Islam
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IZRS-Generalsekreaerin Ferah Ulucay, rechts, und weitere Prozessbeobachterinnen (wollten nicht namentlich genannt werden) vor dem St. Galler Verwaltungsgericht anlaesslich der Gerichtsverhandlung zum Kopftuchverbot im Schulunterricht am Freitag, 7. November 2014m in St. Gallen. Das St.Galler Verwaltungsgericht verhandelt den Fall eines bosnischen Mädchens aus St. Margrethen, das mit dem Kopftuch zum Unterricht erschien. Die aus Bosnien stammenden muslimischen Eltern des Maedchems wehrten sich dagegen, dass ihr Kind nicht mit einem Kopftuch in den Unterricht der Primarschule kommen durfte. Sie schickten ihre Tochter für einige Wochen nicht mehr zur Schule. Das Maedchen erarbeitete den Schulstoff zu Hause allein. Ferah Ulucay ist als Beobachterin bei den Verhandlungen.
(KEYSTONE/Ennio Leanza)

IZRS-Generalsekretärin Ferah Ulucay, rechts, und weitere Prozessbeobachterinnen freuen sich über das Urteil. Bild: KEYSTONE

Gerichtsentscheid

Muslimische Schülerin in St.Margrethen darf mit Kopftuch zur Schule gehen

Das St.Galler Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Familie einer Schülerin gegen ein Kopftuch-Verbot in der Schule gutgeheissen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 



Der Wunsch des 13-jährigen Mädchens, während des Unterrichts das islamische Kopftuch (Hijab) zu tragen, sei durch die Glaubens- und Gewissensfreiheit geschützt, begründete das Gericht am Mittwoch sein Urteil. Ein Verbot erweise sich «zurzeit als unverhältnismässig».

Es sei nicht ersichtlich, dass das Tragen des islamischen Kopftuchs die Integration der Schülerin in ihrer Klasse beeinträchtigt habe, heisst es. Auch der geordnete Schulbetrieb sei nicht gestört worden.

Das Mädchen hatte als Sechstklässlerin im Sommer 2013 damit begonnen, mit Kopftuch zur Schule zu gehen. Darauf erliess die Schulgemeinde, gestützt auf eine Empfehlung des Erziehungsrats des Kantons St.Gallen, ein Kopfbedeckungsverbot. Die Familie erhob dagegen Beschwerde.

Religionsfreiheit

Ihre Anwältin argumentierte in der öffentlichen Verhandlung vom vergangenen Freitag mit der Religionsfreiheit. Die Schulordnung müsse übergeordnetes Recht – in diesem Fall die Bundes – und die Kantonsverfassung sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) respektieren.

Der Vertreter der Schulgemeinde erklärte, das Verbot richte sich nicht nur gegen Kopftücher, sondern auch gegen andere Kopfbedeckungen wie Baseballmützen, die den Lernbetrieb störten. Der muslimischen Familie warf er eine «Verweigerungshaltung» vor, weil die Kinder auch nicht zum Schwimmunterricht und ins Skilager gingen.

Der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS), der die Familie im Gerichtsverfahren unterstützt, nahm das Urteil mit Genugtuung zur Kenntnis. Das Gericht anerkenne, dass das Tragen eines Kopftuchs auch in der Schule für praktizierende muslimische Mädchen von grosser Bedeutung sei, teilte der IZRS mit. (whr/sda) 

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