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Bundesrat Alain Berset verlaesst das Messegelaende in Luzern, nach einer Pressekonferenz und einem Besuch im Coronavirus

Seinen letzten Arbeitsfreien hatte Alain Berset im Februar, seither arbeitet der Gesundheitsminister ununterbrochen. Bild: KEYSTONE

«Im Februar das letzte Mal zu Hause» – Alain Berset berichtet aus Alltag



In einem Interview mit der SonntagsZeitung gewährt Gesundheitsminister Alain Berset einen Einblick in seinen anstrengenden Arbeitsalltag. Seit Februar sei er keinen einzigen Tag mehr zuhause bei seiner Familie gewesen. «Ich war seit Februar nie mehr dort, arbeite in meinem Büro, bin wegen Corona ständig unterwegs und übernachte in Bern. Alles dreht sich um die Arbeit», so der Bundesrat.

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«Im Moment scheint es illusorisch, dass wir auf den 20. April hin viel ändern können.»

Alain Berset

Den letzten freien Tag habe er am 23. Februar beim Skifahren genossen. «Am Nachmittag realisierte ich, wie rasant sich das Virus in Norditalien ausbreitet», erinnert sich der Gesundheitsminister. Danach sei er nach Bern gefahren und dort geblieben.

Für Berset ist zudem klar: Die Arbeitslast wird auch in den kommenden Wochen nicht abnehmen. Eine baldige Lockerung der Massnahmen sei nicht in Sicht. «Im Moment scheint es illusorisch, dass wir auf den 20. April hin viel ändern können.» Solange die Gesellschaft nicht eine gewisse Immunität erreicht habe oder ein Impfstoff da sei, werde das Virus nicht einfach so verschwinden.

«Am meisten fehlt mir ungezwungenes Zusammensein: etwa auf einer Terrasse sitzen und mit Freunden ein Bier trinken.»

Alain Berset

Berset gesteht zudem Versäumnisse in der Kommunikation ein. Bei den Plätzen in Intensivstationen hätte der Bundesrat früher öffentliche Transparenz schaffen sollen. Die Krise sei auch ein Stresstest für den Föderalismus. «Natürlich knorzt es wie überall ab und zu, aber wir arbeiten gut und eng mit den Kantonen. Die Flüge nach China hätten wir früher stoppen müssen, da sind wir jetzt schlauer», räumt der Gesundheitsminister ein.

Zum Schluss des Interviews gesteht Berset ein, dass ihm, so wie sehr vielen anderen Menschen, ganz banale Dinge fehlen. Händeschütteln oder mit Personen persönlich zu reden und nicht über Videotelefonie. «Am meisten fehlt mir ungezwungenes Zusammensein: etwa auf einer Terrasse sitzen und mit Freunden ein Bier trinken», so Berset.

(ohe)

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Bubble Diese Diskussion wurde geschlossen.
58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • grumpyhuman 05.04.2020 16:27
    Highlight Highlight Sehr sympa, Herr Berset! Ich bin froh, dass uns Menschen wie Sie durch diese Krise führen. Ich habe Vertrauen in unsere Regierung und bin gerade jetzt besonders dankbar, Schweizerin zu sein!
  • Froggr 05.04.2020 16:19
    Highlight Highlight Ein guter, souveräner Mann. Danke
  • honesty_is_the_key 05.04.2020 15:41
    Highlight Highlight Wenn ich sowas lese, bin ich sehr stolz darauf Schweizerin zu sein, und so tolle Bundesvertreter zu haben, die sich so für das Wohl von uns allen einsetzen. Merci beaucoup Monsieur Berset.
  • Toerpe Zwerg 05.04.2020 15:31
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Charlie Brown 05.04.2020 16:22
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • moedesty 05.04.2020 13:36
    Highlight Highlight jö der arme. Bei seinem lohn und pension echt hart.
    • Baba 05.04.2020 14:16
      Highlight Highlight Was für ein dummer, empathieloser Kommentar, der zudem von einem völligen Fehlen von Dankbarkeit zeugt!
    • Raembe 05.04.2020 14:23
      Highlight Highlight Die Männer und Frauen des BR haben mehr Verantwortung und weniger Lohn als irgendwo in der Privatwirtschaft.

      Ich glaube auch Du fändest es nicht geil wenn Du Familie zu Hause hast und diese zwei Monate nur per Skype sehen würdest und das nur wegen der Arbeit.
    • Natuschka 05.04.2020 14:55
      Highlight Highlight Echt jetzt? Wie wäre es wenn du mal mit ihm tauschst, mal schauen wie du das aushalten würdest....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Do not lie to mE 05.04.2020 13:21
    Highlight Highlight Jahre lang das Gesundheitssystem zu untergraben zugunsten der Finanzwirtschaft ist doch der wahre Grund. Neben der Pandemie wird fast unbemerkt unser Finanzsystem an die Wand gefahren und genau denen von den Z-Banken geholfen die es dazu gebracht haben. Auch mit Hilfe der SP
  • fant 05.04.2020 12:58
    Highlight Highlight Danke Herr Berset! <3

    Seit dem Laptop-Foto am Strassenrand und noch viel mehr seit ich Sie im Fri-Son nach dem Young-Gods Konzert im Fri-Son an der Bar gesehen habe: Sie sind ein Mensch wie du und ich auf der einen Seite, aber - seit die Fasnacht in Basel abgesagt wurde und noch mehr die Wochen danach - auf der anderen Seite sehr professionell: entschlossen aber doch bedacht!

    Vielen <3 Dank! Weiter so!
  • FrancoL 05.04.2020 12:53
    Highlight Highlight Er spricht mir aus dem Herzen.
    «Am meisten fehlt mir ungezwungenes Zusammensein: etwa auf einer Terrasse sitzen und mit Freunden ein Bier trinken»
    Ich freue mich in nicht all zu ferner Zukunft dies gehörig nachzuholen und um diesen Zeitpunkt nicht unnötig hinauszuziehen halte ich mich an die Regeln.
    • pasc 05.04.2020 13:56
      Highlight Highlight Die Massnahmen dienen rein dem Abflachen der Kurve, der ganze Sinn dahinter ist also das es sich so lange wie möglich hinauszieht
    • Toerpe Zwerg 05.04.2020 15:33
      Highlight Highlight Die Kurve ist längst abgeflacht. Möglichst langes hinausziehen ist nun keine vernünftige Strategie mehr. Nun wird es kompliziert.
    • Charlie Brown 05.04.2020 16:25
      Highlight Highlight @Toerpe: Gib Bescheid, wenn du mal für ein politisches Amt kandidierst. So gut wie du Bescheid weisst, bekommst du meine Stimme auf sicher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • COVID-19 ist Evolution 05.04.2020 12:16
    Highlight Highlight "Solange die Gesellschaft nicht eine gewisse Immunität erreicht habe oder ein Impfstoff da sei, werde das Virus nicht einfach so verschwinden."

    Wenn dies bekannt ist, warum wird dann nicht die Gruppe ohne signifikantes Risiko (Jugend und arbeitende Bevölkerung) gezielt durchseucht um die 70% Herdenimmunität schnell und auf natürlichem Weg herzustellen? Weil dann Big Pharma nichts mehr daran verdient?

    Die aktuelle Strategie des Bundesrates verzögert die Immunisierung der Bevölkerung um Jahre.
    • YB98 05.04.2020 13:03
      Highlight Highlight Weil sich dann zwingend auch schwere Fälle darunter befinden werden, die entweder durch unaufmerksame Personen oder durch Fehleinschätzungen ihres Risikos angesteckt werden, und 800-1000 reichen um unser System zu überlasten, ist das so schwer zu verstehen?
    • Tugium 05.04.2020 13:05
      Highlight Highlight Gibt tatsächlich Leute wie dich, welche immernoch von einer Herdenimmunität sprechen🙈🤦🏻‍♂️
    • Panna cotta 05.04.2020 13:06
      Highlight Highlight Wenn du in all den Tagen noch immer nicht verstanden hast, worum es geht, ist wohl Hopfen und Malz verloren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • grandvlad 05.04.2020 12:15
    Highlight Highlight Lieber Herr Berset Sie machen eine super Arbeit, versuchen die CH-Bevölkerung auf der Vernunftsebene anzusprechen und einzubeziehen,wie es in der Demokratie sein sollte. Offenbar scheinen noch immer nicht alle zu verstehen, was die Folgen einer Nichteinhaltung der Regel sind. Ein Ausgehverbot über Ostern wäre nicht schmerzvoll und würde vielleicht die CH-Bevölkerung wachrütteln, als Warnung, wie's ausschauen tät, wenn die CH-Bevölkerung so weiter macht, wie bis anhin. Eigenverantwortlichkeit ist gefragt - klappt wohl nicht ganz ohne Strafe...
  • cal1ban 05.04.2020 12:15
    Highlight Highlight Könnte Berset mal anordnen, dass möglichst viele positiv getesten Verstorbenen obduziert werden, um festzustellen was genau als Todesursache verantwortlich ist? Oder bei der nächsten PK mal fragen, warum das noch nicht gemacht wird.
    • Varanasi 05.04.2020 13:04
      Highlight Highlight 🤦‍♀️
    • Butschina 05.04.2020 13:24
      Highlight Highlight Wozu? Wenn die Person vorher typische schwere Covid-19-Symptome hatte und stirbt, ist die Person auch daran gestorben. Hatte eine Person keine der Symptomen ist sie an der Vorerkrankung gestorben. Wozu soll man nun die Labore mit unnötiger Arbeit überhäufen? Bei Unkenntnis der Todesursache wird auch sonst wenn nötig obduziert.
    • lilie 05.04.2020 13:24
      Highlight Highlight @cal1ban: Wozu? Tot ist tot. Es reicht an und für sich, die Übersterblichkeit zu berechnen.

      Aber so oder so sollten wir uns auf die Lebenden konzentrieren. Und darauf, dass sie es noch eine Weile bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • glointhegreat 05.04.2020 11:54
    Highlight Highlight Ein super bundesrat dieser berset. Auch wenn ich sonst nicht gerade sympathisant seiner partei bin. Ich vertraue ihm, seinem wissen und seinem einsatz. Fehler machen wir alle mal. Bei so unbekannten, schwierigen entscheidungen, die das ganze land betreffen, gibt es immer irgendwoher kritik. Ich bin stolz auf unser system das uns eine solche regierung ermöglicht. Hut ab vor ihnen herr berset. 👍 Sie machen einen super job!!
  • Propeller 05.04.2020 11:53
    Highlight Highlight Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz!
  • Mattho 05.04.2020 11:40
    Highlight Highlight Wie wäre es, wenn es eine Kampagne gäbe für Daniel Koch und Alain Berset als gemeinsame Schweizer des Jahres - stellvertretend für alle, die jetzt ihren Effort leisten.. So wird das Geschehene nicht einfach vergessen oder verdrängt und der Einsatz der Beiden anerkannt.
    Matthias Richener
    Benutzer Bild
    • Raembe 05.04.2020 14:26
      Highlight Highlight Es wäre unfair gegenüber den anderen BR und Menschen in den Departementen, die zurzeit ebenfalls ausserordentliches leisten.
    • Panna cotta 05.04.2020 14:47
      Highlight Highlight Ich denke, mindestens einer der Beiden ist so gut wie gewählt Ende Jahr. "Corono-Virus" dürfte auch bereist als Wort des Jahres 2020 feststehen.
  • surfi 05.04.2020 11:38
    Highlight Highlight Zum Glück ist A. Berset ein Macher, sehr ruhig und überzeugend.
    Nicht bloss ein dummer Schnurri wie die Zücher Ständerätin aus dem Kanton GR oder ist sie Bündner Ständerätin aus dem Kanton ZH!? Wie sagt man das in ein solchen Fall?
  • Monobloc 05.04.2020 11:32
    Highlight Highlight Einer von uns ... 👍🏼👍🏼👍🏼
  • Lucernefan 05.04.2020 11:25
    Highlight Highlight möge es blitze regnen, aber vor dem was herr berset und der bundesrat seit wochen leisten habe ich den höchsten respekt! so eine regierung wünsche ich mir!!

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