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Grossaktionär: Lufthansa-Sanierung wird fünf bis sechs Jahre dauern



Lufthansa-Grossaktionär Heinz Hermann Thiele erwartet, dass die Sanierung der deutschen Fluggesellschaft fünf bis sechs Jahre dauern wird. «Das wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg – wie schmerzhaft, das kann heute keiner sagen.»

Dies erklärte Thiele der «Bild am Sonntag». Er traue es Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr und seiner Mannschaft zu, diese Aufgabe zu schultern und die Lufthansa mittelfristig wieder zu einer starken Airline zu machen, hiess es zudem.

Lufthansa-Grossaktionär Heinz Hermann Thiele erwartet, dass die Sanierung der Airline mehrere Jahre dauern wird. (Archivbild)

Heinz Hermann Thiele. Bild: sda

Das Management werde nunmehr einen Restrukturierungsplan entwerfen. Dies werde «nicht ohne harte Einschnitte abgehen, denn wir wissen nicht, wie sich die gesamte Wirtschaft und der Luftverkehr künftig entwickeln», sagte Thiele. Die Nachfrage nach Flugreisen werde sicherlich wieder zunehmen, «zunächst aber auf ein geringeres Niveau als vor Corona».

Alles auf den Prüfstand

Thiele fordert vom Lufthansa-Management harte Sparmassnahmen: «Aufgrund der umfangreichen Kredite die verzinst und getilgt werden müssen, reichen Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus. Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand», forderte er. Es müsse alles angeschaut werden, «was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich ist, wie zum Beispiel das Catering-Geschäft in Europa oder Teile der Lufthansa-Technik».

epa08507834 Employees of German carrier Lufthansa stand with a face mask in front of the Lufthansa Aviation Center at the international airport in Frankfurt am Main, Germany, 25 June 2020. The joint venture SunExpress will be shut down and some 1,200 jobs are to be axed. According to media reports, the German government and Lufthansa have reached an agreement on a bailout rescue package. Lufthansa Group shareholders are to decide on 25 June 2020 at a Annual General Meeting, whether to accept the government rescue package for the group.  EPA/RONALD WITTEK

Lufthansa-Mitarbeiter setzen sich für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze ein. Bild: keystone

Seine Motivation, mit 15.5 Prozent bei Lufthansa einzusteigen, war laut Thiele kein Geschäftssinn, sondern Patriotismus und jahrzehntelange Verbundenheit mit der Marke: «Ich fliege seit 50 Jahren mit Lufthansa und habe fast immer auf allen Flügen die besten Erfahrungen gemacht. Erstklassige Maschinen, exzellenter Service, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.»

Zeit der Ungewissheit

Zu seinem künftigen Einfluss bei Lufthansa sagte Thiele dem Blatt: «Gegenwärtig habe ich keine Absicht, mein Aktienpaket zu erhöhen – ich schliesse das allerdings auch nicht aus.» Er könnte sich auch vorstellen, als Ankeraktionär um ein Verwaltungsratsmandat zu bemühen.

Die Aktionäre des schwer von der Coronavirus-Krise getroffenen Luftfahrtkonzerns hatten am Donnerstag grünes Licht für das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket des Bundes gegeben. Thieles Zustimmung galt lange Zeit als ungewiss, er kündigte erst nach langem Zögern sein Ja zu dem Hilfsprogramm an. Er stiess sich vor allem an der vorgesehenen Beteiligung der deutschen Regierung und wollte den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft nachverhandeln. (sda/afp/reu)

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