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Russia's Foreign Minister Sergey Lavrov speaks to journalists at Miraflores presidential palace in Caracas, Venezuela, Friday, Feb. 7, 2020. Lavrov is visiting Venezuela in a show of support for Venezuelan President Nicolás Maduro as mounting pressure from Washington threatens to cut off the socialist leader from a key financial ally in Moscow. (AP Photo/Ariana Cubillos)
Nicolas Maduro,Sergey Lavrov

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow besuchte Venezuela. Bild: AP

Russland schlägt im Machtkampf um Venezuela gegen Trump zurück

Russland und Venezuela haben nach Angaben des russischen Aussenministers Sergej Lawrow eine engere militär-technische Zusammenarbeit vereinbart.



Angesichts der Bedrohungen des Landes von aussen werde Russland dabei helfen, die Verteidigungskraft seiner Freunde verlässlich zu gewährleisten, sagte Lawrow am Freitag in Caracas bei einer Pressekonferenz mit dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Auch im Energiesektor und Handel, in Industrie und Landwirtschaft sowie bei Infrastrukturprojekten solle die Kooperation zwischen beiden Ländern trotz der US-Sanktionen vertieft werden, sagte er laut der Agentur Interfax.

Lawrow kritisierte «illegale Sanktionen» gegen eines der ölreichsten Länder der Welt, Erpressungsmethoden sowie eine Verletzung des Völkerrechts. Russland steht im Machtkampf in Venezuela fest an der Seite von Präsident Nicolás Maduro. Die Vereinigten Staaten hingegen unterstützen den selbst ernannten Interimspräsident Juan Guaidó.

US-Präsident Donald Trump hatte Guaidó am Dienstag auch bei seiner Rede zur Lage der Nation in Washington begrüsst und dabei Unterstützung zugesagt. Lawrow besucht Venezuela damit just in einem Moment, in dem die USA neue Sanktionen und Massnahmen angekündigt haben, um Druck auf Maduro auszuüben.

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

Lawrow warnt vor Einmischung

Russlands Aussenminister warnte einmal mehr auch davor, sich ungefragt in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Kongress betont: «Sozialismus zerstört Nationen, aber erinnern Sie sich immer daran, dass Freiheit die Seele vereint.»

Die Versuche der USA, legitime Systeme zu stürzen, brächten Chaos, Krieg und Zerstörung in vielen Regionen der Welt, sagte der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, am Freitag.

Russia's Foreign Minister Sergey Lavrov, left, talks to Venezuela's Foreign Minister Jorge Arreaza during a meeting to discuss bilateral issues in Caracas, Venezuela, Friday, Feb. 7, 2020. (AP Photo/Matias Delacroix)

Lawrow im Gespräch mit seinem venezolanischen Amtskollegen Jorge Arreaza. Bild: AP

Russland unterstützt Venezuela immer wieder auch mit Hilfslieferungen von Getreide und Medikamenten. An der Sitzung einer Kommission beider Länder im Mai sollten die praktischen Aspekte der Zusammenarbeit festgeklopft werden, sagte Lawrow.

Opposition zu Wahlteilnahme aufgerufen

Zuvor hatte er die Opposition in Venezuela aufgerufen, sich auf zivile Weise an den Parlamentswahlen in diesem Jahr zu beteiligen. «Ich bin überzeugt, dass diese Wahlen die einzige Möglichkeit sind für die Radikalen, sich nicht selbst um eine Zukunft im politischen Leben Venezuelas zu bringen.» Das sagte Lawrow Interfax zufolge beim Runden Tisch des Nationalen Dialogs in Caracas.

Guaidó hatte sich gegen eine Beteiligung der Opposition an den Wahlen ausgesprochen. Bei den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2018, die etwa die Europäische Union für illegitim erklärte, hatten Oppositionsführer aus Protest gegen die Missachtung der Demokratie durch Staatschef Nicolás Maduro und sein Regime zum Boykott aufgerufen.

Das autoritär regierte Venezuela ist die letzte Station auf der Lateinamerika-Reise Lawrows, die ihn zuvor nach Kuba und Mexiko geführt hatte. Venezuela gehört zu den grössten Waffenkunden Russlands.

Venezuela ist unter Maduros Führung in eine dramatische Wirtschaftskrise geraten; viele Menschen sind ausser Landes geflohen. Inzwischen gibt es auch harte US-Sanktionen, unter anderem gegen den staatlichen Ölkonzern PdVSA und das Umfeld Maduros. (sda/dpa)

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Staatschefs und ihre fliegenden Untersätze

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • tagomago 08.02.2020 14:41
    Highlight Highlight Zum Glück gibt es noch Länder, welche die Demokratie verteidigen.
    • Egal 08.02.2020 15:56
      Highlight Highlight Witz des Tages! Ich hoffe die Leute verstehen Deine Ironie ...
    • cgk 08.02.2020 20:31
      Highlight Highlight tagomago, bitte erklären!
  • rodolofo 08.02.2020 09:52
    Highlight Highlight Jetzt verstehe ich gar nichts mehr!
    Trump und Putin sind doch dicke Freunde, die einander gegenseitig zum Wahlsieg verhelfen!
    Warum zanken die sich jetzt wieder um diesen heruntergewirtschafteten Erdöl-Staat Venezuela?
    Was ist denn schmieriges Erdöl im Vergleich zu "Wahrer Männer-Freundschaft" und "Friede zwischen selbstbewussten Nationen"?
    • Basti Spiesser 08.02.2020 11:02
      Highlight Highlight Blöd wenn das Narrativ nicht aufgeht. So viele Feindbilder, weiss man gar nicht wer man hassen soll, hm?
  • Alice36 08.02.2020 09:12
    Highlight Highlight Jetzt geht wieder ein Stellvertreter Konflikt los, diesmal vor den Toren der USA. Kein Wunder brauchen sie dringen ihre Mauer den wenn die Venezolaner flüchten müssen braucht es die dringend. Einzig das Öl wird ein Schlupfloch finden, Donnie und seine Vasallen werden's schon richten.
  • Quacksalber 08.02.2020 08:48
    Highlight Highlight Wenn es einen Despoten zu stützen gilt ist Putin Russland nicht weit.
    • karl_e 08.02.2020 11:16
      Highlight Highlight Der Donnie steht dem Vladi in nichts nach.
  • dho 08.02.2020 04:02
    Highlight Highlight Die USA ist im Süden Russlands aktiv und Russland ist im Süden der USA aktiv. Na bravo.
    • Hans007 09.02.2020 17:31
      Highlight Highlight Wo ist denn die USA im Süden Russlands aktiv?
  • Huckleberry 08.02.2020 03:23
    Highlight Highlight Wüsste Simón Bolívar was in "seinem" Venezuela abgeht, er würde sich im Grabe umdrehen.
    • dho 08.02.2020 08:48
      Highlight Highlight Nicht erst seit heute... Lesetipp: "Der General in seinem Labyrinth", von Gabriel García Márquez

      Brilliant.
    • rodolofo 08.02.2020 09:53
      Highlight Highlight It's the "Rohstoff-Fluch", stupid!
    • Huckleberry 08.02.2020 17:42
      Highlight Highlight @dho
      Absolut...auch alle anderen Bücher von Márquez!
  • MartinZH 08.02.2020 01:19
    Highlight Highlight Würde Sergej Lawrow in der Privat-Wirtschaft im Bereich Public Affairs und Public Relations arbeiten, er würde sicher ein Millionen-Gehalt kassieren..! 😉👍
    • AdvocatusDiaboli 08.02.2020 04:01
      Highlight Highlight Stimmt sicher, aber der tut das auch so. Putin belohnt loyalität.
    • Erba 08.02.2020 09:31
      Highlight Highlight Von Putin kassiert der ganz sicher mehr als er je in der Privatwirtschaft erarbeiten könnte.
    • dho 09.02.2020 12:09
      Highlight Highlight Das Team Putin ist einfach intelligenter als das Team äähm wie hiess der Kranke auf dem amerikanischen Thron schon wieder???
  • Gummibär 08.02.2020 01:16
    Highlight Highlight Ein zweites Kuba ! Jetzt wird sich zeigen wie der grösste Präsident aller Zeiten und Dealmaker seine stabile Genialität einsetzt mit seinem guten Freund Putin fertig wird.
    • Hierundjetzt 08.02.2020 02:53
      Highlight Highlight 10‘000 Hungertote. 2 Mio % Inflation. 20 Mio die ausser Landes geflohen sind aaaaaaaber USA ist schuld

      Es bitz verblendet 😉
    • Der Rückbauer 08.02.2020 08:46
      Highlight Highlight Hättest Genitalität schreiben müssen....
    • Wenzel der Faule 08.02.2020 09:20
      Highlight Highlight @hierundjetzt
      Die Hungersnot und Inflation könnte mit den Sanktionen zusammenhängen, schon mal daran gedacht?

      Es bitz naiv😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hierundjetzt 08.02.2020 00:08
    Highlight Highlight Das Russland damit seinen 20 Mrd Kredit sichern will, hat er per Zufall vergessen zu erwähnen.

    Das China und Russland die nächsten 7 Jahren sämtliche Öllieferungen zum Schuldenabbau erhalten, ebenso.

    Das Venezuela extrem schwefelhaltiges Öl hat, das unbrauchbar ist (nur für Zementherstellung, alte Containerschiffe sowie Kraftwerke) und daher extrem stark raffiniert werden muss, das ganze daher teurer ist als das Öl von Saudi Arabien, geht in der ganzen Story ebenso vergessen.

    Warum wohl kauft die Schweiz nur Öl aus dem Nordatlantik und zB nicht aus Lybien? Weil nix Schwefel drin. Voilà.
    • Juliet Bravo 08.02.2020 02:58
      Highlight Highlight Aus dem Nordatlantik? Nicht aus Libyen? Da scheinst du nicht gerade à jour zu sein.

      https://www.watson.ch/wirtschaft/wissen/919876722-erdoel-schweiz-das-sind-die-groessten-oel-lieferanten-seit-1988

      Benutzer Bild
    • Franz v.A. 08.02.2020 06:18
      Highlight Highlight *zB nicht aus Lybien*

      Lernt mal Libyen richtig zu schreiben! Danke! :)
    • undduso 08.02.2020 08:02
      Highlight Highlight Das Öl der Saudis ist ebenfalls ziemlich schwer und schwefelhaltig.
      Der grösste Erdöllieferant der Schweiz war lange Lybien. Seit da gebombt wurde, stammt das Öl zu 90% aus Nigeria und Kasachstan. So viel zum Nordatlantik.
    Weitere Antworten anzeigen
  • GenerationY 07.02.2020 23:24
    Highlight Highlight Mal wieder ein Spiel der Grossmächte. Das hungernde Volk als Spielball. Das Öl als Trophäe...
    • Hierundjetzt 08.02.2020 02:52
      Highlight Highlight Klar. Darum betreibt Venezuela auch die 3. grösste Tankstellenkette in den USA 🥳

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