DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schützin in Kalifornien schwor offenbar «IS» die Treue – für das FBI ist die Tat ein Terrorakt



14 Tote bei Shooting in San Bernardino, Kalifornien

Der Angriff auf ein Sozialzentrum im kalifornischen San Bernardino mit 14 Toten war nach Einschätzung der US-Bundespolizei FBI ein Terrorakt. Die beiden Täter, ein Mann und eine Frau, hätten den Angriff intensiv vorbereitet, sagte David Bowdich vom FBI am Freitag in Los Angeles. Sie hätten offenbar auch versucht, digitale Spuren zu zerstören. Möglicherweise hätten die beiden einen zweiten Anschlag geplant.

14 Menschen sind nach dem Attentat von San Bernardino tot, 14 verletzt. Wie CNN und «New York Times» nun berichten, hatte zumindest die Attentäterin Tashfeen M. Verbindungen zur Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»).

Die Frau hat demnach dem «IS» in einem Posting auf Facebook ihre Treue geschworen. Es gebe aber keinen Beweis, dass die Terrororganisation das Angreifer-Ehepaar Seyd F. und Tashfeen M. gesteuert habe.

Das Waffenarsenal der Täter

epa05053816 An undated combo handout picture made available by the San Bernardino County Sheriff on 03 December 2015 shows weapons and ammunition carried by suspects involved in a mass shooting, at the scene of a shooting with an officer, in San Bernardino, California, USA. Investigators were searching on 03 December for a motive in a California massacre that left 14 people dead and 21 others wounded as US President Barack Obama said the mass shooting could be tied to terrorism. Obama said it will take time to uncover the extent of the shooters' plans and their motivations. The suspects, who died in a shootout with police hours after the massacre on 02 December 2015 at a conference centre, were husband and wife, Syed Rizwan Farook, 28, and Tashfeen Malik, 27, the San Bernardino County Sheriff's Office said. The shooting spree targeted a holiday party inside the building.  EPA/SAN BERNARDINO COUNTY SHERIFF -- BEST QUALITY AVAILABLE -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/SAN BERNARDINO COUNTY SHERIFF

Mit den neuen Erkenntnissen manifestiert sich die These der Ermittler, dass der Angriff in San Bernadino auch islamistisch motiviert gewesen sein könnte. Bereits kurz nach dem Anschlag hatten die Fahnder ein Terrormotiv ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Die militärische Ausrüstung des Ehepaars sowie ein auffallend grosses Waffenarsenal in ihrem Zuhause im benachbarten Redlands hatte die Behörden vermuten lassen, dass dem Attentat eine Planung vorausgegangen war.

Zudem war bekannt geworden, dass der Ehemann Seyd F. Kontakte zu in- und ausländischen Extremisten gehabt haben soll. Wer konkret und wie viele das gewesen sein könnten, ist bislang noch offen. Tashfeen M. stammte aus Pakistan und hatte Seyd F. vor rund zwei Jahren im Internet kennengelernt. Sie war mit einem Angehörigen-Visum der Kategorie K-1 in den USA.

Die Ermittler gehen trotz der Terror-Indizien bislang nicht davon aus, dass der Angriff von der Führung des sogenannten «Islamischen Staats» gesteuert wurde. Man gehe von einer «Selbst-Radikalisierung» aus, sagten Ermittler der «New York Times». Dennoch dürften die neuen Erkenntnisse die Diskussion in den USA weiter belasten. Seit Tagen sorgt der Fall für heftige Auseinandersetzungen zwischen Demokraten und Republikanern.

Über am Tatort und im Haus des Ehepaars gefundene technische Geräte versuchen die Ermittler derzeit händeringend, weitere Details darüber zu erfahren, mit wem das Ehepaar vor dem Angriff kommunizierte. Die Ermittlungen ziehen sich, da F. und M. im Vorfeld der Bluttat zwei Handys zerstört sowie Festplatten und Speichermedien gelöscht hatten.

Zudem konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Arbeitsverhältnis von Seyd F. Der 28-Jährige hatte mehrere Jahre bei jener Gesundheitsbehörde gearbeitet, die am Mittwoch die Feier im Sozialzentrum ausrichtete. F. hatte die Feier selbst besucht, sie aber angeblich wegen eines Konflikts spontan verlassen. Wenig später war er mit seiner Ehefrau schwer bewaffnet zurückgekehrt. (heb/vme/kub)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UNO-Folterexperte Nils Melzer: «Der Fall Assange ist wie ein dunkles Familiengeheimnis»

Der Schweizer Jurist Nils Melzer überwacht für die UNO das Folterverbot und hat ein Buch über seine Untersuchung zum Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschrieben. Dessen Rechte seien massiv verletzt worden, sagt Melzer. Und warnt vor der «gefährlichen» PMT-Vorlage, die am 13. Juni zur Abstimmung kommt.

Sie erheben in Ihrem Buch schwere Vorwürfe gegen westliche Staaten im Umgang mit Julian Assange. Was hat Sie bei Ihrer Untersuchung am meisten schockiert?Nils Melzer: Die Erkenntnis, dass der Rechtsstaat offenbar auch in westlichen Demokratien vollkommen ausgehebelt werden kann. Ich habe in den letzten 20 Jahren oft in Kriegs- und Krisengebieten gearbeitet und viele schwere Rechtsverletzungen gesehen. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass in den westlichen Demokratien wenigstens noch der …

Artikel lesen
Link zum Artikel