Schweiz
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ARCHIV --- ZUM TRAKTANDUM ASYLWESEN AN DER HERBSTSESSION STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Asyl-Durchgangszentrum in Embrach, aufgenommen am Dienstag, 7. Juli 2015. Die Gemeinde Embrach noerdlich des Zuercher Flughafens betreibt ein Durchgangszentrum mit 380 Plaetzen. Im Rahmen der Neustrukturierung des Asylwesens wird dieses in ein Bundeszentrum mit 360 Plaetzen ueberfuehrt. Der Bund schliesst mit dem Kanton einen Mietvertrag ueber 15 Jahre ab, der um 5 Jahre verlaengert werden kann. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wer in solchen Kollektivunterkünften lebt, hat oft Mühe, ein soziales Netz ausserhalb der eigenen vier Wände aufzubauen. Bild: KEYSTONE

Asylfürsorge hemmt die Integration von Asylsuchenden

Vorläufig aufgenommene Personen erhalten im Kanton Zürich nur noch Asylfürsorge, anstatt Sozialhilfe. Eine neue Untersuchung zeigt: Das wirkt sich negativ auf ihre Integration aus.



Seit zwei Jahren erhalten vorläufig aufgenommene Personen im Kanton Zürich keine Sozialhilfe mehr, sondern nur noch Asylfürsorge. Die entsprechende Gesetzesänderung wurde von den Zürcher Stimmberechtigten am 24. September 2017 an der Urne beschlossen.

Jetzt zeigt sich: Die Asylfürsorge wirkt sich negativ auf die Integrationsmöglichkeiten der Betroffenen aus. Zu diesem Schluss kommt der Verein Map-F in einer Untersuchung, die am Dienstag publiziert wurde und watson bereits vorlag. Der Verein berät Personen mit F-Ausweis und beobachtet, wie Gemeinden die neue Asylfürsorge-Regelung umsetzen. Moritz Wyder, Geschäftsleiter von Map-F, sagt: «Die meisten vorläufig Aufgenommenen bleiben dauerhaft in der Schweiz und sind also eigentlich gar nicht vorläufig hier. Viele erhalten später eine reguläre Aufenthaltsbewilligung. Im Hinblick darauf ist es besonders stossend, dass die Asylfürsorge die Integration dieser Personen hemmt.»

F-Status und Asylfürsorge

Personen, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, deren Wegweisung aber aus rechtlichen Gründen unzulässig ist, gelten als vorläufig aufgenommene Ausländerinnen und Ausländer. Sie erhalten einen F-Ausweis. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Aufenthaltsbewilligung, sondern um eine Bestätigung, dass sie nicht ausgeschafft werden dürfen, weil ansonsten gegen das Völkerrecht verstossen würde oder die Person unmittelbar gefährdet würde. In Zürich leben derzeit 8500 vorläufig aufgenommene Personen. Die meisten stammen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea.

Seit die Bevölkerung der Anpassung des Sozialhilfegesetzes im Kanton Zürich am 24. September 2017 zustimmte, erhalten vorläufig Aufgenommene Personen keine Sozialhilfe, sondern nur noch eine 30 bis 70 Prozent tiefere Asylfürsorge. Den konkreten Umfang der Asylfürsorge können die Gemeinen selbst bestimmen. Zwischen den Gemeinden gibt es grosse Unterschiede, was die Höhe der Unterstützungsgelder betrifft. Der Verein Map-F widmete sich diesen Unterschieden in seinem Bericht im August 2018. (sar)

Für den Bericht hat Map-F eine Umfrage bei allen 162 Gemeinden des Kantons Zürich durchgeführt. 72 Gemeinden, in denen rund 60 Prozent der Bevölkerung des Kantons Zürich leben, haben geantwortet. Zudem wurden zirka 50 Organisationen und Einzelpersonen befragt, die einen Bezug zur Situation von vorläufig Aufgenommenen im Kanton Zürich haben. Ebenfalls in den Bericht eingeflossen sind Erfahrungen aus Gesprächen mit Betroffenen.

Grundsätzlich problematisch sei, dass vorläufig Aufgenommenen mit der Asylfürsorge bedeutend weniger Geld zur Verfügung stehe, so Wyder. Bei der regulären Sozialhilfe wird den Bezügern ein soziales Existenzminimum gewährt. Dieses geht über die nackte Existenzsicherung hinaus. Die Asylfürsorge hingegen deckt lediglich die absolut notwendigen Auslagen des täglichen Bedarfs.

Einige Gemeinden zahlen zehn Franken pro Tag

Über die Höhe der Asylfürsorge können die Gemeinden selber bestimmen. Laut dem Bericht von Map-F variieren die Beträge je nach Gemeinde stark. Der tiefste genannte Unterstützungsansatz liege bei zehn Franken pro Tag und Person, sagt Wyder: «Das verunmöglicht Betroffenen, ihre Freizeit gestalten zu können und gesellschaftlich Anschluss zu finden. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden dadurch ausgegrenzt.»

ZUR INTEGRATIONSVORLEHRE ZUM LOGISTIKER AM BBZ OLTEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG ---  Deutschunterricht am Berufsbildungszentrum (BBZ) Olten im Rahmen der Integrationslehre (INVOL) zum Logistiker, aufgenommen am 21. Mai 2019 am BBZ Olten, Kanton Solothurn. Im Rahmen eines 4-jaehrigen Pilotprogrames des Staatssekretariat fuer Migration (SEM), bietet das BBZ Olten seit dem Sommer 2018 eine Integrationsvorlehre fuer anerkannte Fluechtlinge und vorlaeufig aufgenommene Personen im Alter zwischen 18 und 35. Die Teilnehmenden werden auf eine zwei- oder dreijaehrige berufliche Grundbildung vorbereitet. Die Integrationsvorlehre dauert ein Jahr. In der Berufsfachschule besuchen die Teilnehmenden 2 Tage pro Woche berufskundliche und allgemeinbildende Faecher. Im Betrieb wird an 3 Tagen pro Woche praktische Erfahrung im angestrebten Berufsfeld gesammelt. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Deutschunterricht gehört zu einer wichtigen Integrationsmassnahme. Doch nicht alle können daran teilnehmen. Bild: KEYSTONE

Weiter thematisiert der Bericht die Wohnsituation der Betroffenen. Ob vorläufig aufgenommene Personen ein privates Mietverhältnis eingehen dürfen und falls ja, wie hoch der Mietzins dafür sein darf, legt ebenfalls jede Gemeinde selber fest. Die Alternative zu einem privaten Mietverhältnis ist die Unterbringung in einer Kollektivunterkunft oder in angemieteten Wohnungen der Gemeinde.

Da vorläufig aufgenommene Personen ihre Wohngemeinde von Beginn weg nicht auswählen können und während des Asylfürsorgebezugs auch nicht wechseln dürfen, können sie keinen Einfluss darauf nehmen, mit welchen Beträgen sie unterstützt werden und wie ihre Wohnsituation aussieht. Map-F spricht in diesem Zusammenhang von einer «Gemeinde-Lotterie».

Wyder sagt, aus der Umfrage gehe hervor, dass seit der Umstellung von der Sozialhilfe zur Asylfürsorge in vielen Gemeinden vorläufig aufgenommene Personen ihre Wohnung verlassen mussten und nun in Kollektivunterkünften wohnen. Er sagt: «Dies behindert die soziale Integration und vor allem den Kontakt zur lokalen Bevölkerung.» Dass man sich nicht aussuchen könne, wo und mit wem man wohnen möchte, verunmögliche den Aufbau eines sozialen Netzes. Ausserdem können Kollektivunterkünfte puren Stress bedeuten, insbesondere für Jugendliche und Kinder.

Widersprüchliche Integrationspraxis

Als weiteres Beispiel, wo die Asylfürsoge die Integration hemmt, wird im Bericht der Spracherwerb angeführt. Zwar wird das kantonal finanzierte Angebot von Deutschkursen stetig ausgebaut, doch es kommt vor, dass vorläufig Aufgenommene nicht daran teilnehmen können – weil ihnen schlicht das Geld für ein ÖV-Ticket fehlt. Map-F schreibt in seinem Bericht, dass die Transportkosten für den Nahverkehr bei der Sozialhilfe zum Grundbedarf gehörten, nicht aber bei der Asylfürsorge.

«Es kann nicht sein, dass die Asylfürsorge ein Integrationshindernis darstellt.»

Moritz Wyder, Geschäftsführer Map-F

Gerade dieser Punkt gibt Wyder besonders zu denken. Auf der einen Seite baut der Bund Massnahmen zur Integrationsförderung aus und argumentiert unter anderem, dass sich dies auch finanziell lohne. Denn gut integrierte Ausländerinnen und Ausländer würden später kein Loch in die Staatskassen reissen. Auf der anderen Seite aber werden die Unterstützungsgelder für vorläufig aufgenommene Ausländer so knapp gehalten, dass sich das negativ auf deren Integration auswirkt. Wyder: «Die Kürzung von der Sozialhilfe auf die Asylfürsorge steht im Widerspruch mit der Integrationsförderung des Bundes.»

Um einen chancengleichen Zugang zu Massnahmen der staatlichen Integrationsförderung zu gewährleisten, sollten einheitliche Richtlinien betreffend Ziele, Umfang und Qualität der Unterstützung geschaffen werden, die für alle Gemeinden verbindlich sind. So schreibt es das Team von Map-F in seinem Bericht abschliessend. «Es kann nicht sein, dass die Asylfürsorge ein Integrationshindernis darstellt», sagt Wyder.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Amarillo 27.05.2020 09:17
    Highlight Highlight Dass viele Staaten die Rücknahme ihrer Leute möglichst blockieren sind die Geldüberweisungen, welche sie von ihnen bekommen / erwarten. Wohlgemerkt, es handelt sich um Personen, bei welchen keine Asylgründe vorliegen, sondern die hier sind, weil man sie nicht einfach so in ihre Heimat bringen kann. Diese Praxis ist auch eine der Geschäftsgrundlagen für die Schlepper, die verdienen gut damit, dass sie ihren Kunden quasi eine "Bleibegarantie" für Europa geben können, sobald sie mit beiden Füssen in einem Boot stehen. Letztlich schadet dies primär denjenigen, welche wirklich Recht auf Asyl haben.
  • Satan Claws 26.05.2020 21:31
    Highlight Highlight Was viele hier offenbar nicht verstehen. Je besser es den anderen geht umso besser geht es uns selbst.

    Oder glaubt ihr etwa, dass ihr mehr Geld bekommt wenn andere weniger haben?

    Jeder Mensch der nicht um sein überleben kämpfen muss, kann (muss nicht) der Menschheit nützlich sein.

    Gerne beantworte ich eure Fragen diesbezüglich. Es ist mir echt ein Anliegen.
    • sir_kusi 27.05.2020 08:38
      Highlight Highlight „ Oder glaubt ihr etwa, dass ihr mehr Geld bekommt wenn andere weniger haben?“

      Ja. Soziale Unterstützung ist immer Umverteilung, zb via Steuern. Wenn also „die“ weniger bekommen wird „uns“ auch weniger weggenommen.

      (Ohne Wertung gemeint, kann man gut/schlecht finden).
    • Satan Claws 27.05.2020 17:30
      Highlight Highlight @sir_kusi

      "Ja. Soziale Unterstützung ist immer Umverteilung"
      Da liegt der Hund begraben. Das Geld wird einfach umverteilt. Sie zahlen weder weniger Steuern noch bekommen Sie etwas.

      Solange nicht alle Departemente sagen, "Boah wir haben genug und brauchen nichts" werden andere Löcher mit diesem Geld gestopft.

      Das wichtigste in einem Staat sind jedoch alle die Personen die darin leben. Um möglichst effizient zu funktionieren müssen sie die gleichen Chancen haben.
      Ja es ist möglich, dass der unterstützte Asylbewerber wieder in sein Land kann. Es ist aber auch möglich dass man überfahren wird.
  • poga 26.05.2020 21:19
    Highlight Highlight Was mich hier wunder nähme: Wie wurde die Integration den bemessen?
  • Roland_Stamm 26.05.2020 18:04
    Highlight Highlight weniger Cash für Alkohol und Zigaretten...ist doch gut so
  • Phoria 26.05.2020 17:30
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass der Flüchtlingsbegriff im Schweizer Asylrecht sehr eng gefasst ist. So erfüllt eine Person, die wegen dem Krieg aus Syrien flüchtet den Flüchtlingsbegriff nicht, sofern sie nicht auch noch individuell besonders verfolgt wird. Solche Personen werden zu vorläufig Aufgenommenen, können aber in absehbarer Zeit nicht in ihr Land zurückkehren, weshalb sie auf unbestimmte Zeit hier sind. Bei diesen Personen lohnen sich meiner Meinung nach Integrationsbemühungen sehr.
  • Notabik 26.05.2020 16:36
    Highlight Highlight Integration? Ich jedenfalls habe noch kein Asylsuchender in einer Trachtengruppe oder in einem ornithologischen Verein als Kassier gesehen. Die vielen Fremden werden unsere CH Kultur nachhaltig verändern. Irgendwann wird aus Multikulti ein Einheitsbrei.
    • Cirrum 26.05.2020 17:52
      Highlight Highlight Wenn sie das Gefühl bekommen würden, willkommen zu sein, bin ich mir sicher, sie würden sich liebend gern integrieren. Und es wird eher vom Einheitsbrei ZU Multikulti. Das würde Menschen wie ihnen sehr gut tun, denn es erlaubt interessante, verschiedene Blickwinkel vom Leben
    • Maracuja 26.05.2020 19:00
      Highlight Highlight @Notabik: Asylsuchender in einer Trachtengruppe oder in einem ornithologischen Verein als Kassier gesehen

      Ich kenne sehr viele Schweizer, die in keinem Verein Mitglied sind. Gelten die auch als Kulturveränderer? Umgekehrt kenne ich viele Ausländer, die Jugendtrainer bei einem Fussballverein sind, gehört Fussball etwa nicht zur CH-Kultur? Liegt es nicht an hiesigen Vereinen Nachwuchs unter allen EinwohnerInnen zu suchen, es gibt ja durchaus aus dem Ausland stammende Menschen, die gerne CH-Traditionen pflegen, Yvonne Apiyo Brändle-Amolo z.B. jodelt.
    • Silphium 26.05.2020 19:28
      Highlight Highlight @Notabik: Wir haben zwei Damen mit F-Aufenthaltsstatus in unserem Turnverein. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schwer es sein kann, sich in einem fremden Land zu integrieren, selbst ohne Sprachbarriere. Gerade in einem Verein auf dem Land, in dem sich alle seit Windelalter kennen, kann es selbst als CHler mühsam werden, wenn man nicht aus dem Ort/Tal/Kanton stammt. Ich habe jedenfalls den grössten Respekt vor diesen Frauen. Es braucht Zeit und die Kommunikation ist manchmal sehr schwierig, aber wir geben uns alle die grösste Mühe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knäckebrot 26.05.2020 16:28
    Highlight Highlight Schnell eine nüchterne soziologische Frage im Mikrokosmos des Watson Milieus.

    Vielleicht könnte gleich jemand, der diese Kommentare überprüft eine Antwort darauf geben?

    Anhand Blitzer und Herzchen, habe ich das Gefühl, dass es bei Kommentarschreibern/lesern eine Verschiebung gegeben hat. Kann es sein, dass vor ca. 4 Jahren bei Flüchtlingskritischen Kommentaren mehr geblitzt wurde und bei Restriktionskritischen Kommentaren mehr geherzt wurde?

    Macht jemand eine ähnliche Beobachtung oder war es auch damals schon etwa so verteilt?
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.05.2020 17:25
      Highlight Highlight Ja, den Eindruck habe ich leider auch. Wahrscheinlich ist 20min Lesern 20min nicht genug. Oder bezahlte Schreiberlinge/Blitzer, gibts ja auch.
    • geissenpetrov 26.05.2020 19:13
      Highlight Highlight Rassismus ist ein Konstrukt, dass Menschen in gute und schlechte zu teilen versucht. Ein solches Konstrukt aufrechtzuerhalten, (vermutlich) im Wissen, dass Erziehung, Wissenschaft und Rechtsstaat, diese Kategorien grundsätzlich nicht stützen, erzeugt eine kognitive Dissonanz, was wiederum zu grosser Verunsicherung führt. Am einfachsten lässt sich eine solche Verunsicherung beheben, in dem man Bestätigung findet.

      Sich im Internet, unter fremdenfeindlichen Kommentare Zuspruch zu geben, ist der Volkssport der rechten geworden. Das ist meine Erklärung für die vielen Blitze/Herzen.
    • Silphium 26.05.2020 19:38
      Highlight Highlight Bin eigentlich hier schon länger dabei, habe es aber bis jetzt meist unterlassen, Kommentare zu schreiben. Ich habe bis vor kurzem 20min.ch gelesen, allerdings finde ich die Neuerungen nicht ansprechend, weswegen ich jetzt ganz zu Watson gewechselt habe. Ich befürchte, dass es mir wohl einige gleich getan haben, im Besonderen eine gewisse Klientel, die mich auch auf 20min.ch schon länger vom Kommentare schreiben abgehalten hat. Finde die Lösung vom Tagi super, man sieht Likes/Dislikes nur noch nach dem Login, seit dem hat sich dort Manches geändert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerMitDenker 26.05.2020 15:06
    Highlight Highlight Ich kenne eine Familie, die hier in der CH Asyl beantragt hat. Aus rein medizinischen Gründen... Also: Fr. 10.- sind nicht viel, Aber: SÄMTLICHE medizinischen Leistungen sind bezahlt (Zahnarzt, MRIs, OPs...). Kein Selbstbehalt. ÖV-Abo ist bezahlt. Miete, Strom etc sowieso. Unkostenbetrag für Kleider. Gratisanwalt. Die 10.- sind also rein fürs Essen. Und eine z.B. 4 köpfige Familie kann doch für Fr. 40 pro Tag essen, oder? Ich denke, viele 4köpfige Familien im Land haben nicht 40.- fürs ESSEN/Tag. Die Familie, die ich kenne sendet alle paar Monate Fr. 400-600 heim, für den Hauskredit dort...
    • geissenpetrov 26.05.2020 16:04
      Highlight Highlight Und du wirst zu sehr von Einzelschicksalen emotional beeinflusst. Solche Dinge muss man aber nüchtern mit ein wenig Abstand beurteilen.
      - CapD17
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.05.2020 16:12
      Highlight Highlight "Ich kenne eine Familie, die hier in der CH Asyl beantragt hat. Aus rein medizinischen Gründen..."

      Klingt so, als hättest Sie sich sonst nie mit solchen Leuten abgegeben. Und der ganze Rest Ihres Kommentars liest sich wie ein Pamphlet eines Herrenmenschen.
    • Roland Bach 26.05.2020 17:28
      Highlight Highlight Wenn ich so was wie "Herrenmensch" nur lese krieg ich kopfweh.
      Hass der Stefan sich und die Schweiz so sehr, das alle die die Aslypolitik und Aslynaten kritisieren als rechtextreme dargestellt werden?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 26.05.2020 14:54
    Highlight Highlight Bei uns organisiert die Kirche Abende, an denen sich Asylsuchenden und Einheimische kennenlernen können.

    Ich gehe oft hin und lerne die Menschen und ihre Geschichte kennen. Teilweise ist das sehr bewegend und so etwas durchzumachen wünscht man niemandem.

    An solchen Abenden lernt man die Menschen kennen, über die ihr hier diskutiert.

    Was aufgefallen ist, ich habe nie einen SVPler an einem Abend angetroffen und das obwohl es die Partei in CH ist, die glaubt Bescheid zu wissen. Ich sage euch, die haben keine Ahnung, wie es den Geflüchteten wirklich geht, weil sie nie mit ihen gesprochen haben.
    • CapD17 26.05.2020 15:15
      Highlight Highlight Und du wirst zu sehr von Einzelschicksalen emotional beeinflusst. Solche Dinge muss man aber nüchtern mit ein wenig Abstand beurteilen.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.05.2020 15:53
      Highlight Highlight Es geht am Ende immer um Einzelschicksale. Auch du hast nur ein Leben und es wäre dir selber auch wichtig, dass man dein individuelles Schicksal bei Entscheidungen berücksichtigt und nicht, dass man dich hinter Zahlen anonymisiert und über dich bestimmt.

      Das, was du schreibst, schreiben Leute wie du immer, wenn es nicht um sie selber geht. Wie genau würde es dir besser gehen, wenn es Geflüchteten schlechter geheb würde? Wärst du glücklicher, reicher, hättest du eine schönere Freundin?
    • ostpol76 26.05.2020 16:16
      Highlight Highlight Gibt es nur Zutritt wenn man das Parteibüchlein vorzeigt? Oder woher wissen sie welche Parteimiglieder solche Veranstaltungen besuchen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BlickvonAussen 26.05.2020 14:36
    Highlight Highlight Man kann über diese Personen denken und fluchen, was man will, sie tun das, was wir auch tun: Sie versuchen zu überleben. Die Schweizer Wirtschaft gibt sich auch nicht mit den Verdienstmöglichkeiten in der Schweiz zufrieden und expandiert ins Ausland.
    Wie wäre es, wenn in der aktuellen Krise der Aussenhandel komplett einbrechen würde? Würde gerne erleben, wie ein Teil der arroganten Eidgenossen in ihrem helvetischen Schneckenhaus glücklos ihre Bedürfnisse befriedigen. Blocher: "Die Fremden wollen unser Geld." Schauen wir mal, wer auf wessen Geld und Ressourcen angewiesen ist.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.05.2020 15:26
      Highlight Highlight Verstehe nicht, warum dein Kommentar so viele Blitze erhält. Würde mich interessieren, was die Leute denken, die deinen Kommentar geblitzt haben. Finde du hast recht, dass da viele glauben, sie seien etwas besseres als Menschen, die flüchten mussten.
  • Schlüsselblüemli 26.05.2020 14:36
    Highlight Highlight Habe jahrelang mit betroffener Personengruppe und in der Integration gearbeitet.
    Der Grossteil bleibt in der Schweiz. "Vorläufig" ist eine völlig irreführende Bezeichnung, muss aber so sein.
    In vielen anderen Kantonen gab es immer nur den Asylansatz (8fr / Tag / Einzelperson) - dass züri sich anpasst war eigentlich logisch.
    Bei Einzelpersonen ist es wenig, Familien kommen aber gut über die Runden (fast gleich wie normale Sozialhilfe).
    Entscheidend ist aber wirklich die Integration und deren Angebote, was sich leider sowohl kantonal als auch auf gemeindebene stark unterscheidet.
  • GoldjungeKrater 26.05.2020 13:34
    Highlight Highlight Warum sollten wir vorläufig aufgenommene Flüchtlinge für viel Geld integrieren? Das Ziel ist ja nicht Integration sondern die baldmöglichste Abschiebung...! Was verstehe ich hier falsch?
    • dorfne 26.05.2020 14:47
      Highlight Highlight Sozialhilfe ist nicht "viel Geld". Das Geld reicht gerade für ein Leben in Würde im reichsten Land der Welt.
    • Walter Sahli 26.05.2020 16:20
      Highlight Highlight «Die meisten vorläufig Aufgenommenen bleiben dauerhaft in der Schweiz und sind also eigentlich gar nicht vorläufig hier. Viele erhalten später eine reguläre Aufenthaltsbewilligung."

      Es ist die Realität, die Du falsch verstehst, Krater.
    • ruvos 26.05.2020 16:38
      Highlight Highlight Du verstehst es absolut richtig!

      Aber viele Leute, Organisationen, Betreuer, Sozialamt, usw. verdienen ihr Einkommen mit den Flüchtlingen und sind aus diesem Grund nicht an einer schnellen Ausschaffung intressiert. Auch nicht wenn es in den Herkunftsländer wieder möglich ist ohne Gefahr zu leben. Bei den vielen Wirtschaftsflüchtlingen in der Schweiz habe ich dafür kein Verstäntnis. Leider wird unser gutgemeintes Asyl- System allzuoft missbraucht.
  • murrayB 26.05.2020 13:26
    Highlight Highlight Welche Integration?

    Vorläufig aufgenommene müssen alle wieder so schnell als möglich zurück und berechtigte Asylsuchende irgendwann dann auch...
    • De-Saint-Ex 26.05.2020 13:58
      Highlight Highlight „und berechtigte Asylsuchende irgendwann auch“... Dann hätten „wir“ also beim Fall des eisernen Vorhangs z.B. alle Ungarn und Tschechen und mittlerweile Slowaken zurück schicken sollen...? was für ein Quatsch ...
    • Schlüsselblüemli 26.05.2020 14:25
      Highlight Highlight Kannst du vergessen, 99% bleiben hier bzw werden nicht ausgeschafft. Wer erst mal hier ist bleibt auch. Das hat aber nicht nur mit der CH Politik zu tun, sondern oft auch mit den Herkunftsländern die die Leute nicht zurück nehmen.
    • Baccaralette 26.05.2020 15:53
      Highlight Highlight Schlüsselblüemli - auch das stimmt nicht. Es werdne Menschen ausgeschafft. Viele Menschen.

      Und es gibt Menschen, die ganz von selber und freiwillig wieder ausreisen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Negan 83 26.05.2020 13:23
    Highlight Highlight Am besten nur Essens Gutschein und das Nötigste. Aber ja kein Geld geben. So in etwa alla Dänemark Asyl Modell. Dies wäre der richtige weg!
    • Schlüsselblüemli 26.05.2020 14:26
      Highlight Highlight Dann findet gar keine Integration statt sondern du hast Leute die nach 30 Jahren kein Deutsch sprechen und nicht arbeiten.
    • Negan 83 26.05.2020 14:55
      Highlight Highlight Falsch. Auf diesem weg könnte man auch anreize schaffen das Aufgenommene dann auch wirklich bemühen. Und das wird man eher schlecht erreichen in dem man ihnen Geld gibt. Denn so wäre auch der missbrauch der Sozialhilfe Gelder überschaubar!
    • Schlüsselblüemli 26.05.2020 15:19
      Highlight Highlight Ich komme vom Fach und weiss wovon ich spreche. Wie sollen sich die Leute bemühen wenn es gar keine Angebote gibt?! Und es geht hier nicht um Länder aus dem EU Raum. Es hängt auch mit den Arbeitgebern zusammen, du findest kaum eine Firma die einen "Schwarzen" / "Asylanten" etc will. Je besser und intensiver die Unterstützung desto früher werden diese Leistung (finanziell) selbstständig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FACTS 26.05.2020 13:08
    Highlight Highlight Im Artikel wird nicht sauber zwischen Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen unterschieden: Asylsuchende haben ein pendentes Asylgesuch und müssen überwiegend das Land wieder verlassen, da die meisten Asylgesuche abgewiesen und von den abgewiesenen Gesuchen nur ein Bruchteil der Betroffenen vorläufig aufgenommen wird. Deshalb steht die Integration von Asylsuchenden auch nicht im Fokus.

    Bei den vorläufig Aufgenomnenen gibt es wiederum zahlreiche höchst unterschiedliche Gründe für deren Aufnahme, weshalb sie m.E. kein geeigneter Anknüpfungspunkt für die Höhe der Unterstützungsleistung ist.
  • Baccaralette 26.05.2020 13:03
    Highlight Highlight Und schon geht die Blitzerei los...

    Die meisten Schweizer wollen nämlich gar nicht, dass sich die Flüchtlinge integrieren, sie wollen, dass die Flüchtlinge entweder nicht herkommen oder so schnell wie möglich wieder verschwinden.

    Die kommen nämlich nur, weil sie profitieren und schmarotzen wollen. Darum sollen sie auch ja nichts bekommen, da sind noch 10 Franken pro Tag zuviel!

    Ich arbeite mit geflüchteten Personen zusammen, die nun B-Status haben. Was sie mir über ihre Integrationsbemühungen und die (schweizer) Reaktionen darauf erzählen, lässt mich weinen. Integration unerwünscht!
    • Yunnan 26.05.2020 13:12
      Highlight Highlight Um die geht es hier ja gerade nicht. Die Akzeptanz für die Integrationsbemühungen für die wirklichen Flüchtlinge (d.h. nach Art. 3 Asylgesetz) würde wohl zunehmen, wenn man den Missbrauch (sorry, aber das ist es leider) des Systems der vorläufigen Aufnahme bekämpft.
    • Team Insomnia 26.05.2020 13:13
      Highlight Highlight Ach, das was sie beschreiben ist nur ein winzig kleiner Teil der Schweizer (Ur-)Bevölkerung. Die aller aller meisten Schweizer lieben unsere Ausländer und Secondos, siehe Fussballnationalmannschaft z.b😉.

      Lassen Sie sich von den Blitzen nicht verunsichern und machen sie weiter.
    • Baccaralette 26.05.2020 13:19
      Highlight Highlight Um wen geht es gerade nicht? Um die Flüchtlinge oder um die Schweizer? Ich bin verwirrt.

      Und wer ist ein wirklicher Flüchtling und wer definiert das? Du? Der Blickleser oder der Polteri vom Stammtisch, der sowieso alles besser weiss, aber kaum je irgendwo ennet dem Gartenzaun war?

      Fragen über fragen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nutshell 26.05.2020 12:52
    Highlight Highlight Meine Freundin (Kanton BE) und ihre Familie haben ebenfalls F-Status. Sowohl ihr Mann wie sie sind sehr bemüht, machen verschiedene Sprachkurse und Arbeitsprogramme bzw. ihr Mann nun auch eine Lehre, was ihn sehr freut. Sie geht zwei Vormittage bei einem Programm putzen. Zunächst hat sie dafür einen Zustupf vom Sozialamt erhalten (ungefähr 100.- bis 200.- monatlich). Dann hiess es plötzlich, dass Leute mit F-Status für ihre Arbeitsbemühungen keinen Zustupf mehr erhalten. Nicht gerade motivierend.
    • Rabbi Jussuf 26.05.2020 19:59
      Highlight Highlight So bedauerlich dein Fall ist (geht mir ähnlich) so klar ist es, dass durch eine vorzügliche Behandlung mit Programmen und Geld natürlich ander aus demselben Herkunftsgebiet angezogen werden, die dann nur kommen, weil es einige ja geschafft haben. Das geht schon Jahrzehnte so. Habe das selber mitbekommen mit Kurden aus der Türkei, die keine Fluchtgründe hatten, sondern nur kamen, weil aus dem gleichen Dorf bereits einige hier waren.
    • Maracuja 26.05.2020 23:28
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf: so klar ist es, dass durch eine vorzügliche Behandlung mit Programmen und Geld natürlich ander aus demselben Herkunftsgebiet angezogen werden

      Man kann doch Menschen in CH nicht beliebig tief den Lebensstandard senken, nur um weitere Menschen von der Reise hierher abzuhalten. Wieviele Asylsuchende liessen sich denn von der Situation im Flüchtlingslager Moria von einer Reise abschrecken? Ich bezweifle zudem, dass es sich für die Schweiz langfristig lohnt, vorläufig Aufgenommenen, die auf eigenen Beinen stehen möchten, sämtliche Anreize zu nehmen.
    • Rabbi Jussuf 27.05.2020 00:27
      Highlight Highlight Maracuja
      Ich sagte ja, dass man sich in einer Zwickmühle befindet. Es gibt viele Einzelfälle wo es wirklich schade wäre, sie von einer Integration abzuhalten. Aber wenn man die längerfristigen Folgen anschaut, werden genau diese zu einer sehr teuren Angelegenheit, bis zu einer Frage der inneren Sicherheit. (Also nicht diese Einzelfälle, sondern die Folgen daraus)
      Wollen wir wirklich die immer gleichen Fehler machen? Das läuft schon seit Jahrzehnten so, ist bloss wegen der geringen Anzahl nicht besonders aufgefallen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • tzhkuda7 26.05.2020 12:46
    Highlight Highlight Wieso müssen Asylsuchende immer integriert werden? Asyl bedeutet abzuwarten bis man wieder nach Hause kann und geschützt ist vor Gefahr am eigenen Leben, durch integration ermutigt man diese Leute zum bleiben.

    Wie es sich in Failed States verhält (Lybien, Afghanistan, Somalia) ist schwierig zum beurteilen, da diese Leute wohl nie wirklich zurückgehen werden respektive können.
    • Yunnan 26.05.2020 13:38
      Highlight Highlight Ja, zumal es sich bei den Personen mit F-Ausweis, um die es hier geht, gar nicht um Asylsuchende handelt, sondern um solche, deren Asylgesuch abgewiesen wurde, aber nicht ausgeschafft werden können.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 13:49
      Highlight Highlight @Yunnan...muss nicht zwingend sein, den F Ausweis bekommt man auch, wenn man zwar als Einzelfall kein Asyl erhält, aber nicht zurück geschickt wird, weil die Bedingungen im Herkunftsland dies nicht zulassen.
    • Schlüsselblüemli 26.05.2020 14:28
      Highlight Highlight Es bleiben alle hier (99%). Die Bezeichnung "vorläufig" ist sehr irreführend.
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  • Yunnan 26.05.2020 12:37
    Highlight Highlight Vorläufig aufgenommen wird auch, wessen Rückweisung rein faktisch nicht möglich ist. Das ist z.B. bei den meisten Eritreern der Fall, da sich Eritrea einer amtlichen Rückschaffung entgegenstellt. Mit falschen Identitätsangaben kommt man z.T. auch ans Ziel. Eine individuelle Rückreise ist aber sehr wohl möglich und findet zum Teil auch statt. Gewährt man vorläufig Aufgenommenen normale Sozialhilfe, erhöht man den Anreiz einer Einreise trotz fehlendem Asylgrund. Das de-facto-Aufenthaltsrecht über die vorläufige Aufnahme höhlt den Zweck des Asyls aus, ist ineffizient und willkürlich.
    • geissenpetrov 26.05.2020 13:11
      Highlight Highlight @Yunnan

      «Gewährt man vorläufig Aufgenommenen normale Sozialhilfe, erhöht man den Anreiz einer Einreise trotz fehlendem Asylgrund.»

      Diese Annahme ist falsch. Die Pull-Faktoren sind bei der Migration nicht entscheidend. Menschen begeben sich auf die Flucht, obschon ihre Reise tödlich enden kann und ihnen in den Zielländern bestenfalls ein Leben als Menschen zweiter Klasse droht. Ob Sozialhilfe oder Asylfürsorge wird keinen messbaren Einfluss haben, wie viele Menschen flüchten.
    • geissenpetrov 26.05.2020 13:13
      Highlight Highlight «Das de-facto-Aufenthaltsrecht über die vorläufige Aufnahme höhlt den Zweck des Asyls aus, ist ineffizient und willkürlich.»

      Im Artikel steht das Gegenteil. Ausgrenzung ist ein Integrationshindernis. Ich denke nicht, dass du persönlich einen Vorteil hast, wenn man Deine Mitmenschen systematisch schlecht behandelt (es sei denn, Du bist ein Sadist), zumal die zusätzlichen Kosten, die auf diese Weise anfallen, auch dich betreffen.
    • Yunnan 26.05.2020 13:48
      Highlight Highlight Die Pullfaktoren sollen nicht entscheidend sein - also nur die Pushfaktoren - warum kommen die Leute dann bis in die Schweiz, nachdem sie zahlreiche sichere Länder durchquert haben? Zum zweiten Kommentar: Der Sinn der vorläufigen Aufnahme ist gerade nicht, dass sich die Leute integrieren. Die Leute werden nicht systematisch schlecht behandelt - es gibt nur einfach kein voraussetzungsloses Aufenthaltsrecht plus Sozialhilfe für jeden. Das wäre finanziell schlicht nicht tragbar. Ich möchte nicht überheblich wirken, aber das wird dir sicher auch klar, wenn du dich ein bisschen informierst.
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  • De-Saint-Ex 26.05.2020 12:34
    Highlight Highlight Da wäre es doch ehrlicher, man würde in diesem Land das Asylwesen gleich ganz stoppen. Da hätte wohl ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung nichts dagegen... was ich von diesem Vorgehen in Zürich halte: stossend (und den Rest behalte ich den Kommentarregeln zuliebe für mich...)
    • Pisti 26.05.2020 16:36
      Highlight Highlight Bis die Corona Verschuldung abgebaut ist, macht ein genereller Asyl-Stop tatsächlich Sinn.
    • Rabbi Jussuf 26.05.2020 19:55
      Highlight Highlight Asylwesen stoppen? Sicher nicht! Aber wesentlich regressiver gestalten, was abgewiesene Bewerber anbelangt.
      Wenn das unsere Nachbarn, besonders Deutschland auch machen würde, wäre schon sehr viel besser.
  • Queen C 26.05.2020 12:13
    Highlight Highlight Müssen sich denn vorläufig Aufgenommene, die der Bezeichnung nach per se wieder nach Hause gehen müssten, integrieren?
    Oder ist es mit dem ‚vorläufig’ doch nicht so ernst gemeint?
    • Schlüsselblüemli 26.05.2020 14:29
      Highlight Highlight Nicht ernst gemeint.
    • lilie 26.05.2020 17:43
      Highlight Highlight An und für sich finde ich bereits diese Kategorie völlig sinnlos. Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt, aber sie können aus völkerrechtlichen Gründen nicht ausgeschafft werden, was aber doch eigentlich das Hauptargument für die Bewilligung eines Asylgesuchs wäre? Ergibt für mich null Sinn. 🤦‍♀️
    • Rabbi Jussuf 27.05.2020 02:59
      Highlight Highlight lilie
      Um Asyl zu erhalten muss eine individuelle Verfolgung von Staates wegen und aus genau festgelegten Gründen stattgefunden haben. Darum bekommen Bürgerkriegsflüchtlinge kein Asyl. Auch die Zugehörigkeit einer verfolgten oder diskriminierten Minderheit reicht nicht.
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  • dorfne 26.05.2020 12:02
    Highlight Highlight Wir schaden uns selber mit dieser "Sparsamkeit". Schlecht Integrierte werden
    lebenslang von der Fürsorge abhängig bleiben oder aus purer Not in die Kriminalität abgleiten. Beim Lesen des Artikels denk ich einmal mehr: die neoliberalen Entscheider in unserem Land fühlen sich bestohlen durch Menschen die kein eigenes Geld verdienen können und wollen sie zur Strafe leiden sehen. Vernünftig, nachhaltig und menschenwürdig ist diese Verknappung der Hilfe nicht. Vor allem nicht, wenn man ja weiss, dass die Leute langfristig nicht ausgeschafft werden können.







    • MacB 26.05.2020 12:08
      Highlight Highlight Ich denke, hinter dem von der "neoliberalen" Denken steckt eher die (negative) Signalwirkung auf zukünftige potenzielle Ankömmlinge.

      So etwa nach dem Modell bei den Strassen: mehr Strassen = mehr Verkehr.
    • dorfne 26.05.2020 12:35
      Highlight Highlight @MacB. Nur wirkt diese negative Signalwirkung nicht. Die Menschen kommen trotzdem. Und das wissen auch die neoliberalen Sozialabbauer. Die Migranten hoffen, nur 10 Franken pro Tag hin oder her, es irgendwann zu schaffen, hoffen auf ein besseres Leben. Und wenn sie 5 Jahre nach dem negativen Asyantrag das Bleiberecht doch noch kriegen wechseln sie in die reguläre Sozialhilfe über. Weil ja die Integration in den Arbeitsmarkt zuvor wegen der fehlenden Mittel in vielen Fällen nicht stattfinden konnte.


  • Eskimo 26.05.2020 11:52
    Highlight Highlight Es muss ja auch nicht das Ziel sein dass Asylsuchende integriert werden. Das Ziel muss sein dass sie schnellstmöglich wieder zurück in ihre Heimat gehen wo sie gebraucht werden...

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