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7 brutale Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA, die uns im Gedächtnis bleiben

Der Fall von George Floyd hat erneut die ganze Welt aufgerüttelt: Wieder ein schwarzer Mann, der von einem weissen Polizisten getötet wird. Solche Fälle sind in den USA leider längst keine Seltenheit mehr. Wir haben sieben solcher Fälle aufgelistet.



Allein 2019 wurden 1014 Personen von einem Polizisten in den USA getötet. Die Liste der Fälle ist lang, und viele davon brutal. Auffällig häufig gelangen Videos von weissen Polizisten, die schwarze Männer in umstrittenen Umständen töten, an die Öffentlichkeit. Spätestens seit dem Fall Eric Garner sind solche Videos keine Seltenheit mehr – sondern die traurige Realität.

Die sieben eindrücklichsten Fälle seit 2014 haben wir für euch zusammengestellt:

17. Juli 2014, Staten Island (New York): Eric Garner

Der 43-jährige Familienvater Eric Garner wurde von Polizisten des illegalen Zigarettenverkaufs beschuldigt. Als Garner sich gegen eine körperliche Untersuchung wehrte, reagierten die Beamten mit seiner Festnahme. Einer der Polizisten nahm Garner von hinten in den Würgegriff, was in der New Yorker Polizei seit 1993 ausdrücklich verboten ist.

Der grosse und übergewichtige Mann rief mehrmals «Ich kann nicht atmen», doch die Polizisten reagierten nicht darauf – anschliessend verlor Garner sein Bewusstsein. Die Anwesenden führten keine Wiederbelebungsversuche durch und riefen erst mehrere Minuten später die Ambulanz, mit der er in ein Krankenhaus abtransportiert wurde. Dort konnte man nur noch seinen Tod feststellen.

epa07719376 A man covers his face during a Black Lives Matter of Greater New York protest at the US Department of Justice building in support of an indictment for the death of Eric Garner in Washington, DC, USA, 15 July 2019. Eric Garner died 17 July 2014 during a confrontation with officers of the New York City Police Department. The group is calling for NYPD officer Daniel Pantaleo to be charged in Garner's death. The federal statute of limitation in the Garner case expires 17 July 2019.  EPA/ERIK S. LESSER

«Ich kann nicht atmen»: Die letzten Worte von Erid Garner. Bild: EPA

Der würgende, weisse Polizist wurde von einer Grand Jury freigesprochen, weil es keinen begründeten Anlass für die Erhebung einer Anklage gebe. Daraufhin kam es zu Demonstrationen mehrerer tausend Menschen am Times Square in New York. Erst fünf Jahre später wurde der Polizist entlassen.

9. August 2014, Ferguson (Missouri): Michael Brown

epa04367699 Photographs surround the casket of Michael Brown before the start of his funeral at the Friendly Temple Missionary Baptist Church, St Louis, Missouri, USA, 25 August 2014. Eighteen-year old Michael Brown, an unarmed African-American died after being shot in Ferguson Missouri by  police officer Darren Wilson on 09 August 2014. The shooting caused racially charged clashes in Ferguson, on the outskirts of St Louis during protests over the incident.  EPA/RICHARD PERRY /  POOL

Die emotionale Gedenkfeier für Michael Brown. Bild: EPA/THE NEW YORK TIMES POOL

Sechs von den zwölf abgefeuerten Schüsse trafen ihn: Und das, weil sich Michael Brown durch das offene Fenster eines Polizeiwagens gelehnt haben soll. Dabei habe sich nach Angaben des Schützen ein Schuss aus dessen Pistole gelöst und Brown sei geflüchtet. Der Polizist habe den Streifenwagen verlassen, Brown habe angehalten und sich umgedreht. Danach habe sich Brown gemäss Zeugenaussagen in bedrohlicher Haltung dem Polizisten genähert, woraufhin dieser Brown erschoss. Ein anderer Zeuge widerspricht dieser Aussage, indem er sagte, Brown näherte sich dem Polizisten nach dem Fallen mehrerer Schüsse in gekrümmter Haltung, weil ihn wahrscheinlich eine Kugel getroffen hat. Danach schoss der Beamte nochmals mehrmals.

Die Ermittler des FBI haben empfohlen, keine Bundesanklage zu erheben. Eine Grand Jury hat sich dann dafür entschieden, kein Verfahren gegen den Polizisten zu eröffnen. Danach kam es zu gewaltsamen Protesten in mehr als 170 Städten der USA.

23. November 2014, Cleveland (Ohio): Tamir Rice

Der Zwölfjährige Tamir Rice starb durch Schüsse aus der Waffe eines weissen Polizisten, und das, weil der Junge eine Waffenattrappe in den Händen hielt, welche die Beamten für echt hielten. Rice zielt mit der Waffe auf einen Passanten und näherte sich dem gestoppten Polizeiwagen, während er an seinem Gürtel herumspielt.

epa04505409 A video shown by the Cleveland Police department on 26 November 2014 allegedly shows 12 year old Tamir Rice in a city park walking around pointing a gun that turned out to be a toy in Cleveland, Ohio, USA, on 22 November 2014. Rice was shot and killed by police shortly after a caller to 911 reported a person with a gun was walking around pointing it at people. The gun was identified as a toy airsoft pellet gun that had the orange identifier removed.  EPA/CLEVELAND OHIO POLICE DEPARTMENT ISSUE WITH SOURCE: GRABS TAKEN FROM FOOTAGE POSTED ONLINE OF THE CLEVELAND POLICE PRESS CONFERENCE, WHERE THEY SHOWED THE VIDEO ON A SCREEN/ KS 

EDITORIAL USE ONLY / NO SALES

Ein Bild der Überwachungskamera zeigt den 12-Jährigen mit einer Waffenattrappe. Bild: EPA/CLEVELAND OHIO POLICE DEPARTMENT

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, dass der Polizist nach der Ankunft am Ort des Geschehens binnen Sekunden schoss. Die Waffenattrappe, eine Soft-air-Replika einer Colt M1911, hatte keine orangefarbene Mündung und war deshalb nicht von einer echten Waffe zu unterscheiden.

Auch in diesem Fall wurde der Schütze nicht angeklagt, obwohl der Richter dem Staatsanwalt zu einer Anklage geraten hatte. Es gebe genügend Beweise. Der Vorfall löste in den ganzen USA Proteste aus.

FILE - In this Dec. 1, 2014, file photo, Tomiko Shine holds up a picture of Tamir Rice, a 12-year-old boy fatally shot Nov. 22, 2014, by a rookie police officer in Cleveland, Ohio, during a protest in Washington, D.C. Cleveland agreed in 2016 to pay $6 million to Tamir's family. The settlement is among several other million-dollar-plus payouts in recent years in cases of killings by police. (AP Photo/Jose Luis Magana, File)

Eine Demonstrantin hält das Bild vom Jungen Tamir Rice hoch. Bild: AP/Jose Luis Magana

12. April 2015, Baltimore, Maryland: Freddie Gray

Nach der Festnahme von Freddie Gray, weil er nach Augenkontakt mit den Polizisten floh, fiel er während des Transportes in ein Koma und verstarb sieben Tage später im Spital. Dem Polizeibericht zufolge verlangte Gray immer wieder nach medizinischer Hilfe, doch die Polizisten riefen erst 43 Minuten später die Ambulanz. Die sechs in den Vorfall verwickelten Beamten wurden entlassen.

Einige Zeugen behaupteten, die Polizisten hätten Gray grob und gewalttätig festgenommen und mit Polizeiknüppeln geschlagen. Es kam ebenfalls die Frage auf, ob der Fahrer einen sogenannten «rough ride» fuhr – eine Form der Polizeigewalt, in der der Verhaftete ohne Sicherheitsgurt in einem Auto platziert wird, das absichtlich grob gefahren wird. Der 25-Jährige fiel gemäss Autopsie mit schweren Rückenmarksverletzungen, drei gebrochenen Wirbel, Verletzungen an seinem Kehlkopf und einer zu 80 Prozent durchtrennten Wirbelsäule ins Koma – gemäss Medizinberichten wurden ihm viele diese Verletzungen im innern des Polizeiwagens zugefügt.

BALTIMORE, MD - MAY 01:  Baltimore City State's Attorney Marilyn J. Mosby announces that criminal charges will be filed against Baltimore police officers in the death of Freddie Gray on May 1, 2015 in Baltimore, Maryland. Gray died in police custody after being arrested on April 12, 2015.  (Photo by Andrew Burton/Getty Images) *** BESTPIX ***

Die Staatsanwältin von Baltimore sagte, «der Tod von Freddie Gray war Mord». Bild: Getty Images North America

Obwohl die Polizisten selbst abstritten, an dem Tod beteiligt gewesen zu sein, wurde gegen sie Strafanzeige erhoben. Die Anklagepunkte waren unter anderem Totschlag und illegale Verhaftung. Doch zwei Jahre später entschied das US-Justizministerium, keine Anklage gegen die sechs Polizeibeamten zu erheben – jedoch wurde ein nicht strafrechtliches internes Disziplinarverfahren in die Wege geleitet.

6. Juli 2016, Minnesota: Philando Castile

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Dieses Video ist schwer zu ertragen: Es zeigt, wie Philando Castile während einer Verkehrskontrolle in Minnesota erschossen wird, und das neben seiner Freundin und deren gemeinsamer Tochter. Castile informierte den Polizisten, nachdem er aufgefordert worden war, seinen Führerschein zu zeigen, dass er eine Waffe auf sich trug. Der Polizist sagte mehrmals, er dürfe sie nicht herausholen, woraufhin Castile bestätigte, dies nicht zu tun. Nur sieben Sekunden nach der Ankündigung schoss der Polizist ganze sechs Mal auf den Vater. Im Video hört man die Schreie der Frau und was Weinen des kleinen Mädchens, welches auch kurze Zeit später aus dem Auto aussteigt und zu dem anderen Polizisten rennt. Castile verstarb nach erfolglosen Reanimationsversuche der Polizei.

Die Freundin streamte den Vorfall Live auf Facebook, um ein Beweisvideo zu haben. Im Video hört man das Mädchen, wie sie der Mutter sagt, «es sei alles okay». Herzzerreissende Szenen.

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Der Polizist wurde wegen Totschlags und gefährlicher Entladung einer Schusswaffe angeklagt, aber ein Jahr später von allen Anklagen wieder freigesprochen. Die hinterlassene Familie erhält drei Millionen US-Dollar Schmerzensgeld.

18. März 2018, Sacramento, Kalifornien: Stephon Clark

Der 22-jährige Stephon Clark wurde in seinem eigenen Garten von Hinten durch die Hand von zwei weissen Polizisten erschossen. Der zweifache Vater wurde des Autodiebstahles verdächtigt und die Beamten verfolgten ihn bis zu seinem Haus. Videoaufnahmen der Bodycams der Beamten und die eines Helikopters zeigen, wie die Polizisten das Grundstück stürmten und den Verdächtigen auffordern, seine Hände zu zeigen. Kurz danach rufen sie «Waffe! Waffe! Waffe!» und beginnen zu schiessen. Bei der Leiche wurde anschliessend allerdings bloss ein Smartphone gefunden.

Acht von ganzen 20 Schüssen haben Clark in den Rücken und die Seite getroffen. Clark sei nach Autopsiebericht noch etwa drei bis zehn Minuten am Leben gewesen, ehe er verblutete. Die Polizisten hatten Angst, dass er bewaffnet sei und leiteten nicht unmittelbar medizinische Massnahmen ein – sie fragten den am Boden liegenden Clark drei Minuten, nachdem die Schüsse fielen, ob er «ok» sei.

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Während den Ermittlungen wurden die Polizisten freigestellt. Auch in diesem Fall wurde keine Anklage gegen die Polizisten erhoben. Sie hätten wahrscheinlich Gründe gehabt, Clark mittels tödlicher Gewalt zu stoppen.

25. Mai 2020, Minneapolis, Minnesota: George Floyd

Der jüngste Fall betrifft den Afroamerikaner Greoge Floyd: Bei dessen Verhaftung drückte der weisse Polizist sein Knie auf Floyds Hals – und das so lange, bis dieser das Bewusstsein verlor (watson berichtete). Ähnlich wie in Garners Fall flehte der Verhaftete nach Luft, doch die Polizisten hörten nicht auf ihn. Kurze Zeit später wurde im Spital sein Tod festgestellt.

Bild

Screenshot der Video-Aufnahme der Verhaftung George Floyds.

Die in den Fall involvierten Polizisten wurden nach Veröffentlichung dieses Videos entlassen. Trump versicherte der Bevölkerung am Mittwoch auf Twitter, «der Gerechtigkeit werde genüge getan» – und ordnete eine Untersuchung des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI an.

Nach der Veröffentlichung des Beweisvideos protestierten tausende Menschen gegen «Police Brutality» und für «Black Lives Matter».

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Umgang der Polizisten ist der Blick in die Zukunft nicht vielversprechend: Auch in diesem Fall wird der Polizist eher nicht angeklagt werden.

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Gewalt an Schwarzen-Protesten in Minneapolis

Wieso sind wir nicht vorher darauf gekommen?

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Balikc 29.05.2020 19:53
    Highlight Highlight Auch wenn Agent Orange in weniger als einer Amtszeit mehr Hoffnungen zerstört hat, als sein Vorgänger in zweien aufgebauten konnte - das Desaster fusst auf Tradition...

    ...seit über 500 Jahren.
    Benutzer Bild
  • Victor Paulsen 29.05.2020 12:34
    Highlight Highlight 🤮
    🤮
    Und nochmal🤮
  • Oigen 29.05.2020 11:16
    Highlight Highlight Und keiner der Drecksäcke sitzt im knast...
  • Snowy 29.05.2020 10:57
    Highlight Highlight Habe nun diesen ganzen Text durchgelesen.

    Ich bin gegen Gewalt - habe aber ein gewisses Verständnis wenn heute Polizeiwachen in den USA (nicht das Plündern von Geschäften) in Flammen stehen.

    Enough is enough!
  • Schlingel 29.05.2020 10:23
    Highlight Highlight Das Video des Vorfalls mit Philando Castile ist besonders heftig, da es so wirkt, als hätte er eigentlich alles richtig gemacht. Schon krass wie schnell die Situation eskaliert ist.

    Ohne jetzt die Hintergründe zu kennen, hört sich der Vorfall mit Tamir Rice jedoch nicht nach übertriebenem rassistisch-motiviertem Verhalten seitens der Polizei an.
  • maylander 29.05.2020 10:10
    Highlight Highlight Die grosse Verbreitung von Schusswaffen sorgt eben nicht für mehr Sicherheit.

    Alle inklusive die Polizei haben Angst angeschossen zu werden. Und schiessen deshalb viel früher als nötig.
    • Snowy 29.05.2020 10:59
      Highlight Highlight Wieso wird hier geblitzt?

      Natürlich ist das nicht die alleinige Ursache, aber der Umstand, dass die Polizei überall und immer mit einer Waffe rechnen muss, zwingt sie zu einem anderen Vorgehen als bei uns.
    • Alnothur 30.05.2020 10:38
      Highlight Highlight Nö. Das Verhalten der Polizei hat nichts mit der Verbreitung von Waffen zu tun, und alles damit, dass man dort nach wenigen Wochen oder bestenfalls Monaten in fürchterlichen Polizeischulen als Polizist auf die Bevölkerung losgelassen wird.
  • Anton31 29.05.2020 08:49
    Highlight Highlight Liebe Frau Kienzi

    Wo bleibt hier im Artikel der Hinweis, dass von die durch die Polizei getöteten Menschen in den USA 55% Weisse waren?
    Sicherlich können Sie hier auch ein paar Namen auflisten... bin gespannt...
    • vingt-cinq zero deux 29.05.2020 09:40
      Highlight Highlight In den USA gibt es fünfmal mehr "Weisse" (ca. 223.5mio) als "Schwarze bzw. Afroamerikaner" (ca. 39mio).. Was mit deiner Aussage abgeschwächt werden sollte klappt mit diesem Rechenbeispiel hinten und vor nicht und es wird gerade noch einemal klarer wie gross das Problem dort drüben ist.
    • Balikc 29.05.2020 10:14
      Highlight Highlight Bei einem weissen Bevölkerungsanteil von 88% verdeutlicht Ihre Aussage genau das Problem!
    • Nocciolo 29.05.2020 10:34
      Highlight Highlight Können Sie die Quelle für diese Zahl noch geben?
  • THEOne 29.05.2020 07:35
    Highlight Highlight das problem besteht nicht erst seit gestern, sondern seit jahrzenhten und ist hausgemacht.
    wieso es jetzt so akut erscheint liegt daran, dass man es halt mit den handys filmen kann und auf social media teilt.
    das ekelhafte ist, dass es seither überall aufstände gibt deswegen, die regierung aber im endeffekt nix tut und aussitzt während die schiesswütigen cops bestenfalls suspendiert werden.
    und mit dem momentanen ober-rassist und idiot als präsi muss man keinerlei änderung erwarten
  • Laeddis 29.05.2020 07:02
    Highlight Highlight Mich würde allgemein ein Bericht interessieren über Rassismus in den USA. Was denken z.B. Latinos und Asiaten in den staaten über dieses Thema. Ich sehe wenige latinos oder asiaten demonstrieren. Das die Schwarzen aus der Geschichte heraus mehr Rassismus erleben dort kann ich mir vorstellen. Haben aber latinos weniger risiko dort durch polizeigewalt zu sterben?
  • Der_Andere 29.05.2020 00:37
    Highlight Highlight „Solche Fälle sind in den USA leider längst keine Seltenheit mehr.“

    Sorry Cécile.
    Aber solche Fälle waren in den USA noch NIE eine Seltenheit.

    Anfangs war es legal und normal Schwarze zu töten. Später wars dann illegal aber immer noch salonfähig. Heute ist es weder legal noch salonfähig und trotzdem wird kaum mal ein Täter verurteilt.

    Auch ganz krank ist der Fall von Isaac Woodward. Der schwarze Woodward diente 4 Jahre lang in der Army im Pazifikkrieg und wurde in Army Uniform auf dem Weg nach Hause von Polizisten in South Carolina bis zur Blindheit geprügelt. Niemand wurde verurteilt.
  • Freethinker 28.05.2020 23:25
    Highlight Highlight Amerika, das Land des unbegrenzten Rassismus. Traurigerweise müsste man wohl um sein eigenes Leben fürchten, wenn man eingegriffen hätte. Dennoch hätte man sich zu mer durchringen müssen, als nur zu reden und mit dem Smartphone draufzuhalten.
  • AdvocatusDiaboli 28.05.2020 22:45
    Highlight Highlight "Racism is not getting worse, it's getting filmed."

    -Will Smith
  • stalker 28.05.2020 22:30
    Highlight Highlight Ich habe die Videos vom Fall Castile angeschaut. Das ist etwas vom Ekelhaftesten, was ich jemals gesehen habe. Der Mann lebt noch, liegt in seinem Blut und der Polizist weiss nichts anderes, als noch minutenlang seine Waffe auf ihn zu richten, und gleichzeitig noch die Frau im Auto anzuschreien? Man lässt den Mann buchstäblich verrecken und die Frau wird gezwungen, daneben zu sitzen. Und es gibt ernsthaft Menschen in der Schweiz, die sich wünschten unsere Polizei würde mal wie die in den USA 'richtig durchgreifen'...
  • teXI 28.05.2020 22:29
    Highlight Highlight Schrecklich... es ist jedoch nicht nur in den USA so. Die Art Gangster laufen auf der ganzen Welt rum. Sie unterscheiden sich nur durch die Uniform von den Anderen
  • Balikc 28.05.2020 21:40
    Highlight Highlight 𝕽𝖎𝖈𝖍𝖆𝖗𝖉 𝕴𝖇𝖊𝖐𝖜𝖊 - stirbt nur ein paar Tage nachdem er verhaftet und misshandelt wurde unter ungeklärten Umständen in der Nacht von 3. auf 4.5.00 in der Justizanstalt für Jugendliche Rödengasse.

    𝖄𝖆𝖓𝖐𝖚𝖇𝖆 𝕮𝖊𝖊𝖘𝖆𝖞 - stirbt am 4.10.05 in einer "Sicherungszelle" im polizeilichen Haltezentrum Linz. Eine Woche zuvor trat er wegen schlechter Haftbedingungen in Hungerstreik. Angebliche Todesursache: Herzversagen.
    • Balikc 29.05.2020 10:10
      Highlight Highlight Der veröffentlichte Kommentar ist bloss der letzte von fünf ähnlichen geposteten…

      Im ersten stand auch die Ausgangsfrage, einer Österreichischen fb-Freundin:
      "Dieser «Ami Bullen sind halt irre, in Österreich gibt’s sowas nicht»-Unbetroffenheitsschass, weiss ma da wos?"

      Unbestritten, die US-Polizei hat ein strukturelles Problem und was Rassismus gegen PoC angeht auch als Gesellschaft einen unaufgearbeiteten historischen Hintergrund. Bevor wir jedoch selbstgefällig das Problem jenseits des Atlantiks verorten, müssen wir einsehen, dass ein latenter Rassismus auch in Europa allgegenwärtig ist.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 28.05.2020 21:11
    Highlight Highlight In den USA sind 37 Prozent der amerikanischen Gefängnisinsassen schwarz, obwohl sie nur 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

    Jede Gesellschaft ist auch ein Unrechtsregime, in dem es von Vorteil ist, wenn man zur profitierender Mehrheit gehört und nachteilig, wenn man in die Gruppe geboren wird, die von dieser Mehrheit stigmatisiert, abgewertet und kleingehalten wird.

    Polizeigewalt und Rassismus innerhalb der Polizei ist in jedem Land ein Thema. In Deutschland hat sich eine Nazigruppierung unter Polizisten gebildet. Da muss der Rechtsstaat handeln!
    • AllknowingP 29.05.2020 04:59
      Highlight Highlight Also wenn du als Schwarzer so “easy” ermordet wirst wie die obigen Fälle zeigen.... dann kommst du wohl auch eher “easy” ins Gefängnis. Drum ist deine Zitiere Statistik Müll & es das Ammenmärchen vom “bösen Schwarzen Mann” gibts nicht.

      Die USA haben offenbar eine äusserst schlechte Polizeiausbildung gemixt mit Einem Rassismusproblem.
      Ein tödlicher Mix!

    • Stefan Morgenthaler-Müller 29.05.2020 10:35
      Highlight Highlight @allknowing. Wie wäre es, wenn du den Rest meines Kommentars liest? Genau das zeigt die Statistik, was du schreibst.
  • Grabeskaelte 28.05.2020 20:54
    Highlight Highlight Die USA... Ein Land das ich früher bewunderte und mittlerweile nur noch verabscheue. Und alle USA-Fans welche mir sagen wollen, dass nicht die ganze Bevölkerung der USA solche Machenschaften befürworten, muss ich korrigieren. Fast das ganze Volk ermöglicht solche Machenschaften. Hätten wir in der Schweiz eine solche Polizei und einen solchen Staat, ich wäre im bewaffneten Widerstand. Ein paar uniformierte würden mit mir gehen.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 28.05.2020 22:39
      Highlight Highlight Es gab auch hier einige Fälle von Polizeigewalt. Denke nicht, dass du recherchiert hast.
    • Grabeskaelte 28.05.2020 22:49
      Highlight Highlight Mein lieber Stefan... Du bewegst dich aber sowas von auf dem Holzweg was meine Person betrifft 😂. Natürlich gibt es auch hier Polizeigewalt und einige Fälle sind mir bekannt. Von amerikanischen Verhältnissen sind wir aber trotzdem meilenweit entfernt. Das ist nicht annähernd vergleichbar.
    • AdvocatusDiaboli 28.05.2020 23:19
      Highlight Highlight "ich wäre im bewaffneten Widerstand"

      Dann geh doch mal bei Glencore vorbei um aufzuräumen. Danach glaube ich dir so etwas.
    Weitere Antworten anzeigen
  • AgentNAVI 28.05.2020 20:31
    Highlight Highlight Und zu diesen sieben Fällen kommen noch zig Fälle indenen Schwarze ermordet werden, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommt...
  • Steven Heeb 28.05.2020 18:59
    Highlight Highlight Auffällig oft wird nur ein teil des videos veröffentlicht, in dem der gewaltexsess sichtbar ist. In vielen Fällen agierten die später getöteten aggressiv oder verhielten sich nicht kooperativ undherablassend. In einem Land, in dem praktisch jeder legal eine Waffe erwerben und auf sich tragen kann habe ich absolutes Verständniss dafür, das sich die Einsatzkräfte erst mal durch eine Schussabgabe oder Ähnlichem ihre sichere Heimkehrzu ihren Familien sichern. Keine Frage, die im aktuellen Video angewendete Gewalt ist nicht verhältnismässig und sollte Konsequenzen nach sich ziehen...
    • supremewash 28.05.2020 21:59
      Highlight Highlight Habe es an anderer Stelle auch schon gesagt. Wer in diesen Fällen auf den Kontext verweist (Widerstand gegen die Staatsgewalt, Fluchtversuch, Drohung etc.) hat meiner Meinung nach nicht begriffen worum es geht. Polizisten müss(t)en sich Kraft ihres Amtes an höheren Massstäben messen lassen als die Zivilbevölkerung. Dass es in vielen dergut dokumentierten Fällen nicht einmal zu einem Verfahren kam ist eines Rechtsstaates unwürdig
    • Der_Andere 29.05.2020 00:23
      Highlight Highlight Sich nicht kooperativ verhalten, aggressives Auftreten, herablassendes Verhalten, Fluchtversuch. Alles egal.

      Für alle diese Situationen gibt es auch nicht letale Mittel. Nichts davon rechtfertigt die Tötung eines Zivilisten.

      Niemand sagt dieser Job sei einfach oder sicher. Aber als Vertreter des Staates und des Gesetzes müssen sich die Polizisten in meinen Augen den Anspruch gefallen lassen, dass sie niemals als erstes das Feuer eröffnen.

      Ausserdem sehe ich auch nicht, dass sich die US Polizeibehörden für strengere Waffengesetze einsetzen.
    • Burial 29.05.2020 06:42
      Highlight Highlight Die goldene Regel ist, vor allem im Bezug auf den Fall George Floyd, sobald die Person arretiert ist, wird keine Gewalt mehr angewendet - Punkt! Und da ist es völlig irrelevant was vorher geschehen ist. Man kann wenn nötig noch die Beine blockieren o. ä. damit die Person nicht um sich schlagen kann.. Aber ansonsten kümmert man sich im Nachgang um die Person.
  • Flyeagle144 28.05.2020 18:36
    Highlight Highlight Es ist soooo krass :( es gibt fälle da ist es für den polizisten sehr sehr schwierig in kurzer zeit eine richtige entscheidung zu treffen aber in diesen fällen war das so unnötig ich gehe soweit und sage das ist vorsätzlicher mord! Warum gibts eigentlich kein aufschrei der internationalen gemeinschaft??? Niemand weisst dieses abartige land mit ihren trigger happy murder cops in die schranken das kann doch nicht wahr sein
    • Stefan Morgenthaler-Müller 28.05.2020 22:44
      Highlight Highlight @Flye. Die internationale Gemeinschaft hat ein paar Kriegstreiber aus dem Balkan und einige aus Afrika in Den Haag zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

      Hast du schon mal gehört, dass da ein Amerikaner vor Gericht erscheinen musste? Der Irakkrieg (2003 - ?) hat mehr als 600'000 Tote zur Folge gehabt. George W. Bush geniesst heute das Leben eines Künstlers auf seiner Range. Wie erklärst du dir das?
    • Gzuz187ers 29.05.2020 07:46
      Highlight Highlight Nun ja, die USA lehnen den Internationalen Strafgerichtshof auch ab. Eigentlich müsste man die USA als Schurkenstaat sanktionieren.
    • Flyeagle144 29.05.2020 08:30
      Highlight Highlight Ich erwarte auch nicht das er vor das strafgericht kommt ist ja kein kriegsverbrecher aber die sollten doch mal ihr maul aufmachen! Das andere kann ich nicht beurteilen sondern nur mutmassen und darum sage ich lieber nix....
  • dunou 28.05.2020 18:23
    Highlight Highlight Der Titel ist leider, leider, leider falsch. Es gibt so viele Fälle, dass man die Einzelfälle nicht mehr in Erinnerung behält. Das ist das Himmeltraurige.

  • Füürtüfäli 28.05.2020 18:18
    Highlight Highlight 25. Mai 2020, Minneapolis, Minnesota: George Floyd

    Das Video ist sehr verstörrend und bedrückend. Der Office kniet 10 Minunten auf dem Hals des Opfers und man sieht förmlich wie das Leben aus dem Augen des Opfers entweicht, bis er schließlich bewusstlos wird. Die Passanten flehen förmlich die Polizisten an, doch endlich loszulassen.

    Das Video ist so eindeutig, das war pure abscheuliche, rassischtische Polizeigewalt.
  • TanookiStormtrooper 28.05.2020 18:12
    Highlight Highlight Eigentlich gehört doch auch Rodney King auf diese Liste. Er hat seine "Begegnung" mit den Polizisten zwar überlebt, die Polizisten mussten aber nie für ihre unverhältnismässige Vorgehensweise geradestehen. Das Signal, dass Polizisten in den USA nicht viel zu befürchten haben, wenn sie einen Schwarzen verprügeln oder gar töten, hält bis heute an.
    • bruuslii 28.05.2020 21:10
      Highlight Highlight Well Martin's dream
      Has become Rodney's worst
      Nightmare
      Can't walk the streets
      To them we are fair game
      Our lives don't mean a thing
      Like a king (3x)
      Rodney King (3x)
      Like a king (3x)
      How I wish you could help us Dr. King
      Make sure it's filmed
      Shown on national T.V.
      They'll have no mercy
      A legal lynch mob
      Like the days strung up from the tree
      The LAPD
      Like a king (3x)
      Rodney King (3x)
      Like a king (3x)
      How I wish you could help us Dr King
      So if you catch yourself
      Thinking…
      Play Icon
  • Konstantin Hoppel 28.05.2020 18:08
    Highlight Highlight ein trauriges Land, diese Vereinigten Staaten. Land der unbegrenzten Möglichkeiten...
    • nicolenenüznez 28.05.2020 20:05
      Highlight Highlight Ich nenne es eben immer gerne das "Land der unmöglichen Begrenztheiten", was mir schon einige Blitzer auf Watson eingebracht hatte.
    • THEOne 29.05.2020 07:28
      Highlight Highlight land der beschränkten triffts noch besser

Interview

«Die Schweizer Beteiligung am Kolonialismus war sehr viel stärker, als viele annehmen»

Die Schweiz war keine Kolonialmacht, dennoch haben auch wir eine Kolonialgeschichte. Nur kennt sie fast niemand. Im Interview erklärt die Kulturwissenschaftlerin Patricia Purtschert, warum in der Schweiz eine «koloniale Amnesie» herrscht und wie sich die Verwicklung im Kolonialismus auf den Rassismus auswirkt.

Frau Purtschert, erstaunt es Sie, dass gerade jetzt nach der Schweizer Kolonialgeschichte gefragt wird?Patricia Purtschert: Nein, ich denke das ist die Frage, die jetzt gestellt werden muss. Sie ist wichtig, um einzuordnen, was gerade passiert. Denn Black Lives Matter, das Thematisieren von Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, hat sehr viel mit der Kolonialgeschichte zu tun, auch mit derjenigen der Schweiz. Obwohl die «koloniale Schweiz» lange ein undenkbarer Begriff war, weil die Schweiz …

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