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ZUR KANTONALEN ABSTIMMUNG BASEL-STADT UEBER DAS PROJEKT OZEANIUM ZOO BASEL --- HANDOUT - Computervisualisierung des Ozeanium Projektes des Zoo Basel. Der Zoo Basel moechet ab 2019 mit den Bauarbeiten fuer den 100 Millionen teuren Bau beginnen, wie das Unternehmen am 26. Mai 2014 bekannt gab. Das Siegerprojekt ''Seacliff'' von Bolthauer Architekten Zuerich wurde in einem Projektwettbewerb ermittelt. (ZOO BASEL/NIGHTNURSE IMAGES) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

So hätte es aussehen sollen: Das Basler Ozeanium. Bild: ZOO BASEL/NIGHTNURSE IMAGES

#NOzeanium: Wie Tierschützer in Basel ein Millionenprojekt bachab schickten

Zolli-Direktor Oliver Pagan hatte mit einem knappen Ja gerechnet, doch die Pläne fürs Ozeanium werden abgelehnt. Massgeblich dafür verantwortlich sind Naturschützer.

Jocelyn Daloz / ch media



Olivier Pagan wischt sich die Stirn ab. Der Schweissausbruch des Zolli-Direktors mag vom Dreiländerlauf stammen, an dem er am Vormittag teilgenommen hat. Noch stärker setzen ihm am Mittag jedoch die Zwischenresultate der Abstimmungen zu. Die Bevölkerung von Basel-Stadt lehnt die Bauvorlage des Basler Zoo mit 54.25 Prozent deutlich ab. Das Ozeanium wird nicht gebaut. Damit wird ein Projekt versenkt, das zehn Jahre Arbeit erfordert hat und in den letzten sechs Monate einem intensiven Abstimmungskampf ausgesetzt war.

«Wir sind enttäuscht und überrascht», sagt Olivier Pagan dann in die Kameras. «Ich habe mit einem knappen Resultat zu unseren Gunsten gerechnet.» In einer Mitteilung wird er später schreiben: «Es ist schade, weil wir eigentlich genau das Ziel verfolgen, das vielen Gegnerorganisationen laut eigenen Aussagen am Herzen liegt: den Schutz der Meere.»

«Es bot viel Angriffsfläche: Die einen kritisieren die Tierhaltung, die anderen die Architektur oder die Lage.»

Olivier Pagan, Direktor des Basler Zolli.

Dass sich hier zwei Auffassungen von Tierwohl und -schutz gegenüberstanden, bestätigt Ozeanium-Gegner und Grossrat Thomas Grossenbacher (Grüne): «Der Zoo hat mit seinem Bildungsargument nicht überzeugt, weil er in dieser Hinsicht verbesserungsbedürftig ist. Ich hoffe, er wird sich dies nach dem Volksentscheid zu Herzen nehmen.»

Für Gegner ein Sieg mit globalem Signal

Es ist das bittere Ende für den Zolli nach einer in Basel über Wochen höchst emotional geführten Kampagne. Zolli-Direktor Pagan erklärt sich das Resultat in erster Linie mit den Schwierigkeiten, ein Grossprojekt vor dem Volk durchzubringen. «Es bot viel Angriffsfläche: Die einen kritisieren die Tierhaltung, die anderen die Architektur oder die Lage.»

Dabei ging es vor dem Volk nur um die Bauvorlage, finanziert gewesen wäre das Grossprojekt vollständig privat. Pagan kritisiert die harte Kampagne der Gegner, die «oft unter der Gürtellinie» geführt worden sei.

Die Klimabewegung Basel demonstriert mit einer Platzkundgebung bei der Heuwaage gegen das Projekt Ozeanium in Basel, am Samstag, 4. Mail 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

So bekämpften Tierschützer das Ozeanium. Bild: KEYSTONE

Dafür hat Vera Weber nur ein Lachen übrig. Die Präsidentin der Fondation Franz Weber, die mit den Grünen das Referendum gegen das Ozeanium ergriffen hatte und dann auch den Abstimmungskampf angeführt hat, entgegnet: «Wenn schon waren es die Befürworter, die unter der Gürtellinie waren. Sie haben uns beschuldigt, ‹Fake News› zu verbreiten. Dabei haben wir unsere Quellen stets transparent kommuniziert.» Der Zolli dagegen sei unfähig gewesen, seine Behauptungen zu begründen.

Für Weber ist der Sieg in Basel denn auch ein globales Signal gegen die Branche der Aquaristik. Und so will sie mit ihrer Stiftung den begonnenen Kampf denn auch weltweit fortführen.

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