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... und das war die schlechteste Super-Bowl-Werbung (du ahnst bereits, von wem)



Die besten Super-Bowl-Werbungen in diesem Jahr sind gestern auf grosses Interesse gestossen. Es hatte ja auch ein paar Perlen darunter.

Heute wollen wir uns aber der Schattenseiten der Super-Bowl-Werbung annehmen.

Jedes Jahr misst die Tageszeitung USA Today (Seite des Links leider nur mit VPN erreichbar) mit tausenden von Befragungen die Beliebtheit der Super-Bowl-Spots. Am Ende resultiert eine Rangliste. Gewonnen hat in diesem Jahr Jeep mit Bill Murray.

Und wer landete auf dem letzten Platz?

Man braucht kein Dani Huber zu sein, um zu ahnen: Es ist Präsident Donald Trump. Sein Spot klassierte sich mit einer Punktzahl von 3,33 (von möglichen 10) weit abgeschlagen auf Position 62 – und damit auf dem letzten Platz. Für die Ausstrahlung des 30-Sekunden-Werkes gab Trump übrigens 11 Millionen Dollar aus.

Und hier ist er:

Im Wahlkampf-Spot wird das Schicksal von Alice Johnson geschildert. Wegen eines Drogendeliktes sass sie eine lebenslängliche Haftstrafe ab. Lebenslänglich, obwohl das Delikt keine Gewalt beinhaltete. Es sei das Verdienst von Präsident Trump, dass «Menschen wie Alice Johnson» eine weitere Chance geschenkt werde. Trump habe das Justizsystem umgekrempelt – während alle anderen nur davon geredet hätten. Tausende von Familien seien so wieder vereint worden.

Tatsächlich: Trump unterzeichnete im Dezember 2018 den sogenannten «First Step Act», der von beiden politischen Parteien unterstützt wurde. Er ermöglicht Insassen mit guter Führung eine frühzeitige Entlassung und reduzierte die Mindeststrafzeit für einige Drogendelikte. Federführend für die Ausarbeitung war Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Trump dankte ihm persönlich bei der Unterzeichnung. Das Wall Street Journal gibt an, dass bisher 3000 Häftlinge davon profitierten.

Dass Alice Johnson freikam, ist vor allem das Verdienst ihrer Anwälte. Sie haben monatelange Lobbyarbeit verrichtet und am Ende Kim Kardashian für ihr Anliegen gewonnen. Erst als der Reality-Star sich direkt an Trump wendete, kam Johnson frei.

Dass der Spot nicht gut ankam, hat weitere Gründe:

  1. Er wird als Versuch wahrgenommen, sich bei den Amerikanern afrikanischer Abstammung anzubiedern. Der Werbespot ist damit Teil einer noch jungen Offensive, die auch auf den offiziellen Social-Media-Kanälen des Präsidenten geführt wird. Drei der sechs letzten Einträge auf Trumps Instagram-Account sind Interviews mit Afroamerikanern, welche den Präsidenten in den höchsten Tönen loben (Stand 11.00 Uhr). Zuvor fanden die Minderheiten auf Trumps-Instagram-Account nicht statt.
  2. Als afroamerikanische Football-Spieler mit einem Kniefall während der Nationalhymne auf den weiterhin grassierenden Rassismus in den USA hinweisen wollten, forderte Trump ihre Entlassung. Man dürfe Sport nicht mit Politik vermischen, lautete unter anderem ein Vorwurf. Dass die Sport-Einschaltquoten aber genug gut sind für politische Werbung, stösst einigen Kritikern sauer auf.
  3. Im Rahmen von Trumps Nulltoleranz-Politik gegenüber illegalen Einwanderern an der mexikanischen Grenze wurden systematisch Kinder von ihren Eltern getrennt. Eine Wiedervereinigung sah die Strategie nicht vor. Weil sich Trump nun ausgerechnet als Vereiniger von Familien darstellt, muss er sich den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen.

Ebenfalls miserabel schnitt der Werbespot des demokratischen Querschlägers Michael Bloomberg ab. Für 4,23 Punkte gab es den drittschlechtesten Platz (60).

(tog)

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Video: srf

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