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A Trump supporter gives a thumbs-up at Republican U.S. presidential nominee Donald Trump's election night rally in Manhattan, New York, U.S., November 8, 2016. REUTERS/Mike Segar

Ein Trump-Fan feiert. Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Kommentar

Trumps Sieg ist das Ende des Neoliberalismus – was dies für uns bedeutet

Donald Trumps Wahlsieg bedeutet, dass Freihandel und Globalisierung jäh gestoppt werden. Das heisst auch, dass wir eine längere Periode von Unsicherheit durchstehen müssen.



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Des einen Freud ist des anderen Leid ...
quelle: ap / evan vucci
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1980 war Ronald Reagans Wahlsieg gleichzeitig der Auftakt zu einer neuen Ära, die gemeinhin Neoliberalismus genannt wird. Konkret bedeutete dies, dass weltweit die Zollschranken fielen und Handelsbeschränkung aufgehoben wurden. Das Resultat ist eine globale Supply Chain, die uns preiswerte Unterhaltungselektronik und spottbillige Textilien beschert hat.  

President Ronald Reagan poses while asking and answering questions during a debate with Democratic challenger Walter Mondale, Sunday, Oct. 8, 1984, Louisville, Kentucky. (AP Photo)

Ronald Reagans Ära ist vorbei. Bild: AP

Donald Trump wird das Anti-Programm zu Reagan werden, er will den Neoliberalismus wieder bändigen. Deshalb hat er angekündigt, bestehende Handelsverträge wie Nafta neu zu verhandeln und geplante wie TPP und TTIPP zu begraben. Trump setzt auf Deals, die Amerika bilateral abschliesst und dabei seine Interessen rücksichtslos durchsetzt. Er wird die USA und die Weltwirtschaft ebenfalls in eine neue Ära führen.

Ökonomisch gesehen begibt sich Trump zurück in die Steinzeit. Oder wie es Paul Krugman in der «New York Times» formuliert:

«Einen verantwortungslosen und ignoranten Mann, der sich den Rat von den falschen Leuten holt, damit zu beauftragen, die Nation mit der wichtigsten Volkswirtschaft zu führen, ist unter allen Umständen eine schlechte Nachricht. Was es ganz besonders schlimm macht, ist der fundamental fragile Zustand nach acht Jahren Finanzkrise.»

Die Börsen teilen Krugmans Einschätzung und befinden sich weltweit in Aufruhr. Es ist vor allem die Verunsicherung, die Investoren dazu veranlasst, Aktien und Obligationen abzustossen. Die Unsicherheit rührt daher, dass Trump im Wahlkampf keinen kohärenten ökonomischen Vorschlag unterbreitet und stattdessen mit platten Formulierungen aufgewartet hat. In seinem Beraterteam gibt es keinen einzigen namhaften Ökonomen.  

Wikileaks und E-Mails waren nur eine Sideshow

Sicher ist einzig, dass die Weltwirtschaft in einen neuen Protektionismus schlittern wird. Ob Trump die Mauer an der mexikanischen Grenze tatsächlich bauen wird, ist ungewiss. Doch er kann sich nicht um seine Wahlversprechen drücken, die Auswirkungen der Globalisierung zumindest teilweise wieder rückgängig zu machen, denn der amerikanische Mittelstand ist der grosse Verlierer der Globalisierung. Vor allem mit diesem Versprechen hat er die Wahlen gewonnen, Wikileaks und E-Mails waren nur eine Sideshow.  

Wird Trumps Wahlsieg eine Rezession zur Folge haben? Namhafte Volkswirte wie der ehemalige Chefökonom des IWF, Simon Johnson, haben diese Befürchtung geäussert. Das muss nicht eintreten. Die Amerikaner haben einen riesigen Binnenmarkt und haben auch die meisten Rohstoffe, vor allem Öl und Gas. Der Export beträgt bloss rund zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts. Trump kann deshalb kurzfristig einen Boom auslösen, vor allem wenn er auch seine andere Versprechen umsetzt: Die Steuern zu senken und massiv in die Infrastruktur zu investieren.  

Wir werden wahrscheinlich noch länger mit Negativzinsen leben müssen

Was ist für die Schweizer Wirtschaft zu erwarten? Wahrscheinlich wird sich der Dollar abschwächen, und die Schweiz wird einmal mehr zum sicheren Hafen für Anleger werden. Das bedeutet auch, dass der Druck auf den Franken wieder einmal massiv zunehmen wird. Die Ökonomen der UBS rechnen damit, dass die Schweizerische Nationalbank bei einer Untergrenze gegenüber dem Euro bei 1,07 Franken intervenieren wird und dass sie bei 1,05 Franken noch einmal an der Negativzins-Spirale drehen wird. Das bedeutet wahrscheinlich leider auch, dass wir noch länger mit den ungeliebten Negativzinsen leben müssen.

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