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epa08806229 A man holds a placard reading 'Biden Harris Our Best Days Still Lie Ahead' as people celebrate after news organizations called the US 2020 presidential election for Joe Biden, defeating incumbent US President Donald J. Trump, next to Los Angeles City Hall in Downtown Los Angeles, California, USA, 07 November 2020.  EPA/ETIENNE LAURENT

Joe Biden hat Donald Trump geschlagen: Am Samstagvormittag wurde Trumps Herausforderer offiziell zum 46. Präsidenten der USA ausgerufen. Bild: keystone

Die ganze Welt gratuliert Biden und Harris zum «historischen Sieg»



Nach seinem Zittersieg über Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat Joe Biden Glückwünsche aus aller Welt erhalten.

Schweiz

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gratulierte Biden und Harris über Twitter. Die Wahl sei ein starkes Signal. Die Schweiz sei überzeugt, dass sie mit der neuen Administration die «ausgezeichneten» Beziehungen zu den USA weiterführen und ausbauen könne, twitterte Sommaruga.

Ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) teilte zudem mit, dass Sommaruga Joe Biden einen Gratulations-Brief geschickt habe. Darin zeige sie sich auch erfreut darüber, dass Kamala Harris die erste Vizepräsidentin der USA in der Geschichte sein werde. Sommaruga sei überzeugt, dass die Kooperation auf multilateraler Ebene etwa in der Friedensförderung, bei den Menschenrechten oder beim Klimaschutz ausgebaut werden könne.

Deutschland

In Deutschland sorgte die Entscheidung der Amerikaner parteiübergreifend für Erleichterung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb an den 77-Jährigen, dass mit seiner Wahl «die Hoffnung auf Verlässlichkeit, Vernunft und die beharrliche Arbeit an Lösungen in einer unruhigen Welt» verbunden sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte Biden «von Herzen Glück und Erfolg» und Aussenminister Heiko Maas warb für einen «Neuanfang» in den schwer angeschlagenen deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Nato

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft nach dem Sieg Bidens darauf, die Beziehungen zwischen Nordamerika und Europa weiter verbessern zu können. «Die Führung der USA ist in einer unberechenbaren Welt so wichtig wie eh und je», sagte er. Eine starke Nato sei gut für Nordamerika und gut für Europa. Trump hatte die Nato in Frage gestellt, Biden hat sich klar zu ihr bekannt.

EU

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass die EU und die USA in der Vergangenheit eine beispiellose Partnerschaft aufgebaut hätten, die auf den gemeinsamen Werten Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, sozialer Gerechtigkeit und einer offenen Wirtschaft beruhe. «Während sich die Welt weiter verändert und sich neue Herausforderungen und Möglichkeiten auftun, wird unsere erneuerte Partnerschaft von besonderer Bedeutung sein», schrieb sie.

EU-Ratschef Charles Michel äusserte sich vorsichtiger und verwies darauf, dass die Ergebnisse der US-Wahl erst noch bestätigt werden müssten. Dennoch gratulierte er Biden und dessen künftiger Vizepräsidentin Kamala Harris.

Nach Angaben aus EU-Kreisen gab es innerhalb der Europäischen Union eine Abstimmung darüber, zu welchem Zeitpunkt eine Gratulation angebracht ist. Um 19.00 Uhr deutscher Zeit fiel die Entscheidung – eineinhalb Stunden nachdem klar war, dass Biden uneinholbar vor Trump liegt. Der amtierende Präsident hat allerdings in mehreren Bundesstaaten juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet.

Vielleicht auch deswegen gratulierten am Samstag noch nicht alle Staats- und Regierungschefs. Aus China, Russland und Israel kamen zunächst noch keine Glückwünsche, dafür aber aus Ägypten, Libyen und dem Libanon, aus Kanada, Neuseeland, Indien oder auch Pakistan.

Neuseeland

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hofft nach dem Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und dem Pazifikstaat. «Die Wahlkampagne des gewählten Präsidenten hat gezeigt, dass wir ein gemeinsames Interesse daran haben, globale Herausforderungen wie Covid-19 und den Klimawandel anzugehen», hiess es am Samstag in einer Mitteilung der 40-Jährigen, die nach ihrer Wiederwahl im Oktober erst am Freitag für eine zweite Amtszeit vereidigt worden war.

«Derzeit steht die internationale Gemeinschaft vor vielen Herausforderungen. Die Botschaft der Einheit von Joe Biden versetzt uns in die Lage, diese Herausforderungen anzunehmen», schrieb Ardern. Sie erinnerte auch daran, dass Biden 2016 Neuseeland besucht hatte und damit der ranghöchste US-Politiker seit Bill Clinton im Jahr 1999 war, der dem Land eine Visite abgestattet hatte.

England

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson würdigte die Wahl von Biden und Harris als «historischen Erfolg». «Die USA sind unser wichtigster Verbündeter», schrieb er auf Twitter. In Grossbritannien vermuten Kommentatoren, dass die Wahl auch die Verhandlungen um einen Brexit-Handelspakt zwischen Brüssel und London fördern könnte. Biden gilt als EU-freundlich, Trump wollte hingegen ein lukratives Handelsabkommen mit Grossbritannien abschliessen.

Frankreich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: «Wir haben viel zu tun, um die heutigen Herausforderungen zu bewältigen. Lasst uns zusammenarbeiten!»

Polen

Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda gratulierte Biden lediglich zu seiner «erfolgreichen Präsidentschafts-Kampagne». Man warte nun auf die Nominierung durch das Wahlkollegium, schrieb er auf Twitter. Polen sei entschlossen, die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern auf hohem Niveau für eine noch stärkere Allianz aufrechtzuerhalten. In Polen ist Trump vergleichsweise beliebt. Er hat das Land mehrfach besucht und unter anderem die Aufstockung der US-Truppen dort zugesagt.

Irak

Der irakische Präsident Barham Saleh hat Joe Biden zu seinem Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl gratuliert. Biden sei ein «Freund und vertrauenswürdiger Partner für den Aufbau eines besseren Irak», schrieb Saleh am Samstagabend auf Twitter auf Arabisch und Englisch. «Wir freuen uns darauf, daran zu arbeiten, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen und Frieden und Stabilität im gesamten Nahen Osten zu stärken», so Saleh weiter.

Israel

«Joe, wir haben seit fast 40 Jahren eine lange und herzliche persönliche Beziehung», schrieb Netanjahu am Sonntag bei Twitter. Er kenne Biden auch als «grossen Freund Israels» und freue sich darauf, mit ihm und Harris zusammenzuarbeiten «um das besondere Bündnis zwischen den USA und Israel zu vertiefen». Seinem engen Verbündeten, Amtsinhaber Donald Trump, dankte Netanjahu für die Freundschaft, die er Israel und Netanjahu persönlich gezeigt habe. Er dankte Trump «für die Anerkennung Jerusalems und der Golanhöhen, für die entschlossene Haltung gegenüber dem Iran, für die historischen Friedensabkommen» und dafür, dass er die Beziehungen zwischen Israel und den USA auf einen nie dagewesenen Höchststand gebracht habe.

Palästina

Nach Israels Ministerpräsident Netanjahu gratulieren auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Joe Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl. Er freue sich auf eine Zusammenarbeit mit Biden und seiner Regierung, «um die palästinensisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern und Freiheit, Unabhängigkeit, Gerechtigkeit und Würde für unser Volk zu erzielen», sagte Abbas am Sonntag nach Angaben der offiziellen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa.

Er erhoffe sich von einer Zusammenarbeit mit Biden auch «Frieden, Stabilität und Sicherheit für alle in unserer Region und auf der Welt». Aus Verärgerung über pro-israelische Schritte des Amtsinhabers Donald Trump hatten die Palästinenser die USA in den letzten Jahren boykottiert und nicht mehr als faire Vermittler im Konflikt mit Israel angesehen. Als Konsequenz aus Annexionsplänen Israels im Westjordanland hatte Abbas Mitte Mai ausserdem die Aufhebung aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Israel hat die Pläne allerdings im Gegenzug für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Eis gesetzt, baut aber seine Siedlungen im Westjordanland weiter aus. Beobachter gehen davon aus, dass die Beziehungen zu den Palästinensern sich nach Bidens Sieg wieder verbessern könnten.

Niederlande

Der niederländische Premier Mark Rutte hat Joe Biden zur Wahl zum US-Präsidenten und Kamala Harris zur Vize-Präsidentin gratuliert. «Im Namen des Kabinetts gratuliere ich Joe Biden und Kamala Harris herzlich zu ihrem Sieg bei der spannenden amerikanischen Präsidentschaftswahl», erklärte Rutte am Samstagabend über Twitter. «Ich freue mich darauf, die gute Beziehung zwischen unseren Ländern fortzusetzen und hoffe, ihn schnell persönlich zu sprechen».

(dfr/ohe/jaw/sda/dpa)

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