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Mit diesem Titelbild protestieren die Gegner gegen den Schweizer Ableger der deutschen Bewegung «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida).  bild: facebook/no pegida schweiz

Don't Believe the Hype

«No Pegida Schweiz» bringt es innerhalb kürzester Zeit zu mehr Likes als «Pegida Schweiz»

Die Facebook-Seite der «Pegida Schweiz», dem Ableger der deutschen Bewegung «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes», gibt es seit rund zwei Wochen. Diejenige der Gegner erst seit einer – und doch heimst sie bereits massiv mehr Likes ein.



Die Gegenbewegung der Pegida mobilisiert in der Schweiz besser als der hiesige Ableger der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes»: Innerhalb von nur sechs Tagen schafft es «No Pegida Schweiz» auf Facebook auf mehr als 4200 Likes (Stand 12. Januar, 14 Uhr) – und es werden jede Minute mehr. Die Fanpage der «Pegida Schweiz», die mehr als eine Woche länger online ist, stagniert bei rund 3400 Likes. 

Beide Bewegungen haben offensichtlich vom Mordanschlag auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» «profitiert», vor allem die der Pegida-Befürworter: Am 8. Januar stiegen die Like-Zahlen stark an. Doch die Gegenbewegung folgte zwei Tage später – mit Wucht: Die Like-Zahlen wuchsen bei «No Pegida Schweiz» um 100 Prozent. 

Zweites Opfer von Priklopil unter den Pegida-Rednern

Auftrieb dürfte den Gegnern die am letzten Wochenende angekündigte erste Pegida-Schweiz-Kundgebung gegeben haben. Der Ort der Demonstration ist noch unbekannt, die Redner zeigen jedoch ihr Gesicht: Darunter ist der Präsident der rechten Direktdemokratischen Partei Schweiz Ignaz Beart. 

Das ehemalige PNOS-Mitglied (Partei National Orientierter Schweizer) stellt sich als Pressesprecher von Pegida Schweiz vor. Ausserdem eingeladen ist der Star der Dresdner Pregida-Szene Edwin Utrecht und die Deutsche Andrea Festerling, Mitgründerin der rechtspopulistischen Partei «Alternative für Deutschland», die jüngst mit einer glühenden Lobrede auf die HoGeSA (Hooligans gegen Salafisten)-Demo aufgefallen ist.

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Hier ruft «Pegida Schweiz» zur ersten Kundgebung auf. bild: facebook

Die vierte Rednerin, Andrea Helfenbein, fand wegen etwas anderem Erwähnung in den Medien: Die Österreicherin suchte 2011 die Öffentlichkeit, weil sie als Kind das zweite Opfer von Natascha Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil gewesen sein soll

Politologen sehen für die Schweizer Pegida-Bewegung wenig Potenzial. «Grundsätzlich hat Pegida hier wenig Mobilisierungspotenzial, weil sich die Ängste vor einer Islamisierung bereits seit Jahren Luft machen können», sagt Politgeograf Michael Hermann gegenüber der Basler Zeitung.

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