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James Le Mesurier, Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weisshelme, ist in Istanbul tot aufgefunden worden. Die Todesursache ist unklar. (Archivbild)

James Le Mesurier war Mitgründer der syrischen Rettungsorganisation Weisshelme. Bild: AP

Weisshelm-Gründer stirbt unter mysteriösen Umständen in Istanbul



Der aus Grossbritannien stammende Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weisshelme ist in Istanbul tot aufgefunden worden. Deren Leiter Raid al-Salih bestätigte den Tod von James Le Mesurier der Deutschen Presse-Agentur, ohne Details zur Todesursache zu nennen.

Le Mesurier sei «am Montag in Istanbul gestorben und der Fall ist jetzt in den Händen der türkischen Polizei», sagte Salih. Das Istanbuler Gouverneursamt teilte mit, man habe Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei vermutet, dass der 48-Jährige aus grosser Höhe stürzte. Nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hätten Ärzte nur noch seinen Tod feststellen können. Seine Frau habe bei der Polizei ausgesagt, er habe in letzter Zeit «extremen Stress» gehabt und deshalb Schlafmittel und andere Medikamente eingenommen, berichtete Anadolou.

Police forensic officials work at the site after former British army officer who helped found the

Polizisten sichern den Platz des Geschehens im Istanbuler Viertel Beyoglu. Bild: AP

Erst am Freitag behauptete das russische Aussenministerium auf Twitter, James Le Mesurier sei überall auf der Welt für den britischen Geheimdienst MI6 tätig gewesen und habe bei Einsätzen im Kosovo Verbindungen zu terroristischen Gruppen gehabt.

Die Weisshelme drückten Le Mesuriers Familie auf Twitter ihr tiefes Beileid aus. «Wir müssen auch seine humanitären Bemühungen loben, an die die Syrer sich immer erinnern werden», schrieb die Organisation.

Grosser Einsatz im Osten Aleppos

Die Weisshelme wurden durch ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt, vor allem im Osten der lange Zeit heftig umkämpften Stadt Aleppo. Sie waren nach Bombenangriffen oft unter den ersten Helfern vor Ort. In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115'000 Menschen. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Eine Kurz-Dokumentation über sie wurde ausserdem mit einem Oscar ausgezeichnet.

This photo provided by the Syrian Civil Defense White Helmets, which has been authenticated based on its contents and other AP reporting, shows Syrian White Helmet civil defense workers search for victims from under the rubble of a destroyed building that hit by airstrikes, in Deir al-Sharqi village, in Idlib province, Syria, Saturday, Aug 17, 2019. Syrian activists and a war monitor say airstrikes have pounded the southern edge of a rebel stronghold in the country's northwest, in one instance killing seven including children. (Syrian Civil Defense White Helmets via AP)

Weisshelme such nach Luftschlägen in Deir al-Sharqi in der Idlib-Provinz nach Opfern, 17. April 2019. Bild: AP

Die Weisshelme sind offiziell als Syrischer Zivilschutz (SCD) bekannt. Der frühere britische Armee-Offizier James Le Mesurier galt als eine treibende Kraft bei der Gründung der Organisation im Jahr 2013. Die Arbeit der rund 3000 Freiwilligen wird mitunter durch Spenden aus dem Ausland möglich gemacht. Die deutsche Regierung unterstützt die Weisshelme schon seit längerem, die US-Regierung hatte erst vor drei Wochen Hilfen in Höhe von 4.5 Millionen Dollar zugesagt.

Le Mesurier hatte auch die in den Niederlanden registrierte Mayday Rescue Foundation gegründet, die Retter für Einsätze bei Konflikten und Naturkatastrophen ausbildet. Die Organisation hatte auch die Weisshelme mit Ausrüstung sowie finanziell unterstützt. Le Mesurier sei ein «grossartiger Anführer, Visionär sowie ein geschätzter Kollege und Freund» gewesen, teilte die Mayday Rescue Foundation mit.

Die Weisshelme wurden aber immer wieder von Russland und Syrien beschuldigt, mit islamistischen Dschihadisten in Syrien gemeinsame Sache zu machen. Ausserdem hätten sie zum Teil Luftschläge inszeniert und die Verantwortung Russland und Assad zugeschoben. (jaw/sda/dpa)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Maag 12.11.2019 17:47
    Highlight Highlight James Le Mesurier ist ein M16 Agent das ist ja kein Geheimnis mehr. Unter Hilfsorganisationen Terroristen unterstützen ist ja auch bekannt. Made in England
  • Dirk Leinher 12.11.2019 12:40
    Highlight Highlight Dass er mal MI6 Agent war ist eigentlich nicht wirklich bestritten und dass die Weisshelme eine PR Funktion Pro-Terroristen anführen ist auch nicht zu leugnen.
  • tripod 11.11.2019 23:46
    Highlight Highlight Frei nach Edward Snowden: "Wenn ich vom Balkon falle, dann seien Sie sicher: Ich bin nicht gesprungen."
  • Basti Spiesser 11.11.2019 22:00
    Highlight Highlight Ein Brite war Gründer der white helmets, dem „syrischen Zivilschutz“? Interessant.
  • Snowy 11.11.2019 20:01
    Highlight Highlight Dass die Weisshelme „Giftgasangriffe“ in Syrien dem Assad-Regime zuschreiben wollten, um damit ein militärisches Eingreifen der USA zu provozieren, gilt als gesichert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dong 11.11.2019 18:49
    Highlight Highlight Die Weisshelme haben nur in Al-Qaida-kontrollierten Gebieten agiert stets nur die Taten des Assad-Regimes angeprangert, natürlich kommen Zweifel über ihre Unabhängigkeit auf! Dann haben sie noch die gleichen Opfer mehrfach gerettet und Leichen von der Brücke geworfen, natürlich was das eine reine Propaganda-Truppe. Und ausser den Weisshelmen selber hat auch nie jemand die Weisshelme bei der Arbeit gefilmt.
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 11.11.2019 18:29
    Highlight Highlight Ich will keine Verschwörungstheorien in de Welt setzen, aber im direkten Zusammenhang mit Syrien und der Türkei stinkt dieses Szenario für mich nach Nachhilfe.

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