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FILE PICTURE: General James Mattis testifies before the Senate Armed Services Committee hearing on Capitol Hill in Washington July 27, 2010, on his nomination to be Commander of U.S. Central Command. REUTERS/Yuri Gripas/File Picture

Soll US-Verteidigungsminister werden: General James Mattis. Bild: YURI GRIPAS/REUTERS

Trump hat den Verteidigungsminister: So tickt «Mad Dog» Mattis



Donald Trump macht Ex-General James Mattis zu seinem Verteidigungsminister. Das bestätigte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Kundgebung in Cincinnati. Der 66-Jährige hat noch bis vor weniger als vier Jahren im Militär gedient.

Der pensionierte Vier-Sterne-General ist ein kriegserprobter Kämpfer mit hoher Intelligenz, aber wenig diplomatischer Politur. Wie Trump ist der einstige Marineinfanterist Mattis äusserst direkt. Mehr als einmal hat er mit seinen markigen Sprüchen Kritik geerntet. Nicht umsonst trug er im Militär den Spitznamen «Mad Dog» (verrückter Hund).

Aber Mattis hatte noch einen zweiten Spitznamen: «Warrior Monk» (Krieger-Mönch) – in Anerkennung seiner völligen Hingabe zum Militärdienst. Daneben habe es kaum Zeit für das persönliche Leben gegeben, sagen Begleiter. Vielleicht ist Mattis auch deshalb bis heute Junggeselle.

«Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen seit fünf Jahren verprügeln, weil sie sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spass, sie zu erschiessen.»

James Mattis

Seine 44-jährige Militärkarriere ist blendend, sie hat ihm über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt eingetragen. Seine Marines verehrten Mattis, weil er sich stets für sie einsetzte, lieber die Nächte draussen mit ihnen an den Kampflinien verbrachte als in seinem Feldbett.

FILE -- In this March 7, 1991 file photo, a U.S. Marine patrol walks across the charred oil landscape near a burning well during perimeter security patrol near Kuwait City. Twenty five years after the first U.S. Marines swept across the border into Kuwait in the 1991 Gulf War, American forces find themselves battling the extremist Islamic State group, born out of al-Qaida, in the splintered territories of Iraq and Syria. The Arab allies that joined the 1991 coalition are fighting their own conflicts both at home and abroad, as Iran vies for greater regional power following a nuclear deal with world powers. (AP Photo/John Gaps III, File)

Im Ersten Golfkrieg war Mattis Bataillonskommandant. Bild: JOHN GAPS III/AP/KEYSTONE

Mattis verfügt über intensive Kriegserfahrungen. Er war Bataillonskommandant im Ersten Golfkrieg, befehligte die Einsatztruppe Task Force 58 in Afghanistan und von 2002 bis 2004 – im Zuge der Irak-Invasion – die 1. US-Marineinfanteriedivision. 

Kritiker Obamas

Nach weiteren Führungsposten, etwa beim US Joint Forces Command und dem Allied Command Transformation der NATO, nominierte ihn Präsident Barack Obama 2010 als Chef des strategisch überaus wichtigen US-Zentralkommandos.

Den Posten hatte Mattis bis 2013 inne. In dieser Zeit und danach entwickelte er sich zu einem immer lautstärkeren Kritiker von Obamas Strategien im Irak, Afghanistan und im Krieg gegen den Terror. Mattis ist auch ein ausgesprochener Gegner des Atomdeals mit dem Iran. Er hält Obama für schwach.

Zu Mattis' umstrittenen Äusserungen zählt diese aus dem Jahr 2005 vor Marines: «Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen seit fünf Jahren verprügeln, weil sie sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spass, sie zu erschiessen.»

Härtere Gangart

Weil Mattis erst vor kurzem noch dem Militär angehörte, benötigt er zum Antritt des Regierungsamtes eine spezielle Zustimmung des Kongresses.

Mattis hält eine härtere Gangart den politischen Gegnern der USA gegenüber für angezeigt. Zuletzt hatte er den schwindenden Einfluss der USA im Nahen Osten beklagt. Die Personalie war im Laufe des Tages bereits zu mehreren Medienhäusern durchgesickert. (kad/sda/dpa/reu)

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