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US-Aussenminister Pompeo besucht israelische Siedlung im Westjordanland



U.S. Secretary of State Mike Pompeo pats his head during a joint press conference with Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu and Bahrain's Foreign Minister Abdullatif bin Rashid Alzayani after their trilateral meeting in Jerusalem on Wednesday, Nov. 18, 2020. (Menahem Kahana/Pool via AP)

US-Aussenminister Pompeo. Bild: keystone

Mike Pompeo hat als erster US-Aussenminister eine israelische Siedlung im Westjordanland besucht. Der 56-Jährige traf Medienberichten zufolge am Donnerstag in Psagot nahe Ramallah ein.

Dort liegt ein Weingut, das einen Wein nach ihm benannt hat - dem vorausgegangen war ein Streit um die Kennzeichnung von Lebensmitteln aus israelischen Siedlungen im Westjordanland.

Aktivisten der israelischen Menschenrechtsorganisation Peace Now protestierten gegen den Besuch Pompeos. Die Gruppe sprach von einem armseligen Versuch, die Aussicht auf Frieden durch eine Normalisierung der Siedlungen zu untergraben.

Wie der noch amtierende US-Präsident Donald Trump steht Pompeo für einen israelfreundlichen Kurs. Damit zielten beide auch auf evangelikale Wählerschichten in den USA ab. Pompeo werden in manchen Medienberichten Ambitionen auf das US-Präsidentenamt nachgesagt.

epa08828788 US Secretary of State Mike Pompeo (L) and Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu (R) attend a joint press conference in Jerusalem, 19 November 2020.  EPA/Maya Alleruzzo / POOL

Bild: keystone

Der Europäische Gerichtshof hatte im November 2019 die seit 2015 geltende Auffassung der EU-Kommission zur Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel aus israelischen Siedlungen im Westjordanland und anderen 1967 eroberten Gebieten bestätigt. Demnach müssen Wein, Obst oder Gemüse aus diesen Gebieten als solche markiert werden. Sie können nicht als Produkte Israels ausgewiesen werden.

Die USA hatten dies damals kritisiert. Wenige Tage später erklärte die Regierung in Washington, der Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland sei aus Sicht der USA «nicht per se unvereinbar mit internationalem Recht». Dies markierte eine Kehrtwende in der US-Aussenpolitik.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die Golanhöhen erobert. Die UN stufen die Gebiete als besetzt ein. Staaten dürfen nach internationalem Recht keine eigene Zivilbevölkerung in besetztes Territorium umsiedeln.

Israel sieht in seiner Siedlungspolitik keinen Rechtsbruch und betrachtet das Westjordanland nicht als besetztes Land. Israel nennt das Gebiet Judäa und Samaria, nach den in der Bibel erwähnten hebräischen Namen. Israel erhebt historische und juristische Ansprüche auf das Land und argumentiert, es habe vor seiner Eroberung 1967 keinem Staat gehört. Damit sei es lediglich «umstrittenes Gebiet». Die Palästinenser fordern die Gebiete für einen eigenen Staat. (aeg/sda/dpa)

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