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«Man überlastet die Jüngeren» – Widmer-Schlumpf zerzaust Bersets Rentenreform



Im Blick gab alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ein ausführliches Interview zum Thema Altersvorsorge und Rentenreform. Selbst ist sie seit 2017 Präsidentin der Stiftung Pro Senectute, die sich für das Wohl von älteren Menschen in der Schweiz einsetzt. Hier ihre wichtigsten Aussagen im Überblick:

Die neue Rentenreform

«Man kann für die AHV schon immer wieder eine Lösung bringen, die einem drei, vier Jahre Zeit verschafft. Aber das ist keine auf Dauer ausgerichtete Politik. Mit dieser Lösung wäre die AHV bis 2024 gesichert. Man schaut also bloss noch, dass man kurzfristig über die Runden kommt. Gerade im Sozialversicherungsbereich muss eine Politik auf mindestens zehn Jahre, wenn nicht mehr, ausgerichtet sein. Jetzt überlastet man die Jüngeren, weil man nicht in der Lage ist, eine längerfristige Lösung zu finden.»

Wer von der Altersreform profitiert – und wer verliert

Video: srf

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf informiert die Medien nach ihrem Treffen mit der Tessiner Regierung am Mittwoch, 7. Mai 2014, im Castello di Sasso Corbaro in Bellinzona. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Die alt Bundesrätin ist jetzt Präsidentin der Stiftung Pro Senectute. Bild: TI-PRESS

Die zweite Säule

«Die Altersvorsorge-Revision, die jetzt in der Vernehmlassung ist, beschränkt sich auf die AHV. Die Lösung des grossen Problems in der zweiten Säule, die Umverteilung von mindestens sechs Milliarden Franken zugunsten der Rentnerinnen und Rentner und zulasten der Jüngeren, wird auf die lange Bank geschoben. Gerade auch hier aber sind Korrekturen notwendig. Dies ist auch ein Gebot der Fairness gegenüber den Jüngeren.»

Ergänzungsleistungen im Alter

«Die Ergänzungsleistungs-Regelung hängt der Zeit hinterher. Die Mietzinsmaxima wurden seit 15 Jahren nicht mehr angepasst, das müsste dringend gemacht werden – mindestens so, wie es der Ständerat aktuell vorschlägt.»

Altersarmut bei Frauen

«Manche Frauen überlegen sich nicht, wie schnell die Zeit vorüber ist, in der die Kinder einen voll brauchen. Wenn man dann lange Zeit nicht berufstätig war, wird es schwer, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Darum würde ich die junge Mutter ermuntern, mindestens Teilzeit im Beruf zu bleiben. Aber ich erwarte auch von den jungen Männern, dass sie sich über die Altersvorsorge ihrer Frauen Gedanken machen.»

Ist das die Rache des traditionellen Familienmodells?

«Heute kann man das nicht mehr generell so sagen. Man vergisst oft: Bis ins Jahr 2000 stand eine Frau, die alles zu Hause erledigte, die sozialen Kontakte pflegte und das Rückgrat der Familie war, bei einer Scheidung ohne Pensionskasse da. Heute hat sie Anspruch auf die Hälfte der Pensionskasse des Mannes. Jetzt müssen Paare überlegen, ob die Leistungen aus der beruflichen Vorsorge im Alter für zwei Personen reichen.»

Ist Altersarmut selbstverschuldet?

«Eine Mittelstandsfamilie ist heute kaum in der Lage, eine dritte Säule aufzubauen. Ich bin auch für Eigenverantwortung, aber es gibt auch hier Grenzen. Wie wollen sie, wenn sie Kinder haben, von einem kleinen Verdienst noch privat fürs Alter sparen? Da müssen Sie schon froh sein, die AHV-Beiträge, Pensionskasse und Krankenkassen-Prämien berappen zu können. Hier besteht Handlungsbedarf.»

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – Fehlanzeige!

Video: srf

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