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Auf Emma und Liam wurden die meisten Kleinkinder im vergangenen Jahr getauft (Symbolbild).

Die Babys kommen weiterhin auf die Welt, auch wenn diese etwas aus den Fugen geraten ist. Bild: KEYSTONE

«Fühlen uns im Stich gelassen» – jetzt schlagen die Hebammen Alarm

Geburten können nicht warten, auch in Zeiten der Coronakrise nicht. Um freie Betten zu schaffen, schicken Spitäler Frauen nach der Geburt früher nachhause. Betreut werden sie dann von Hebammen – doch ihnen mangelt es an Schutzmaterialien.



In Zeiten der Coronakrise ein Kind auf die Welt zu bringen, ist nicht nur für die werdenden Eltern eine Herausforderung, sondern auch für das Gesundheitspersonal. Zahlreiche Spitäler haben den Zutritt zu den Wochenbettstationen beschränkt. Besuch ist nicht erlaubt. Bei der Geburt darf höchstens der Vater des Kindes dabei sein, muss das Spital danach aber verlassen und darf nicht mehr vorbeikommen.

Auch bei der 29-jährigen Westschweizerin Yumi, die am 27. März einen gesunden Jungen zur Welt brachte, waren die Regeln strikt. Das Spital Zollikerberg erlaubte es dem Vater, bei der Geburt dabei zu sein, danach durfte er aber nicht mehr zu Frau und Kind ins Zimmer. Yumi blieb drei Nächte lang im Spital.

Frau mit Schutzmaske. (Symbolbild)

Die Versorgung mit Schutzmasken ist vor allem bei ambulanten Gesundheitsfachleuten derzeit prekär. Bild: KEYSTONE

«Ohne meinen Mann hätte ich die Geburt wohl nicht geschafft», sagt Yumi heute. Sie war froh, konnte er dabei sein. Die schwierigsten Tage folgten aber danach. «Ich fühlte mich schon sehr einsam und auch etwas hilflos, so ganz alleine im Spital», erzählt Yumi. Unterdessen ist die 29-Jährige wieder mit ihrem Mann zu Hause.

Die Situation ist nicht nur für die frischgebackenen Eltern schwierig, sondern auch für die Hebammen. Laut Barbara Stocker, Präsidentin des Schweizerischen Hebammenverbands, planen viele Spitäler, die Frauen früher als gewöhnlich nach der Geburt nach Hause zu schicken. Betreut werden sollen sie dann von den Hebammen.

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«Das ist für uns eine grosse Herausforderung. Wir fühlen uns zu wenig ernstgenommen und geschützt», so Stocker. Es fehle an allen Ecken und Enden am nötigen Schutzmaterial. «Wir sind Einzelunternehmerinnen und keine Praxis mit einem grossen Materialdepot.»

Auch die Vorschriften des Bundes strikt einzuhalten, sei schwierig. «Social Distancing ist für Hebammen oft nicht möglich», sagt Stocker. «Bei einer Brustkontrolle, dem Unterstützen beim Stillen oder beim Klammern und Fäden entfernen kommt man den Frauen einfach sehr nahe.»

Die Präsidentin des Schweizerischen Hebammenverbands habe sich bereits teilweise mehrfach hilfesuchend an die Konferenz der Gesundheitsdirektoren, das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Gesundheitsdepartemente gewandt. Doch eine wirklich befriedigende Antwort sei noch nicht eingegangen. Einige Kantone hätte noch immer nicht reagiert. Je länger die Coronakrise dauere, desto mehr mangele es an Schutzmaterialien wie Mundschutzmasken. «Wir sind inzwischen extrem ratlos und fühlen uns im Stich gelassen. Wir sind daran, alle Quellen abzuklappern und das Material selber zu kaufen und zu verteilen», sagt Stocker.

Sie hofft noch immer auf die Zusammenarbeit mit den Kantonen und eine Koordination und Freigabe des Materials durch die Kantonsärzte. Die Schweiz bräuchte dringend Schutzmaterialen – auch für Hebammen. «Sonst müssen wir damit rechnen, dass auch immer mehr der Hebammen ausfallen werden, weil sie sich infiziert haben», sagt Stocker.

«Die Bundesbehörden setzen seit Tagen alles daran, Schutzmaterial in grösstmöglichen Mengen zu beschaffen und die Produktion in der Schweiz auszubauen», heisst es auf Anfrage bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Direktoren (GDK). Die GDK sei darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Versorgung mit Schutzmasken vor allem bei ambulanten Gesundheitsfachleuten prekär sei, sagt Tobias Bär, Kommunikationsverantwortlicher der GDK. «Die GDK hat die Kantone aufgefordert, diese Organisationen und Personen im Rahmen der Möglichkeiten unbedingt zu beachten.»

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Name_nicht_relevant 03.04.2020 13:18
    Highlight Highlight Ein Freund meines Partners sucht verzweifelt in Zürich nach einem Geburtshaus damit er seine Frau noch Besuchen kann, scheinen alle Ausgebucht zu sein. Zur Zeit ist es für Medizinisches-, Pflege und Betreuungs- Personal ziemlich schwierig alles unter einen Hut zu bekommen. In diesem Sinne danke an alle die sich den A*** aufreissen und alles dafür tun das es uns gut geht und Gratuliere allen Eltern die gerade Eltern geworden sind. Ich wünsche uns allen das wir Gesund bleiben.
    • IchSageNichts 04.04.2020 22:49
      Highlight Highlight Ausserkantonal versuchen. Geburtshaus🙄.
  • HugoBalls 03.04.2020 12:16
    Highlight Highlight Also sorry, klar ist es scheisse für den Vater aber die Situation ist nun mal auch kacke. Zusätzliche Besucher bedeuten immensen Aufwand um alles steril zu halten wegen der aktuellen Lage. Akzeptiert es, ihr werdet euch zu Hause wieder sehen.
  • Zorulu 03.04.2020 11:23
    Highlight Highlight Ich habe vor 10 Tagen entbunden, mein Partner durfte mach der Geburt noch 5h bleiben - statt nur zwei, wie zuvor kommuniziert.
    Ins Wochenbett durfte er dann allerdings nicht, was oke war..
    Meine Hebamme bekam die Auflage, nur noch 15min Besuche machen zu dürfen und alles notwendige am Telefon zu besprechen. Zu meinem Glück hält sie sich nicht daran. Die Handschuhe will sie nicht tragen (verständlicherweise) und so bleibt ihr nur den Mundschutz und das Desimittel..
    Hygienemassnahmen sind in der Theorie schön und gut, jedoch in der Hebammenpraxis nicht umsetzbar!
  • just sayin' 03.04.2020 10:41
    Highlight Highlight endlich wird das problem, der fehlenden schutzausrüstung der hebammen, von watson aufgegriffen.

    die situation war noch vor 2-3 wochen schlicht katatrophal. ich bin froh, dass hebammen nun besser geschützt werden können.

    aber es gibt noch viel zu tun
    • just sayin' 04.04.2020 09:58
      Highlight Highlight danke watson, dass ihr hier aufmerksamkeit generiert.

      die welt besteht nicht nur aus lustigen memes, löpfe-verschwörungstheorien, trump-bashing und „emma“-softporn.
  • Rüebliraupe 03.04.2020 10:11
    Highlight Highlight Die ambulante Betreuung ist auch ausserhalb der Krise eine enorme Entlastung für die Spitäler.
    Mit den immer kürzer werdenden Spitalaufenthalten über die Jahre ist die Wichtigkeit der Hebammenbetreuung keine Diskussion.
    Im Artikel stört mich, dass steht, dass die Spitäler die Frauen jetzt noch früher nach Hause schicken. Niemand wird nach Hause geschickt. Es liegt auf der Hand, dass die Mütter wenn möglich gerne nach Hause gehen, wenn der Vater nicht kommen darf.
    Deshalb ist es um so frustrierender, dass die Hebammen nicht prioritär bei der Ausrüstung mit Schutzkleidung unterstützt werden.
  • Snowy 03.04.2020 09:09
    Highlight Highlight Meine Nachbarin ist Hebamme und arbeitet am UNISpital:

    Sie sagt sie habe noch nie so ruhige Kinder (und Mütter) gesehen, wie in den letzten zwei Wochen.

    Das letzte was ein Neugeborenes (und eine Mutter) braucht ist Dauerbesuch in den ersten Tagen.
    • Rüebliraupe 03.04.2020 09:44
      Highlight Highlight Ja, das haben die Kolleginnen welche auf der Wochenbettabteilung arbeiten ebenfalls berichtet. Die Frauen melden sich weniger wegen unruhigen Kindern und sie haben viel mehr Zeit, Gespräche zu führen oder ohne Publikum stillen zu lernen.
    • Crek 03.04.2020 09:56
      Highlight Highlight aber was eine mutter und ihr kind braucht ist der vater. und dem ist der besuch ebenfalls nicht gestattet... :-(
    • öpfeli 03.04.2020 09:57
      Highlight Highlight Da bin ich bei dir. Meinen Mann hätte ich in den Tagen nach der Geburt jedoch nicht missen möchten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glenn Quagmire 03.04.2020 09:06
    Highlight Highlight Im Stich gelassen fühlen sich such sehr viele Neu-Mamis und -Papis...
    • IchSageNichts 04.04.2020 23:01
      Highlight Highlight Wieso? Ich bin gerade das 2. Mal Vater geworden & im vrgl zur 1. Geburt sehe ich auch Vorteile.

      1. Ich habe eine Aufgabe und langweile mich trotz Lockdown nicht. Bzw nach 2 Wochen Homeoffice ist wieder Leben in der Bude😄.
      Aber auch einfach die Tatsache das hier neues Leben ist hilft einem doch.
      2. Besuche zuhause sind sehr limitiert bzgl. Anzahl und Zeit. Kein Kaffee kein Kuchen einfach kurze Besuche... super. Habe trotz älterem Kind gut Zeit für das Neue.
      Natürlich gibts auch Nachteile. Ich sehe halt eher die Chancen. Darum stay posititve und geniesst eure kleinen grossen Wunder.
  • Boocha 03.04.2020 08:59
    Highlight Highlight Kaum sind wir in einer Krise werden Männer wieder in ein altes Rollenbild geschickt und dürfen nach Geburt für ihr Neugeborenes und für die Mutter nicht sorgen. Die Frau gilt (zumindest für kurze Zeit) als Alleinversorgerin. Und die Hebammen, also viele Frauen und damit Menschen, werden nicht ausreichend geschützt. Wo bleiben da die weiblichen Eigenschaften in Führungspositionen wie Fürsorge, Mitgefühl und vor allem Handeln zum Wohle aller?
  • Blitzesammler 03.04.2020 08:55
    Highlight Highlight Sowas darf nicht sein!! Auch wenn ich hier zum Glück lese, dass es nich überall so ist, ist einmal schon zu viel. Aber dass der Vater die Beiden nicht besuchen darf macht überhaupt keinen Sinn, zu Hause sind sie dann ja eh zusammen! Wenn Die Spitaläler ,,nur,, das Bett brauchen, könnten sie denjenigen, die anschliessend ihre Patienten betreuen mindestens die notwendige Schutzausrüstung mitgeben. Denn diese Personen machen dann ja eigentlich den Job des Spitals weiter. Wieso immer so kompliziert wenns auch einfacher gehen könnte!?
    • who cares? 03.04.2020 10:22
      Highlight Highlight Es geht darum, dass der Mann sonst irgendwo draussen herumläuft und den Virus aufliest. Dann im Krankenhaus die Frau, das Neugeborene, das Pflegepersonal und Ärzte ansteckt.
    • Rüebliraupe 03.04.2020 10:52
      Highlight Highlight Ich verstehe den Unmut, aber es geht um das, was who cares schreibt und auch andersrum, möchte das Pflegepersonal auch den Vater keinem Risiko aussetzen. Zudem ist auch in den Spitälern die Schutzausrüstung streng rationiert.
  • Carl Gustav 03.04.2020 08:29
    Highlight Highlight Vielen Dank und ein riesengrosses Kompliment an alle da draussen die ihren Job unter erschwerten Bedingungen so gut wie möglich machen👏👏👏

    Leider fehlt die Schutzausrüstung an allen Enden im Moment.
    Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Nerven zu behalten und das Ding durchzuziehen...
  • Ka R. Ma 03.04.2020 08:10
    Highlight Highlight Es sind aussergewöhnliche Zeiten die uns ALLE fordern und manche von uns an die Grenze stossen. Da müssen wir jetzt durch. Erfinderisch sein und nicht motzen!
  • Dragonlord 03.04.2020 07:46
    Highlight Highlight Tragische Geschichten werden da teilweise geschrieben. Ich verstehe nicht, weshalb man weder bei der Geburt und danach im Wochenbett, noch bei der Sterbebegleitung nicht wenigstens eine engste Person zulassen kann.
    Schrecklich, dass dann auch noch die Hebammen und die ambulanten Gesundheitsfachleute im Allgemeinen im Stich gelassen werden.
    Das ist einer Schweiz unwürdig und muss sich sofort ändern.
    • Snowy 03.04.2020 17:22
      Highlight Highlight Schwer kranke, Kinder und Begleitpersonen bei Sterbebegleitung sind erlaubt.

      Überhaupt wird das ganze mit größtmöglichem Augenmaß gehandhabt. Wenn beispielsweise eine Mutter eine komplizierte Geburt hatte und noch komplett immobil ist, darf der Mann noch ein bis zwei Tage am Wochenbett bleiben.
  • DunkelMunkel 03.04.2020 07:40
    Highlight Highlight “ Bei der Geburt darf höchstens der Vater des Kindes dabei sein”

    Ja wer denn sonst noch?
    • Rüebliraupe 03.04.2020 10:27
      Highlight Highlight Die Schwiegermutter, die Tante, die Schwester.... und draussen im Gang sitzt noch der Onkel, der Cousin 3. Grades und die 3 jährige Nichte, welche alle darauf warten, dass sie 5Min. nach der Geburt ein Foto machen dürfen! In diesen Zeiten kommt einem so ein Verhalten noch unangemessener vor also sonst... ist aber Realität. :)
    • DunkelMunkel 04.04.2020 05:21
      Highlight Highlight Crazy :-)
  • Limpleg 03.04.2020 07:32
    Highlight Highlight Die Spitäler handhaben dies teilweise sehr unterschiedlich. Ich durfte vor 2 Wochen in Bern ohne Probleme an das Wochenbett...

    Ganz so schlecht finden wir die Krise nicht, kein unnötiger Besuch im Spital und auch zu Hause Zeit sich an die neue Herausforderung zu gewöhnen
    • Mügäli 03.04.2020 07:44
      Highlight Highlight @Limpleg - herzliche Gratulation und alles gute für dich und den/die Klein/e :-).

      Bei uns im Spital wird dies auch nicht so gehandhabt. Wir schicken keine Frau nach der Geburt früher nach Hause als sonst.

      Das die Hebammen nicht die erforderliche Unterstützung/Schutzmasken erhalten finde ich aber auch bedenklich und hoffe, dass durch das Aufmerksam machen sich diese Situation schnell verbessern lässt.
    • weissauchnicht 03.04.2020 07:55
      Highlight Highlight Schön, in welchem Spital wart ihr?
      Mir wurde verboten, meine Partnerin (im 5. Monat schwanger) für den Besuch beim Frauenarzt zu begleiten.
    • p4trick 03.04.2020 08:16
      Highlight Highlight Vor 1 Woche Spital Wetzikon war das bei uns nicht mehr erlaubt aber wir habens überstanden, bei der Geburt war ich noch dabei und wurden super betreut. Für die Mama auch mal schön das Kind ganz alleine für sich zu haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • plataoplomo 03.04.2020 07:30
    Highlight Highlight Dass die Hebammen das nötige Schutzmaterial nicht zugeteilt erhalten ist ein Skandal.

    Was ich aber nicht verstehe sind die Eltern, die ein Problem mit dem Zutrittsverbot haben. In den allermeisten Fällen ist eine ambulante Geburt möglich (je nach Zeitpunkt der Geburt mit 0-1 Übernachtung). Die Mutter und das Kind müssen nicht noch Ferien im Spital machen, nur dass der Vater Zeit für die Babyschwemme hat. Die gemeinsamen erste Tage zuhause sind ein wahnsinniger Mehrwert ggü. der kalten Spitalabfertigung.
    • Anne Who 03.04.2020 10:15
      Highlight Highlight Ferien?! Typisch Mann, keine Ahnung von den Strapazen und Schmerzen, aber Hauptsache mal einen Kommentar gemacht. Gerade bei dem ersten Kind ist es wichtig, dass man als Mutter gut betreut wird. Man ist sich unsicher und hat viele Fragen zudem ist eine Geburt sehr anstrengend und man braucht etwas Zeit für sich und das Baby. Es hat den Anschein, dass Ihnen das egal ist und eine Mutter nach der Geburt topfit ist.
    • plataoplomo 03.04.2020 12:25
      Highlight Highlight @anne who: ich habe nicht behauptet, dass es keine Strapazen sind. Aber zuhause ist der Erholungsfaktor ungleich höher und die ganze Familie bleibt zusammen. Das ist für die Bindung auch durch den Vater sehr wichtig. Und bezüglich der Betreuung sind Hebammen auch zuhause da.

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