Schweiz
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Bund rechnet bei neuen Kampfjets mit Gesamtkosten von 18 Milliarden



ARCHIV - ZUR MEDIENKONFERENZ VON BUNDESRAETIN VIOLA AMHERD UEBER DIE BESCHAFFUNG DER KAMPFJETS UND DIE LUFTABWEHR STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A Boeing F/A-18 Super Hornet fighter jet is pictured after landing during a test and evaluation day at the Swiss Army airbase, in Payerne, Switzerland, Tuesday, April 30, 2019. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Eine F/A-18 Super Hornet von Boeing landet nach einem Testflug in Payerne. Bild: KEYSTONE

Das Schweizer Verteidigungsdepartement rechnet bei neuen Kampfflugzeugen mit Gesamtausgaben von 18 Milliarden Franken. Zu den geplanten Beschaffungskosten von 6 Milliarden kommen damit über die gesamte Nutzungszeit der Jets rund 12 Milliarden für den Betrieb hinzu.

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gab die Schätzung der «SonntagsZeitung» bekannt. Amtssprecher Kaj-Gunnar Sievert sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Annahmen würden auf Erfahrungsdaten aus dem über zwanzigjährigen Betrieb der derzeit operierenden F/A-18-Kampfflugzeugflotte basieren.

«Als Faustregel dürften die über 30 Jahre aufgerechneten Betriebskosten zirka doppelt so hoch ausfallen wie die Beschaffungsausgaben», sagte der Armasuisse-Sprecher. Präzise Berechnungen seien momentan noch nicht möglich. Noch seien weder der Typ noch die Anzahl der neuen Flugzeuge bestimmt. Der Bundesrat fällt den Typenentscheid voraussichtlich Anfang 2021.

Der Bekanntgabe der Schätzung des Bundes waren Diskussionen in der Politik um die Lebenszykluskosten der Jets vorangegangen. Dabei wurden teils viel höhere Beträge als die 18 Milliarden Franken genannt. Gegner des Kaufs neuer Kampfflugzeuge bezifferten die Ausgaben bisweilen auf gegen 24 Milliarden Franken. Sie beriefen sich teils auf Berechnungen von Behörden in Deutschland und Kanada.

ARCHIV - ZUR MEDIENKONFERENZ VON BUNDESRAETIN VIOLA AMHERD UEBER DIE BESCHAFFUNG DER KAMPFJETS UND DIE LUFTABWEHR STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der Eurofighter Typhoon der Deutschen Luftwaffe startet am Dienstag, 25. November auf dem Flugplatz Emmen zu einem Testflug. Der Typhoon ist mit zwei weiteren Herstellern von Kampfjets im Evaluierungsverfahren der Schweizer Luftwaffe als Ersatz fuer den Tiger F 5. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Ein Eurofighter Typhoon der deutschen Luftwaffe startet zum Testflug in Emmen. Bild: KEYSTONE

Volk stimmt Ende September ab

Bundesrat und Parlament wollen ab 2025 für sechs Milliarden Franken neue Kampfjets beschaffen. Diese sollen die bestehende Flotte aus F/A-18- und Tiger-Jets ablösen. Weil die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), die SP und die Grünen das Referendum ergriffen haben, stimmt das Volk am 27. September 2020 über die Vorlage ab.

Nicht abgestimmt wird über den Flugzeugtyp und die Anzahl der Jets von 36 oder 40 Fliegern. Derzeit ist die zweite Offertrunde im Gang. Vier Hersteller hatten sich im vergangenen Frühsommer mit ihren Maschinen der Erprobung im Schweizer Luftraum gestellt.

Im Rennen sind das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, der F/A-18 Super Hornet von Boeing, der Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter aus Deutschland. (sda)

Welcher Kampfjet soll's denn sein?

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106 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
PsychoP
31.05.2020 16:02registriert April 2020
Da waren ein paar von der Armasuisse wohl noch bei den Dragonern dabei, denn die wissen noch wie man das Pferd vom Schwanz her aufzäumt.
Nun versuchen sie noch vor der Abstimmung ein bisschen das Budget zu beschönigen um die Akzeptanz der Beschaffung beim Volk zu erhöhen.
Schlussendlich kostet es dann wie immer um ein Vielfaches mehr (siehe NEAT etc.).
Zitat Armasuisse: "Präzise Berechnungen seien momentan noch nicht möglich".
Aber die Militärköpfe möchten einen Blankocheck und wollen dies durch die Erhöhung des jährlichen Militärbudgets um 1.5% erreichen.
Zuerst kommt aber mal das Referendum!
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Bajazzo
31.05.2020 17:01registriert February 2020
Italienische Verhältnisse im VBS!
Einfach mal Geld ausgeben das man gar nicht hat.
Am besten noch das der anderen.
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Hans Jürg
31.05.2020 14:58registriert January 2015
Für luftpolizeiliche Massnahmen und um Verletzungen des Luftraums der Schweiz zu kontrollieren, braucht es keine supertreure Hightech-Jets.
Und um im Krieg gegen einen Agressor die Lufthohheit zu verteidigen nützen die superteuren Hightech-Jets auch nicht sonderlich. Sie würden wohl sehr schnell - noch am Boden - zerstört werden.
Das Geld könnte man besser und vernünftiger einsetzen, vor allem jetzt, wo wir wegen Corona andere Probleme zu lösen haben.
311118
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