International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Premier Johnson räumt auf - Finanzminister Javid nimmt den Hut



epa08215147 British Prime Minister Boris Johnson arrives at 10 Downing Street, Central London, Britain, 13 February 2020. The Prime Minister is due to shuffle his cabinet for the first time following the UK election in 2019.  EPA/WILL OLIVER

Boris Johnson. Bild: EPA

Die Kabinettsumbildung von Premierminister Boris Johnson fällt tiefgreifender aus als gedacht. Eigentlich galt der Posten des Schatzkanzlers als sicher, doch nun musste offenbar Sajid Javid seinen Hut nehmen.

Der Schatzkanzler gilt in Grossbritannien als wichtigstes Regierungsamt nach dem Premierminister. Javids Nachfolge soll der bisherige Staatssekretär im Finanzministerium, Rishi Sunak, antreten. In einem Monat muss er den ersten Haushalt der Regierung Johnson nach dem Ende Januar vollzogenen EU-Austritt vorstellen.

Zwischen Javid und Johnson hatte es immer wieder Konflikte gegeben. So preschte der nun geschasste Finanzminister kürzlich mit der Ankündigung vor, dass das umstrittene Bahn-Projekt HS2 fortgesetzt wird. Die Hochgeschwindigkeitstrasse soll die wirtschaftlich abgehängten Regionen in den Midlands und im Norden Englands besser mit London verbinden.

Die britische Nachrichtenagentur Press Association berichtete unter Berufung auf einen Vertrauten Javids, dass Johnson von seinem Finanzminister verlangt habe, seine bisherigen Berater zu entlassen und durch «Sonderberater von Downing Street Number 10» zu ersetzen, um künftig ein gemeinsames Team zu haben. Javid habe jedoch die Auffassung vertreten, «dass kein Minister, der etwas auf sich hält, derartige Bedingungen annehmen kann».

Aus Johnsons Büro verlautete ebenfalls, der Premierminister wolle neue Talente und insbesondere Frauen fördern und Posten auf der Ebene der Staatssekretäre mit ihnen besetzen. Zugleich wolle er loyale Unterstützer belohnen, die ihm zu seiner klaren Mehrheit bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr verholfen haben.

epa08215139 Britain's new Chancellor of the Exchequer Rishi Sunak arrives at the Treasury in London Britain, 13 February 2020. British Prime Minister Boris Johnson is reshuffling ministers in his cabinet.  EPA/NEIL HALL

Rishi Sunak Bild: EPA

Bislang wurde zudem bekannt, dass Umweltministerin Theresa Villiers und Justizminister Geoffrey Cox ebenfalls ausgetauscht werden.

Auch Nordirland-Minister muss gehen

Ebenfalls gehen muss Nordirland-Minister Julian Smith - und das, obwohl er erst vor kurzem mit der Wiederherstellung einer Regionalregierung für den britischen Landesteil einen grossen Erfolg verbucht hatte. Das Regionalparlament und die Regierung in Belfast waren zuvor drei Jahre lang blockiert, weil sich die zerstrittenen Parteien in der ehemaligen Bürgerkriegsregion nicht auf eine Koalition einigen konnten.

Aussenminister Dominic Raab hingegen darf auf seinem Posten bleiben, wie der Regierungssitz Downing Street 10 per Twitter mitteilte. Auch Innenministerin Priti Patel bleibt im Amt. (sda/dpa/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

Wie das Virus den Neoliberalismus killt

Blocher hat mit seiner peinlichen Rentenrückforderung nicht nur seine Würde verloren, er hat damit de facto auch eingestanden, dass er politisch am Ende ist. Der Siegeszug der Kombination von Neoliberalismus und Nationalismus, wie Blocher sie der SVP eingeimpft hat, ist vorbei. Dem Doyen aus Herrliberg bleibt nur noch kindisches Trötzeln.

Das Coronavirus hat die SVP-Krise nicht verursacht, aber es wirft ein grelles Licht auf die von Blocher propagierte Erfolgsformel. Doch zunächst eine kurze …

Artikel lesen
Link zum Artikel