Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zehn Jahre Haft für Angeklagten im Baselbieter Tötungsprozess



Der Mann, der vor drei Jahren in Laufen BL den Mitbetreiber einer illegalen Hanf-Indooranlage erschossen hatte, ist vom Baselbieter Strafgericht wegen vorsätzlicher Tötung und weiteren Delikten zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht gestand dem Angeklagten auf der einen Seite zu, dass er dem Opfer am Tag der Tat nicht in expliziter Tötungsabsicht gegenübergetreten sei, wie der Gerichtspräsident am Donnerstag in seiner mündlichen Urteilsbegründung ausführte. Er habe aber mit der schlussendlichen Abgabe des Pistolenschusses «wissentlich und willentlich» den Tod des Opfers in Kauf genommen.

Aus diesem Grund urteilte das Gericht auf vorsätzliche Tötung und nicht auf Mord, wie es die Staatsanwaltschaft beantragt hatte. Auf der anderen Seite seien deswegen aber auch die Voraussetzungen für das weniger schwerwiegende Delikt eines Totschlags ebenfalls nicht gegeben.

In der Urteilsbegründung gestand das Gericht dem Angeklagten zu, dass er aus einer ausserordentlichen Situation heraus gehandelt habe. Der Angeklagte habe glaubwürdig ausführen können, dass er vom Opfer wiederholt und massiv bedrängt und bedroht worden sei.

Keine explizite Tötungsabsicht

Auch schenkte das Gericht der Aussage Glauben, dass der nun Verurteilte die Schusswaffe nicht in expliziter Tötungsabsicht mit sich geführt habe, sondern im Willen, sich selber das Leben zu nehmen, was dann scheiterte. Auch erachtete das Gericht die Aussage des Verurteilten für glaubwürdig, dass er die Pistole bei der Begegnung mit dem Opfer im ersten Moment nur als Drohmittel gezogen habe.

Aber auch wenn dem Angeklagten keine besondere Rücksichtslosigkeit zur Last gelegt werden könne, habe er mit der Schussabgabe letztlich vorsätzlich gehandelt. Zusammen mit den ihm zur Last gelegten Widerhandlungen gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten hielt das Gericht eine Haftstrafe von zehn Jahren für angemessen.

Dabei werden die drei Jahre, die er in Untersuchungshaft und dem vorzeitigen Strafvollzug verbrachte, angerechnet. Dem Vater und der Schwester des Getöteten muss er zudem eine Genugtuungssumme von 15'000 respektive 5000 Franken entrichten.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Verurteilung wegen Mordes plädiert und eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren und 6 Monaten gefordert. Für sie war erwiesen, dass der Täter «in skrupelloser Weise» auf das wehrlose Opfer geschossen habe. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren wegen Totschlags gepocht. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mann wollte Mädchen (8) in Pratteln in ein Auto zerren

Am Dienstagabend, 20. Oktober, zwischen 17.45 und 18 Uhr, fand in Pratteln ein mutmasslicher Versuch einer Kindsentführung statt. Dabei versuchte ein Mann ein 8-jähriges Mädchen in ein Auto zu zerren.

Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Polizei Basel-Landschaft sei das Mädchen auf der Wartenbergstrasse in Pratteln unterwegs gewesen, als sich ein kleines graues Auto ihr näherte, teilt die Kantonspolizei Baselland am Mittwoch mit.

Als das Fahrzeug auf gleicher Höhe war, habe der Mann versucht, …

Artikel lesen
Link zum Artikel