die Migration haben. Entsprechend wäre es an der Zeit, die Pullfaktoren wenigstens ansatzweise zu diskutieren.
    • pun 28.07.2020 10:43
      Highlight Highlight Das Botschaftsasyl wurde vor ein paar Jahren in der EU und der Schweiz abgeschafft. Davor gab es tausende Anträge, die in der Ära Blocher einfach vergammelt sind.

      Das Problem mit deinem an sich guten Vorschlag ist, dass es in mehreren Ländern illegal ist, in Europa ein Asylgesuch zu stellen, zum Beispiel in Nigeria. Das zweite Problem ist, wo auf dem afrikanischen Boden sollen die Anträge gestellt werden können? Welches Land ist stabil genug und kann diese Menschen über die Antragsdauer unterbringen?

    • Yunnan 28.07.2020 12:41
      Highlight Highlight @geissenpetrov: es ist nicht xenophob, sich keine Zustände wie in Marseille, Paris oder Malmö zu wünschen. Europa kann diesen Menschen nicht die Perspektiven bieten, die sie hergelockt haben. Es ist nicht undenkbar, dass einige afrikanische Staaten so etwas wie dem Botschaftsasyl wieder zustimmen werden; also die (völker)rechtl. Grundlagen dafür geschaffen werden.
      Ausserdem scheinst du die Push- und Pullfaktoren zu verwechseln. Wenn es keine Pullfaktoren gibt, weshalb kommen dann Migranten überhaupt nach Mitteleuropa, statt in das nächste verfolgungslose Land zu gehen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • pun 28.07.2020 08:23
    Highlight Highlight Die Lega hat mit dir Spar-, Privatisierungs- und Spezialisierungspolitik im Gesundheitssektor in Norditalien das grausame Ausmass des Virus in dieser Region überhaupt ermöglicht und sollte jetzt ganz ganz still sein.

    Die flüchtenden Menschen sollten unter würdigen Bedingungen isoliert und anschliessend auf die europäischen Länder weiterverteilt werden. Dabei müssten familiäre Bindungen berücksichtigt und den Leuten eine reelle Chance gegeben werden.
  • Mäni99 28.07.2020 08:12
    Highlight Highlight Und wieder versagt die EU: man wird sich im Brüssel endlos beraten und diskutieren. Italien wird weiterhin im Stich gelassen., Deutschland wird als als einziges Land helfen und EU – Staaten wollen nur Unterstützungsgelder von EU aber nicht mittragen.
  • Peter Vogel 28.07.2020 07:15
    Highlight Highlight Was wollen Tunesier hier? Tunesien ist ein sicheres Land.
  • Wellenrit 28.07.2020 06:51
    Highlight Highlight 😳 geht das wieder los! Bitte aber hört auf Geld auf kosten Afrikas zu machen!!! Das resultat davon sehen wir ja hohere preise oder mehr Flüchtlinge 🤦 ich denke die höheren Preise kommen uns günstiger.
  • plaga versus 28.07.2020 06:48
    Highlight Highlight Jetzt wirds besonders hässlich. Mit dem Virus gibts für Rechtspopulisten noch mehr Gründe für hartes Durchgreifen.

    • Inflatio 28.07.2020 07:17
      Highlight Highlight Es hat wohl wenig mit Rechtspopulismus zu tun, wenn in einem kleinen Dörfli plötzlich tausende von Flüchtlingen stehen. Die Bewohner sind überfordert und die EU hat nicht wirklich einen Plan.
    • Eskimo 28.07.2020 07:32
      Highlight Highlight Der Virus ist das kleinste Problem. Es gibt mehr als genug Gründe für ein hartes durchgreifen. Und um dies zu realisieren muss man kein Rechtspopulist sein sondern nur ein minimum an gesundem Menschenverstand besitzen.
    • Vecchia 28.07.2020 08:26
      Highlight Highlight Angesichts der grossen Unterstützung von "Black Lives Matter" sollten die Rechtspopulisten aber in der Minderheit sein...
  • Jawolaufensiedenn 27.07.2020 23:52
    Highlight Highlight Wir Europäer werden uns über kurz -darauf liegt die Betonung- oder lang überlegen müssen, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika auf ein menschenwürdiges Niveau heben lassen. Dass würde den Migrationsdruck verringern und die europäischen Staaten dauerhaft entlasten.
    Natürlich würde es zunächst einmal etwas kosten aber die Zeit würden wir profitieren und die Afrikaner ebenfalls.

    Die ewig gestrigen mögen jetzt blitzen🤩.
    • Hans12 28.07.2020 13:41
      Highlight Highlight Das ist eine extrem arrogante Haltung. 1. Die Annahme, dass die "Menschen in Afrika" ein Menschenunwürdiges Leben führen und 2. dass wir überlegenen Westler Afrika helfen müssen / können. Die meisten Afrikaner (es sind 55 verschiedene Länder!!) leben wohl meist glücklich und zufrieden und das ganz ohne unsere Hilfe. Viele Probleme sind nicht nur das Ergebnis "unserer Ausbeutung" sondern auch unser jahrzehntelangen gutgemeinten Hilfe. Leider ist gutgemeint das Gegenteil von gut, aber hauptsache unser Gewissen ist ruhig.
    • Jawolaufensiedenn 28.07.2020 22:28
      Highlight Highlight @ Hans: was du so alles hineininterpretierst und nicht herauslesen willst ist noch viel interessanter und arroganter, zeugt aber auch davon, dass du lieber nicht genau wissen willst und weisst wie wir heute immer noch Afrika ausbeuten und betrügen.
      Du hältst dich für sehr schlau in deiner Argumentation, es handelt sich aber lediglich um Bauernschläue, die ein vorschnelles, nicht echtes und hilfreiches Urteil ermöglicht. Und vor allem dich und alle Populisten, die ein So-weiter-wie-bisher wollen, entlasten. Sehr borniert und dumm diese Haltung - könnte nach hinten losgehen 🧐!😁😁😁
    • Hans12 29.07.2020 09:17
      Highlight Highlight @ Lokutus: Wenn nur noch Beleidigungen kommen, merkt man jeweils, dass man wohl das Argument "gewonnen" hat. Oder, dass du nicht richtig lesen kannst. Zuhören ist der erste Schritt in eine bessere Welt. Nicht das Herunterbeten von Parteiparolen.

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