International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nobel Prize-winning economist Joseph Stiglitz attends a keynote presentation during CLSA investors conference in Hong Kong, China September 19, 2016.      REUTERS/Bobby Yip

Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz ist sehr skeptisch, was die Eurozone betrifft. Bild: BOBBY YIP/REUTERS

Die Eurozone wird bald zerfallen – Star-Ökonom Stiglitz sieht schwarz 



Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz rechnet mit einem Zerfall der Eurozone in den nächsten Jahren aufgrund von mangelnder Entschlossenheit und Solidarität der Euro-Staaten. Er fürchtet, dass aus seiner Sicht nötige Reformen nicht rechtzeitig angegangen werden.

«Es wird in zehn Jahren noch eine Eurozone geben, aber die Frage ist, wie sie aussehen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie immer noch 19 Mitglieder haben wird.»

«Mir macht die Geschwindigkeit Sorgen, mit der die Entscheidungen in Europa ablaufen», sagte der US-Ökonom im «Welt»-Interview. «Die Politik einigt sich darauf, was getan werden muss, aber dann wird blockiert, getrödelt und sich Zeit gelassen.»

Nötig seien tiefgreifende Reformen wie die Schaffung einer Bankenunion oder einer gemeinsamen Einlagensicherung. Er rechne aber nicht mehr damit, dass Europas Politik die wankende Währungsunion langfristig retten könne.

«Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro.»

«Es wird in zehn Jahren noch eine Eurozone geben, aber die Frage ist, wie sie aussehen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie immer noch 19 Mitglieder haben wird», sagte der frühere Chefökonom der Weltbank. «Es ist schwer zu sagen, wer dann noch dazugehören wird.»

Deutschland habe sich etwa schon damit abgefunden, dass Griechenland die Eurozone verlassen werde, sagte er weiter. Nur durch die Auflösung der Gemeinschaftswährung oder deren Spaltung in einen Nord-Euro und einen Süd-Euro könne die lahmende Wirtschaft des Kontinents wieder in Schwung gebracht werden.

Als Negativbeispiel nannte Stiglitz Italien. «Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro.» Auch Wissenschaftlern und führenden Politikern des Landes werde immer klarer, «dass Italien im Euro nicht funktioniert. Das ist für die Italiener emotional wirklich schwierig, und sie haben sich lange geweigert, diese Einsicht zu akzeptieren.» (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Volksinitiative will 7500 Franken für jeden Schweizer

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

26 Küsse, die nichts gebracht haben – die EU steckt in der Krise

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Posersalami 06.10.2016 15:26
    Highlight Highlight Könnte man bitte damit aufhören, den Wirtschaftsnobelpreis so zu nennen? Wirtschafts"wissenschaft" wurde von Herr Nobel aus gutem Grund nicht mitgestiftet sondern erst in den 50ger Jahren von, man glaube es kaum, einer Bank gestiftet.
  • Tomtom64 06.10.2016 13:57
    Highlight Highlight Eine gewagte Aussage ist das nicht. Und falls in zehn Jahren noch immer alle 19 Euroländer in der Währungsunion sind, wird sich ohnehin niemand mehr an diese Aussage erinnern

    Das Kernproblem ist, dass einer einheitlichen Geldpolitik 19 verschiedene Fiskal- und Ordnungspolitiken gegenüberstehen. Zusätzlich vertrauen die Politiker darauf, dass die EZB weiterhin alles zur Rettung des Euros unternehmen kann und wird.

    Ja, auch dieser Post wird in zehn Jahren in Vergessenheit geraten sein.
  • N. Y. P. D. 06.10.2016 11:33
    Highlight Highlight Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz hat vollkommen recht. Es braucht Reformen.

    Eine Kernzone mit starkem Euro und eine Zone mit weichem Euro.

    Bürokratenwahnsinn stoppen (Den Italienern Masse der Pizzaöfen vorschreiben oder Länge der Bananen vorschreiben etc)

    Die Banken endlich an die Kandarre nehmen.

    Sich fragen, wieso die Rechten überall auf dem Vormarsch sind.

    wäre bestimmt schon mal ein guter Anfang..



    • Posersalami 06.10.2016 15:27
      Highlight Highlight Der € hat NICHTS mit EU Bürokratie zu tun. Bitte nicht beides in einen Topf werfen.
  • Dä Brändon 06.10.2016 11:22
    Highlight Highlight Jo was?!?
  • slashinvestor 06.10.2016 11:20
    Highlight Highlight Ich habe mal eine Idee. Wie wäre es mal das die Anglo economists mal ihren eignen Senf untersuchen? Ja die EU hat Probleme, ja der Euro hat auch Probleme, aber sie sind überwindbar. Im Gegensatz zu was in Ami Land los geht... Aber na ja man kackt ja halt nicht ins eigens Land, gell?
    • koks 06.10.2016 12:13
      Highlight Highlight "Aber na ja man kackt ja halt nicht ins eigens Land, gell? "
      eben. deshalb muss es ja der EU jemand von ausserhalb sagen. weil niemand von der EU selbst in die EU kackt.
    • _kokolorix 06.10.2016 16:32
      Highlight Highlight Der Stiglitz kritisiert die US Wirtschaftspolitik schon lange und hat sich deswegen aus der Regierung zurückgezogen ...
    • slashinvestor 07.10.2016 20:44
      Highlight Highlight Oh bitte... Die EU hat dringender Probleme als die USA? Wie viel Trillions haben die Ami's verbrasselt? Nein die EU ist ok, sie hat Probleme, aber ist ok. Das Problem liegt am Basel 3 und wie capital berechnet wird. Die Bonds in Europa sind anders berechnet und das schmeckt denn Ami's überhaupt nicht. Googlen sie Pfandbriefe Deutschland und Basel 3. Pfandbriefe haben schon immer existiert, aber die Anglos mögen sie nicht weil sie anders sind und des wegen sieht die EU schlecht aus.

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel