DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mehrere Plakate der Infokampagne

Seit die blauen BAG-Plakate die roten überlappen, ist das Aufspüren von Infektionsketten ebenso wichtig wie das Händewaschen geworden. Bild: keystone

So effizient sind die Kantone beim Contact-Tracing – oder eben auch nicht

Wie viele Menschen schweizweit in Quarantäne sind und wie gut die Kantone beim Contact-Tracing abschneiden.



In den letzten Tagen war mehrere Male von Dutzenden, teils Hunderten Personen zu lesen, die sich wegen einer infizierten Person in Quarantäne begeben mussten. Party in Grenchen: 280 Personen in Quarantäne. Zwei Schulen im Kanton Jura: 50 Lehrkräfte und 360 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Die Liste der Hotspots ist bereits lang.

Das Aufspüren der Infektionsketten und die Anordnung der zehntägigen Quarantäne liegt bei den Kantonen. Doch wie effizient ist das Ganze? Dem Tages-Anzeiger liegen bislang noch unveröffentlichte Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vor, die Antworten zu geben vermögen.

Unterschiede zwischen den Kantonen

Um die Wirksamkeit des kantonalen Contact-Tracings beurteilen zu können, analysiert das BAG den Anteil neuer Corona-Fälle, die sich bereits in Quarantäne befanden, als die Infektion bestätigt wurde. Auffallend sind die kantonalen Unterschiede.

Schaffhausens Bilanz ist nicht aussagekräftig, da der Kanton im Zeitintervall der Datenerhebung nur zwei Corona-Fälle gemeldet hat. twitter@nicolamlow

Eine schlechte Bilanz verzeichnen die Kantone Baselland, Tessin und Uri. In diesen Kantonen haben sich weniger als ein Viertel der neu bestätigten Corona-Fälle bereits zuvor in Quarantäne befunden. Das heisst, viele wussten nicht, dass sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten, und konnten so möglicherweise selbst Menschen anstecken.

Eine sehr gute Bilanz zeigt das jurassische Contact-Tracing: Von 17 neu bestätigten Fällen befanden sich 12 bereits in kantonal verordneter Quarantäne. Auch im Kanton Aargau konnten über 60 Prozent der 45 Fälle rechtzeitig gewarnt werden.

Die Bilanzen von Appenzell Ausserrhoden, Obwalden sowie Schaffhausen eignen sich kaum als Bewertung der Wirksamkeit des Contact-Tracings, da alle drei Kantone nur einen oder zwei Corona-Fälle in den letzten zwei Monaten zu melden hatten.

Über die Hälfte bereits in Quarantäne

Rund 54 Prozent aller neuen Fälle befanden sich gemäss den BAG-Daten schon zuvor in Quarantäne. Gut die Hälfte der Kantone, deren Daten erfasst sind, liegt über diesem Wert.

«54 Prozent sind ein sehr guter Wert», sagt Manuel Battegay, Chefarzt der Infektiologie am Universitätsspital Basel und Mitglied der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Eindrücklich sei vor allem, dass der Wert ziemlich stabil sei, obwohl die Zahl der Corona-Fälle in der Schweiz jüngst wieder zugenommen hätten.

Denn es gilt: Je mehr Fälle, desto schwieriger ist es mit der Nachverfolgung. In Kantonen, deren Infektionszahl steigt, erhöht sich der behördliche Aufwand enorm. Für Kantone mit tiefen Zahlen ist die Nachverfolgung meist problemlos zu bewältigen.

Derzeit befinden sich dem BAG zufolge 2948 Personen in der Schweiz in Quarantäne. «Wir werden nie alle Übertragungsketten nachverfolgen können», sagt Infektiologe Battegay gegenüber dem «Tages-Anzeiger», «aber das Contact-Tracing ist sehr wichtig, wie die Zahlen zeigen.» (adi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sicheres Contact-Tracing, Made in Switzerland

1 / 23
Sicheres Contact-Tracing, Made in Switzerland
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Coronavirus: So trägst du die Schutzmaske richtig

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Israel streicht Massnahmen bei 60 Prozent Geimpften – was das für die Schweiz bedeutet

Nach einer erfolgreichen Impfkampagne fallen in Israel heute fast alle Restriktionen – einzig die Maskenpflicht in Innenräumen bleibt bestehen. Ein Blick auf Israels Rückkehr in die Normalität – und was die Schweiz davon lernen kann.

Freudentränen flossen vor rund einer Woche, als in Israel die letzte Krankenstation für Covid-Patienten geschlossen wurde. Die Regierung bezeichnet das Coronavirus als besiegt. Der Wendepunkt kam Ende letzten Jahres mit der ersten Impfung. Alexander Babet, Chefpfleger in einer der mittlerweile geschlossenen Covid-Stationen, erklärte dem Spiegel in einem Interview: «Ungefähr einen Monat später spürten wir: Die Impfung wirkt. Etwas verändert sich.»

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Tatsächlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel