Leben
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bild: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Sorry Mami, eventuell liebe ich einen Zyklopen (oder einen Dealer)

Neues Jahr, neuer Match. Nachdem meine Dating-App Beni und mich zusammenführt, läuft mein Telefon very hot. Die Sache hat aber einen Haken: Beni könnte eventuell nicht ganz sauber sein.



In meiner Fantasie ist er Drogendealer, Spion, ein internationaler und krasser Superstar, der sich hinter den Fotos eines kompletten Normalos versteckt. Vielleicht ist Beni aber auch gerade aus dem Knast geflüchtet und chattet aus irgendeinem Versteck mit mir.

Oder er ist ein Zyklop. Jedenfalls lässt er mir wirklich viel Raum für – zugegeben – eher paranoide Phantasien.

Seit ich nicht mehr pausenlos rauche – ich rauche ohne Scheiss gar nicht – habe ich enorm viel mehr Zeit im Leben. Was nicht nur von Vorteil ist. Was wir im Fall Beni sehr gut sehen.

Seine Bio + mein Herz = Woooow!

Beni ist mein erster Tinder-Match 2020. Mein Superlike kriegt er am 1.1. Nicht, weil er unfassbar gut aussieht. Es ist sehr viel mehr seine Beschreibung, die mich umhaut.

Da steht was im Stil von «Hab meiner Sippe am 24.12. erzählt, dass du gerade als Herzchirurgin das Leben kleinen Kinder retten musst und deswegen abwesend bist. Onkel Fredi hat's nicht mitgekriegt, er war zu sehr mit saufen und die Freundin meines Bruders anbaggern beschäftigt. Mein Vater hat derweil so viele schlechte Dad-Jokes gemacht, dass ich froh war, bist du nicht da gewesen. Nächstes Jahr kann ich dich aber nicht mehr entschuldigen. Ich kann das Herz meiner Mutter wirklich nicht noch einmal brechen. PS: Sie will Enkel. Was machst du am Valentinstag?»

Ich frage: «Hast du der Familie nichts von den siamesischen Zwillingen erzählt, die ich noch vor der Herz-Transplantation getrennt habe und ihnen somit trotz Stromausfall das Leben gerettet habe?»

Postwendend kommt ein «Cristina Yang, bist es du?» zurück.

Wir chatten uns tiefe Augenringe an!

Wow. Bester. Jahresanfang. Ever. Und das sage ich, obwohl ich als Neo-Ex-Raucherin alles andere als gut gelaunt bin.

Beni und ich kreieren innert kürzester Zeit ein virtuelles Universum, das mein Herz dermassen höher schlagen lässt, dass es sich kurzfristig wie schon sehr verliebt anfühlt. Nichts ist schliesslich so sexy wie Männer, die sich schriftlich heldenhaft artikulieren können.

(Ausser okay, Männer, die ziemlich nass aus der Dusche kommen und nur ein Tüechli über die Hüften gebunden haben.)

Beni und ich chatten acht Tage. Und acht Nächte. Wir treiben uns gegenseitig zu Höchstleistungen an. Ich sage sogar ein Treffen ab, um weiter chatten zu können. Sorry, Cleo.

In unserem Universum kenne ich schon Benis ganze Sippe. Onkel Fredi, der mir ständig in den Ausschnitt starrt, ist mein Liebling. Zum Geburtstag schenken wir ihm Viagra vom Schwarzmarkt in Thailand. Und auch in meiner Familie ist Beni schon bestens integriert. Selbst unsere Kinder haben Namen.

Je länger ich mit Beni chatte, umso mehr habe ich das Bedürfnis, ihn live zu sehen. Bloss: In Sachen face-to-face-dating macht Beni null Avancen. Also nehme ich es in die Hand und sage ihm, dass ich ihn treffen will.

Er geht nicht darauf ein.

Ok. Vielleicht überlesen. Easy bleiben.

Ich kanns aber nicht lassen und hake noch einmal nach.

Dann gibt mir Beni einen Korb!

!!!!!!!

Er würde wollen, könne mich aber zurzeit nicht treffen. Warum sagt er nicht.

Also komme ich mit meinen Theorien: Drogendealer! Zyklop! Spion! Superstar! Psycho! Wir spinnen aus jeder Theorie ein Drehbuch, für das uns – Pardon, ich bin gerade sehr verblendet – Hollywood die Füsse küssen würde.

Diese Geheimniskrämerei würde mich im Normalfall eventuell nerven. Bei Beni aber ist's anders. Bei Beni will ich sogar Schmiere stehen, falls er eine Bank überfallen sollte.

Also bleibe ich an Beni dran. In drei Wochen, sagt er, können wir uns treffen.

Bis dahin lebe ich weiter in unserem ganz eigenen Liebes-Spionagen-Thriller-Crime-Film. Der mich notabene wunderbar vom Rauchen ablenkt.

Win-Win und ein bisschen in your face, ihr alle da draussen, die nicht daran geglaubt habt, dass ich auch ohne Kippen kann.

Hier ein mit frischem Atem gehauchtes Adieu,

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Video: srf/SDA SRF

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin ich nicht mehr ich, weil: ich rauche nicht mehr! Notiz an mich: Lina sagen, dass sie mein Autorenbild bald ändern muss. bild: watson

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