DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Diese App ist schuld: So kam es zum Resultate-Chaos in Iowa

Chaos statt Aufbruch: Die Demokraten sind in den Vorwahlkampf gestolpert. In Iowa versagte wohl eine neue App zur Ergebnisübermittlung. Die Partei hatte aus ihr ein grosses Geheimnis gemacht.

Johannes Bebermeier / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Die Bewerber sind sauer, der Spott ist riesig: Im Bundesstaat Iowa wollten die US- Demokraten mit einem grossen Spektakel in den Wettbewerb um die US-Präsidentschaftskandidatur starten. Doch auch Stunden später ist noch nicht klar, wer nun eigentlich gewonnen hat. Die Partei sah sich am Montagabend nicht in der Lage, Ergebnisse zu veröffentlichen.

Die Demokraten in Iowa begründen die Verzögerung damit, dass sie Ungereimtheiten in drei Ergebnissen festgestellt hätten. Die Stimmen sollen nun per Hand überprüft werden. Es habe keinen Hackerangriff gegeben.

Elizabeth Hendrix, of Des Moines, Iowa, precinct captain for Democratic presidential candidate former South Bend, Ind., Mayor Pete Buttigieg, tries to persuade Tim Gannon, of Des Moines, Iowa, to join her group during an Iowa Democratic Party caucus at Hoover High School, Monday, Feb. 3, 2020, in Des Moines, Iowa. (AP Photo/Charlie Neibergall)

Lange Gesichter bei den Demokraten in Iowa. Bild: AP

Nicht ausreichend getestet?

US-Medien berichten hingegen, dass es Probleme mit der App und auch der Telefonhotline gegeben habe. «Die App, über die die Ergebnisse an die Partei gemeldet werden sollten, hat versagt; das Backup-Telefonsystem hat auch versagt», schrieb Joe Bidens hochrangige Kampagnen-Mitarbeiterin Dana Remus. 

Wie die «New York Times» berichtet, soll die App sehr kurzfristig in den vergangenen zwei Monaten entwickelt worden sein. Es habe keine ausreichenden Tests gegeben, in der eine bundesstaatenweite Übermittlung von Ergebnissen simuliert worden wäre, wie der Zeitung mehrere anonyme Quellen gesagt haben.

Mehrere Verantwortliche in Iowa berichteten am Montag von Problemen mit der App und der Telefonhotline, als sie die Ergebnisse ihres Bezirks übermitteln wollten. Einige sollen eine Stunde lang in der Warteschlange gehangen haben. 

Die Demokraten in Iowa hatten laut «New York Times» ein Geheimnis daraus gemacht, welche App sie nutzen. Nun berichtet die Zeitung, dass es sich um ein Programm der Technologiefirma Shadow handelt. Die Abteilung Cyber-Sicherheit beim Heimatschutzministerium hat erklärt, dass die Behörde die App nicht überprüft habe. 

«Noch nicht bereit für die Prime-Time»

Eine anonyme Quelle sagte der «New York Times», dass es schon vorher die Sorge gab, dass die App an Orten mit schlechter Netzabdeckung nicht funktionieren könnte. Oder dass es die Netze überlasten könnte, wenn viele Menschen gleichzeitig die Ergebnisse abliefern wollten.

Auch die Geheimniskrämerei um das Programm sei infrage gestellt worden. «Das ist eine dringende Mahnung, dass Online-Wahlen noch nicht bereit für die Prime-Time sind», sagte der Informatikprofessor J. Alex Halderman der Zeitung.

Auch wenn die Ergebnisse aus Iowa im Laufe des Tages manuell übermittelt werden und feststeht, ob Bernie Sanders sich zu Recht zum Sieger erklärt hat: Das App-Problem wird die Demokraten weiter beschäftigen. Im Bundesstaat Nevada steht am 22. Februar die nächste demokratische Vorwahl an. Die Ergebnisse müssen auch hier aus den Bezirken in die Zentrale übermittelt werden. Zum Einsatz kommen soll dafür: dieselbe App wie in Iowa.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

1 / 7
Diese Demokraten kandidieren gegen Trump
quelle: epa/epa / tannen maury
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wie klingen die Farben von Trump, Globi und Andreas Thiel?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kanadas kultureller Genozid an seinen indigenen Kindern

In Kanada tauchen 215 Kinderleichen auf, eine dunkle Vergangenheit wird wieder Gegenwart: Zeit, sich dem kolonialen Schicksal von über 150'000 indigenen Schülerinnen und Schülern zu widmen.

Es klopft an der Tür. Es ist der Pfarrer, der örtliche Indian Agent oder ein Polizist. Sie sind gekommen, um die Kinder der Indigenen, der Inuit und der Métis zu holen. Der Bus zur Internatsschule fährt an diesem Morgen los. Fährt sie in ihr neues, fremdes Leben abseits ihrer Familien.

Im Norden der Provinz Alberta kämpft Vitaline Elsie Jenner darum, bei ihrer Mutter zu bleiben. Sie schreit und tobt, «Mama, verlass mich nicht!» Dann nimmt sie die Nonne mit.

Dort, wo sie nun hinkommt, darf sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel