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Kreml-Kritiker Nawalny meldet sich nach Vergiftung erstmals zu Wort



Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hat sich erstmals seit seiner Vergiftung zu Wort gemeldet. Auf Instagram schreibt er zu einem Bild, das ihn im Krankenhaus zeigt:

«Hallo, hier ist Nawalny», schreibt Nawalny. «Ich vermisse euch. Ich kann immer noch kaum etwas selbst machen, aber gestern konnte ich den ganzen Tag selbstständig atmen. Wahrhaftig selbstständig. Ich brauchte keine Hilfe mehr von aussen, nicht einmal ein Ventil in meinem Hals», teilte er seine fortschreitende Genesung mit seinen Anhängern. Das Atmen, so Nawalny sinngemäss weiter, sei ein erstaunlicher Prozess, der von vielen nicht genug wertgeschätzt würde.

Erst gestern wurde bekannt, dass der vergiftete russische Kremlkritiker nicht mehr beatmet werden müsse und sein Krankenbett in Deutschland zeitweise verlassen könne. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, teilte das Berliner Klinikum Charité am Montag mit.

Zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden haben unterdessen einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache für Nawalnys Vergiftung festgestellt. Dies teilte die deutsche Regierung ebenfalls am Montag mit.

Sprecherin: Nawalny wird wieder nach Russland zurückkehren

Nawalny will seiner Sprecherin zufolge nach einer Genesung in seine Heimat Russland zurückkehren. «Es wurden noch nie andere Möglichkeiten in Betracht gezogen», betonte Kira Jarmysch am Dienstag auf Twitter.

Es sei seltsam, wenn jemand etwas anderes annehmen würde. Zuvor hatte die «New York Times» berichtet, dass Nawalny seine Rückkehrpläne den deutschen Behörden mitgeteilt habe. Deutsche Politiker hatten Anfang des Monats dafür plädiert, dem russischen Oppositionellen Asyl in Deutschland zu gewähren. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Asyl für Nawalny ins Gespräch gebracht. (meg/sda/dpa)

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