Schweiz
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Die Soldaten sind eingetroffen, anlaesslich des Zusammenzugs der Soldaten des Spitalbataillon 5 die aus verschiedenen Teilen der Schweiz einrücken, am Montag, 16. Maerz 2020 in der Kaserne von Stans. Die Aufgabe der Soldaten ist dann die Unterstützung in den Spitälern wegen dem Coronavirus. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Bis zu 8000 Armeeangehörige werden zu Coronavirus-Spezialeinsätzen aufgeboten. Bild: KEYSTONE

Die Soldaten schauen die Pressekonferenz und warten auf Befehle

Armeeangehörige werden in den nächsten Tagen die zivilen Behörden unterstützen. Die Entscheidungswege sind aber nicht die kürzesten, wie ein Betroffener aus einer Kaserne berichtet.



Die Armee will die zivilen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus mit bis zu 8000 Armeeangehörigen unterstützen. Am Montagabend wurde die «grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg» bekannt gegeben. Erste Aufgebote wurden gestern Abend per SMS verschickt.

«Um 20.30 Uhr kam das SMS, dass ich am Dienstag um 09 Uhr in Gossau sein muss.»

Armeeangehöriger

Soweit, so klar. Wohin die Truppen aufgeboten werden, kommunizierte die Armee nicht. watson erfuhr, dass einige Armeeangehörigen zur Kaserne Neuchlen bei Gossau SG beordert wurden. Ein watson-Leser ist einer von ihnen. Der Mittzwanziger erzählt, wie kurzfristig der Einsatzbefehl kam: «Um 20.30 Uhr kam das SMS, dass ich am Dienstag um 09 Uhr in Gossau sein muss.»

Im WK wird die Mobilmachung geübt – jetzt kommt sie zur Anwendung

Es fühle sich wie ein Wiederholungskurs an, erzählt er und präzisiert: «Jetzt wird mobil gemacht. Das ist die Phase, die man im WK übt, damit alle schnell einsatzbereit sind.»

Wohin man zum Einsatz kommt, war aber auch kurz nach Nachmittag nicht ganz klar. «Wir schauen die Pressekonferenz und warten, weil niemand so recht weiss, was genau läuft.»

Es habe geheissen, dass man heute noch das Material fassen müsse und später nach Frauenfeld fahre. «Was wir dort machen, ist aber noch unklar», sagt er. Und die Stimmung? Die sei «gut», alles andere nütze nichts, sagt der Soldat zu watson.

Thurgau bat um Armee-Support – muss aber auf Entscheid warten

Kantone können die Armee derzeit um Hilfe ersuchen. Bis am Montag lagen Anfragen der Kantone Tessin, Graubünden, der beiden Basel und Thurgau vor. Der Einsatz ist vor allem als Unterstützung für das Gesundheitswesen gedacht. Mobilisiert wurden daher zunächst Armeeangehörige der vier Spitalbataillone sowie der fünf Sanitätskompanien.

Ob die Armeeangehörigen in Gossau SG tatsächlich nach Frauenfeld geschickt werden, war auch um 16 Uhr unklar. Die Behörden im Kanton Thurgau bestätigten gegenüber watson lediglich, dass ein Unterstützungsgesuch bei der Armee deponiert wurde.

«Ein Entscheid steht aber noch aus. Daher haben wir keine Kenntnis von den Plänen der Armee», sagt Markus Zahnd vom kantonalen Informationsdienst.

Gesicherte Angaben zum Einsatz gab es kurz nach 17.30 Uhr auch nicht von Seiten der Armee. «Es gibt (bislang) keinen Einsatz der Armee im Kanton St. Gallen und auch keinen im Kanton Thurgau», sagt Armeesprecher Stefan Hofer. Die Armeeangehörigen würden dort hin geschickt werden, wo sie benötigt werden.

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100 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Markus97
17.03.2020 19:32registriert August 2018
Was soll jetzt genau dieser Artikel? Es ist eine ausserordentliche Lage. Es wurden viele Soldaten mobilisiert. Gebt den Verantwortlichen doch bitte 1-2 Tage das ganze zu planen. Wir sind noch lange nicht am Peak und man kann nicht Jahre im Voraus wissen wo und wann es die Soldaten genau braucht. Wichtig ist, dass sie dann vor Ort sind wenn es soweit ist.
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Elpampa
17.03.2020 19:29registriert September 2018
Und was ist jetzt daran negativ? Die Jungs und Mädels sind bereit, dass zählt. Wenn man Sie nun einfach losschicken würde, wäre es auch wieder nicht gut, weil dann hiesse es ja die Armee hätte keine Ahnung etc.
Irgendwie sucht man hier wieder die Nadel im (Armee-)Heuhaufen...
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Borki
17.03.2020 19:41registriert May 2018
Häsibe. Ganz normal. Und vielleicht sind die Entscheidungswege gar nicht lang, sondern die Entscheidungen fundiert.
Nicht dass die Kantone noch auf die Idee kommen, Sanis zu hamstern wie Herr Meier Klopapier...
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