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bild: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Das (null) perfekte Date mit dem Zyklopen

Nach Wochen des langen Wartens treffe ich endlich auf Beni, seine Arschfistel, seinen Kollegen und mein Ex-Tinder-Date.



Wenn es um Dating geht, bin ich maximal uncool. Vor allem, wenn ich das Gefühl habe, auf jemanden zu treffen, den ich so ganz ernsthaft sehr gut finden könnte.

Wie eben Beni. Den Zyklopen, der ja keiner ist. Beni, von dem ich meinte, er sei ein krimineller Knast-Bruder, Waffen-Dealer oder so was. Das, weil er mich einfach nie im real life treffen wollte.

Dabei waren wir ab dem ersten Tinder-Swipe nach rechts das, woraus Hollywood gemacht ist. Herzig, romantisch, cool und sehr sehr sehr lustig. Ich hab dann neulich in Amsterdam im Suff rausgefunden, warum mich Beni datingtechnisch hinhält.

Aussen bin ich taff, innen ein Nervenbündel!

Er hat eine Arschfistel. Er kann nicht sitzen. Beziehungsweise nur auf so einem aufblasbaren Kissen mit Loch in der Mitte. Wollte er mir nicht zumuten. Ich aber kann's handeln.

Vorgestern also ist es ENDLICH soweit/so weit (Sorry, ich weiss nie, wann man es zusammen schreibt und wann nicht. Nix für ungut, meine lieben Ex-Deutsch-Lehrer). Beni bestellt mich in eine sehr angesagte Bar.

Ich sehe ihn bereits von Weitem beim Eingang stehen. Und angeregt reden. Mit einem Typen. Ich verstecke mich in einem Innenhof und hoffe, dass der Dude in ein paar Minuten weg ist.

Ist er nicht.

Also schreite ich selbstbewusst von aussen – und von innen bebend und kaum atmend, da massives Herzrasen – zur Bar. Beni begrüsst mich, als würden wir uns ewig kennen. Er legt den Arm um mich und stellt mich Thomas, seinem Arbeitskollegen, vor.

Jetzt übernimmt Thomas. Er textet uns 54 Minuten zu. 54 Minuten, die Beni und ich damit verbringen, umarmt draussen vor der Bar zu stehen und uns immer wieder etwas anzuhimmeln.

So toll.

Noch während Thomas’ Monolog begrüsst mich eine Männer-Stimme. Es ist ... (Fuck, wie heisst er schon wieder?). Wir kennen uns auch von Tinder? Hatten zwei Dates. War okay. Nicht mehr, nicht weniger. Auch (Fuck, wie heisst er schon wieder?) ist mit seinen Kollegen hier.

ENDLICH KNUTSCHEN!

Ich stelle ihm Beni vor. Nun stehen wir zu viert da. Thomas spricht immer noch an uns allen vorbei. (Fuck, wie heisst er schon wieder?) und ich wissen nicht, was reden. Also sage ich, dass wir jetzt gehen. Thomas stört das nicht, der textet jetzt (Fuck, wie heisst er schon wieder?) zu.

Hinter der nächsten Ecke, Beni und ich sind zum ersten Mal alleine, überkommt es mich. Ich bleibe stehen, frage «darf ich husch» und küsse ihn. Ich küsse ihn ewig und will auch dann nie damit aufhören.

Ich staune, wie vertraut sich ein Fremder anfühlen kann.

Wir verziehen uns in eine offiziell uncoole Bar, weil wir da sicher sind, dass wir niemanden treffen, den wir kennen.

Der Plan geht auf. Wir bleiben, bis wir wild knutschend rausgeschmissen werden. Dann spazieren wir zu mir. Der Weg ist kurz. Wir benötigen dennoch über eine Stunde. Weil Knutschen.

Vor der Haustüre dauert's dann noch einmal eine Stunde. Weil Knutschen.

Dann verabschieden wir uns. Darin sind wir schnell. 20 Minuten.

Und so endet dieses Date ganz ohne crazy Besuch in der Stripbar. Und ganz ohne Sex. Und ganz ohne sonstige crazy Aktionen, von denen ich noch meinen Ur-Enkeln erzählen werde.

Trotzdem, oder genau weil es nichts Derartiges gebraucht hat, war das vielleicht das schönste Date seit sehr langer Zeit. Nein, nicht vielleicht. Es war das schönste seit langer Zeit.

Eine halbe Stunde später werfe ich vor dem Zubettgehen einen Blick auf mein Handy.

Da steht:

Zyklop: «Wir haben die letzte Zeche geprellt. Du bist möglicherweise ein schlechter Umgang. PS: Ich habe deinen Duft in der Nase. Inklusive leichter Moscow-Mule-Note.»

Yo, Wolke 7. Welcome back to my Life.

Adiyeahhhhhhhhhhhhhhhhhh,

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Hoffen wir, dass die Hochzeit mit dem Zyklopen nicht so aussehen wird ...

PS: Dinge, die du NICHT zu deinen Schwiegereltern sagen solltest

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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