Schweiz
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Ein Intensivmediziner zieht Bilanz: «Eine Patientin ist schon seit 77 Tagen bei uns»

Peter Steiger, stellvertretender Institutsdirektor Intensivmedizin am Unispital Zürich, hat noch keine Monate wie die letzten beiden erlebt.

Sabine Kuster / ch media



«Wir sahen die Welle kommen von China via Italien. In die Intensivstationen im Tessin, im Welschland und auch besonders Zürich kamen immer mehr Covid-­19-Patienten. Wir fürchteten die Überlastung.

Peter Steiger, Institut fuer Intensivmedizin, spricht am Point de Presse des Universitaetsspital Zuerich am Dienstag, 7. April 2020, in Zuerich. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

«Jene Rufer, die das Ganze verharmlosen, sollten einmal unsere Intensivstation besuchen», sagt Peter Steiger, stellvertretender Institutsdirektor Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich Bild: KEYSTONE

Am Unispital Zürich schufen wir zwei separate Corona-Intensiv­stationen. Wir konnten schliesslich genug Beatmungsgeräte beschaffen, aber der Knackpunkt blieb gut ­geschultes Personal. Wir waren erleichtert, als das Operationsprogramm eingeschränkt wurde, sodass wir weniger Patienten als sonst auf den normalen Intensivstationen hatten.

Die Fallzahlen stiegen. Der Bund verordnete das Social Distancing und die Hygieneregeln, aber man sah, dass sich die Leute nicht genügend daran hielten. Besonders am Wochenende vom 14./15. März, bevor der Bundesrat am Sonntagabend den Lockdown beschloss. Ich denke, nur deswegen kam es überhaupt zum Lockdown. Dadurch lernte man aber, wie man sich verhalten muss – das ist das Positive.

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Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang bis Mitte April hatten wir gleichzeitig bis zu 21 Patienten auf den beiden Covid-Stationen mit total 28 Betten. Wir hätten noch andere Intensivstationen reservieren können. In der Hinterhand hatten wir 41 Betten, die durch Anästhesisten betreut worden wären. Das wäre aber schwierig geworden, weil wir sahen, dass die Patienten schwer krank sind, zumindest bei uns.

Die schweren Fälle wurden in ein Zentrumsspital wie unseres verlegt. Unsere Kranken waren sehr aufwendig zu betreuen und blieben lange. Ich habe jetzt noch eine Patientin von den Anfängen der Epidemie hier. Sie ist schon 77 Tage bei uns. Bis vor kurzem im Koma, jetzt wach, aber immer noch auf der Intensivstation. Auch andere Patienten sind schon über zwei Monate hier.

Nur zwei Patienten über 80 Jahre

Meine Angst ist, dass man keine oder nur eine kurzfristige Immunität entwickelt. Das würde heissen, dass man das Virus nicht mehr wegbringt und man nicht impfen kann. Das wäre besonders für die Alten schlimm. Aber auch für Jüngere.

«Auf unserer Intensivstation waren nur zwei Patienten über 80 Jahre alt. Die meisten waren 50- bis 70-jährig.»

Eine Patientin, die noch hier ist, hatte nur Asthma, nichts wildes. Es ist nicht nur eine Lungenkrankheit. Kurze Zeit später haben Patienten mit schweren Verläufen ein Nierenpro­blem, ein Leberproblem, ein Herzproblem. Ausserdem erwachen sie sehr langsam aus dem künstlichen Koma. Das heisst, irgendetwas im Gehirn ist auch nicht gut. Das Virus befällt die Gefässwände überall. Durch kleinste Gerinnsel sinkt die Durchblutung der Organe und schwächt deren ­Funktion.

Die vergangenen Wochen auf der Intensivstation sind mit keinen anderen davor vergleichbar: Wir hatten Patienten mit einer Krankheit, die wir noch nicht kennen und bei der man zunächst Angst haben musste, sich selbst anzustecken. Auch die ganze Zeit eine Schutzausrüstung zu tragen, ist ungewohnt.

Groteske Wahrnehmungen und Verleumdung der Realität

Gleichzeitig sahen viele Leute das Problem nicht. Ich wurde von Nachbarn angesprochen, die fanden, das Ganze sei nur ein fauler Zauber und die Zustände in Italien seien gestellt gewesen. Wenn ich erwiderte, die Welle habe rechtzeitig gebremst werden können, hörte ich, ich sei ja jeden Abend nach Hause gekommen, um zu übernachten, da könne es wohl nicht so schlimm sein.

«Es gibt groteske Wahrnehmungen und Verleumdungen der Realität. Die momentane Stimmung ist, wie wenn im Tessin Trockenheit herrscht, man ein Feuerverbot ausspricht und sich jene beschweren, die gerne in den Wald bräteln gegangen wären. Weil ja kein Feuer ausbrach. Das ist unglaublich.»

Wenn man mit jemandem aus New York redet, dann tönt das ganz anders, weil jeder jemanden in der Familie oder Bekanntschaft hat, der betroffen oder gestorben ist. Bei uns grassiert nun mit dem schönen Wetter die Unbeschwertheit und die Leute wollen nachholen, was sie verpasst haben.

Angst vor einer Ansteckung herrschte auch im Spital

Auf der anderen Seite sollte auch keine Angstmacherei betrieben werden. Das war bei uns auf der Station anfangs auch ein Problem. Die meisten gingen absolut professionell damit um, aber einige waren in Panik. Wir mussten aufpassen, dass sich die Ansteckungsangst nicht auf die ganze Gruppe übertrug.

«Manchmal dachte ich: Jene Rufer, die das Ganze verharmlosen, sollten einmal unsere Intensivstation besuchen. Wenn sie sich überhaupt reintrauen würden.»

Zum Glück hatten wir keine einzige Ansteckung innerhalb des Spitals im Kontakt mit Covid-19-Patienten. Es gab nur Fälle, die ausserhalb passierten – ein Oberarzt steckte sich in Ischgl an. Wir haben die Maskentragpflicht früh durchgesetzt. Und wir waren auch in Pausenräumen sehr darauf bedacht, dass die Abstände eingehalten wurden.

Es ist schon für das Personal schwierig, die Hygienerichtlinien korrekt einzuhalten und dass man Gesicht und die Maske nicht berührt. Um Ansteckungen zu verhindern, galt das Besuchsverbot. Es ist schwierig, in einem solch aussergewöhnlichen Betrieb auf Angehörige aufzupassen.

Patienten, die im Sterben lagen, durften besucht werden, einmal oder auch zweimal. Und ein- bis zweimal pro Tag riefen wir die Angehörigen an und versuchten auch Videoübertragungen zu machen. Das Heikle dabei war, dass wir nicht wussten, wie es den Angehörigen geht, wenn wir die Übertragung beenden.

«Wenn wir genug Leute und Platz hätten und wüssten, dass sich die Angehörigen richtig verhalten, dann könnte man mehr Besuche zulassen. Es ist schlimm, alleine so krank zu sein oder gar zu sterben.»

Nach der Intensivstation folgt die Rehabilitation

Viele der Genesenen sind nun in der Rehabilitation. Ob sie wieder die volle Stärke zurückerhalten, ist nach langen Aufenthalten auf Intensivstationen immer schwierig zu sagen. Das Risiko, dass die Lunge eingeschränkt bleibt, ist da. Oft kommen kognitive Probleme dazu. Und Angststörungen, die länger andauern können.

Mit Covid ist nicht zu spassen. Deshalb finde ich es sehr schade, dass der Bundesrat die Maskenpflicht nicht verordnet hat, überall wo man den Zwei-Meter-Abstand nicht einhalten kann. Ich hoffe sehr, dass, wenn nun immer mehr Lockerungen kommen, keine zweite Welle kommt. Man sieht wieder diese Fotos von Leuten, die viel zu nah in zu grossen Gruppen an den Wochenenden unterwegs sind. Das irritiert mich.»

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103Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Turicum04 30.05.2020 21:53
    Highlight Highlight Corona haben wir dem Klimawandel zu verdanken: Ueberall wo es Dreckluft hat, ist Corona besonders aggressiv (China, Norditalien, USA, Brasilien). Liebe PolitikerInnen, macht dies unbedingt publik und MACHT endlich etwas dagegen: Stoppt den Erdölhandel sofort, bitte!
  • Wolk 30.05.2020 18:46
    Highlight Highlight Steiger ist mein persönlicher Held der Krise. Er tut was, kommt draus und informiert angemessen.
  • Robba 30.05.2020 15:13
    • Wiedergabe 30.05.2020 23:27
      Highlight Highlight Warum interessiert sie die Auslegung eines deutschen Anwalts zu deutschem Recht bezüglich Coronabestimmungen von Deutschland..?
  • Robba 30.05.2020 14:21
    Highlight Highlight ....... Aber eben mit permanentem Schutz.
    Bedeutet: So viele wie möglich im HomeOffice.
    Anmeldung im Restaurant über eine App, warten bis man rein darf, Zuweisung eines Tisches, Amplesysteme.....
    Statt dessen wird einfach alles wieder geöffnet so nach und nach und in der Presse von der Zeit nach Corvid19 geschrieben.
    Welche Zeit danach?
    Es gibt keine Impfung, die Leute werden auch nicht immun.
    Wenn wir im Moment ca. 5.000.000 infizierte haben, wieviele werden sterben, wenn wir 80.000.000 Infizierte haben?
    In welcher Traumwelt leben die Leute?
  • Robba 30.05.2020 14:18
    Highlight Highlight Und wieviel Pflegepersonal stirbt eigentlich bei der Behandlung der Kranken?
    Irgendwann will keiner mehr da arbeiten.
    Dann wird das zum Problem.
    Was ist für die Menschen so schlimm daran eine Maske zu tragen? - Man kann die Nase frei lassen, aber etwaigen Husten abfagen. Das ist für mich eine Frage von Respekt gegenüber meinen Mitmenschen.
    Aber den scheint es nicht mehr zu geben.
    Statt dessen hört man auf Klassenclowns, wie Raab, Pocher, Schweiger (der eben leider nicht schweigt).
    Ich hatte wirklich erwartet dass Konzepte erarbeitet werden wie wir wieder halbwegs normal leben können.........
    • Samurai Gra 30.05.2020 21:23
      Highlight Highlight Nein die Nase gehört abgedeckt
  • Robba 30.05.2020 14:14
    Highlight Highlight ....... Die bekommen dann pro Monat ca. 430 Euro, verlieren also irgendwann alles.
    Derweil reden die Experten von einer 2. Welle.
    Es gibt aber keine Wellen, sondern Corvid19 ist die ganze Zeit vorhanden. Es begleitet uns permanent.
    Wie wird reagiert? - Volle Züge, volle Flugzeuge, und ab in den Urlaub. Derweil tuen Arbeitgeber sich noch schwer mit dem HomeOffice. - Ich könnte kotzen.
    Ich glaube dass im Moment fast niemand begreift, welche Langzeitfolgen das alles hat. Und das es vor allem die Alten trifft? Ich denke die trifft es zuerst. Aber die Jüngeren wird es auch treffen, nur später.
  • Robba 30.05.2020 14:10
    Highlight Highlight Danke dass dieser Bericht so "früh" gebracht wird.
    Jetzt wo überall geöffnet werden soll.
    Die Entscheidungsträger in Deutschland haben ein Gehalt von ca. 20.000 Euro pro Monat, später dann eine Rente zwischen 4.500 und 11.500 Euro.
    Sie haben jetzt sogar freiwillig ihre Gehälter nicht erhöht.
    Dann gibt es die Beamten, bei denen nicht auffällt wenn sie plötzlich nicht mehr so schnell arbeiten.
    Und dann gibt es die Masse normaler Erwerbstätiger, mit eventuell einer teuren gemieteten Wohnung (die Mehrheit in Deutschland mietet), welche ihre Arbeit verlieren wenn die Leistungsfähigkeit abnimmt.....
  • Conradinho 30.05.2020 12:22
    Highlight Highlight Ich erlebe jeden Tag, wenn ich ausser Haus gehe, dass sich jetzt schon weniger als ein Viertel der Leute ans Abstandhalten hält. Weiter nicht erstaunlich, auch während des eigentlichen Lockdowns befolgten nur etwa die Hälfte die Regeln. Ich finde es nicht nur schade, dass ausgerechnet im ÖV keine Maskentragpflicht besteht. Dort nicht alles zu unternehmen, was das Ansteckungsrisiko wenigstens z.T. senken kann, ist skandalös unverantwortlich. Risikogruppenangehörigen, die sich nicht sorglos, sondern eigenverantworlich verhalten wollen, wird damit praktisch die Benützung des ÖV verboten.
  • Töfflifahrer 30.05.2020 10:16
    Highlight Highlight Was mir bisher in allen Artikeln fehlte war, dass einer darunter war wo inhaltlich steht, dass der Bund und die Kantone mit einem Mio./Mia. Paket die Attraktivität der Pflegeberufe fördern wollen, eine Ausbildungsinitiative fördern und die Minimallöhne um xx% erhöhen wollen.
    Bisher ist jeweils nur über das Klatschen berichtet worden. Ich denke jedoch nicht, dass Klatschen sehr nachhaltig sein wird.
    • Malt-Whisky 30.05.2020 11:10
      Highlight Highlight Wie war, wie wahr. Aber es wird in der nahen Zukunft ändern, denn die umliegenden Länder kennen dasselbe Problem von zuwenig gutem Peronal. Die haben nicht geschlafen sondern sofort mal eine grosszügige Grati bezahlt und währschafte Salärerhöhungen versprochen.
    • Zat 30.05.2020 12:37
      Highlight Highlight Das Problem ist wohl nicht, dass niemand die Pflegeberufe unterstützen möchte. Die Schwierigkeit ist eher die langfristige Finanzierung. Und ich meine langfristig, nur das würde wirklich helfen. Da getraut sich (noch?) niemand ran, besonders jetzt wenn viele jammern wegen den wirtschaftlichen Folgen des Lockdown. Die Patentlösung dafür zu finden ist wohl nicht so einfach.
      Auch wenn ich sofort dabei wäre, die Pflegekräfte besser zu entlöhnen, ausser einem kleinen Beitrag könnte ich persönlich nicht viel beitragen. Besonders auch jetzt, da unser Betrieb per Juni auch in Kurzarbeit geht.
    • Töfflifahrer 30.05.2020 14:28
      Highlight Highlight @Malt-Whisky: Ich hoffe Sie haben recht, bisher konnte man aus dem nahen Ausland Leute rekrutieren, alleine wegen dem höheren Lohn.
      @Zat: Geht mir gleich, Ich habe auch nicht die Lösung und ja, es muss eine grundsätzliche und langfristige Lösung sein.
      Ich hoffe Sie und ihre Firma überstehen die Kurzarbeitszeit. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
    Weitere Antworten anzeigen
  • roger_dodger 30.05.2020 09:49
    Highlight Highlight Sehr interessanter Bericht. Leider glaube viele wie die Nachbarn des Arztes nicht dass man diese Krankheit ernst nehmen muss wenn Sie nicht direkt betroffen sind. Ja, es ist ein enormer Schaden in der Wirtschaft entstanden (bin selbst auch in Kurzarbeit), aber man hat das Gefühl hier denkt jeder nur noch an sich selbst. Und über die Langzeitfolgen wissen wir zur Zeit auch noch sehr wenig, man hört aber immer öfter von Langzeitfolgen für z.B. Lunge und Herz. Anstatt dankbar zu sein dass wir bis jetzt das allerschlimmste wie in der Lombardei oder New York verhindern konnten wird rumgenörgelt.
    • Irene Adler 31.05.2020 09:58
      Highlight Highlight Wenn man bis jetzt 4000 Franken verdient hat, und jetzt wegen Kurzarbeit oder Entlassung nur 3200 bekommt, denkt man natürlich an sich selber.

      Worauf müsstest du verzichten, wenn du monatlich nur 3200 Franken Brutto bekommen würdest?
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 30.05.2020 09:44
    Highlight Highlight Das ist jetzt spannend. Das heisst, dass ca 80% aller Verstorbenen entweder im Heim oder nach kurzem Spitalaufenthalt gestorben sind, da diese ja über 80 waren. Somit sind es nicht die Alten, welche das Gesundheitswesen zum Einbruch bringen können, sondern die 40 - 60 jährigen.
    Das wären dann die welche selber an Festivals gehen und die Eltern derer, welche jetzt auf den Clubbesuch verzichten müssen.
    Würde man dies den Menschen im Altersheim erklären, hätten sie wohl weniger Mühe auf Besuch zu verzichten, wenn sie damit ihre Kinder/Enkel schützen können.
    • Saraina 30.05.2020 20:38
      Highlight Highlight Wie schützen denn die Menschen im Altersheim ihre Kinder und Enkel? Diese infizieren sich ja nicht im Altersheim! Im Gegenteil, sie können das Virus ins Heim tragen.

      Infiziert werden vor allem diejenigen, die am mobilsten sind, also die Leute von 20 bis 69. Die Jungen stecken die Krankheit meist gut weg, die 50 bis 70-Jährigen stellen den Grossteil an Patienten in der Intensivstation, und die ganz Alten werden im Heim palliativ gepflegt.
  • *sharky* 30.05.2020 09:22
    Highlight Highlight -In der Hinterhand hatten wir 41 Betten, die durch Anästhesisten betreut worden wären. Das wäre aber schwierig geworden, weil wir sahen, dass die Patienten schwer krank sind, zumindest bei uns.-
    Ist der Transport damit gemeint oder was? Da ich noch nie auf der Intensivstation war und auch kein Arzt bin, ist diese Aussage für mich unklar und man hätte Nachfragen müssen(!). Aber vielleicht bin ich auch nur doof.

    Aber Danke für den Artikel, bestätigt Hubers vorgestrigen Beitrag; 'Aktueller Stand der Forschung: Diese Organe greift das Coronavirus an'.
    • Lami23 30.05.2020 16:20
      Highlight Highlight Anästhesisten betreuen im Alltag keine Intensivpatienten, vor allem das Pflegepersonal nicht. Sie wären vor allem mit so schwer kranken Patienten teilweise überfordert. Dazu kommt noch die gesamte Dokumentation, andere Vorgehensweisen und Beatmungsgeräte als im OP.
    • Samurai Gra 30.05.2020 21:26
      Highlight Highlight @Lami23: Sie haben recht.
      Zudem sind IPS Leute speziell geschult für die besonderen Bedürfnisse der oft Kommatiösen Patienten
  • aleinaD 30.05.2020 08:57
    Highlight Highlight Danke für diesen eindrücklichen Bericht aus der Sicht von Herrn Steiger
  • Don Alejandro 30.05.2020 08:41
    Highlight Highlight Wir haben es mit unserem kollektiven Verhalten selbst in der Hand, eine zweite Welle möglichst zu verhindern. Aber genau das macht mir Sorgen.
  • TheKen 30.05.2020 08:37
    Highlight Highlight Das Virus macht keine Pause. Solange wir keinen Impfstoff haben, werden wir Social distanzieren Aufrechthalten. Weiter wie im Lockdown
  • Der Kritiker Bernd 30.05.2020 08:05
    Highlight Highlight Es wurden die schwersten Fälle in der ganzen Schweiz in diesem dafür gut eingerichteten Spital zentralisiert.

    Damit ist der Bericht nachvollziehbar, aber nicht für die gesamte Schweiz repräsentativ.
    • Terraner 30.05.2020 10:39
      Highlight Highlight Wie kommen sie den zu dieser Schlussfolgerung? Es wurden nicht Patienten aus der ganzen Schweiz nach Zürich gebracht. In jedem Kanton wurde ein Spital zum Coronaspital erklärt und normale Patienten in wenn vorhanden ein zweites Spital verlegt. Wer im Tessin schwer krank wurde, blieb auch im Tessin.
    • SJ_California 30.05.2020 10:58
      Highlight Highlight Muss er auch nicht sein, denn es ist ein Erfahrungsbericht.
    • Saraina 30.05.2020 20:40
      Highlight Highlight Die meisten Patienten auf Intensivstation hatten die Kantone Tessin, Genf und Waadt, nicht Zürich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruffano 30.05.2020 07:14
    Highlight Highlight Vielen Dank vielleicht glauben jetzt auch jene daran die es immer noch für eine Grippe halten. Sehen wir was jetzt passiert, die Bilder auf den Straßen zeigen, dass die Leute schnell vergessen.....
  • HP G 29.05.2020 22:18
    Highlight Highlight Das Positive an der Geschichte: Endlich, endlich schauen wieder mehr Menschen auf Hygiene. Rotzen nicht überall rum und spucken dir ungeniert vor die Stiefel.
    Doch die Story hat auch positive Seiten.
    Der Aufwand ist, wie die Massnahmen, nicht grad verhältnismässig.
    • iudex 29.05.2020 23:22
      Highlight Highlight Du Dreamer Du, fahre einmal in der Provinz Bus, da hat sich gar nichts geändert.
    • DemonCore 30.05.2020 07:24
      Highlight Highlight Interessant, dass Freude über die Anerkennung der wichtigsten und wirksamsten Massnahmen mit 1:3 weggeblitzt wird.

      Die Leute hören es nicht gerne, aber vor Corona lebten wir eine ausgesprochen unhygienische Kultur:

      -Mütter, die ihre Kinder nicht waschen, bevor sie ins Bett gesteckt werden
      -überall abknutschen
      -wenig Händewaschen
      -Abfall liegen lassen
      -Abfall aus dem fahrenden Auto werfen
      -am Bahnhof rumspucken.
      -rumschniefen, -rotzen

      Das ist einfach das Verhalten von Barbaren und sollte sozial geächtet und rechtlich streng verfolgt werden, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten der Fall war.
    • Thomas G. 30.05.2020 08:00
      Highlight Highlight Oder auch nicht. Gestern in Zürich. Es war als hätte es nie einen Lockdown gegeben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hippokrates 29.05.2020 21:50
    Highlight Highlight Endlich mal ein objektiver, ehrlicher Bericht ohne Polemik, Verschwörungsirrsinn und politischem Wahlkampfkalkül.
    Merci, Herr Kollege Steiger und Watson.
    Mir erging und ergeht es leider ähnlich mit den vielen zns – insuffizienten ...
  • Hans007 29.05.2020 21:33
    Highlight Highlight Ich kann beim beste Willen nichts sehen, was bei einer durchschnittlichen Grippewelle nicht auch hätte passieren können. Der einzige Unterschied ist folgender: die wirtschaftlichen und persönlichen Auswirkungen des Lockdowns sind derart gravierend, dass viele Leute noch Jahre daran zu kämpfen haben werden. Endlos viele Lebenspläne und Lebensträume sind zerstört worden, und keiner übernimmt Verantwortung oder denkt an eine vernünftige Entschädigung durch den Staat. Die Politiker überschütten sich gegenseitig mit Lob, obwohl gigantische Fehler passiert sind. Nur Blinde sehen das nicht.
    • Maragia 29.05.2020 21:49
      Highlight Highlight Hast du den Artikel überhaupt gelesen Hans007?
    • SUP_2 29.05.2020 21:51
      Highlight Highlight Guter Hans: schauen Sie doch einmal genauer hin. Haben Sie denn selber diese Form von katastrophaler Lungendestruktion bei der Grippe schon gesehen bei vorher gesunden 50-60 Jährigen Männern? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und wissenschaftlichen Daten darüber dass dies eine „normale“Grippe ist?
    • RASL 29.05.2020 21:51
      Highlight Highlight Hast du den Artikel gelesen oder nur deinen Standard Kommentar reinkopiert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • dodo, dodo? 29.05.2020 21:09
    Highlight Highlight was bleibt? erinnerung an klatschen auf dem balkon, man hat sich ja so solidarisch gezeigt.
    br unterstützt fluggesellschaften mit 1.3 milliarden. wo bleibt die schlagzeile mit milliarden unterstützung für med. und pflegepersonal?
    • SUP_2 29.05.2020 21:52
      Highlight Highlight Leider wird diese ausbleiben! Aber die Krankenkassen werden die Preise erhöhen!
    • Plan B 29.05.2020 22:34
      Highlight Highlight Für, dass sie Ihren Job machen?
      Wo bleibt die milliarden Unterstützung für Selectautomat füller?
    • Silent_Revolution 30.05.2020 00:21
      Highlight Highlight Aber ihr wisst schon, dass keiner der Leute die ihr ständig beklatscht (Koch und Co), sich je dafür eingesetzt hat, dass das Pflegepersonal vor den Fluggesellschaften dran ist. Schaut mal, was euer geliebter Berset vor 2 Jahren zur Pflegesituation in der Schweiz zu sagen hatte.

      https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/pflegeinitiative-alain-berset-will-nicht-noch-mehr-gesetzestexte-65453165

      "Es braucht keinen Gegenvorschlag weil wir heute schon die notwendigen Grundlagen haben"

      Grossartiger Mann, ganz SP.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stinkstiefel 29.05.2020 20:55
    Highlight Highlight Der eine Intensivmediziner vom Unispital Zürich spricht von verharmlosen, der andere Intensivmediziner vom Unispital Zürich spricht von übertreiben.

    Quelle:
    https://www.tagesanzeiger.ch/oberarzt-postet-corona-video-zuercher-unispital-distanziert-sich-524935823440

    Da wird's für die Bevölkerung schon ein bisschen schwierig - und es entsteht der Eindruck, dass hier nicht nur Fakten, sondern eben auch persönliches Empfinden aus den Medizinern spricht.
    Schwierig ist's natürlich auch, wenn man nur der einen Seite medial eine Plattform bietet und die andere gleich ins Abseits stellt.
    • wilhelmsson 29.05.2020 21:15
      Highlight Highlight Der eine ist Institusdirektor der Intensivmedizin, der andere Oberarzt und Anästhesiologe/Notfallmediziner am Institut für Anästhesiologie. Ist das echt so schwierig?
    • Stefan Morgenthaler-Müller 29.05.2020 21:16
      Highlight Highlight Man findet für Geld/Karriereoptionen immer einen Mediziner, Wissenschaftler, Politiker, Journi, Psychotherapeuten, Zoowärter, Ernährungsexperten, usw. der das Gegenteil behauptet. Kein Problem,
    • Dani S 29.05.2020 21:17
      Highlight Highlight An Stinkstiefel: Ja klar, Trump hat ja auch gesagt: "An Ostern alle wieder an der Arbeit und die Kirchen voll."

      Klar man muss auch den Desinfektionsmittelspritzern eine Plattform bieten und die Aluhüte fehlen auch...
    Weitere Antworten anzeigen
  • RicoH 29.05.2020 20:45
    Highlight Highlight Danke für diesen Einblick in die Tiefen dieser Krankheit. Das sollte eigentlich die Menschen aufrütteln, die noch immer den Vergleich mit einer Grippe anstellen.

    Ich hoffe sehr, dass eine zweite Welle nicht auf uns zu kommt. Aber irgendwie teile ich die Bedenken von Peter Steiger.
    • Töfflifahrer 29.05.2020 22:05
      Highlight Highlight Ich wurde heute gefragt wie wir die Infrastruktur für Home-Office nun dimensionieren sollen.
      Ich habe nur gefragt was die Fragenden für ein Gefühl haben, wenn diese sehen was bereits teilweise heute schon abgeht. Alle befürchten eine 2te Welle. Daher bleibt die Infrastruktur so wie sie ist, zumindest bis im nächsten Frühjahr.
      Ich hoffe, dass wir eine 2te Welle verhindern können, denke aber, dass wir noch schwer untendurch müssen.
    • Pümpernüssler 30.05.2020 09:53
      Highlight Highlight Aids kennt man. Wieviele schützen sich trotzdem nicht beim sex? Das Ego ist halt zu wichtig.
    • dodo, dodo? 30.05.2020 21:49
      Highlight Highlight das masken tragen ist mühsam,nervt mich auch
      aber bitte macht es!
  • Gigi,Gigi 29.05.2020 20:44
    Highlight Highlight Maskenpflicht überall, wo man den Abstand nicht einhalten, wäre dringend nötig.
    • MaPhiA 29.05.2020 21:14
      Highlight Highlight aber bitte auch ''mit'' maske den abstand möglichst einhalten...
    • HP G 29.05.2020 22:04
      Highlight Highlight Als es was gebracht hätte, bei Neuinfizierten über 1000/Tag, waren Keine oder Zuwenige vorhanden.
      Trotzdem wurden die Infektionszahen runtergebracht.
      Nun, bei Infektionszahlen unter 50 sollen 8 Mio Masken tragen, 4h und dann wieder Neue anziehen?
      Verhältnismässigkeit muss wohl nur BAG und BR beachten?! Fordern ohne Ende? Echt?!
      Chance auf den Lottosechser ist grad höher, als eine:n Infizierte:n zu finden !!
    • Geofinder 30.05.2020 01:24
      Highlight Highlight Habe selber mit Masken bei meinem früheren Arbeitgeber gearbeitet. Vertrete nach wie vor die Meinung: Masken tragen Ja, wenn ich das Gefühl oder die Gewissheit habe positiv zu sein, damit ich im fall von Niessen, Husten oder sprechen niemand in eine Viruswolke einhülle. Als Schutz vor Ansteckung nützt eine Maske wenig. Da ist für mich häufiges Händewaschen und Abstand wichtiger. Denn RNA-Viren kommen loker durch die meisten zur Zeit erhältlichen Masken.
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