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Weniger Schulden? No! – Italien bleibt im Streit mit der EU stur



Italian Finance Minister Giovanni Tria, background, and European Central Bank President Mario Draghi enter the chamber after a break during a meeting of Eurogroup Finance Ministers at the European Council headquarters in Brussels, Monday, Nov. 5, 2018. European Finance Ministers urged Italy Monday to respond to European Commission demands that it submit a new budget plan after the EU's executive wing rejected Rome's original spending package. (AP Photo/Francisco Seco)

Giovanni Tria. Bild: AP/AP

Italien hat seine Haushaltspläne in einem Brief an die EU-Kommission verteidigt und von Brüssel mehr «Flexibilität» für Sonderausgaben gefordert. Rom begründete dies mit dem Brückeneinsturz in Genua und den schweren Unwettern vor zwei Wochen.

Man brauche bei der Budgetplanung «Flexibilität für besondere Ereignisse», heisst es in einem Schreiben des italienischen Finanzministers Giovanni Tria an die EU-Kommission.

Die italienische Regierung hatte am Dienstagabend kurz vor Ablauf einer von der EU gesetzten Frist angekündigt, den Haushaltsentwurf für 2019 nicht zu verändern. Rom plant weiter mit einer Neuverschuldung von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dabei handele es sich um eine «unüberschreitbare Grenze», schrieb Tria in seinem Brief.

Eingerechnet hat die italienische Regierung im Budgetplan für die kommenden drei Jahre demnach Sonderausgaben von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, um die Schäden nach den tagelangen Unwettern Ende Oktober und Anfang November und dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua im August zu beseitigen.

Roms Budget zurückgewiesen

Die EU-Kommission hatte den italienischen Haushalt im Oktober zurückgewiesen. Brüssel rief Italien auf, bis Dienstag einen nachgebesserten Haushaltsplan vorzulegen. Die EU-Kommission kritisiert, dass Italiens Neuverschuldung für 2019 drei Mal so hoch liegt wie von der Vorgängerregierung mit Brüssel vereinbart.

Die italienische Regierung aus fremdenfeindlicher Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung lehnte die von der EU geforderten Nachbesserungen allerdings ab. Rom droht nun ein Defizitverfahren, das zu hohen Geldbussen oder zur Kürzung von EU-Hilfen führen könnte. (aeg/sda/afp)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Der Rückbauer
14.11.2018 13:25registriert September 2015
Sorry, Italien bleibt nicht stur, sondern hart. Der Euro ist eine Fehlgeburt. Für den Norden zu weich, für den Süden zu hart. Keine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Finanz- und Fiskalpolitik! Das ist das ökonomische Einmaleins, das durch die Politik aus politischen Gründen laufend missachtet wird.
Griechenland und Portugal sind inzwischen verarmt, Italien wird dasselbe Schicksal nehmen, wenn es sich nicht wehrt, und Spanien wird tricksen wie letztes Mal. Langfristig sehe ich schwarz für den Euro in der heutigen Form.
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Herbert Anneler
14.11.2018 13:16registriert August 2015
Für Italiens Regierung steht zuviel auf dem Spiel, als sie noch nachgeben könnte. Mir ist sie höchst unsympathisch - anderseits finde ich es gut, dass die EU-Neoliberalen und hinter ihnen Wall Street und Moody‘s endlich Widerstand spüren, denn sie sind die Ursache des Aufstiegs der Braunen wektweit: Mit ihren Zinsgeschäften und Ratings hungern sie die Staaten aus wie Schmarotzer - die Sozialleistungen werden gekürzt, die Infrastruktur verrottet, die Arbeitslosigkeit grassiert. So verdienen immer weniger Menschen etwas und die Steuerausfälle nehmen zu. Wall Street = brutale Würgeschlange.
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